Speziell anders
Willkommen bei „Speziell anders“ – dem Podcast, der sich auf besondere Weise mit dem Thema Asperger beschäftigt. In jeder Folge nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Welt des Autismus-Spektrums und beleuchten, was es bedeutet, mit dem Asperger-Syndrom zu leben. Wir sprechen vom Leben, von der Realität und möchten dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für die Vielfalt menschlicher Wahrnehmung zu fördern. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie neue Perspektiven im Leben mit Asperger.
Mission echte Welt: voller Erfolg!
Der Ausflug in die reale Welt war ein voller Erfolg – offenbar ist sie doch besser organisiert, als ihr Ruf vermuten lässt. Schon die andere Region präsentierte sich verdächtig ordentlich: überall kleine Geschäfte, gepflegte Ecken und eine Infrastruktur, die tatsächlich funktioniert. Busse fahren, Wege führen irgendwohin und man bekommt fast den Eindruck, hier hätte jemand einen Plan. Das eigentliche Highlight: Der Junior hat seinen Freund im echten Leben getroffen. Nicht per Bildschirm, nicht als kleines Bildchen mit gelegentlichem Ton-Aussetzer, sondern dreidimensional, mit Beinen, Stimme und allem Drum und Dran. Das Experiment „soziale Kontakte außerhalb des WL...
Unter dem Radar
Nach einer doch etwas größeren Operation lautete die ärztliche Anweisung glasklar: schonen. Für einen Menschen mit Asperger heißt das allerdings nicht automatisch, gemütlich auf dem Sofa zu liegen. Es heißt vielmehr, den Alltag aus sicherer Entfernung zu beobachten, möglichst unauffällig unter dem Radar zu fliegen – und innerlich sehr genau zu registrieren, wie ringsherum langsam das Chaos ausbricht. Denn während der Patient offiziell nichts darf, dürfen die anderen plötzlich alles. Vor allem seine Aufgaben übernehmen. Und zwar zusätzlich zu den eigenen, die natürlich nicht einfach höflich warten. So entsteht im Umfeld...
Schwarzwaldklinik im Leerlauf: Der Hamster hat Bettruhe
Man ist wirklich froh, direkt nach der OP nach Hause zu dürfen. Bleibt man länger im Krankenhaus, nimmt man am Ende womöglich noch ein Haustier aus der Stationsfauna und eine handliche Keimsammlung als Souvenir mit. Zu Hause fühlt es sich dafür an wie eine Neuverfilmung der Schwarzwaldklinik – nur mit kleinerem Budget, weniger dramatischer Musik und mir in der Hauptrolle als Patient mit eingebautem Systemfehler. Das autistische Gehirn möchte natürlich sofort wieder den exakt geplanten Alltag starten. Das Hamsterrad läuft schließlich zuverlässig weiter – nur der Hamster wurde ausgebremst und darf körperlich nicht...
Kamillentee und Nerven im Farbeimer
Es ist vollbracht: Das komplette Haus ist gemalert. Die Wände strahlen, die Zimmer wirken plötzlich größer und alles sieht so neu aus, als müsste man beim Betreten eigentlich Überschuhe anziehen. Selbst die alten Möbel schauen ein wenig verunsichert, weil sie in dieser frisch renovierten Umgebung auf einmal aussehen, als hätten sie den Anschluss verpasst. Besonders Hedwig profitiert von der neuen Lage: Im frisch gemalerten Flur kann sie jetzt endlich fliegen. Während wir noch überlegen, ob die Farbe wirklich überall trocken ist, hat sie den Flur längst zur privaten Einflugschneise erklärt – natürlich ohne Rücks...
Zwischen Farbchaos und Krankenhausflur
Bei Familie Alltagswahnsinn stehen Malerarbeiten an. Eigentlich klingt das ganz einfach: Farbe aussuchen, Wände streichen, fertig. Doch wer Frau Alltagswahnsinn kennt, weiß: „Ganz einfach“ ist bei ihr höchstens die Beschreibung auf dem Farbeimer – und selbst die wird vorsichtshalber dreimal gelesen. Schon bei der Farbauswahl begann das große Drama. Weiß war zu langweilig, Creme zu gelb, Beige zu beige und „Sanfter Morgennebel“ sah verdächtig danach aus, als hätte jemand Grau nur einen besonders schicken Namen gegeben. Nach ungefähr 47 Farbkarten, mehreren Diskussionen und einem kritischen Blick bei Tageslicht, Lampenlicht und Handy-Taschenlampenlicht stand fest: Es muss eine Farbe sein, die ge...
Urlaub? Von wegen!
Kaum im Urlaub, hatte Frau Alltagswahnsinn eine geniale Idee: Anstatt zu Hause nutzlos herumzusitzen, wird kurzerhand das gesamte Haus innen neu gestrichen – selbstverständlich nach ihrem höchstpersönlichen Farbkonzept. Während Frau Alltagswahnsinn mit Pinsel, Farbrolle und kreativer Entschlossenheit durchs Eigenheim wirbelt, übernimmt Herr Alltagswahnsinn seine bewährte Spezialaufgabe: aufmerksam zuschauen und dabei möglichst zuverlässig im Weg stehen. Auch die tierischen Mitbewohner haben ihre Urlaubspläne angepasst: Die Wellis beziehen ihr neues Für-immer-Fünf-Sterne-Zuhause, und der Hund hat sich ebenfalls in den Terminkalender eingereiht – standesgemäß mit einem Facharzttermin. Erholung wird schließlich völlig überbewertet!
Wellness, Weißkittel und Vitamin-Wumms
Es war wieder ordentlich was los: Die Fachärzte wurden so zahlreich besucht, dass man fast eine Bonuskarte für Wartezimmerkaffee beantragen könnte. Hände und Füße sind frisch gepflegt und treten jetzt wieder auf wie kleine Wellness-Stars. Auch die Haare sitzen schön, als hätten sie persönlich einen Termin beim roten Teppich gehabt. Der Pool ist inzwischen zu und verabschiedet sich mit einem leisen „Bis nächstes Jahr, ihr Planschprofis!“. Opa hat seine erste Vitaminbombe erhalten und dürfte nun innerlich leuchten wie ein frisch geladener Obstkorb. Und Asperger ist wieder im Rhythmus: mal schneller, mal langsamer...
Genrationenwechsel
Opa möchte endlich ruhiger treten. Das bedeutet: Er arbeitet nicht mehr selbst – er steht jetzt daneben und erklärt allen, wie es schneller gegangen wäre. Die Familie verteilt die Aufgaben neu: Einer mäht den Rasen, einer schneidet die Hecke, einer räumt das Werkzeug weg – und Opa übernimmt die wichtigste Position: Qualitätskontrolle vom Gartenstuhl aus. Beim Familientreffen verkündet Opa: „Ab heute macht ihr das allein.“ Fünf Minuten später verteilt er einen Ablaufplan, zwei Ersatzpläne und eine Liste mit Dingen, die auf keinen Fall „modernisiert“ werden dürfen. Der Enkel übernimmt die Hühner, die Tochter organisi...
wie im Hühnerstall
Bei uns geht’s zu wie im Hühnerstall: Alle gackern durcheinander, einer flattert aufgeregt mit den Armen, und irgendwo wird schon wieder ein Ei gesucht, das längst im Kühlschrank liegt. Mittendrin läuft der Asperger. Und läuft. Und läuft. Nicht etwa weg – nein, immer exakt dieselbe Runde: am Tisch vorbei, dreimal um den Stuhl, kurzer Kontrollblick zur Tür und wieder von vorn. Nach der zwölften Runde fragen die Hühner besorgt: „Trainiert der für einen Marathon?“ Der Hahn schüttelt den Kopf: „Nein, der verarbeitet nur das Chaos!“ Als endlich Ruhe einkehrt, bleibt er stehen, schau...
Die Ninja-Woche: Familienalltag im Schwierigkeitsgrad „Alltagswahnsinn hoch zwei“
Eine Ninja-Woche ist bei uns fast schon Normalität: Termine tauchen aus dem Nichts auf, Sonderaufträge vermehren sich heimlich über Nacht und der Zeitplan besitzt ungefähr die Stabilität eines Wackelpuddings im Schleudergang. Pausen gelten als seltene Fabelwesen, und Erholung wird vorsorglich auf „irgendwann später“ verschoben. Während andere Familien ihren Alltag organisieren, absolvieren wir nebenbei eine Mischung aus Hindernislauf, Improvisationstheater und Geheimmission. Jede Person jongliert Termine, Reize, vergessene Brotdosen und mindestens eine Aufgabe, von der gestern noch niemand wusste. Durchhalten ist dabei unsere inoffizielle Superkraft – nicht etwa, weil Ausruhen verboten wäre, sondern weil im ganzen Trubel jede un...
ein bisschen Glitzer bitte
Manchmal braucht es nur ein wenig Glitzer im Leben: einen vertrauten Lieblingsmoment, ein besonderes Licht, Musik oder etwas, das echte Freude weckt. Gerade für Menschen mit Asperger können solche kleinen, selbst gewählten Lichtblicke im oft reizvollen Alltag viel bewirken. Sie schenken Ruhe, neue Kraft und erinnern daran, dass auch ein anstrengender Tag schöne Augenblicke bereithält. Ein solcher Glitzermoment kann zum Beispiel entstehen, wenn man nach einem lauten und fordernden Tag mit dem Lieblingsgetränk am Fenster sitzt. Draußen fällt ruhig der Regen, im Zimmer ist das Licht angenehm gedämpft und für einige Min...
zurück im Alltagswahnsinn
Ein „normaler Alltagswahnsinn“ ist für Menschen mit Asperger beziehungsweise im Autismus-Spektrum meist nicht automatisch erholsam. Häufig kostet er viel Energie: soziale Signale entschlüsseln, spontane Änderungen bewältigen, Reize filtern und Erwartungen erfüllen. Erholsam kann Alltag dennoch sein, wenn er: • vorhersehbar und selbstbestimmt ist, • vertraute Routinen enthält, • wenig belastende Sinnesreize bietet, • Rückzug ohne Rechtfertigung ermöglicht, • Zeit für Spezialinteressen lässt, • nach sozialen Situationen bewusste Ruhephasen vorsieht. Manchmal wirkt ein strukturierter, angenehm beschäftigter Tag sogar besser als völlige Untätigkeit. Entscheidend ist weniger, wie viel passiert, sondern wie viel Kontrolle, Sicherheit und Regenerationszeit vorhanden si...
Planverfahren
Wenn eine Woche genau nach Plan läuft, fühlt es sich für uns an, als würde die Welt endlich leiser werden. Wir wissen, was als Nächstes kommt, können uns innerlich darauf einstellen und müssen nicht ständig auf Überraschungen reagieren. Jeder eingehaltene Ablauf gibt uns Sicherheit und lässt uns ruhiger atmen. Gleichzeitig kann sich diese Ruhe auch ganz komisch und ungewohnt anfühlen, weil Chaos für uns sonst fast normal ist. Manchmal warten wir dann beinahe darauf, dass doch noch etwas schiefgeht. Am Ende der Woche sind wir nicht erschöpft vom Improvisieren...
zwischen den Zeilen
Frau Alltagswahnsinn hat ein Buch geschrieben – und der Junior hat in seinen Ferien sogar sein eigenes Buch verfasst, damit auch seine Sichtweise gesehen und gehört wird. Nachts wurde bei den beiden nur selten geschlafen, denn die Bücher mussten ja schließlich fertig werden. Und währenddessen lief der ganz normale Wahnsinn einfach weiter: Arztbesuche, Tierarzt zu Hause, Garten, Familie, Alltag – all die verrückten Dinge, die sich in diesen Wochen so nebenbei noch dazugesellt haben. Eben echter Alltagswahnsinn, mit Herz, Chaos und ganz viel Leben.
sind wir alle nur Marionetten?
Manchmal stellt sich mitten im Leben eine Frage, die leise beginnt und nachts plötzlich laut wird: Bin ich richtig so, wie ich bin – oder funktioniere ich nur noch wie eine Marionette der Gesellschaft? Man arbeitet, bezahlt Rechnungen, erfüllt Erwartungen und versucht, irgendwie mitzuhalten. Doch je mehr man versucht, alles richtig zu machen, desto stärker kann das Gefühl werden, sich selbst dabei zu verlieren. Besonders deutlich wird das bei Abzocke durch Schneeballsysteme. Dort wird Hoffnung verkauft: schnelles Geld, Freiheit, Erfolg, ein besseres Leben. In Wahrheit lebt das System davon, dass immer neue Menschen angeworben werden und ihr Geld e...
aber ich habe doch keine Ahnung
Wenn bei einem Menschen mit Asperger-Autismus plötzlich viele seltsame, widersprüchliche oder nicht nachvollziehbare Dinge passieren, kann das innere Chaos sehr groß werden. Besonders belastend ist es, wenn zusätzlich der Verdacht auf Korruption im Raum steht und niemand klar sagt, was wirklich passiert. Dann fehlen Orientierung, Sicherheit und verlässliche Informationen. Für autistische Menschen, die oft stark auf Struktur, Logik und Vorhersehbarkeit angewiesen sind, kann so eine Situation wie ein undurchsichtiger Nebel wirken: Man versucht, Muster zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und sich richtig zu verhalten – aber je mehr Unklarheit entsteht, desto stärker wächst die Überfor...
der Ball rollt
Während ein Spiel läuft oder ein Turnier für Spannung sorgt, gehen die normalen Dinge weiter: Termine, Arbeit, Haushalt, Verpflichtungen, Nachrichten, Erwartungen von anderen Menschen und immer wieder neue Aufgaben. Kaum ist eine Sache erledigt, kommt schon die nächste dazu. Der Alltag läuft und läuft, oft ohne richtige Pause. Dadurch entsteht das Gefühl, dass man nie wirklich fertig wird, sondern ständig reagieren, planen und sich neu einstellen muss. Für einen Menschen mit Asperger kann genau das besonders belastend sein. Viele autistische Menschen brauchen Vorhersehbarkeit, klare Abläufe und verlässliche Strukturen, um sich sicher...
Apokalypse
Menschen im Autismus-Spektrum können in Krisen sehr wertvolle Stärken einbringen. Viele denken analytisch, erkennen Muster, behalten Fakten im Blick oder können sich intensiv auf praktische Aufgaben konzentrieren. Damit diese Stärken sichtbar werden, brauchen sie jedoch eine Umgebung, die nicht zusätzlich überfordert. Eine apokalyptische Situation wird dadurch nicht harmlos, aber sie kann bewältigbarer werden, wenn Bedürfnisse ernst genommen und Unterstützung respektvoll organisiert wird.
wenn der Kopf entschieden hat und der Körper nein sagt
Besonders schmerzhaft ist der Moment, in dem man sich selbst nicht versteht. Man denkt: „Ich habe es doch entschieden. Ich habe zugesagt. Ich weiß doch, dass es wichtig ist.“ Daraus entstehen schnell Schuldgefühle. Man nennt sich faul, empfindlich, undiszipliniert oder schwierig. Doch diese Begriffe beschreiben nicht, was wirklich passiert. Der Körper sagt nicht Nein, um zu sabotieren. Er sagt Nein, weil er schützt. Er zieht die Notbremse, wenn die Belastung zu hoch wird. Diese Grenze ernst zu nehmen, ist kein Rückschritt. Es ist Selbstwahrnehmung. Wenn der Kopf entschieden hat und der Körper Nein sagt, entsteht kein persö...
der Körper bremst, der Kopft arbeitet weiter!
Menschen im Autismus-Spektrum sind häufig auf klare Abläufe, Wiederholungen und verlässliche Strukturen angewiesen. Routinen geben Orientierung, senken Stress und machen eine oft unübersichtliche Umwelt besser einschätzbar. Was von außen manchmal wie Starrheit wirkt, ist für Betroffene oft ein wichtiger Schutzmechanismus. Wenn dieser Rahmen wegbricht, entsteht nicht einfach nur Unordnung, sondern echte innere Überforderung. Eine körperliche Einschränkung kann genau diese gewohnte Struktur massiv verändern. Wege dauern länger, Bewegungen sind schmerzhaft oder gar nicht möglich, alltägliche Aufgaben müssen anders geplant werden. Plötzlich funktioniert das, was vorher Sicherheit gegeben hat, nic...
Special Ägypten - Urlaub mit Hindernissen
Für unsere Familie bedeutet ein All-Inclusive-Urlaub im Hurghada Long Beach Resort in Ägypten vor allem, gemeinsam zur Ruhe kommen zu können und den Alltag für eine Weile loszulassen. Besonders schön ist für uns, wenn der Tag überschaubar bleibt und wir vieles in unserem eigenen Tempo gestalten können. Die verschiedenen Restaurants, der direkte Weg zum Strand und die Weitläufigkeit des Resorts geben uns die Möglichkeit, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in unserer Familie Rücksicht zu nehmen. Feste Orte, vertraute Abläufe und kleine Rückzugsmomente geben uns Sicherheit und machen es leichter, die gemeinsame...
Game over, oder doch Verlängerung
Wenn Dinge nicht so laufen wie geplant, wenn plötzlich ein Gerät kaputtgeht und man es nicht selbst reparieren kann, dann ist das für viele Menschen ärgerlich. Für einen Menschen mit Asperger beziehungsweise Autismus kann so eine Situation aber deutlich belastender sein. Der Grund dafür ist nicht mangelnde Belastbarkeit, sondern oft eine besonders intensive Reaktion auf Unvorhersehbarkeit, Kontrollverlust und unterbrochene Abläufe. Was für andere nur eine Störung im Alltag ist, kann sich für autistische Menschen anfühlen wie eine Störung des gesamten inneren Systems. Struktur, Verlässlichkeit und Planbarkeit geben oft Sicherheit. W...
wo führt der Weg hin
Die Berufswahl ist für viele Menschen eine große Herausforderung, doch für einen Asperger-Autisten kann sie sich noch deutlich schwerer anfühlen. Oft kreisen die Gedanken nicht nur darum, was interessant ist oder welche Fähigkeiten vorhanden sind, sondern auch darum, welche Umgebung überhaupt auszuhalten ist. Schon die Vorstellung von lauten Büros, unklaren Erwartungen, spontanen Veränderungen oder vielen sozialen Kontakten kann Stress auslösen. Gleichzeitig besteht häufig der Wunsch, etwas zu finden, das wirklich zu den eigenen Stärken passt, etwa Genauigkeit, Ausdauer, Ehrlichkeit, tiefes Fachwissen und die Fähigkeit, sich intensiv mit einem Thema zu beschäfti...
Vergangenheit und Neid
Vergangene Kränkungen, peinliche Situationen oder Verluste können viele Menschen lange beschäftigen. Bei Menschen im Autismus-Spektrum kann dieses Festhängen an vergangenen Ereignissen besonders belastend sein, weil wiederholtes Grübeln, hohe innere Anspannung, detailgenaue Erinnerung und Schwierigkeiten mit sozialer Einordnung zusammenkommen können. Auch Neid kann eine Rolle spielen: etwa dann, wenn andere scheinbar mühelos soziale Beziehungen, beruflichen Erfolg oder Sicherheit erreichen, während der eigene Weg von Missverständnissen, Überforderung oder Ausgrenzung geprägt war. Fachliche Literatur betont zudem, dass autistische Menschen ein erhöhtes Risiko für belastende und mitunter traumatische Erfahrungen haben und dass Begleitproble...
Hamsterrad läßt grüßen
Das Gefühl, im Hamsterrad zu stecken, ist für viele Autisten besonders präsent. Jede Woche wiederholt sich vieles: Routinen, Abläufe, Anforderungen – sie kommen einem oft vorhersehbar, aber auch überwältigend vor. Auch wenn die Welt da draußen erwartet, dass man einfach „funktioniert“, kostet es enorme Kraft, diesen Erwartungen gerecht zu werden, vor allem wenn innere Ressourcen fehlen oder an ihre Grenzen stoßen. Und während man versucht, dem gewohnten Rhythmus nachzugehen, kommen ständig neue Aufgaben, Veränderungen oder Herausforderungen hinzu, die das fragile Gleichgewicht ins Wanken bringen. Dieses ständige Aushalten, obwohl man eigentlich nicht mehr kann, e...
von Termin zu Termin
Für einen Autisten kann es eine überwältigende Herausforderung sein, nach einem Trauma wieder in den Alltag zurückzukehren und von Termin zu Termin zu hetzen. Die ständige Reizüberflutung und die unerwarteten Veränderungen, die mit einem vollgepackten Tagesablauf einhergehen, können die Verarbeitung des Traumas zusätzlich erschweren. Oft fühlen sich Betroffene überfordert, da ihre Routinen und die gewohnte Struktur fehlen, was zu noch mehr Stress und innerer Unruhe führt. Der Druck, gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden und gleichzeitig das eigene Wohlbefinden im Blick zu behalten, kann für Autisten nach einem traumatischen Erlebnis besonders bel...
Wenn es einfach nicht mehr geht!
Wenn ein Asperger-Autist an seine Grenzen stößt, fühlt sich die Welt oft überwältigend und chaotisch an. Routinen und vertraute Abläufe geben Sicherheit, doch in Situationen, in denen nichts mehr geht, droht diese Struktur zu zerbrechen. Trotzdem erwartet das Umfeld häufig, dass man weiterhin funktioniert – sei es bei der Arbeit, in der Schule oder im sozialen Miteinander. In solchen Momenten kann es zu innerer Überforderung, starker Erschöpfung und dem Gefühl kommen, buchstäblich „festzustecken“. Dennoch wird oft nach außen hin versucht, den Schein zu wahren und die Anforderungen zu erfüllen. Dies kostet enorm viel Kraft un...
Alarm in der Zentrale
Wenn man als Asperger Autist mit einer plötzlich lebensbedrohlichen Situation in der Familie konfrontiert wird, etwa wenn ein naher Angehöriger ins Krankenhaus muss, ist das eine außergewöhnliche Belastung. Die unerwartete Veränderung und das emotionale Chaos können überwältigend wirken, da Routinen und gewohnte Abläufe abrupt unterbrochen werden. Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit sind oft schwer greifbar oder zu kommunizieren, was die Situation zusätzlich erschwert. Die ständige Anspannung, das Warten auf Informationen und die ungewohnte Umgebung im Krankenhaus strengen sowohl mental als auch körperlich sehr an. Man kann sich schnell überf...
Osterfeiertage: Stress für Autisten, die Erleichterung danach und Gedanken zur Weltlage
Für viele Autisten sind die Osterfeiertage eine besondere Herausforderung. Der plötzliche Wechsel vom Alltag zu Feiertagsabläufen, ungewohnte Situationen, lauter Trubel und gesellschaftlicher Druck führen oft zu erheblichem Stress – besonders, wenn die Erwartungen an gemeinsame Aktivitäten oder „Fröhlichkeit“ hoch sind. Hinzu kommt, dass die aktuell angespannte Weltlage viele beschäftigen kann: Die Nachrichten sind oft voller Unsicherheiten, und gerade in ruhigen Momenten spürt man, wie sehr globale Entwicklungen das eigene Wohlbefinden beeinflussen. Nach den Feiertagen ist die Erleichterung groß: Endlich kehrt wieder Ruhe und Routine ein, und man kann sich entspannen. Es ist beruhigend, dass in nächste...
Ordnung in der ewigen Stadt… oder warum ich alle Säulen zählen will
Eine Reise in die ewige Stadt Rom – ein Abenteuer, das ich dieses Mal gemeinsam mit meiner Mutter und ohne meinem Kind und meinem Mann antrete. Während wir uns auf die Spuren von Geschichte, Kunst und italienischer Lebensfreude begeben, bleibt mein Mann und mein Sohn zu Hause. Als Asperger müssen sie sich alleine zurechtfinden, so wie ich in Rom ebenfalls, was für unsere Familie eine besondere Herausforderung darstellt. Es fehlt ein wichtiger Teil, und das Gefühl von Vermissen begleitet uns, doch wir sind gespannt auf das, was uns in Rom und zu Hause erwartet.
Rückblick 2.0
Für Menschen mit Asperger-Syndrom kann das Leben oft von Routinen und festen Strukturen geprägt sein. Dennoch kommt es vor, dass eine radikale Veränderung – sei es ein Umzug, ein neuer Job oder das bewusste Verlassen gewohnter Muster – neue Möglichkeiten eröffnet. Solche Schritte sind zwar mit Unsicherheit und Stress verbunden, können aber dazu beitragen, alte Begrenzungen zu überwinden und die eigene Entwicklung stark voranzutreiben. Der Hauptgrund, warum eine radikale Veränderung häufig der beste Weg ist, liegt darin, dass sie neue Perspektiven und Erfahrungen ermöglicht, die im gewohnten Umfeld nicht zugänglich wären. Ein kompletter N...
Charity Aktion zum Podcasthon - Special Olympics Brandenburg
Im März 2026 veranstaltet Podcasthon eine Charity-Aktion, um auf die Belange von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung aufmerksam zu machen und Spenden für inklusive Sportprojekte zu sammeln. Während des Podcasthon engagierten sich zahlreiche Unterstützer, Vereine und prominente Gäste in einem mehrstündigen Live-Podcast, bei dem Geschichten, Erfahrungen und Ziele präsentiert werden. Die Aktion förderte nicht nur den Austausch, sondern setzte auch ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion. Wir von Alltagswahnsinnhoch2 unterstützen die Aktion und berichten von Special Olympics Brandenburg. Special Olympics Brandenburg ist die Landesorganisation des internationalen Verbands Special Olympics i...
Rückblick von Familie Alltagswahnsinnhoch2
Eine Reise durch besondere Herausforderungen. Das Leben als Asperger-Familie ist eine einzigartige Erfahrung, die von Geburt an von vielen besonderen Momenten, Herausforderungen und Erfolgen geprägt ist. Schon im Säuglingsalter fallen häufig bestimmte Besonderheiten auf: Das Baby reagiert eventuell weniger auf Blickkontakt oder benötigt spezielle Rituale, um sich wohlzufühlen. Eltern spüren oft früh, dass ihr Kind auf Reize anders reagiert – Geräusche, Berührungen oder Veränderungen im Alltag können starke Reaktionen hervorrufen. Im Kindergartenalter zeigt sich die Andersartigkeit oft deutlicher. Kinder mit Asperger-Syndrom bevorzugen meist feste Routinen und interessieren sich intensiv für spezielle Th...
der finale Schulakt
Die Diagnose Asperger-Autismus bringt häufig Probleme mit sich, weil sie bei vielen Betroffenen und deren Umfeld erst einmal Verunsicherung und zahlreiche Fragen auslöst. Oft fehlen Verständnis und umfassende Informationen über die Besonderheiten und Bedürfnisse von Menschen mit Asperger-Syndrom. Hinzu kommt, dass Betroffene nicht selten mit Vorurteilen konfrontiert werden und gesellschaftliche Akzeptanz fehlt, was zu Ausgrenzung oder Missverständnissen führen kann. Auch bürokratische Hürden bei der Beantragung von Fördermaßnahmen oder Unterstützung stellen eine zusätzliche Belastung dar. Viele Schulen und Angehörige haben Schwierigkeiten im Umgang mit der Diagnose Asperger-Autismus, weil oft das nötige...
wenn man nicht zur Gesellschaft paßt
Menschen mit Asperger-Syndrom erleben die Gesellschaft oft als herausfordernd, da sie soziale Regeln, nonverbale Signale und zwischenmenschliche Erwartungen auf ganz eigene Weise wahrnehmen und verarbeiten. Während für viele die Kommunikation über Gestik, Mimik oder Smalltalk selbstverständlich ist, bleibt sie für Asperger Autist*innen häufig rätselhaft und anstrengend. Auch Gruppenaktivitäten, spontane Absprachen oder das Eingehen auf unausgesprochene Gefühle können Unsicherheit auslösen. Durch diese Unterschiede kommt es nicht selten zu Missverständnissen, Ausgrenzung oder sogar Ablehnung im sozialen Umfeld. Diese Erfahrungen wirken sich oft tiefgreifend auf das Innenleben aus: Da die gesellschaftlichen Erwartungen...
Schule geht weiter
Für viele Menschen ist die Schulzeit geprägt von Freundschaften, gemeinsamen Erlebnissen und sozialen Kontakten. Für jemanden mit Asperger-Autismus stellt diese Phase jedoch oft eine besondere Herausforderung dar. Die Reizüberflutung im Klassenzimmer, die vielen unausgesprochenen sozialen Regeln und das Bedürfnis nach festen Routinen können zu Unsicherheiten führen. Gerade im Umgang mit Mitschülern fällt es Asperger-Autisten häufig schwer, Signale wie Ironie oder Gruppendynamiken richtig zu deuten.
nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub
Das Urlaubsverhalten von Menschen mit Asperger-Syndrom unterscheidet sich häufig von dem neurotypischer Personen. Für viele Asperger-Autisten stellen Veränderungen der gewohnten Umgebung und Routinen eine besondere Herausforderung dar. Reisen und Urlaub können deshalb mit erhöhtem Stress verbunden sein, bieten aber ebenso die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, wenn sie gut vorbereitet und individuell angepasst werden. Gerne könnt ihr auf unserer Seite : www.alltagswahnsinnhoch2.me den Reisebericht nachlesen in anderen Berichten mal schauen und sehr gerne auch einen Kommentar hinterlassen. Nächste Mal geht es dann mit dem Drama Schule weiter und ich verspreche Euch es hört...
Schule - Panik pur
Der erste Schultag ist für jedes Kind ein aufregendes Ereignis, aber für einen Asperger Autisten kann er besonders herausfordernd sein. Die neue Umgebung, unbekannte Gesichter und viele Eindrücke führen oft zu einer Reizüberflutung. Schon das morgendliche Anziehen der Schuluniform und das Warten im Klassenzimmer können Stress auslösen, weil sich alles anders anfühlt als zu Hause. Viele Asperger Autisten nehmen Details intensiver wahr – etwa das Summen der Lampen, den Geruch von Schulmaterialien oder die Lautstärke auf dem Pausenhof. Die Kommunikation mit Mitschülern ist oft nicht intuitiv, und soziale Regeln erscheinen manchmal rätselhaft...
ein Neuanfang nach dem Umzug
Der Alltag muss neu organisiert werden, und viele alltägliche Situationen verlangen plötzlich eine erhöhte Anpassungsleistung. Nach einem Umzug ist alles auf einmal neu: Die Nachbarschaft, die Wege, der Supermarkt, vielleicht sogar die Kita, Schule oder der Arbeitsplatz. Für Menschen mit Asperger-Autismus können schon kleine Veränderungen Unruhe auslösen, daher ist es wichtig, sich ausreichend Zeit zu geben, um die neue Umgebung kennenzulernen. Rituale und Routinen können helfen, sich schneller einzuleben und Sicherheit zu gewinnen – beispielsweise indem man feste Abläufe für den Tag etabliert oder regelmäßig gleiche Wege wählt. Hilfreich ist es auch, Un...
vom Bodensee nach Brandenburg
Ein Umzug ist für viele Menschen eine große Herausforderung – für jemanden mit Asperger-Autismus kann er jedoch noch einmal ganz besondere Hürden und Unsicherheiten mit sich bringen. Neue Umgebungen, ungewohnte Abläufe und die Veränderungen im Alltag stellen hohe Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit. Diese Einleitung möchte einen Einblick geben, wie ein Umzug aus der Perspektive eines Asperger Autisten erlebt wird, welche Gefühle und Gedanken dabei eine Rolle spielen und welche Strategien helfen können, diese intensive Zeit bestmöglich zu bewältigen.