Handelsblatt Disrupt - Der Podcast über die Zukunft der Wirtschaft
Bei Handelsblatt Disrupt diskutiert Technologiereporterin Larissa Holzki über Technologien, die die Wirtschaft verändern – und fragt führende Köpfe, wie sie den Wandel gestalten. Jeden Freitag neu. Handelsblatt Disrupt finden Sie auf allen relevanten Podcast-Plattformen - und natürlich auf der Handelsblatt-Website.
Amboss-Gründer Weiss: Ärzte wären mit KI besser – aber hören nicht auf sie
Alle 73 Tage verdoppelt sich das medizinische Wissen. Selbst der fleißigste Arzt und die eifrigste Ärztin sind also nicht in der Lage, dauerhaft up-to-date zu bleiben. Das sagt Sievert Weiss, selbst studierter Mediziner und Mitgründer von Amboss.
Für den Unternehmer ist klar: Die Vorstellung, vom „Halbgott in Weiß“, der zu allem eine Antwort hat, ist spätestens jetzt veraltet. Ärzte können und müssen auf KI setzen. Das Problem: „Ärzte verwerfen viele Empfehlungen von KI“, sagt Weiss – und zwar auch, wenn sie richtig sind.
In dieser Folge von Handelsblatt Disrupt hat Podcast-Host Larissa Holzki mit S...
PhysicsX-Chef Jacomo Corbo: „Es geht darum, Ingenieuren Superkräfte zu geben“
Triebwerke, Flugzeugflügel, Gasturbinen: Um solche Bauteile zu designen, müssen Ingenieure heute komplizierte Gleichungen lösen. Damit berechnen sie, wie später im Betrieb Hitze, Strömung und Belastung wirken.
Das Start-up PhysicsX aus London sagt die Physik jetzt stattdessen mit KI voraus – und das laut Gründer und CEO Jacomo Corbo je nach Anwendung bis zu eine Million Mal schneller. Investoren bewerten sein Unternehmen mit 2,4 Milliarden Dollar.
Corbo war zuvor Chefstratege im Formel-1-Team von Renault, als Fernando Alonso Weltmeister wurde. Und er hat Quantumblack gegründet, die heutige KI-Sparte von McKinsey. Für die Folg...
Verschmelzung von Mensch und KI: „Unser Traum ist vielleicht sogar größer als der von Musk“
Hirn-Computer-Schnittstellen, auch Brain-Computer-Interfaces (BCI) genannt, zählen zu den spannendsten und vielleicht auch gruseligsten Technologien unserer Zeit. Elon Musk und OpenAI-Chef Sam Altman träumen davon, Menschen mit Künstlicher Intelligenz zu verschmelzen. Musk will mit seinem Unternehmen Neuralink Chips in Gehirne einsetzen, um Gedanken zu speichern und wieder abzuspielen. Altman meint, nur mit computergestützten Gehirnen hätten Menschen im Wettbewerb mit Superintelligenzen langfristig eine Chance.
Die Technologie ist längst mehr als Science-Fiction. Sie hilft Parkinson-Patienten, zitternde Hände zu kontrollieren, und ermöglicht Gelähmten, wieder zu kommunizieren. Auch in Europa wird das Feld massiv vo...
Ikeas Chief Digital Officer: Wo Indien uns in Europa bei KI schon voraus ist
Parag Parekh hat seine Karriere in Indien gestartet – in einer Zeit, als sich das Land als IT-Servicezentrum der Welt etabliert hat. Heute verantwortet er bei der Ingka Group die Digitalisierung und KI-Transformation des größten Ikea-Händlers in 30 Ländern.
Handelsblatt-Journalistin Larissa Holzki hat den Manager bei einer KI-Konferenz in Amsterdam getroffen und mit ihm über Indien, Innovation und Ikea gesprochen. In diesem Podcast geht es darum, warum Parekhs Geburtsland Europa bei KI überholt, wie er Innovationen lokal testet und global ausrollt – und welche Auswirkungen KI auch auf die Rolle des Managements hat. Parekh sagt: „Vielleicht macht der Personalch...
KI-Pionier Yoshua Bengio über Doomsday-Szenarien, Experimente an der Menschheit und sichere KI
Yoshua Bengio zählt zu den Gründervätern der modernen KI. Seine Forschung zu Deep Learning hat die KI-Revolution erst möglich gemacht. Doch seit ein paar Jahren warnt Kanadas berühmtester KI-Forscher selbst vor dem, was er losgetreten hat.
KI, die außer Kontrolle gerät und Agenten, die sich gegen ihre Schöpfer wenden – Yoshua Bengio hält solche Doomsday-Szenarien für möglich. Und bis vor kurzem fanden viele in der KI-Szene das vor allem unterhaltsam. Jetzt aber sagen immer mehr Experten: Lasst uns solche Gefahren sehr, sehr ernst nehmen.
In der neue Folg...
Horrorszenario Europa 2031: Diese KI-Chefin glaubt, dass Europa erpressbar wird
Judith Dada zählt zu Deutschlands bekanntesten Start-up-Köpfen. Nach Karrierestart bei Facebook und jahrelanger Investmenterfahrung ist sie gerade in ihre neue Rolle als Co-Chefin bei Langdock gestartet – einem der am schnellsten wachsenden Start-ups für Künstliche Intelligenz in Deutschland.
Die neue Langdock-Chefin kennt sich also aus mit KI. Sogar die Bundesregierung hat sich zur Kabinettsklausur zuletzt von ihr beraten lassen. Und was sie zu sagen hat, ist alarmierend: Mit „Europa 2031“ hat sie zusammen mit einer Gruppe von KI-Experten ein Szenario entwickelt, das für den Kontinent einen dramatischen Bedeutungsverlust aufzeigt, wenn wir die KI-Revolution verpassen.
In di...
Wie viel Angst sollten wir vor KI-Angriffen haben, Dan Lahav?
KI-Modelle, die immer besser im Hacking werden. Agenten, die aus ihren Testumgebungen entwischen. Und jetzt ein Anthropic-Forscher, der kündigt und sagt, die KI-Firmen spielten mit unseren Leben. Zahlreiche Ereignisse haben die Debatte um die Risiken von KI zuletzt enorm angeheizt.
Dramatische Konsequenzen hatten die Vorfälle bisher nicht. Sie werden laut Experten aber rasant wahrscheinlicher. Dan Lahav sagt: „Man sieht die Entwicklung und merkt: Oh Gott, das ist exponentiell“. Der Unternehmer aus Israel hat Einblicke wie wenig andere: Mit seiner Firma Irregular testet er für Firmen wie OpenAI, Anthropic und Meta die Risiken von KI-Systemen, bevor s...
Automatisieren Sie den Buchhalter, Ante Spittler?
Ante Spittler weiß, wie es ist, wenn neue Technologien das eigene Geschäftsmodell gefährden. Gerade wurde sein Finanztechnologie-Start-up Moss von Investoren mit einer Milliarde Euro bewertet. Es gab aber auch Phasen, da hat er sich fast täglich gefragt, ob die KI-Welle seine Firma wegschwemmt.
Wie Spittler und Moss geht es vielen Unternehmen. Bei Technologieanbietern und ihren Investoren hält sich sogar die Sorge vor einer „SaaSpokalypse“: Der Begriff beschreibt die Angst, dass Software-as-a-Service-Anbieter zugrunde gehen, weil sich künftig jedes Unternehmen leicht seine eigene IT-Infrastruktur programmieren könnte.
Bei der Handelsblatt-Konferenz AI in Banking hat...
Warum sind Videos die Sprache der Zukunft, Victor Riparbelli?
Die Londoner Firma Synthesia will mit ihrer Technologie verändern, wie Unternehmen ihr Wissen weitergeben. Schon heute erstellen Konzerne wie SAP und Merck mit der KI des Start-ups Schulungsvideos und digitale Klone – die künftig auch interaktiv mit Mitarbeitenden reden sollen.
Ein Großteil des Unternehmenswissens steckt heute in Texten, die laut Synthesia-Chef Victor Riparbelli kaum jemand liest. Er hält KI-Videos für den besseren Weg, um Wissen zugänglich zu machen – und sieht seine Technologie schon als Nachfolger von Powerpoint. Er sagt: „Bald wird jeder interaktive Agenten bauen.“
Podcast-Host Larissa Holzki diskutiert in dieser Folge v...
Was will SAP mit Ihrem Start-up, Noah Hollmann?
Mehr als eine Milliarde Euro hat SAP auf den Tisch gelegt, um diese Firma zu kaufen und weiter zu finanzieren: Prior Labs, ein zwei Jahre altes Start-up aus Freiburg, das bisher außerhalb von Expertenkreisen kaum jemand kennt.
Warum das wichtig ist? Prior Labs zählt zur Weltspitze bei Künstlicher Intelligenz (KI), die tabellarische Daten verarbeiten kann. Dazu muss man wissen: Die allermeisten Daten in Unternehmen liegen in Tabellen vor. Und dieser Datenschatz war von der KI-Revolution bisher fast unberührt.
In dieser Folge von Handelsblatt Disrupt spricht Larissa Holzki mit Prior-Labs-Mitgründer und -Tech...
HVV-Chefin Korbutt über Angst vor Leistungsdruck, Technikskepsis und Transformation im Nahverkehr
Hörtipp: Das Interview mit OpenAI-Chef Sam Altman bei Handelsblatt Today
Der Hamburger Verkehrsverbund HVV arbeitet an einem Sprachassistenten, der Verbindungen sucht, Tickets bucht und Abfahrtzeiten nennt – eine Art Siri oder Alexa für den Nahverkehr.
Warum das wichtig ist? Öffentliche Unternehmen stehen selten im Verdacht, besonders innovativ zu sein. Beim HVV ist das anders: Für Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt gilt bei Transformation und Technikskepsis: „geht nicht, gibt's nicht". Und sie sagt: „Ich frage meinen Aufsichtsrat nicht mehr. Ich mache einfach.“
Im munteren Podcast-Gespräch mit Larissa Holzki findet die Managerin und ehemalige P...
Haben Arbeitnehmer zurecht Angst vor KI, Euan Blair?
„Wer sagt, wir brauchen uns um Jobverluste durch KI keine Sorgen machen, ist naiv“, sagt Euan Blair. Der Gründer von Multiverse, einem der wertvollsten europäischen Unternehmen für Weiterbildung, spricht an, wovor viel Menschen Angst haben.
Die Chefs großer KI-Unternehmen warnen immer wieder vor einer Job-Apokalypse. Vorstände aber haben keine Wahl: Wer die Zukunft seiner Firma sichern will, muss neue Technologien einsetzen und seinen Leuten Mut machen, dass sie in Zukunft noch gebraucht werden. Auch, wenn Sorgen berechtigt sind.
Euan Blair blickt nicht nur als Unternehmer auf diese Herausforderungen: Als Sohn des frühe...
Wie viele Menschen braucht man noch in einer Fabrik voller Roboter, Artem Sokolov?
Humanoid aus Großbritannien ist das nächste Robotik-Einhorn aus Europa. Nach einer neuen Finanzierungsrunde wird die Firma von Gründer und CEO Artem Sokolov mit 1,35 Milliarden Dollar bewertet – und das bereits zwei Jahre nach der Gründung.
Die Robotikbranche erfährt gerade einen gewaltigen Auftrieb: Laut dem Datenanbieter Dealbook sind dieses Jahr schon etwa neun Milliarden Dollar allein in die menschenähnlichen „Humanoiden“ geflossen. Im ganzen Jahr 2025 waren es weniger als fünf Milliarden Dollar. Und bei Unternehmen wie Schaeffler, Bosch und Siemens werden Roboter von Humanoid bereits getestet.
Für diese Folge von Handelsblatt D...
Robin Rombach über Robotergehirne, verhandeln mit Musk und Frust über die deutsche Selbstaufgabe
Black Forest Labs (BFL) ist eines der wertvollsten KI-Start-ups in Deutschland. Der Bildgenerator der Freiburger Firma erzeugt fast fotorealistische Bilder. Damit ist das Team um CEO Robin Rombach auf dem Gebiet einer der stärksten Konkurrenten von Google.
Warum das wichtig ist? Für BFL ist das nur der erste Schritt zu einer „visuellen Intelligenz“, die die Welt wirklich versteht. Was das heißen soll, zeigt ein ganz neues Modell, das die Firma gerade vorgestellt hat: Es soll wie ein Robotergehirn funktionieren. Damit lernen die Maschinen sozusagen sehen - und autonom auf ihre Umwelt zu reagieren.
Kurz...
Wird Programmieren zum Management-Job, Thomas Dohmke?
In der Entwicklerszene ist Thomas Dohmke ein Super-Promi: Fast vier Jahre lang war er Chef von Github – der größten und wichtigsten Plattform für Entwickler im Internet. Doch vor knapp einem Jahr hat er die Microsoft-Tochter verlassen, um mit einem eigenen Start-up von vorn anzufangen.
Warum das wichtig ist? Github ist der zentrale Ort im Internet, an dem Entwickler ihre Projekte speichern und bearbeiten. Und das sehen manche zunehmend als Risiko: Einerseits haben immer mehr Unternehmen Bedenken, ihre Daten in den USA zu speichern. Andererseits kommt Github offenbar kaum damit zurecht, dass neben den Entwicklern jetzt noch...
Ist Ihre Erfindungsmaschine die letzte Erfindung der Menschheit, Tim Rocktäschel?
Die Firma von Tim Rocktäschel zählt zu den spannendsten Neugründungen des Jahres: Mit Recursive Superintelligence will der Professor für Künstliche Intelligenz am University College London KI entwickeln, die sich selbst verbessert. Sein Mitgründer: der ehemalige Chefwissenschaftler von Salesforce, Richard Socher. Seine Investoren: Prominente Wagniskapitalgeber, die direkt zum Start rund 560 Millionen Euro investiert haben. Bewertung: mehr als vier Milliarden Euro.
Rocktäschel sagt: „Wir nutzen KI, um bessere KI zu bauen.“ Das könnte erst die KI-Wissenschaft vorantreiben – und dann womöglich die Forschung in Biologie, Medizin und Materialwissenschaften fundamental verändern. In dieser Folge...
Löst KI bald die Probleme, die Sie bei Tesla lösen mussten, Steven Gao?
Steven Gao war einer der ersten Tesla-Ingenieure in China. Er hat in Shanghai für Elon Musk die Batterieproduktion aufgebaut. Dabei musste er oft unter großem Zeitdruck komplexe Probleme für den reichsten Mann der Welt lösen.
Warum das wichtig ist? Mit seiner Firma IndustrialMind entwickelt Steven Gao heute KI-Systeme, die viele Aufgaben von Ingenieuren übernehmen können. Er weiß, wie groß die Herausforderungen sind. Trotzdem sagt er: „Bei dem aktuellen Entwicklungstempo sehe ich keine Chance, dass Menschen die KI auf lange Sicht schlagen können.“
In dieser Folge von Handelsblatt Disrupt spricht Podcast-Host...
Treffen KI-Agenten bald die Entscheidungen von CEOs, Bianca Anghelina?
Bianca Anghelina entwickelt KI-Systeme, die Führungskräfte bei wichtigen Entscheidungen unterstützen sollen. Mit ihrem Münchener Start-up Aily Labs baut sie sogenannte Super-Agenten, die CEOs heute schon Vorschläge machen – und künftig vielleicht selbst Entscheidungen treffen könnten.
Der Alltag von Führungskräften wird immer komplexer. KI-Agenten sollen dabei helfen, Kosten zu kontrollieren, Investitionen besser zu steuern und Probleme zu erkennen, bevor sie entstehen. Anghelina sagt: „Ich arbeite darauf hin, dass die KI mich als CEO ablösen kann.“
In dieser Folge von Handelsblatt Disrupt spricht Podcast-Host Larissa Holzki mit der Unternehmerin da...
Handelsblatt TECH Show: Erlebt die Robotik ihren ChatGPT-Moment?
Roboter sind plötzlich überall. Auf Technologiekonferenzen tanzen humanoide Maschinen Breakdance, in China laufen sie Halbmarathons und in deutschen Städten liefern autonome Fahrzeuge bereits Pakete aus. Warum das wichtig ist: Solche spektakulären Pilotdemonstrationen machen Eindruck. Wirklich produktionsreif ist die nächste Generation von Robotern allerdings noch nicht. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzuschauen. Denn wenn die Technologie hält, was diese Ausblicke versprechen, könnte sie grundlegend verändern, wie wir leben und arbeiten.
Genau darum geht es in dieser Folge von Handelsblatt Disrupt. Zum zweiten Mal präsentiert Podcast-Host Larissa Holzki zusammen mit Investor Andre Ret...
Warum könnte Medizin bald funktionieren wie ein Programmierbefehl, Jakob Uszkoreit?
Inceptive aus Berlin gehört zu den spannendsten Biotech-Start-ups Deutschlands. Das Unternehmen arbeitet an sogenannter „biologischer Software“ – einer neuen Generation von Medikamenten, die ähnlich funktionieren könnten wie ein Programmierbefehl.
Was seine Arbeit so relevant macht? Das Grundprinzip ist von den mRNA-Impfstoffen aus der Coronapandemie bekannt. Sie liefern dem Körper Anweisungen, wie er auf bestimmte Krankheitserreger reagieren soll. Der Gründer und CEO von Inceptive, Jakob Uszkoreit, hofft, Medikamente entwickeln zu können, „die sich wie Software anfühlen.“
In der KI-Szene lassen seine Aussagen aufhorchen: Denn Uszkoreit zählt zu den einflussreichsten Forschern der vergangenen ze...
Gibt es für Europa und Kanada noch eine Chance auf Unabhängigkeit, Aidan Gomez?
Dieser Deal hat vor kurzem für Schlagzeilen gesorgt: Die kanadische KI-Firma Cohere übernimmt Aleph Alpha aus Heidelberg. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat sich persönlich dafür eingesetzt. Warum das wichtig ist? Für Kanada sind Abhängigkeiten von den USA mindestens so bedrohlich wie für Europa. Deshalb sieht Wildberger großes Potenzial für Kooperation. Und bei der TECH – der großen Handelsblattkonferenz für die Zukunft der Wirtschaft – hat der Minister an diesem Montag nochmal betont: Er sieht in der Verbindung das Potenzial für einen transatlantischen KI-Champion. Schon am Tag zuvor war Cohere-Chef Aidan Gomez selbst auf der T...
Wie plant man für eine unvorhersehbare Zukunft, Sofie Hvitved?
KI entwickelt sich schneller als Unternehmen planen können. Geopolitische Spannungen können binnen Tagen zu echten Konflikten werden. Und was der US-Präsident morgens ankündigt, kann am Abend überholt sein.
Für Führungskräfte wird es immer schwieriger, langfristige Entscheidungen zu treffen. Geschäftsmodelle geraten unter Druck, wirtschaftliche Abhängigkeiten werden bedrohlich – und viele stellen sich die Frage, ob wir in Europa unser Schicksal noch selbst in der Hand haben.
In dieser Folge von Handelsblatt Disrupt spricht Podcast-Host Larissa Holzki mit Sofie Hvitved. Die Futuristin vom Copenhagen Institute for Futures Studies berät Unternehmen...
Ist Langdock die meistunterschätzte KI-Firma, Lennard Schmidt?
Das Berliner KI-Start-up Langdock hat eine Plattform gebaut, die alles in einem bietet: verschiedene KI-Modelle, einen Baukasten für KI-Agenten und die Möglichkeit, ganze Prozesse zu automatisieren.
Warum das wichtig ist? Aufmerksamkeit für KI-Start-ups entsteht oft erst dann, wenn große Investoren einsteigen. Wenn Fonds wie Andreessen Horowitz oder Atomico Millionen investieren, wenn von Milliardenbewertungen die Rede ist – dann gilt ein Unternehmen schnell als nächstes großes Ding.
Bei Langdock läuft es anders. Das Unternehmen hat vor zwei Jahren drei Millionen Dollar aufgenommen – und braucht seitdem kein Kapital mehr. Mit knapp 40 Mitarbeiter...
Können auch unsere Fabriken bald das Licht abschalten, Arungalai Anbarasu?
„Dark Factories“ sind Fabriken, in denen kein Licht mehr gebraucht wird – weil dort keine Menschen mehr arbeiten, sondern nur noch Roboter. Was für viele noch futuristisch klingt, ist in China teilweise schon Realität. Podcast-Gast Arungalai Anbarasu sagt: Ob wir solche Fabriken bald auch in Deutschland sehen, ist weniger eine Frage der Technologie. Entscheidend wird sein, wie lange Unternehmen noch genügend Menschen für die Arbeit finden – und wie teuer oder günstig Roboter künftig werden. „Am Ende geht es um Kosten und Kapitalrendite“, sagt die Managerin. „Lohnt es sich mehr, einen humanoiden Roboter einzusetzen – oder einen Menschen?“
<...Wie berechnet Linde die Rendite von KI, Dexin Luo?
Wenn Kohlensäure in Cola kommt oder Raketenunternehmen vor einem Start ihre Systeme unter Druck testen, dann spielt oft Industriegas eine Rolle. Häufig stammt es von Linde, dem gemessen am Umsatz größten Industriegasekonzern der Welt. Das Unternehmen wurde im 19. Jahrhundert in München gegründet.
Linde steht für eine Industrie, die auf einem sehr alten Geschäft basiert – und gleichzeitig massiv auf neue Technologien setzt. Dabei geht es einerseits um die Effizienz in Fabriken. Schon kleine Verbesserungen durch Datenanalyse und KI können enorme Auswirkungen haben. Andererseits verändert KI auch die Arbeit in den Büros. U...
Kann ein Start-up zu viel Geld haben, Hanno Renner?
Die Münchener Firma Personio gilt als eines der wertvollsten Start-ups in Deutschland. Mit Software für Personalabteilungen hat das Unternehmen 2022 eine Bewertung von 8,5 Milliarden Dollar erreicht.
Warum das wichtig ist: Personio zählt zu denjenigen Start-ups, die vom Boom der Coronazeit profitiert haben. Damals haben Jungunternehmen in Deutschland Bewertungen erzielt, die vorher unerreichbar schienen. Eine ganze Reihe von Milliardenfirmen entstand – doch inzwischen sind viele dieser sogenannten Einhörner an den hohen Erwartungen gescheitert.
Bei Personio ist der Ausgang noch offen. CEO Hanno Renner musste in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Stellen abbauen. Nun meldet das Un...
Was steckt hinter dem Hype um World Models, Matthias Nießner?
KI-Modelle, die die Welt verstehen und nachbilden können – das ist die Idee hinter sogenannten World Models, die weltweit Forschende, Gründerinnen und Investoren fasziniert. Mit Fei-Fei Li und Yann LeCun arbeiten zwei der bekanntesten KI-Wissenschaftler an genau solchen Ansätzen. Warum das wichtig ist: Weltmodelle können aus zweidimensionalen Daten ein komplettes 3-D-Modell erzeugen. Sie schaffen virtuelle Welten für Games oder Filme – und könnten künftig als eine Art „Gehirn“ für Roboter dienen, damit sich autonome Systeme selbstständig in ihrer Umgebung bewegen. Das Potenzial ist enorm.
Podcast-Host Larissa Holzki spricht in dieser Folge von Handelsb...
Wie verändern Roboter den Krieg, Marc Wietfeld?
Zu Beginn des Ukrainekriegs war die Frontlinie so breit wie die Reichweite eines Gewehrs. Soldaten mussten sich auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen, um zu schießen. Heute treffen bewaffnete Drohnen Ziele aus bis zu 20 Kilometern Entfernung. Entscheidungen fallen nicht mehr im Schützengraben, sondern in geschützten Kommandozentren.
Warum das wichtig ist? Wer versteht, wie sich die Frontlinie verändert hat, versteht auch den Wandel des Krieges. Soldatinnen und Soldaten müssen anders ausgebildet werden. Streitkräfte brauchen neue Waffensysteme. Und auch auf die Industrie kommen völlig neue Anforderungen zu.
Larissa Holzki spricht in dieser F...
Warum ist Saltos schlagen für Roboter einfacher als Kisten tragen, Roman Hölzl?
Roboter schlagen Saltos, putzen Küchen – und sollen bald auch am Fließband arbeiten. Die Fortschritte in der Robotik sind rasant, und sie könnten helfen, ein wachsendes Problem zu lösen: den Fachkräftemangel in einer alternden Gesellschaft. Handelsblatt-Disrupt-Host Larissa Holzki spricht mit Roman Hölzl, Mitgründer und CEO des Münchener Robotik-Unternehmens Robco, darüber, warum Maschinen heute deutlich schneller lernen – und welche Aufgaben sie künftig übernehmen können.
Besonders in der Industrie wächst der Druck. Viele Beschäftigte sind älter als 50, Nachwuchs fehlt. Gleichzeitig lassen sich bisher nur wenige körperliche Tätigkeiten automati...
Wie hilft KI, wenn der Tanker in der Straße von Hormus festhängt, Ilse Henne?
Die Eskalation im Nahen Osten trifft den Welthandel hart: Weil der Iran die Straße von Hormus blockiert, kommen zentrale Rohstoffe nicht mehr ans Ziel. Handelsblatt-Disrupt-Host Larissa Holzki spricht mit Thyssenkrupp-Managerin Ilse Henne, CEO von Thyssenkrupp Materials Services, über die Folgen für die Industrie – und wie ihr Unternehmen diese mit KI und Digitalisierung abfedern will.
Besonders Branchen wie Chipindustrie, Medizintechnik sowie Pharma- und Chemiekonzerne stehen unter Druck. Fehlen Öl, Helium oder Ammoniak, gerät im schlimmsten Fall deren gesamte Produktion ins Stocken. Besonders gefährdet sind Unternehmen, deren Lieferketten stark auf Effizienz und wenig auf Krisenfestigkeit ausgelegt...
Was soll das mit dem Hummer an der Wall Street, Maik Wehmeyer?
An der Wall Street ist vor einigen Tagen ein Hummer aufgetaucht. Plötzlich stand er da: eine metergroße Statue mit wütendem Blick – Auge in Auge mit dem berühmten Bronze-Bullen. Sofort war klar: Da hat jemand eine Botschaft an die Finanzwelt.
Warum das wichtig ist? Der Hummer steht symbolisch für Open Claw, das Protokoll für KI-Agenten, mit dem der Österreicher Peter Steinberger einen Mega-Hype ausgelöst hat. Man kann damit KI-Modelle und Programme verknüpfen und Aufgaben automatisch durchführen. Das Problem: Das Ganze hat noch riesige Sicherheitslücken.
Wer hinter der Hummer-Numme...
Wie viele Fehler darf eine KI an der Hotline machen? Barmenia-Gothaer-COO Sylvia Eichelberg im Interview
Mehr als eine Million Anrufe gehen jedes Jahr bei der Versicherung Barmenia Gothaer ein. Die Anrufer wollen wissen, wer nach dem Steinschlag die neue Windschutzscheibe zahlt. Ob eine Berufsunfähigkeit von ihrer Lebensversicherung abgedeckt ist. Oder sie wollen einfach ihre Adresse ändern.
Um all diese Anrufe zu beantworten, braucht Barmenia Gothaer heute 3000 Menschen im Kundenservice – in Hochzeiten sogar mehr. Und mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel wird das zum Problem: Allein bis 2030 scheidet bei Barmenia Gothaer nämlich ein Drittel der Belegschaft altersbedingt aus. Die Lösung verspricht sich die Versicherung von Künstlicher Intelligenz.
Wie da...
Wie verändert „Relationship Intelligence“ das Investmentgeschäft, Ties Boukema?
Ties Boukema ist Head of Data, Tech & AI bei dem Londoner Wagniskapitalgeber Dawn Capital und hat eine Software entwickelt, welche die persönlichen Kontakte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Firma nutzbar macht und das Netzwerk der Firma strategisch erweitern kann.
Warum das wichtig ist? Schnell und vor allem früher Zugang zu vielversprechenden Gründerinnen und Gründern zu bekommen – das ist für Venture-Capital-Investoren besonders wichtig, um sich Beteiligungen an Start-ups zu sichern, bevor die Konkurrenz einsteigt. „Relationship intelligence“ nennt man diese digitale Nutzung von Kontakten. „Mit unserem Ansatz unterscheiden wir uns von allen Wettbewerbern...
Wie finden Familienunternehmen ihre wertvollsten Daten, Claudia Pohlink?
Paletten, Pakete, Reifen, Transporter: All das sieht man, wenn man ein Lager von Fiege Logistik betritt – ein Familienunternehmen aus dem Münsterland von 1873. Was Claudia Pohlink dahinter sieht: Nullen und Einsen. Als Chief Data Officer und Director Data & AI ist sie bei Fiege dafür zuständig, das Erfahrungswissen der Fachkräfte zu digitalisieren und das Unternehmen stärker datengetrieben zu steuern.
Warum das wichtig ist? Bei vielen traditionellen Firmen gibt es die gleichen Herausforderungen wie bei Fiege: Erfahrene Fachkräfte, die seit Jahrzehnten ein Gespür dafür entwickelt haben, wie viele Mitarbeiter wann gebraucht werden, gehen bald...
KI für Juristen: Gibt es einen Second-Mover-Vorteil, Max Junestrand?
Das schwedische Start-up Legora disruptiert die Arbeit von Juristen – und könnte bald mehr als fünf Milliarden Dollar wert sein. Das jedenfalls berichtet das Wirtschaftsmagazin Forbes mit Verweis auf Insider: Demnach verhandelt CEO und Mitgründer Max Junestrand mit Investoren über eine neue Finanzierungsrunde. Die soll Legora 400 Millionen Dollar einbringen soll – und schon wieder eine höhere Bewertung. Mit 1,8 Milliarden Dollar – also etwa anderthalb Milliarden Euro – ist die Firma jetzt schon bewertet. Dabei ist sie nicht einmal drei Jahre alt.
Warum das wichtig ist? Max Junestrand ist mit seinem sogenannten Legal-Tech so etwas wie ein Poster-Child der KI-Revolu...
Wie entlarvt man mit Tiktok-Software Verbrecher, Dirk Labudde?
Dirk Labudde ist Professor an der Hochschule in Mittweida und hat schon spektakuläre Kriminalfälle mitaufgeklärt. Er ist nämlich Digital-Forensiker und forscht und lehrt dazu, wie sich aus digitalen Spuren ein Tathergang rekonstruieren lässt. Mit kriminalistischem Denken und neuen Technologien hat er schon Tatverdächtige überführt und entlastet, deren Schuld beziehungsweise Unschuld mit herkömmlichen Mitteln nicht zu beweisen war. Warum das wichtig ist – auch im Kontext von Unternehmen? Digitale Forensiker, wie, die, die Dirk Labudde ausbildet, arbeiten später oft bei der Polizei: Aber ihr Wissen und ihre Fähigkeiten werden auch für Unternehmen...
Wie ehrlich muss man mit Investoren sein, Malte Kosub?
Die Berliner Firma Parloa ist seit kurzem auf Platz zwei der wertvollsten deutschen KI-Start-ups. Die Firma entwickelt sogenannte Voice Agents – also virtuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Callcentern. Wer sich bei einem Sportfachgeschäft über schlecht verarbeitete Turnschuhe beschwert, könnte möglicherweise mit einem System von Parloa sprechen.
Um KI-Agenten gibt es einen riesigen Hype – und das hat einen Grund: Agenten funktionieren zunehmend autonom. Sie können damit immer mehr Aufgaben übernehmen, die vorher Menschen vorbehalten waren. Noch müssen Nutzer in der Zeit von KI-Werkzeugen wie ChatGPT dem Bot jeden Schritt erklären.
KI-Agenten hingegen fin...
Cyber-Unternehmer Ami Luttwak: Warum sehen Sie uns kurz vor dem Desaster?
Für Google soll es der größte Deal überhaupt werden: Für 32 Milliarden Dollar will der Technologiekonzern das israelischen Cyber-Start-up Wiz übernehmen. Für die Gründer wäre das ein Riesenerfolg. Sie haben sich vor mehr als 20 Jahren als Soldaten der israelischen Elite-Einheit 8200 kennengelernt, die zum Miltärnachrichtendienst des Landes gehört – und dürften jetzt gemeinsam Self-Made-Milliardäre werden. Ob es dazu kommt, ist aber noch ungewiss: Denn für den Deal braucht es die Zustimmung der Kartellhüter. In den USA gab es bereits grünes Licht. Die EU-Kommission prüft die Übernahme noch bis zum 10. Februar. War...
Wie OpenAI-COO Brad Lightcap KI in unseren Alltag bringen will
Brad Lightcap verantwortet das operative Geschäft, strategische Partnerschaften und den globalen Marktausbau von ChatGPT – und steht damit im Zentrum der Frage, wie OpenAI aus technologischer Führerschaft ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell formt.
Das Gespräch, das Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes beim Weltwirtschaftsforum in Davos geführt hat, findet in einer kritischen Phase statt: OpenAIs jüngste Modelle haben nicht alle überzeugt. Kritiker halten die Bewertung von 500 Milliarden Dollar für überzogen. Gleichzeitig strebt OpenAI an die Börse.
Lightcap versucht, die Zweifel auszuräumen, und erklärt, warum aus seiner Sicht viele Unternehmen noch keine Effi...
Kann Eon unsere kritische Infrastruktur schützen, Victoria Ossadnik?
Der Energieversorger Eon muss die Doppeltransformation schaffen: Erstens muss der Konzern den technologischen Wandel mit Künstlicher Intelligenz meistern. Zweitens zwingt die Klimaerwärmung zum grünen Umbau. Und gerade jetzt wird Eon zusammen mit der ganzen Energiebranche zum Ziel von hybriden Angriffen.
In Europa herrscht weiterhin Krieg. Und es ist ein Irrglaube, dass die Front nur durch die Ukraine verläuft. Auch in Deutschland gibt es Cyberattacken auf Behörden, Desinformationskampagnen gegen die Bevölkerung und Angriffe auf kritische Infrastruktur, die mehr oder weniger eindeutig aus Russland kommen. Für Unternehmen in Deutschland heißt das, dass sie...