Face to Face – Der Psychologie Podcast
Face to Face ist der Psychologie Podcast für mehr Leichtigkeit im Alltag. Drei individualpsychologische Beraterinnen erzählen echte Geschichten aus ihrer Praxis. Sie als Zuhörer*in erfahren hautnah, wie die Beraterinnen in den einzelnen Fällen vorgegangen sind und lernen so die Lehre der Individualpsychologie und deren Methoden kennen. Dabei richten wir den Fokus auf alltägliche Situationen und Themen, die Ihnen als Zuhörer*in nicht fremd sind. Dr. Alfred Adler (1870-1937) war der Gründer der Individualpsychologie. Seine Lehre basiert auf dem ganzheitlichen Ansatz, bei dem Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden. Alfred Adler sieht de...
15 - Grenzen und Regeln bei Kindern
Die Gesunde Entwicklung des Kindes
Kinder sind darauf angewiesen, dass die Eltern ihnen die Welt erklären. Am besten lernen Kinder durch Beobachten und durch das Vorleben der Eltern. Wenn die Eltern Regeln und Grenzen setzen hilft das den Kindern zu wissen, was sie machen dürfen und was nicht. Nebenbei gibt es ihnen Sicherheit. Zu viele Regeln und Grenzen können aber genau das Gegenteil bewirken. Die Kinder fühlen sich in ihrer Freiheit beschränkt und können sich gar nicht alle Regeln merken. Das kann so weit führen, dass Kinder in den Widerstand gehen...
14 - Glaubenssätze
Wie entstehen Glaubenssätze und wie kann man sie verändern?
In der Individualpsychologie werden Glaubenssätze als Bestandteil vom Lebensstil eines Menschen verstanden. Jeder Mensch hat in seinem Lebensstil mehrere Glaubenssätze, einige davon sind zum Glück sehr hilfreich und andere sind eher hinderlich.
Der Lebensstil sowie auch die Glaubenssätze prägen unsere Art und Weise zu denken, zu fühlen und zu handeln. Es lohnt sich also, die weniger hilfreichen Glaubenssätze zu identifizieren und sich damit auseinanderzusetzen, da sie uns oft im Weg stehen, um unser ganzes Potenzial zu leben.
Wann und...
13 - Kontrollbedürfnis
Das Kontrollbedürfnis und seine Wirkung
Viele Menschen kennen das Gefühl, nicht loslassen zu können. Die Gedanken kreisen ununterbrochen: «Wie soll ich mich verhalten?» «Was denken die anderen über mich?» «Bin ich gut genug?» «Was passiert, wenn ich einen Fehler mache?»
Dieses innere Kontrollprogramm führt häufig zu ständiger Anspannung, innerem Druck und Erschöpfung. Wer glaubt, alles im Griff haben zu müssen, lebt in einem dauerhaften Alarmzustand. Das Leben wird als unsicher oder sogar gefährlich erlebt, und Kontrolle scheint der einzige Weg zu sein, um sich zu schützen.
Aus in...
12 - Unterschiedliche Erziehungsstile
Erziehungsstile
Welchen Erziehungsstil die Eltern anstreben, hängt mit ihrer eigenen Erziehung sowie mit ihren Normen und Werten zusammen. Wir sprechen von den drei klassischen Erziehungsstilen: Autoritär, demokratisch und antiautoritär. Haben die Eltern sehr unterschiedliche Vorstellung von Erziehung, kann dies zu Spannungen unter den Paaren führen und anstelle einer Familiengemeinschaft entsteht ein angespanntes Familienklima. Für die Kinder ist weder der autoritäre noch der antiautoritäre Stil förderlich. Nur wenn die Eltern mit ihren Kindern gleichwertig unterwegs sind, kann sich das Gemeinschaftsgefühl gesund entwickeln. Wenn Eltern merken, dass ihre Vorstellung von Erziehung...
11 - Fremdgehen
Aus individualpsychologischer Sicht ist das Verhalten eines Menschen immer zielgerichtet, bewusst oder unbewusst. Fremdgehen ist somit Ausdruck eines Versuchs, ein inneres Ungleichgewicht (z. B. Minderwertigkeit, Bedürfnis nach Macht oder Bestätigung) zu kompensieren. Fremdgehen ist ein Versuch, mit einem Problem umzugehen.
Man hört oft “Wenn jemand fremd geht, stimmt etwas in der Beziehung nicht”. Diese Aussage kann in vielen Fällen zutreffen, aber eben nicht immer. Deswegen ist es wichtig, das Ziel des Verhaltens herauszufinden.
Was können Ziele eines Fremdgehens sein:
Stärkung des Selbstwertgefühls (kurzfristige Bestätigung durch Fremdgehen) Erfüllung vo...10 - Familienfest: Freude oder Frust?
Anhand eines Fallbeispiels aus unserer Praxis erklären wir, wie alte Familienmuster an Feiertagen aktiv werden – selbst wenn wir längst erwachsen sind. Wir sprechen darüber, wie Verletzungen aus der Kindheit unbewusst weiterwirken und warum sogar harmlose Bemerkungen am Festtagstisch tiefe Gefühle auslösen können. Kern der Folge ist das Bild der Gigampfi (Wippe) – eine einfache, aber kraftvolle Metapher aus der Individualpsychologie, die erklärt, wie Machtkämpfe entstehen – und wie wir aussteigen können, bevor es zu tiefen Verletzungen kommt. Du erfährst:
Was alte Glaubenssätze mit familiärem Weihnachtsstress zu tun haben Wie Minderwertigke...9 - Pubertät
Pubertät und was die Eltern wissen müssen.
Wenn das Kind in die Pubertät kommt, bringt der neue Lebensabschnitt einiges an Veränderungen mit sich. Die äusserliche körperliche Entwicklung ist für uns Eltern nachvollziehbar. Doch auch das Gehirn befindet sich in einer enormen Umbauphase. Ein paar Fakten zur Pubertät:
Die Pubertät beginnt im Kopf. Die Gonadotropine setzen die Vorgänge in Gang. Diese Hormone werden in der Hirnanhangdrüse gebildet. Bei Mädchen beginnt die Pubertät ca. mit 9 Jahre bei Jungs in etwa mit dem 11 Lebensjahr. Es herrscht eine Grossbaustell...8 - Respektloses Verhalten bei Kindern
Was steckt hinter respektlosem Verhalten?
Wir Menschen sind soziale Wesen. Eines der wichtigsten sozialen Grundbedürfnisse ist das Zugehörigkeitsgefühl. Wenn sich Kinder respektlos verhalten sind sie emotional aus dem Gleichgewicht gefallen und fühlen sich nicht mehr zugehörig. Dieses emotionale Ungleichgewicht nennen man in der Individualpsychologie das Minderwertigkeitsgefühl, welches das Kind mit seinem Verhalten versucht zu kompensieren. Für uns Eltern gilt: «Liebe mich dann am meisten, wenn es dir am schwersten fällt, dann brauche ich es am nötigsten!» Es gibt ganz viele Gründe, weshalb sich ein Kind nicht mehr zugehörig fü...
7 - Bedürfnisse erkennen
Bedürfnisse sind das, was den Menschen antreibt. Er möchte seine Bedürfnisse, körperlich, emotional oder sozial, befriedigen, damit sich der Mensch wohlfühlt, gesund bleibt und sich entwickeln kann. Bedürfnisse entstehen aus einem Mangel oder einem Verlangen und motivieren unser Verhalten. Wenn ein Bedürfnis erfüllt ist, entsteht Zufriedenheit; wenn es dauerhaft unerfüllt bleibt, führt das zu Unzufriedenheit, Stress oder sogar Krankheit.
Bedürfnisse sind sehr individuell, jeder Mensch kann unterschiedliche Bedürfnisse haben, welche auch unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Die Ausprägung der Bedürfnisse hängt von Persönlichkeit...
6 - Das Selbstbild und die Bedeutung für unser Leben
Das Selbstbild und seine Wirkung
Das Bild, das wir von uns selbst haben und wie wir über uns denken, ist entscheidend dafür, wie wir leben. Denn Gedanken lösen unmittelbar Gefühle aus, und unsere Gefühle bestimmen unser Handeln . Das bedeutet, dass die Ergebnisse, die wir im Leben erzielen, nichts anderes als die logische Konsequenz unserer Gedanken sind. Das bedeutet auch, dass wir, wenn wir uns verändern wollen, bei unseren Gedanken anfangen müssen. Wenn wir zum Beispiel denken: «Ich bin gut genug, so wie ich bin, ich bin wertvoll, mein Beitrag ist wichtig in diese...
5 - Umgang mit Wut bei Kindern
Weshalb werden Kinder so schnell wütend?
Gerade Kleinkinder haben aufgrund ihrer Hirnentwicklung Mühe mit ihren starken Emotionen umzugehen. Wutanfälle sind daher oft ein Zeichen von Überforderung. Vor allem in der Autonomiephase (ca. 2. bis 4 Jahre) entdecken Kinder ihren eigenen Willen und testen die Grenzen aus. Folgende Faktoren spielen bei Kleinkindern eine Rolle im Zusammenhang mit ihren Wutausbrüchen:
Geringe Frustrationstoleranz Sprachliche Entwicklung Starres Muster, geringe Flexibilität in unerwarteten Situationen Mangende Impulskontrolle Hunger und MüdigkeitDie Emotion «Wut» ist nicht negativ. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wut zeigt uns auf, dass unsere Be...
4 - Partnerwahl
Warum verliebe ich mich immer in die/den Falsche/n
Was hat meine Partnerwahl mit mir zu tun
Wenn man das Gefühl hat, dass die eigenen Beziehungen immer ähnlich verlaufen oder zu Ende gehen, darf man hellhörig werden, denn der einzige gemeinsame Nenner in diesen Beziehungen ist man selbst. Aber was beeinflusst denn unsere Partnerwahl:
Unser Lebensstil nach Individualpsychologie (Selbstbild, Fremdbild, Weltbild, Frauen- und Männerbild) Frühkindliche Erfahrungen und Prägungen zu Beziehungen (Beziehungsbild, Glaubenssätze, Konfliktmuster) Unbewusste Erwartungshaltung an Männer, Frauen, Beziehung Was uns vertraut ist, positiv oder negativ, zieht uns anW...
3 - Bedürfnisse aussprechen
Ein Blick in die Kindheit
Aus individualpsychologischer Sicht liegt der Ursprung oft in frühen Kindheitserfahrungen. Damals haben wir Überzeugungen entwickelt, die bis heute unbewusst wirken. Zum Beispiel:
«Wenn ich sage, was ich brauche, bin ich eine Last und werde verlassen.» «Bedürfnisse äussern führt zu Konflikten, und Konflikte zu Trennung oder Gewalt.»Diese Glaubenssätze haben eines gemeinsam: Die Erfahrung, dass das Aussprechen von Bedürfnissen mit Schmerz oder Ablehnung verknüpft war.
Was wir heute wissen dürfen
Diese Schlussfolgerungen stammen von einem kleinen Mädchen oder Jungen, das schlechte...
2 - Geschwisterstreit
Mögliche Ursachen des Geschwisterstreits
Aus individualpsychologischer Sicht sind die Eltern ein grosser Bestandteil des Geschwisterstreits. Denn Geschwister buhlen um die Liebe, Wertschätzung und Zuneigung der Eltern. Kinder sind gute Beobachter aber schlecht im Interpretieren. Sie haben das Gefühl, dass die Liebe der Eltern abhängig ist mit der Aufmerksamkeit, welche die Eltern ihnen geben. Weitere Einflussfaktoren für den Streit unter Geschwistern können sein
geringer Altersabstand zwischen den Kindern. Geschlecht der Kinder. Familienklima und Familienwerte. Eifersucht und Neid unter den Kindern. Geschwisterkonstellation.Wenn die Eltern verstehen, dass sie ein fixer Bestandteil des St...
1 - Eifersucht in der Beziehung
Mögliche Ursachen der Eifersucht
Aus individualpsychologischer Perspektive wurzelt Eifersucht in der frühen Kindheit und der individuellen Entwicklung eines Menschen. Besonders prägend sind dabei die eigenen Erfahrungen mit Wertschätzung, Sicherheit und sozialer Eingebundenheit. Gründe für Eifersucht können sein:
Minderwertigkeitsgefühle und geringer Selbstwert Frühkindliche Erfahrungen zum Bindungserleben Sich vergleichen mit andern Soziale Rollenbilder und Glaubenssätze Verlustängste aufgrund persönlicher ErfahrungenEifersucht ist kein Schicksal, sondern ein erlerntes Muster, das verändert werden kann. Die Individualpsychologie zeigt, dass hinter Eifersucht oft tief verwurzelte Ängste und Selbstzweifel stecken. Wer diese erke...