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10 Episodes
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By: Dr. Daniel Stelter

bto – beyond the obvious – ist die unabhängige Stimme zur Wirtschafts- und Finanzlage. Dr. Daniel Stelter und seine Gäste dikutieren die zentralen Fragen unserer Zeit, geben Orientierung und formulieren Handlungsempfehlungen, die über die Grenzen des politischen Opportunismus hinausgehen.

Die Wurzel der Deindustrialisierung Deutschlands
#383
Today at 5:08 AM

Die deutsche Wirtschaft ist zu einem späten Opfer des Reaktorunfalls von Tschernobyl geworden.

Vor 40 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich in Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl, einem der größten sowjetischen Kernkraftwerke, ein folgenschwerer Reaktorunfall. Die Katastrophe war das Ergebnis eines unzulässigen und nicht nur ungenügend vorbereiteten, sondern auch nicht genehmigten Experiments. Obwohl ein derartiges Unglück in Deutschland unmöglich war, führte es letztlich zum Komplett-Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie, zum Einstieg in die sogenannte Energiewende und zu einem signifikanten Anstieg der Stromkosten hierzulande, bei gleichzeitig zunehmender Importabhängigkeit vom Ausland. Damit ist die deutsche Wirtschaft Jahrzehnt...


#382: Französische Verhältnisse
#382
Last Wednesday at 4:30 AM


#381: Mehr Benchmarking für Deutschland
#381
04/18/2026

Warum Deutschland das Rad immer wieder neu erfindet – und was wir von Dänemark, Estland und der Schweiz lernen können

Seit Jahren liegt Estland bei der Digitalisierung des Staates vorne. Seit Jahren stellen die Esten regelmäßig ihre Technologie und Verfahren in Deutschland vor. Seit Jahren bieten die Esten ihre Software frei verfügbar an. Was zur Frage führt: Wieso übernehmen wir nicht eine solche etablierte und seit Jahren gut funktionierende Lösung?

Das Muster ist in allen Politikbereichen stets das gleiche: Ein Problem wird erkannt. Eine Kommission wird eingesetzt. Die Kommission bestätigt, was bereits die...


#380: Die echten Kosten der Dunkelflaute
#380
04/14/2026

Die Systemkosten der Energiewende sind gigantisch und die Versorgungslücke bei Dunkelflaute kaum überbrückbar.

Deutschland ignoriert die wahren Kosten der Energiewende. Die Systemkosten liegen bei über 36 Milliarden Euro jährlich und können auf 90 Milliarden steigen. Damit gibt es keine Aussicht auf günstigen Strom -- im Gegenteil. Ohne politischen Kurswechsel müssen wir uns auf noch höhere Strompreise einstellen. Für den Standort Deutschland ist das ein existenzgefährdendes Szenario.

Doch warum sind die Erneuerbaren Energien mit derart deutlich steigenden Systemkosten verbunden? Ein Grund sind die sogenannten „Dunkelflauten“-Zeiten ohne ausreichend Wind und Sonne zur Stromerzeug...


#379: Ökonomie kennt keine Schwerelosigkeit
#379
04/12/2026

Das All birgt gigantische Geschäftspotenziale und das Rennen um die besten Positionen im Weltraumkapitalismus ist längst eröffnet.

Am 6. April 2026 hat die Orion-Kapsel der Artemis-II-Mission den Mond umrundet -- der erste bemannte Mondflug seit über 50 Jahren. Vier Astronauten erreichten eine Rekorddistanz von 406.771 Kilometern von der Erde. Die Menschheit ist zurück im tiefen Weltraum. Doch das neue Weltraumrennen wird nicht von Staaten entschieden, sondern von Unternehmern.

Die globale Weltraumwirtschaft hat 2024 ein Volumen von 613 Milliarden Dollar erreicht. Bis 2035 könnten es 1,8 Billionen werden. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX allein verantwortet über 50 Prozent aller Raketenstarts weltweit. Europa? Gerade noch ei...


#378: Der Kapitalismus und sein Staat
#378
04/07/2026

Warum ein großer Staat nicht zwangsläufig auch ein starker Staat ist oder: der beständige Krieg des Staates gegen den Markt.

In der vorangegangenen Episode #377 „FLEXIBEL UND UNDOGMATISCH” sprachen wir mit dem Harvard-Historiker Prof. Dr. Sven Beckert über seine Tausend-Jahre-Geschichte des Kapitalismus. Ein geschätzter Hörer hat daraufhin per Zuschrift eine fundamentale Kritik formuliert: Beckert beschreibe in seinem Buch zwar die Geschichte, würde aber nicht verstehen, was Kapitalismus eigentlich ist.

Genau darüber hat Daniel Stelter in Folge #150 „STARKER STAAT” mit dem Frankfurter Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Werner Plumpe gesprochen. Die These: Der Kapitalismus braucht keinen g...


#377: Flexibel und undogmatisch
#377
04/04/2026

Wie das kapitalistische System seit 1000 Jahren Wohlstand schafft.

Weltweit kehrt der Staat zurück. Doch bedeutet das zugleich das Ende des kapitalistischen Wirtschaftssystems? Keineswegs. In seiner Tausend-Jahre-Geschichte des Kapitalismus zeigt der deutsche Harvard-Historiker Prof. Dr. Sven Beckert, dass solche Umbrüche zum Rhythmus des Systems gehören: Phasen institutioneller Stabilität -- die Nachkriegsordnung nach 1945, die neoliberale Ordnung nach 1975 -- werden durch Krisen abgelöst, aus denen eine neue Ordnung entsteht. Das Ende des Kapitalismus werde seit 200 Jahren vorhergesagt. Eingetreten sei es nie. Stattdessen habe sich das System als „enorm flexibel, enorm kreativ und enorm undogmatisch" erwiesen. Und so dürfte...


#376: Die mutlose Gesundheitskommission
#376
04/01/2026

Das Ergebnis der „FinanzKommission Gesundheit” sind 66 Empfehlungen und 42 Milliarden Euro Finanzwirkung – und trotzdem bleibt es bei halben Sachen.

Die FinanzKommission Gesundheit, berufen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), hat ihren ersten Bericht mit 66 Empfehlungen zur kurzfristigen Stabilisierung der GKV-Finanzen (Gesetzliche Krankenversicherung) vorgelegt. Aber fast die Hälfte der 42 Milliarden Euro Finanzwirkung sind gar keine echten Einsparungen, sondern Einnahmeerhöhungen und Kostenverschiebungen. Was Experten in bto-Interviews längst gefordert haben, wird hier nur teilweise umgesetzt. Wir vergleichen die Kommissionsvorschläge mit den Reformideen von Jens Baas (Techniker Krankenkasse, bto #282) sowie Boris Augurzky und Christian Karagiannidis (bto #297) -- und fragen: Reicht das? Oder müsst...


#375: Ohne Reformen wächst nur die Inflation
#375
03/29/2026

Die Gründe, warum staatliche Investitionen ohne Reformen in alternden Gesellschaften verpuffen und kein Wachstum schaffen.

500 Milliarden Euro Sondervermögen, steigende Verteidigungsausgaben, massive Infrastrukturinvestitionen -- Deutschland plant so viel auszugeben, wie selten zuvor. Unabhängig davon, ob das Geld tatsächlich zweckgerichtet investiert wird, steht die Frage: Reicht das für mehr Wachstum? Eine neue Studie des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zeigt, dass in alternden Gesellschaften mit strukturell engen Arbeitsmärkten staatliche Investitionen kontraproduktiv wirken können -- es sei denn, sie werden von Strukturreformen begleitet.

Daniel Stelter analysiert die demografischen Grenzen des deutschen Wachstums und erklärt...


#374: Wir haben kein Geld
#374
03/25/2026

Die wahre deutsche Staatsverschuldung legt die gigantische Dimension des Problems für die kommenden Generationen offen.

In der vorangegangenen Episode #373 „Die große Veruntreuung" hat der Ökonom Professor Lars Feld die expliziten Schulden Deutschlands analysiert: 851 Milliarden neue Schulden bis 2029, Schuldenquote auf 95 Prozent bis 2040. Doch das ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Die Generationenbilanz von Professor Bernd Raffelhüschen zeigt: Die wahre Staatsverschuldung liegt bei 15,4 Billionen Euro -- 374,6 Prozent des BIP. Davon sind 83 Prozent unsichtbar: ungedeckte Versprechen für Rente, Gesundheit und Pflege. Ein Gespräch über jene Zahlen, die die politisch Verantwortlichen nicht gern hören. Angesichts der „Schuldenwend...