Ernst August
Böhmen scheitert am Weißen Berg
Hybris bohemiae et Ira imperatoris
Es geht um die Schlacht am Weißen Berg vom 8. November 1620, die als ein erster entscheidender Wendepunkt zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges gilt. Wir beschreiben den militärischen Zusammenstoß zwischen dem Heer der böhmischen Stände unter dem kurzzeitigen König Friedrich V. und den Truppen der katholischen Liga sowie des Kaisers. Ein zentraler Aspekt ist der politische und religiöse Hintergrund des Konflikts, insbesondere der Prager Fenstersturz und das Bestreben nach konfessioneller Freiheit gegen die habsburgische Autorität. Wir analysieren zudem die langfristigen Folgen der Niederlage, wie die gewaltsame Rekatholisierung, die Entmac...
Polyxena von Lobkowicz
Die erste Hürde, an der der böhmische Aufstand scheiterte
Die heutige Episode beleuchtet die detaillierte biografische Übersicht über das Leben von Polyxena von Lobkowicz, einer einflussreichen böhmischen Adligen der Frühen Neuzeit. Als Tochter des Hauses Pernstein und spätere Stammmutter der Linie Lobkowicz spielte sie eine zentrale Rolle in der Politik und Gesellschaft ihrer Zeit. Der Text beleuchtet ihre katholische Überzeugung, durch die sie während des Böhmischen Ständeaufstands den Habsburgern zur Seite stand und verfolgten Beamten Schutz gewährte. Zudem wird ihr wirtschaftlicher Aufstieg zur Großgrundbesitzerin sowie ihr kulturelles Erbe thematisiert, darunter die...
Walter Graf Leslie
Der Mann der eiskalten Berechnung
Die Episode schildert das außergewöhnliche Leben von Walter Graf Leslie, einem schottischen Adligen, der im Dreißigjährigen Krieg als kaiserlicher Feldmarschall Karriere machte. Er zeichnete sich durch diplomatisches Geschick und militärische Standhaftigkeit aus, wobei seine Rolle bei der Ermordung Wallensteins im Jahr 1634 einen entscheidenden Wendepunkt darstellte. Wir beleuchten detailliert seinen Aufstieg am Wiener Hof, seine engen Verbindungen zu Persönlichkeiten wie Ottavio Piccolomini und seine zahlreichen diplomatischen Missionen in Europa. Trotz militärischer Rückschläge festigte Leslie seinen Einfluss durch strategische Loyalität und konvertierte schließlich zum Katholizismus. Sein Lebens...
Das Scharmützel
Das schnelle Spiel mit dem Feuer abseits großer Linien
Abseits der großen, starren Feldschlachten existierte eine hochdynamische Gefechtsform, die von den Soldaten maximales Geschick abverlangte: das Scharmützel. Im Gegensatz zu modernen, industrialisierten Kriegen war der Konflikt im 17. Jahrhundert oft durch ungeplante Scharmützel und die ständige Bewegung kleinerer Söldnergruppen geprägt. Der Eintritt in ein solches Gefecht, intensiv und kurz, war ebenso zufällig wie der Ausgang des Treffens. Ein Glücksspiel für alle Beteiligten. Typisch für das willentliche Herausfordern der Fortune des Soldaten.
Musik: Fatbunny/Epic Beat/Pixabay
1635. Ein Friedensvertrag öffnet die Tore zur Hölle
Man schrieb den 30. Mai 1635. Nach fast zwei Jahrzehnten des Schreckens legten die erschöpften deutschen Fürsten in Prag die Feder nieder. Endlich Frieden – so dachte man. Doch während die Tinte auf dem Pergament noch trocknete, wurden in Paris und Stockholm bereits die Klingen für die nächste, weitaus blutigere Phase geschliffen. Warum ein Abkommen, das den Krieg beenden sollte, ihn in Wahrheit erst unaufhaltbar machte, klären wir heute
Mord oder Missgeschick?
Mord, Versehen oder politische Provokation? Als Jacob Mair im August 1633 seine Waffe auf Prinz Ulrich von Dänemark richtete, löste er eine Krise aus, die Historiker bis heute beschäftigt. Warum feuerte Ottavio Piccolominis Leibschütze auf den königlichen Gast? War es Disziplinlosigkeit oder eiskaltes Kalkül?
Die Locke
Ein politisches Signal der Loyalität und Feindschaft Die Liebeslocke (Cadenette) – eine lange, abgesetzte Strähne auf der linken Seite – wurde nach 1620 zum politischen Erkennungszeichen der Anhänger Friedrichs V. von der Pfalz. Sie verband Minne-Verehrung der „Winterkönigin" Elisabeth Stuart mit protestantischem Treuebekenntnis und Widerstand gegen die katholische Habsburgermacht.
Anna Sophia und ihr rätselhafter Liebhaber
Die Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel trotzt allen Anfeindungen und bleibt sie selbst Anna Sophia von Brandenburg (1598–1659) behauptet sich in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Als Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel erlebt sie Krieg, Plünderungen und eine zerrüttete Ehe mit Friedrich Ulrich. Nach dessen Tod bewahrt sie Haltung und Würde – eine Fürstin, die in unsicheren Zeiten Standfestigkeit und politisches Gespür beweist, und der die Mächtigen Gehör schenken.
Wallensteins Weg
Krieg als Geschäftsmodell und seine Menschen
Start-Ups des 17. Jahrhundert Krieg als Geschäftsmodell lebt von jenen, die ihn betreiben: Söldnerführer, die Heere als Unternehmen führten, Waffenhändler, Kreditgeber und Marketender. Profit entsteht aus Plünderung, Kontributionen und verbrecherischen Konsortien. Die Leidtragenden bleiben Bauern, Soldatenfamilien und Zivilisten – Menschen, deren Existenz zur Ressource wird, während andere am organisierten Chaos reich werden.
Rapierklingenspiel
Anmerkungen zum Fechten mit italienischen und spanischen Rapier Gab es nur die höfisch-spanische Art zu fechten? Oder waren eventuell auch die Italiener durchaus fein und manche Spanier gewöhnlich in der Art, die Klinge zu führen? Ein Für und Wider.
Kampf, Intrigen und der kleine Krieg
Ein Ausblick Was ist Medings Aufgabe im Jahr nach Nördlingen? Wohin verschlägt es ihn und was sind seine neuen Aufgaben? In dieser Episode von 'Ernst-August' stellen die Hosts Richard und Emma den kommenden Band der Romanreihe um den barocken Reitmeister Ernst August von Meding vor, setzen die Bühne im Oberbayern des Jahres 1635 und geben einen Ausblick auf die zentralen Konflikte und Charaktere, die die Handlung während des Dreißigjährigen Krieges prägen werden. Besonders hervorzuheben ist die anschauliche Darstellung der Burg Burghausen als klaustrophobischer Mikrokosmos, die tiefgehende Analyse der psychologischen Dynamik zwischen Gefangenen und Bewachern sowie d...
Mars und Vanitas
Europa steuert auf eine der entscheidenden Schlachten des Dreißigjährigen Krieges zu: Nördlingen. Während Armeen aufeinandertreffen und politische Mächte ihre Spiele treiben, gerät der kaiserliche Feldreiter Ernst August von Meding in ein Netz aus Intrigen, Geheimnissen und einem rätselhaften Verbrechen. Zwischen Kriegswirren, Machtkämpfen und persönlichen Abgründen muss er eine Wahrheit ans Licht bringen, die für viele tödlich wäre.
Ohne Treu
Eger, Februar 1634: Während in der Stadt kaiserliche und wallensteinische Truppen auf engstem Raum aufeinandertreffen, wächst die Gewissheit, dass ein Verrat im Gange ist – und dass es ausgerechnet den gefallenen Generalissimus Wallenstein treffen soll. Feldreiter Ernst August Meding und Leutnant Jorge Alba geraten in eine tödliche Nacht aus Messerstichen in Festsaal und Burg, panischen Fluchten durch dunkle Gassen und einem verzweifelten Versuch, ihren Herzog in Sicherheit zu bringen. Zwischen irischen Söldnerregimentern, fanatischen Offizieren und einem Kloster, das zum letzten Zufluchtsort werden könnte, entscheidet sich die Frage, wem noch zu trauen ist – und wer längst sein „Ohne Treu“ u...
Der verlorene Haufen
Prag im Jahr 1633: General Holk leitet ein Tribunal gegen Offiziere, die in der blutigen Schlacht von Lützen ihre Pflicht vernachlässigt haben sollen. Doch unter den Angeklagten gibt es Zweifel an der Schuld – und nur ein einziger Zeuge könnte sie entlasten: Leutnant Haunsberger. Als bekannt wird, dass dieser in feindlicher Gefangenschaft sitzt, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit.
Der Eisenschimmel
Diese Episode bespricht den Roman und stellt seine Besonderheiten vor. November 1632. Der Dreißigjährige Krieg tobt. Die Lage spitzt sich zu zwischen dem Heer des Schwedenkönigs Gustav Adolf und den Truppen des Kaisers unter Wallenstein – und auf einem nebligen Hohlweg nahe Weißenfels entdeckt Reitmeister Meding einen toten Reiter auf einem kostbaren Schimmel. Ohne erkennbare Wunde, doch mit einem Zeichen, das nur Eingeweihte deuten können. Während um ihn herum Generäle, Emissäre und Spione ihre Fäden ziehen, beginnt Meding auf eigene Faust zu ermitteln – und stößt auf ein tödliches Spiel im Schatten großer Politik...