Oscars & Himbeeren - der Film- und Serien-Podcast
Immer freitags präsentiert Ronny Rüsch "Oscars & Himbeeren", den Podcast rund ums Streaming und Kino! Jede Woche stellen sich Filmexperte Ronny Rüsch und sein Co-Host Axel Max die Fragen: Was ist neu bei Netflix, Disney+, Amazon Prime & Co.? Was gibt es Neues im Kino? Welcher Film erhitzt die Gemüter? Welche Serie wird jetzt schon gefeiert? Informativ. Unterhaltsam. Kompakt. hausmeisterronny.substack.com
"4 Blocks Zero": Ein Prequel, das begeistert
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“4 Blocks Zero” erzählt als Vorgeschichte der Erfolgsserie “4 Blocks” von den Ereignissen vor dem Aufstieg des Hamady-Clans und überzeugt mit starken Darstellern und einer spannenden Handlung; “War” mit Dominic West und Sienna Miller ist ein packendes Drama, das vor allem vom Zusammenspiel seiner beiden hervorragenden Hauptdarsteller lebt und zeigt, wie schnell Macht, persönliche Eitelkeiten und verletzter Stolz eine verhängnisvolle Dynamik entwickeln können; “VisionQuest” bleibt dagegen trotz interessanter Ansätze hinter seinen Möglichkeiten zurück, verliert sich zu oft in seiner eigenen Mythologie und schafft es nur selten, seinen Figuren jene emotionale...
Aus "Carrie" wird eine X-Woman!
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Die Prime-Serie “Carrie” legt einen überraschend starken Start hin, erweitert Stephen Kings berühmte Geschichte um zahlreiche neue Ideen und Perspektiven und schafft es zunächst tatsächlich, dem vielfach verfilmten Stoff neue Seiten abzugewinnen, nur um gegen Ende derart enttäuschend abzubauen, dass von der anfänglichen Begeisterung kaum etwas übrig bleibt; “Carrie” von Brian De Palma ist dagegen auch fünfzig Jahre später ein Meisterwerk des Horrorkinos, mit einer großartigen Sissy Spacek, einer beklemmenden Atmosphäre und einer Inszenierung, die ihre verstörende Wirkung nicht aus billigen Schockeffekten bezieht, sondern aus...
"Jenseits von Eden": So groß kann Fernsehen sein
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“East of Eden” auf Netflix ist eine großartige Neuinterpretation von John Steinbecks Jahrhundertroman, die sich Zeit für ihre Figuren nimmt, deren Abgründe mit einer beinahe schmerzhaften Genauigkeit ausleuchtet und dabei Bilder findet, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben; selten hat eine Literaturverfilmung in den vergangenen Jahren so eindrucksvoll gezeigt, wie zeitlos eine Geschichte über Liebe, Schuld, Eifersucht und die Frage nach Gut und Böse sein kann; “American Hostage” mit Jon Hamm erzählt eine auf wahren Ereignissen beruhende Geiselnahme und lebt vor allem von seinem hervorragenden Hauptdarsteller...
Zwei große Namen, wenig zu lachen
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Brothers” bringt mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson zwei Schauspieler zusammen, von denen man eigentlich erwarten würde, dass sie sich gegenseitig die Bälle nur so zuspielen, herausgekommen ist allerdings eine ziemlich öde Komödie, deren Gags selten zünden und bei der man sich fragt, wie aus zwei derart guten Namen so wenig Unterhaltung werden konnte; “Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe” mit Lili Reinhart hat zumindest eine großartige Hauptdarstellerin, nur leider kaum Tempo oder echtes Knistern, weshalb sich der Film ziemlich lange zu einem Ende schleppt, das man schon früh kommen si...
Blutig, düster, öde
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“City of Blood” auf Disney+ will düsteres Crime-Drama, Gesellschaftsporträt und nervenaufreibender Thriller zugleich sein, ist aber vor allem erstaunlich öde, verliert sich in bekannten Genre-Mustern, schleppt Figuren durch die Handlung, für die man sich kaum interessiert, und verwechselt eine möglichst finstere Atmosphäre viel zu oft mit tatsächlicher Spannung; “Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” setzt die bekannte True-Crime-Geschichte mit starken Darstellern, großartiger Ausstattung und dem gewohnt unbehaglichen Blick auf Gewalt, Begehren und gesellschaftliche Abgründe in Szene, ist packend und sehenswert, neigt allerdings einmal mehr dazu, Spekulation...
Die Hölle sind die anderen
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Und hüte dich vor dem Bösen” auf Netflix blickt hinter die gepflegten Fassaden einer holländischen Wohlstandsgesellschaft und entwickelt aus Freundschaften, Ehen und alten Geheimnissen einen überraschend fesselnden Thriller, der seine Wendungen klug dosiert und gerade deshalb bis zum Ende funktioniert; “Frank Miller: American Genius” erzählt vom Leben und Werk des “Sin City”- und “The Dark Knight Returns”-Schöpfers und zeigt mit viel Begeisterung und interessantem Archivmaterial, warum Miller zu den einflussreichsten Comic-Künstlern der vergangenen Jahrzehnte gehört und weit über die Comicwelt hinaus seine Spuren hinterlassen hat; “Misdir...
Gal Gadot rennt der Spannung davon
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Mayday” auf Apple TV verbindet Kalter-Krieg-Abenteuer und Buddykomödie zu einem erstaunlich zähen Spektakel, in dem Ryan Reynolds einmal mehr Ryan Reynolds spielt und selbst Kenneth Branaghs sichtlich spielfreudiger Auftritt nicht verhindern kann, dass sich der Film zwischen routinierter Action und vorhersehbaren Pointen verläuft; “The Runner” mit Gal Gadot macht aus der Entführung eines Kindes einen Wettlauf durch London, findet dabei jedoch weder psychologische Tiefe noch echte Spannung und hetzt so mechanisch von einer Bedrohung zur nächsten, dass selbst Gadots körperlicher Einsatz irgendwann nur noch wie ein Bestandteil ei...
Ridley Scotts leise Apokalypse
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Ridley Scotts Endzeitdrama “Das Ende der Sterne” findet in einer fast menschenleeren Welt nicht nur überwältigende Bilder, sondern auch erstaunlich viel Wärme und Hoffnung und zeigt, dass der inzwischen 88-jährige Regisseur noch immer Filme drehen kann, die zugleich gewaltig und sehr persönlich wirken; “Marshals” aus Taylor Sheridans “Yellowstone”-Welt dagegen macht aus Kayce Dutton ausgerechnet den Helden einer überraschend gewöhnlichen Polizeiserie, die zwar solide gespielt und routiniert inszeniert ist, aber weder die Wucht noch die erzählerische Eigenwilligkeit ihres Vorgängers besitzt; “Dutton Ranch” wiederum führt die Geschichte von Beth un...
Wenn Sicherheit zur Nebensache wird
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Die Netflix-Doku “Free Fall: Reckoning with Boeing” zeichnet ebenso präzise wie erschütternd nach, wie bei einem der mächtigsten Flugzeugbauer der Welt Sicherheitsbedenken dem wirtschaftlichen Druck untergeordnet wurden; “Ted Lasso” findet in Staffel vier zu alter Stärke zurück und verbindet warmherzigen Humor und kluge Figurenzeichnung; “Point Break” von 1991 wiederum ist auch 35 Jahre später noch ein wahnsinnig mitreißender Actionfilm; und der Prime-Film “Back to the 90s” schließlich verwechselt nostalgische Unterhaltung leider mit einer lustlosen Aneinanderreihung von Klischees und beweist vor allem, dass ein paar Internet-Stars noch lange keinen guten Film...
"Lanterns": Superhelden auf "True Detective"-Kurs
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Die neue DC-Serie “Lanterns” verbindet Superheldenkino mit düsterem Ermittlerdrama und beweist mit starken Darstellern, klugen Dialogen und einer angenehm erwachsenen Erzählweise, dass auch ein großes Comic-Universum spannend und überraschend menschlich erzählt werden kann; “Green Lantern” von 2011 wiederum ist längst nicht so schlecht wie sein Ruf, sondern ein herrlich unbekümmertes, farbenfrohes Weltraumabenteuer, das sich noch traut, Comicverfilmung zu sein, ohne sich dafür ständig entschuldigen zu müssen; und der Sci-Fi-Thriller “Redux Redux” schließlich macht aus einer inzwischen reichlich strapazierten Multiversums-Idee einen finsteren, nervenaufreibenden und überraschend berührenden...
"The Last House": Daheim ist doch nicht am schönsten
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“The Last House” auf Netflix beginnt mit einer guten Ausgangssituation, macht daraus aber einen Film, der sein eigenes Potenzial erstaunlich konsequent verspielt und bei dem das eigene Heim zwar zur Falle wird, die Spannung jedoch leider draußen bleibt; “Stuart Fails to Save the Universe” dagegen ist herrlich komisch, klug geschrieben und genau die Sorte Serie, bei der man nach wenigen Minuten weiß, dass man bleiben wird; “Can a Song Save Your Life?” wiederum ist auch Jahre später noch ein wunderbar warmherziger Film über Musik, Neuanfänge und die tröstliche Erkenntnis, dass n...
Kate Beckinsale und die große Langeweile
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Wildcat” mit Kate Beckinsale ist ein erstaunlich lustlos zusammengebauter Actionfilm, der wirkt, als hätte jemand sämtliche Versatzstücke zweitklassiger Streamingware in einen Topf geworfen. Die Geschichte ist dünn, die Figuren sind einem herzlich egal und Beckinsale spielt sich mit erstaunlich wenig Ausdruck durch einen Film, der selbst für anspruchsloses Popcornkino wenig zu bieten hat; “Furious” dagegen ist eine dieser Serien, bei denen man plötzlich wieder weiß, warum man Streaming erfunden hat: klug erzählt, hervorragend gespielt und mit genau der richtigen Mischung aus Tempo und Drama; “The Bombing of Pan Am...
Die große "Spider-Man"-Bilanz
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit “Spider-Man: Brand New Day” steht der nächste Marvel-Film in den Startlöchern. Grund genug, auf eine der erfolgreichsten Superhelden-Reihen der Filmgeschichte zurückzublicken. In dieser Folge sprechen wir deshalb über alle “Spider-Man“-Filme - von Tobey Maguire über Andrew Garfield bis hin zu Tom Holland.
Dabei hatte jede Generation ihren eigenen Peter Parker. Tobey Maguire machte ihn zum sympathischen Außenseiter mit Herz. Andrew Garfield brachte mehr Tempo und eine moderne Dynamik in die Rolle. Tom Holland schließlich wurde zum Spider-Man des MCU und musste sich seinen Platz zwischen...
Die große "Spider-Man"-Bilanz
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit “Spider-Man: Brand New Day” steht der nächste Marvel-Film in den Startlöchern. Grund genug, auf eine der erfolgreichsten Superhelden-Reihen der Filmgeschichte zurückzublicken. In dieser Folge sprechen wir deshalb über alle “Spider-Man“-Filme - von Tobey Maguire über Andrew Garfield bis hin zu Tom Holland.
Dabei hatte jede Generation ihren eigenen Peter Parker. Tobey Maguire machte ihn zum sympathischen Außenseiter mit Herz. Andrew Garfield brachte mehr Tempo und eine moderne Dynamik in die Rolle. Tom Holland schließlich wurde zum Spider-Man des MCU und musste sich seinen Platz zwischen...
Die ewige Reise des Odysseus
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Christopher Nolan bringt mit “Die Odyssee” einen der berühmtesten Stoffe der Weltliteratur auf die Leinwand und sorgt damit für reichlich Gesprächsstoff. Sein bildgewaltiger Ansatz beeindruckt, gleichzeitig spaltet der Film das Publikum wie kaum eine andere Literaturverfilmung der vergangenen Jahre.
Wer den Mythos besser einordnen möchte, sollte auch einen Blick zurückwerfen. “Die Fahrten des Odysseus” mit Kirk Douglas aus dem Jahr 1954 zählt bis heute zu den bekanntesten Verfilmungen des Epos. Der Film erzählt Homers Geschichte klassisch, konzentriert sich auf die Abenteuer des listenreichen Helden und zeigt, wie...
Christopher Nolan: Meister des Kopfkinos
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
In der heutigen Episode dreht sich alles um das Werk von Christopher Nolan. Kaum ein anderer Regisseur hat das moderne Blockbuster-Kino der vergangenen Jahrzehnte so nachhaltig verändert wie er. Mit seinen Filmen verbindet er spektakuläre Bilder, komplexe Erzählstrukturen und philosophische Fragen zu einem Kinoerlebnis, das weltweit Millionen Zuschauer begeistert.
Sein Name steht für außergewöhnliche Ideen, kompromisslose Visionen und Filme, die ihr Publikum herausfordern, statt ihnen einfache Antworten zu liefern. Ob Zeit, Erinnerung, Identität oder Moral - Nolan gelingt es immer wieder, große Themen m...
Jack Ryan: Mission gescheitert
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Jack Ryan: Ghost War” zeigt exemplarisch, wie sich eine einst starke Marke in austauschbare Agentenkost verwandeln kann. Vorhersehbare Wendungen, blasse Figuren und eine Handlung, die mehr auf Geballer als auf echte Spannung setzt, machen den Film zu einer herben Enttäuschung; die Miniserie “I Will Find You” ist solide Unterhaltung mit einigen spannenden Momenten, erreicht aber weder die emotionale Wucht noch die erzählerische Raffinesse, die der Stoff eigentlich hergeben würde. Sehenswert, aber letztlich zu konventionell, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen; “22 Bahnen” erzählt seine Geschichte mit großer emotionaler Ehrlichkeit und v...
"Heldin": Pflege am Limit
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit “Heldin” steht eines der meistdiskutierten deutschen Krankenhausdramen der vergangenen Monate auf dem Programm. Leonie Benesch spielt eine Pflegefachkraft, die während einer einzigen Schicht an ihre körperlichen und psychischen Grenzen gerät und damit einen schonungslosen Einblick in den Klinikalltag gibt.
Außerdem sprechen wir über “Das Meer in mir”, in dem Javier Bardem den querschnittsgelähmten Ramón Sampedro verkörpert. Der vielfach ausgezeichnete Film erzählt dessen jahrelangen Kampf um das Recht auf einen selbstbestimmten Tod und gehört bis heute zu den bekanntesten Filmen über Sterbehilfe.
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"Supergirl": Absturz statt Aufbruch
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit “Supergirl” wollte DC beweisen, dass der Start des neuen Kino-Universums endlich gelingt. Nach diesem Film stellt sich allerdings vor allem die Frage, wie ein Superheldenfilm mit so viel Potenzial derart scheitern kann.
Dabei liegt das Problem nicht bei der Hauptdarstellerin. Milly Alcock macht ihre Sache gut. Sie bringt Charisma, Präsenz und genau die Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke mit, die Kara Zor-El braucht. Immer wieder blitzt auf, was für eine großartige Version von “Supergirl” hier möglich gewesen wäre. Nur bekommt sie kaum eine Chance dazu.<...
"Red Sonja" und das Fantasy-Missverständnis
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Diesmal geht es um Schwerter, Magie und die Frage, warum manche Fantasy-Welten besser funktionieren als andere. Ein Blick auf die verschiedenen Verfilmungen von “Conan” und “Red Sonja”.
“Conan der Barbar” zeigt bis heute, warum rohe Low Fantasy oft stärker wirkt als jeder künstlich aufgepumpte Mythos: schmutzig, brutal, archaisch und getragen von einer fast hypnotischen Atmosphäre; “Red Sonja” von 1985 mag als Film viele Schwächen haben, versteht aber immerhin noch, dass diese Welt von Muskelkraft, Stahl und einfachen Motiven lebt und nicht von bedeutungsschweren Prophezeiungen; “Conan” von 2011 versucht aus demselben Material e...
"Disclosure Day": Spielbergs große Enttäuschung
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Steven Spielberg sucht in “Disclosure Day” nach den großen Antworten des Universums. Das Problem ist nur: Der Film stellt viele Fragen, ohne wirklich interessante Antworten zu liefern. Über weite Strecken verliert sich die Geschichte in schwülstigen Dialogen, geheimnisvollen Andeutungen und einer Schwere, die irgendwann ermüdend wirkt.
Selbst die Inszenierung, sonst eine der größten Stärken Spielbergs, kann dieses Mal nur selten begeistern. Viele Bilder wirken überraschend gewöhnlich, manche Szenen sogar erstaunlich beliebig für einen Regisseur seines Formats. Wo frühere Filme Staunen, Neugier und emotionale Wuch...
Lucasfilm gegen die Wirklichkeit
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“The Mandalorian & Grogu” wird derzeit von Lucasfilm und dem Cast als große “Star Wars”-Sensation verkauft. Der Mythos sei zurück. “Star Wars” sei endlich auf die große Leinwand zurückgekehrt. Nur macht ständiges Wiederholen eine Behauptung nicht wahr.
Ob Dave Filoni, Jon Favreau, Pedro Pascal oder Sigourney Weaver: Überall ist vom Mythos die Rede, von der großen Rückkehr und vom nächsten Kino-Ereignis. Was auf Social Media und von einigen Influencern als triumphale Wiedergeburt des Franchise gefeiert wird, wirkt auf der Leinwand jedoch eher wie eine überdehnte T...
Steven Spielberg - Der Architekt des modernen Kinos
Herzlich willkommen zur 300. Episode von “Oscars & Himbeeren”.
In der heutigen Jubiläumsfolge steht das Werk von Steven Spielberg im Mittelpunkt. Kaum ein anderer Regisseur hat das Kino über einen so langen Zeitraum hinweg so nachhaltig geprägt wie er. Mit seinen Filmen hat er Generationen von Zuschauern begeistert und viele der bekanntesten Werke der Filmgeschichte inszeniert.
Sein Name steht für kreative Ideen, außergewöhnliches Erzähltalent und die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die Menschen auf der ganzen Welt bewegen. Über Jahrzehnte hinweg hat Spielberg das moderne Kino mitgestaltet und Maßstäbe gesetzt, die...
"Star Wars": Vom Mythos zum Content
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit “The Mandalorian & Grogu” wollte Disney beweisen, dass “Star Wars” endlich wieder zurück im Kino ist. Nach diesem Film bleibt allerdings vor allem eine andere Frage offen: Was genau soll daran eigentlich großes Kino gewesen sein?
Denn vieles wirkt hier weniger wie ein echtes “Star Wars”-Ereignis als vielmehr wie eine durchschnittliche Science-Fiction-Episode, die man künstlich auf Leinwandgröße aufgeblasen hat. Es fehlt an diesem Gefühl, dass hier wirklich etwas erzählt werden muss. Stattdessen reiht sich eine Szene an die nächste, ordentlich produziert, manchmal hübsch anzusehen, ab...
"Marty, Life Is Short"
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Marty, Life Is Short” ist eine wunderbar herzliche Dokumentation über einen der unterschätztesten Entertainer Hollywoods, die nicht nur den Humor von Martin Short feiert, sondern auch die leisen Zwischentöne seines Lebens sichtbar macht; “Legends” wiederum verbindet klassischen britischen Crime-Thriller mit überraschend viel Atmosphäre und Figurenstärke und zeigt, dass Netflix immer noch Serien produzieren kann, die spannend und stilvoll sind; “Nuklearer Notfall” schafft das Kunststück, aus einer realen Katastrophe eine intensive, menschliche Miniserie zu machen, die gleichermaßen erschüttert und fesselt; und “Ran” (1985) von Akira Kurosawa bleibt ohnehin eines der größten...
"Man on Fire": Aus Feuer wird Fließbandware
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
"Malcolm mittendrin: Unfair wie immer" versucht noch einmal den alten Wahnsinn der Kultfamilie einzufangen und versteht, dass der Reiz der Reihe nie bloß im Klamauk lag; "Mann unter Feuer" von 1987 bleibt dagegen ein kantiger, etwas vergessener Achtzigerjahre-Actioner mit harter Schale, während "Man on Fire" von 2004 aus derselben Vorlage ein fiebriges Rachedrama macht, das vor allem durch die Wucht von Denzel Washington getragen wird; die neue Netflix-Version "Man on Fire" wiederum wirkt schon auf dem Papier wie eines dieser Projekte, bei denen Streamingplattformen zwanghaft glauben, wirklich jeder Stoff müsse endlos seriell aus...
"Apex" - Survival-Thriller im öden Werbe-Look
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Apex”, der Survival-Thriller mit Charlize Theron, erzählt von einer trauernden Extremsportlerin, die in der Wildnis in ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel gerät, bleibt dabei aber erstaunlich dünn: viel Atmosphäre, wenig Entwicklung und keine Spannung; “Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße” dagegen überzeugt als stilles, klug erzähltes Stück Zeitgeschichte, das persönliche Schicksale mit historischer Tiefe verbindet; und “Eat Pray Bark - Therapie auf vier Pfoten” ist als deutsche Feel-Good-Komödie vorhersehbar und klischeehaft, trifft mit seinem naiven Blick auf Heilung und Nähe aber einen Ton, der eher milde stimmt als ne...
"Balls Up": Dümmer kann ein Film kaum sein!
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Memory”, ein Filmdrama mit Jessica Chastain und Peter Sarsgaard, erzählt von Erinnerung und Verletzlichkeit, verzichtet auf große Effekte und gewinnt genau daraus seine emotionale Wucht; die Dokumentation “JD Vance - Der Mann nach Trump” über den US-Vizepräsidenten in der ARD Mediathek zeichnet ein solides, aber etwas zu vorsichtiges Porträt einer politisch aufgeladenen Figur; die Neuauflage von “Scrubs - Die Anfänger” bei Disney+ spielt gekonnt mit Nostalgie und Tempo; und die Komödie “Balls Up” mit Mark Wahlberg und Paul Walter Hauser ist schlicht eine Zumutung: ein müder, einfallsloser Klama...
"Outcome": Eine Hollywood-Satire ohne Biss
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“DTF St. Louis” verbindet Crime- und Drama-Elemente mit einem modernen Blick und entwickelt daraus eine überraschend dichte Geschichte über Beziehungen, Macht und Abgründe. Die Serie lebt von ihrer Atmosphäre und den Figuren, die mehr sind als bloße Klischees; die Dokumentation “Super/Man: The Christopher Reeve Story” ist ein bewegendes Porträt über Stärke und Würde. Ohne Pathos, aber mit großer Nähe erzählt sie von einem Leben, das weit über die ikonische Rolle hinaus Bedeutung bekommt; “Outcome” setzt auf Stil, prominente Besetzung und trockenen Humor, bleibt dabei jedoch stell...
Warum wir plötzlich wieder zum Mond schauen
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit Artemis II rückt der Mond wieder in den Fokus - als der Punkt, an dem Raumfahrt Geschichte schrieb. Und mit ihm die Bilder und Erzählungen, die diesen Moment bis heute tragen.
“Die Eroberung des Mondes” von Robert Stone ist dabei mehr als ein historischer Rückblick. Die Dokumentation zeigt die Mondlandung nicht als glatte Heldengeschichte, sondern als Balanceakt zwischen politischem Druck, technischer Grenzerfahrung und menschlicher Unsicherheit. Auch “From the Earth to the Moon” verzichtet auf große Gesten und nähert sich den Apollo-Missionen über Details, über Entscheidungen...
“Daredevil: Born Again” zeigt, wie komplex ein Held sein kann
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Mit “Daredevil: Born Again” hat Marvel eine Figur zurückgebracht, die nicht mehr beweisen muss, wie hart sie zuschlagen kann, sondern die sich der Frage stellen muss, was von ihr übrig bleibt, wenn der Kampf nicht mehr alles ist. Genau hier setzt auch die zweite Staffel an, ohne sich in Effekten oder sinnlosem Krawall zu verlieren, sondern mit einer fast schon ungewohnten Ruhe, die dieser Serie erstaunlich gut steht.
Charlie Cox spielt “Matt” Murdock weiterhin mit einer stillen Intensität, die nicht auf große Gesten angewiesen ist. Man sieht einen Mann...
Chuck Norris: Das Ende der einfachen Antworten
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Der Tod von Chuck Norris markiert das Ende einer Welt, in der Probleme noch mit einem Roundhouse-Kick gelöst wurden und moralische Grauzonen ungefähr so selten waren wie Zweifel an der eigenen Männlichkeit. Seine Filme von “Missing in Action” bis “The Delta Force” waren nicht gerade bekannt für Zwischentöne. Eher für klare Fronten. Gut gegen Böse, Amerika gegen den Rest, und mittendrin ein Mann, der aussah, als hätte er mit Diplomatie ungefähr so viel zu tun wie ein Vorschlaghammer mit Feinarbeit.
Das war schon damals...
"Kacken an der Havel": Wirklich witzig oder nur bemüht?
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Kacken an der Havel” ist bemüht-provokante deutsche Satire, die auf derbe Pointen setzt, dabei aber selten über platte Geschmacklosigkeit hinauskommt. Vieles wirkt zu gewollt und trifft nur selten; die spanische Serie “Jene Nacht” von Jason George hingegen ist ein solider Thriller. Die Show entwickelt aus einer einzigen Nacht ein dichtes Netz aus Geheimnissen und Spannungen, das weitgehend überzeugt; die ABC-Serie “Lord of the Flies” bleibt deutlich hinter ihrem Anspruch zurück: Die Neuinterpretation des Roman-Klassikers wirkt erstaunlich oberflächlich, die Figuren bleiben blass und die gesellschaftliche Fallhöhe wird eher behauptet als packend erzähl...
"War Machine": Wenn Popcorn-Action einfach funktioniert
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Young Sherlock” von Guy Ritchie erzählt die frühen Jahre des berühmten Detektivs und zeigt ihn als hochbegabten Studenten, der erstmals in ein komplexes Rätsel aus Verbrechen und Intrigen gerät; “War Machine” mit Alan Ritchson ist dagegen schnörkellose Action: Ein Soldat gerät in einen militärischen Einsatz, der sich plötzlich als Kampf gegen eine außerirdische Bedrohung entpuppt; der Dokumentarfilm “Melania” über Melania Trump wiederum wirkt erstaunlich glatt: Statt kritischer Einordnung dominiert eine kontrollierte Selbstdarstellung, die mehr inszeniert wirkt, als dass sie etwas hinterfragt.
Oscars & Himbeeren...
"The Bluff": Piraten ohne Wind in den Segeln
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
“Die Bleikinder” erzählt von einem Umwelt- und Medizinskandal im Polen der 1970er-Jahre, als eine Ärztin entdeckt, dass Kinder durch Industrieabfälle schwer vergiftet werden; “Man on the Run” blickt auf Paul McCartney nach dem Ende der “Beatles” und zeigt, wie er mit seiner Band “Wings” eine zweite Karriere aufbaut; “The Pitt” begleitet eine Gruppe Ärztinnen und Ärzte durch eine gnadenlose Schicht in einer überlasteten Notaufnahme; “The Bluff” dagegen ist ein erstaunlich inspirationsloses Abenteuer: trotz großer Kulisse bleibt der Film spannungsarm, die Figuren bleiben blass und vieles fühlt sich nach müder Genre-Routine an.
Os...
"Famous Last Words": Eric Danes letzte Offenheit
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Vier Titel zwischen Abschied, Beziehungsökonomie und Sommergrusel: “Famous Last Words” zeigt Eric Dane in einem Gespräch, das durch seine Offenheit und Verletzlichkeit berührt - ein starkes Konzept, das emotional trifft, stellenweise jedoch spürbar auf Wirkung hin inszeniert ist; “Was ist Liebe wert - Materialists” seziert moderne Partnersuche mit kühler Präzision und lebt von der kontrollierten Zurückhaltung von Dakota Johnson; auch “Daddio” setzt ganz auf Johnsons Präsenz in einem dialoggetriebenen Kammerspiel - reduziert, intensiv und zum Glück nicht immer bequem; “Monster Summer” hingegen bleibt trotz Retro-Versprechen e...
Spionage, Zeitdiagnose und Schachbrett
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Drei aktuelle Netflix-Titel zwischen Spionage, Zeitdiagnose und Schachbrett: "Unfamiliar" inszeniert deutsche Agenten-Düsternis mit viel Atmosphäre und politischem Anspruch, wirkt dabei jedoch stellenweise spürbar konstruiert und dramaturgisch etwas zu kalkuliert; "Breakdown: 1975" von Morgan Neville analysiert klug den kulturellen und politischen Ausnahmezustand der USA nach Vietnam und Watergate und zeichnet ein dichtes Bild der “New Hollywood”-Ära, bleibt dabei jedoch in entscheidenden Momenten eher an der Oberfläche; "Queen of Chess" von Rory Kennedy porträtiert Judit Polgár und ihre legendären Duelle mit Garry Kasparov als faszinierende Charakterstudie - spannend i...
Dave Bautista: Zwischen Anspruch und Einfältigkeit
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Drei aktuelle Filme mit Dave Bautista. “The Wrecking Crew” setzt auf kalkulierte Buddy-Action, vertraute Schlagabtausche und viel Routine - wirkt dabei jedoch erstaunlich spannungsarm und moralisch fragwürdig; “Trap House” will düstere Relevanz markieren, bleibt aber tonal unausgegoren und erzählerisch erstaunlich einfältig; “Afterburn” entfaltet immerhin eine visuell reizvolle Endzeitwelt und lässt atmosphärisch Potenzial erkennen, auch wenn Originalität hier kein großes Thema ist.
Dave Bautista bringt wie immer Präsenz und Ernsthaftigkeit mit - doch die Projekte selbst wirken deutlich weniger ambitioniert als ihr Hauptdarsteller.
<..."Wonder Man" ist Marvel in Hochform
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Die MCU-Serie “Wonder Man” überzeugt mit Tempo, pointiertem Humor und einer wohltuend selbstironischen Superhelden-Erzählung; “The Beast in Me” setzt auf psychologische Tiefe, innere Konflikte und eine konsequent düstere Tonlage; und “John Candy: Ich mag mich” zeichnet ein sensibles, respektvolles Porträt eines Ausnahmekünstlers – nahbar und ohne falsche Nostalgie.
Wie immer: schonungslos auf den Punkt gebracht.Hört rein!
Wenn euch der Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Lasst gern ein Abo da.
Und wen...
Verbrechen, Ritter und korrupte Polizisten
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:
Die Crime-Serie “Steal” überzeugt mit Tempo, Stil und einem klaren Gespür für Spannung; “A Knight of the Seven Kingdoms” punktet mit ruhiger Erzählweise, starken Figuren und einer angenehm entschleunigten Rückkehr nach Westeros; “The Rip” setzt auf Atmosphäre, Härte und eine schnörkellose Inszenierung; und die Spionage-Serie “Ponies” bringt Charme, Tempo und Unterhaltung - leichtfüßig, modern und absolut sehenswert.
Wie immer: ungeschönt und auf den Punkt gebracht.Hört rein!
Wenn euch der Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weite...