Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast
Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast Ungefährliches Halbwissen ist der Laberpodcast de luxe, bei dem Abschweifen zur Königsdisziplin erhoben wird. Das Halbwissen der Hosts basiert auf einer Mischung aus Gedächtniskramen und flüchtigen Internetrecherchen – völlig ungefährlich, aber umso unterhaltsamer. Hier gibt es weder einen festen Themenkanon noch ein klares Ziel oder einen stringenten Ablaufplan. Paul und Hinrich, die beiden Hosts, sprechen über alles, was ihnen vor der eigenen Haustür, in Presse, Funk und Fernsehen oder auf Reisen begegnet. Dabei werfen sie sich gegenseitig regelmäßig Themen zu, stets in der bangen Hoffnung, dass das Gegenüber d...
UGHW: ...und das verschwundene Mikrofon
Folge 54 ⚠️ „Hinweis: Es folgt ein Disclaimer. Dieses Hörspiel wurde vor vielen Jahren entwickelt und aufgenommen.“ Unser Disclaimer: Dieser Podcast wurde vor wenigen Tagen aufgenommen, enthält aber trotzdem Darstellungen, die schon damals nicht mehr zeitgemäß waren. Dazu zählen unvollständige Jahreszahlen, gefährlich selbstbewusste Schätzungen historischer Vermögen, unbelegte Thesen zu Feiertagen und ein Musikgeschmack, der in Teilen den Oktober 1990 nie verlassen hat. Wir haben uns entschieden, diese Inhalte nicht zu verändern. Wir wollen die Versäumnisse unseres Halbwissens nicht verbergen, sondern sie euch eine Stunde lang ins Ohr sagen. Die Regierungsbildung läuft. Wir auch. Nur in andere Richtu...
UGHW: Wir schweifen ab
Kaffee in Zürich oder Hubschrauber auf den Färöer - eigentlich egal. Endlich klären wir die großen Fragen, die sich sonst niemand zu stellen traut: Warum müssen wir uns zwischen einem Hubschrauberflug auf den Färöern und einem Cappuccino in Zürich entscheiden? Und muss man in der Schweiz für den Kaffee eine Hypothek aufnehmen, oder reicht das Endes des Dispos? Warum lieben wir, was wir selbst zusammengeschraubt haben oder zusammengerührt haben. Stecken Maggi und IKEA dahinter? Wir haben Fragen. Und übrig gebliebene Schrauben. Coburg misst die Bratwurst am Stab seines Stadtheiligen. Und die Wurs...
UGHW: Hängende Spitze
1955 hat der DFB den Frauenfußball verboten. Begründung: zu unweiblich, zu gefährlich, schlecht für die Anmut. Vereine durften keine Frauenteams gründen und ihnen keine Plätze geben. 1970 wurde er dann gnädig geduldet. Mit Halbzeiten von 30 Minuten, ohne Stollenschuhe und mit Winterpause, damit sich die Damen nicht verkühlen. Die Frauen spielten trotzdem. Und gewannen. 1981 holte ein Vereinsteam aus Bergisch Gladbach in Taipeh den inoffiziellen WM-Titel. Der DFB hatte damals noch nicht einmal eine Nationalmannschaft. Das erste große Turnier mit eigener Nationalmannschaft war die EM 1989, und auch die wurde gewonnen. Die Prämie war ein Kaffeeserv...
UGHW: Hallo Lieblingsmenschen
Da sind wir wieder. Nach einer Pause, für die ausschließlich– ihr wisst schon wer – die volle Verantwortung trägt, gehen wir wieder auf Sendung. Wir strahlen wieder etwas ab, wir strahlen etwas aus, wir strahlen Euch an! Das Warten hat ein Ende, ab jetzt sitzt ihr nicht mehr verrotzt und verheult an den Hörgeräten. Denn wir sind troy. Die aktuelle Nachrichtenlage lässt vermuten, dass hierzulande bald alle Lampen ausgehen. Und da wir nicht zum Prepper neigen und Bunkerbau eine anstrengende Sache ist, machen wir Podcast solange es noch geht. Das wird man wohl doch noch sagen dürf...
UGHW: Zweimal im Monat Motiviert
Ungefährliches Halbwissen Folge 48 Zweimal im Monat motiviert! Jubiläum mit Söder, Spatzen und einem Loch in Irland Die goldene Folge! Folge 50 von Ungefährliches Halbwissen – und Paul und Hinrich feiern sie so, wie man es von ihnen erwartet: mit solidem Halbwissen, absurden Geschichten und dem einen oder anderen Ausflug ins Ungeplante. Spoiler: Diese Folge ist komplett Fußball frei. 🥁 Trommelpeter Markus Söder singt. Ja, wirklich. Der bayerische Ministerpräsident hat sich als singender Nachmacher von „Hoch auf dem gelben Wagen" verewigt – und damit unfreiwillig in eine illustre Gesellschaft eingereiht: der singende Bundespräsident und die unvergessliche Zara Leander mit „Ich...
UGHW: Flecktarn
UGHW: Wild-Life-Balance
Koala zu sein kann anstrengend sein. Hauptberuflich „sooooo süß“, nebenbei 20 Stunden täglich Eukalyptus kauen – nährstoffarm, giftig, aber konkurrenzfrei. Eine Art vegetarisches Stammessen der Evolution. Da Koalas außerdem viel schlafen, bleibt nur der Biss ins Blatt. Kann man machen, ist aber eine Nische. Wegen der wenigen Nährstoffe muss man viel essen. Wie beim Aperol: Eine Orangenscheibe macht noch keinen Vitaminhaushalt. Für die Verdauung des Krauts haben Koalas einen langen Blinddarm und ein Entgiftungsenzym. Ein USP, sagen die einen. Eine Sackgasse, die anderen. Immerhin missionieren sie nicht. Sie fressen. Rund um die Uhr. Ähnlich Pandas: anderes Land, anderes Kraut...
UGHW: Eigentlich Untragbar
Ungefährliches Halbwissen Folge 47 Die Idee der Schuluniform gilt in vielen Ländern als tragfähig. Sie hat ein paar handfeste Vorteile: Sie macht optisch gleich – und das ist nicht per se schlecht. Ein Label auf der Klamotte war immer Teil des Rankings. Wehe dem, dessen Erziehungsberechtigte nicht mithalten konnten. Das war bei Babyboomern, Gen X, Generation Golf und Gen Y so und wird bei Gen Alpha ff. nicht anders sein. Auch die Silent Generation kannte das – nur sprach kaum jemand darüber. Je nach Ausgestaltung erkennt man an Schulklamotten die Zugehörigkeit zu einer Lehranstalt. Das schafft Zusammenhalt, den manche Sc...
UGHW: Abgefahren
Menschen zu beleidigen ist keine Kunst – und selten sinnvoll. Oft ist es sogar strafbar. Wenn man, wie jüngst der Grünling Luis Bogba, Herrn Söder zwar nicht zur Bratwurst, aber immerhin zum „Hurensohn“ erklärt, ist das vor allem unklug. Bei Licht betrachtet richtet sich die Invektive gegen den angeblichen Broterwerb von Frau Söder senior. Nach allem, was man weiß, war Renate Söder jedoch Bankkauffrau. Entweder fehlte Bogba also Wissen – oder er ist noch etwas parteifarbig hinter den Ohren. Beleidigungen funktionieren wie Kunst: schlecht vorgetragen sind sie plump, virtuos vorgetragen zumindest unterhaltsam. Florett statt Keule. In der Politik, be...
UGHW: Der einzigste perfekteste Podcast
Ave Caesar, morituri te salutant. So sollen Gladiatoren den Kaiser begrüßt haben – fühlt sich passend an für die Tage vor Tief Elli, als Deutschland sich schon im Überlebenskampf sah. Eis, Schnee, Wind – Wahnsinn, zumindest laut Unwetterwarnungen und Sondersendungen. Historisch stimmt der Spruch natürlich nicht. Cassius Dio berichtet nur von einem Schaukampf 52 n. Chr., bei dem 20.000 Sträflinge Claudius mit „Ave imperator, morituri te salutant!“ begrüßten. Claudius antwortete trocken: „Aut non.“ Diese Gelassenheit hätten wir bei Elli gut gebrauchen können. Stattdessen Dauerpanik. Immerhin hat es Jack Wolfskin und Strauss Workwear an die Grenzen gebracht. Wir leben im Zeitalter...
UGHW: Grundformen der Angst
Ungefährliches Halbwissen Folge 44 Wenn die letzten aufgeweichten Böllerreste durchs Straßenbegleitgrün diffundieren, steht plötzlich Knut vor der Tür. Der Tag, an dem laut IKEA die Weihnachtszeit endet. Seit ein paar Jahren werfen Menschen hierzulande ihre Tannenbäume aus oberen Stockwerken, notfalls aus dafür angemieteten Wohnungen. Haben wir auf TikTok gesehen. Zum Glück wurde die Stille „zwischen den Jahren“ schon vorher mit sinnstiftenden Familienritualen gefüllt. Kaum ist the most wonderful time of the year vorbei, planen wir die schönsten Wochen des Jahres. Das Werbefernsehen hilft: Alles schreit „Hau endlich ab!“. Urlaubsreklame nonstop, dazwischen Ralf Sch...
UGHW: Wir striken!
„Ein Jahr ist schnell vorüber.“ Da wird ein weises Wort gelassen ausgesprochen. Und es ist ja auch wahr. Sonst hätte es die Münchener Freiheit nicht gesungen. In 45 Folgen haben wir 2025 alles rausgelassen, was uns durch die Köpfe ging. Das war bisher ein wirklich großer Spaß. Wir verabschieden uns in einen kleinen Weihnachtsurlaub. Für dieses Jahr ist alles gesagt. Daher lassen wir andere sprechen. Eventuell nicht über uns, aber wer will da kleinlich sein. Wir hören uns auf der anderen Seite! Neues Jahr, neues Glück. „Wer alles gibt, hat nichts zu bereuen.“ – Philipp Lahm...
UGHW: Filmfest
Auch unser Leben bekommt mit Traditionen, Bräuchen und Riten eine Struktur, die wenig aneckt und millionenfach ausprobiert wurde. Wir Deutschen haben, wie jedes andere Volk, unsere eigenen Traditionen ausgebildet. So wird kaum jemand die Reihenfolge Taufe, Konfi, Abiball, Hochzeit, Leichenschmaus durcheinanderbringen. Ob es nun praktiziert wird oder nicht. Wir können es einordnen und darauf rausgeben. Wenn wir wissen, wo es langgeht und alle gehen mit, ist eine Menge geschafft. Kein Fest hat so viele Riten wie Weihnachten. Das Fest der Traditionen. Da gehen wir weit über unsere Schmerzgrenzen. Stichwort: Würstchen mit Kartoffelsalat. „Aber Papa, ich bin Veganer.“ „Nicht heut...
UGHW: Die erste Kerze brennt
Ungewöhnliches Halbwissen - Folge 41 Die Adventszeit hat begonnen. Besinnlich ist sie – und damit ist nicht gemeint, dass im Fernsehen das „Adventsfest der 100.000 Lichter“ mit Florian Silbereisen ohne Trigger-Warnung ausgestrahlt wird. Das ist ein Angebot für eine Zielgruppe, die die „Rentenrebellen“ der JU nur aus den Augenwinkeln wahrnehmen. Laut Eigenwerbung eine Mischung aus „emotionalen Momenten, festlicher Musik und stimmungsvoller Kulisse aus Suhl“. Aber die echte Adventszeit ist seit Jahrhunderten tief in unserer Kultur verwurzelt. Den Jüngeren sei erklärt: Alles läuft auf Weihnachten hinaus – das beliebteste aller Verpflichtungsgeschäfte. Schon im alten Rom war Schenken nicht folgenlos: „Donum non est gratuitum...
UGHW: Eine Buddel voll Ruhm
Sich einen Ruf zu erarbeiten, in die Geschichte einzugehen, sich einen Namen zu machen, ist ein hartes Geschäft. Für viele sogar eine Lebensaufgabe. Bismarck entwarf dereinst eine Metapher, bei der man den beleibten preußischen Junker förmlich in seiner ordensbekleckerten Paradeuniform vor sich stehen sieht: „Man muss den Herrgott durch die Weltgeschichte schreiten sehen und dann den Zipfel seines Mantels ergreifen.“ So spricht der Vater des Vaterlandes! „Und doch wird der Bismarcksche Nachruhm von Doppelkorn und Hering überlagert. Als Ergebnis eines langen politischen Lebens ist das ein klein wenig unfair! Manchmal dauert der Eintritt in die Geschichte nur einen A...
UGHW: Wie Geht`s?
Eine der gefährlichsten Fragen unserer Zeit. Teile der Antwort könnten die Bevölkerung verunsichern. Eine ehrliche Antwort trägt womöglich mehr zur Spaltung bei als die alten Bruchlinien der Bundesrepublik: Geha oder Pelikan, Scout oder Amigo, Puma oder Adidas, Punk oder Popper. Später kam Nokia oder Siemens hinzu – keine Religion, aber fast Konfession. Liberale Geister konnten mit einem Nokia- oder Siemens-Nutzer reden – bis zum dritten Bier. Nichts stiftet mehr Gemeinschaftsgefühl als Ausgrenzung. Heute sind wir uns einig: Ost und West bekennen, uns geht es schlecht. Wer auf „Wie geht’s?“ mit „Gut!“ antwortet, darf das noch als Floskel durc...
UGHW: Mahlzeit
Der Volksmund spricht ja gerne. Nicht selten auch mit vollem Mund. Das spart Zeit und reduziert den Appetit des Gegenübers. Steht aber als echtes No-Go in Knigges kleiner Lebenshilfe. Das Bild vom Unfall im Tunnel drängt sich auf, vor allem wenn es Fleischwurst mit roter Soße gibt. Der Volksmund sagt dann gerne so Sachen wie „Man ist, was man isst.“ Das ist die unakademische Version von der Maxime des dialektischen Materialismus („Das Sein bestimmt das Bewusstsein“, Kalle Marx). Zurück zu Tisch. Wenn in Deutschland am Herd gebrutzelt wird, stehen gerichtlich auf dem Siegertreppchen: Pizza, Lasagne und Spag Bollo...
UGHW: Heimat am Heck
Autokennzeichen bieten hierzulande seit 1956 eine feste Orientierung. Das ist wichtig in dieser chaotischen Welt. Wo kommt der her? Ein Blick und alles ist klar. Wilder Landwirt (WL), Bereifte Mörder (BM), Arsch im Cockpit (AIC) - alles bekannt. Wie der schon fährt! Und auf langen Autofahrten boten Kennzeichen uns Kindern allerlei Kurzweil. Ein Punkt für jedes erkannte Kürzel, ein anständiger Hieb auf den Arm der Mitreisenden für jedes gelbe Auto. So sind die Regeln. Der Gewinner bekam ein Päckchen Sunkist aus Muttis Proviantkorb, der Verlierer eine gehörige Lektion in regionaler Geografie – und blaue Flecke am...
UGHW: Hello Wien
Sprache erfüllt viele Funktionen: Sie hilft, wenn Gestik nicht reicht, kann inkludieren oder ausschließen – je nach Gruppe und Stimmung. Jugendsprache wie „Schere“ oder „Das crazy“ ist codiert und signalisiert Zugehörigkeit. Auch Berufsgruppen nutzen eigene Codes, etwa bei der Bundeswehr: „Komm zwölfhundert mit AllgFspWNBw durch“ will sagen „Ich rufe mittags mal an“. Deutsch ist Amtssprache in Deutschland – außer in Bayern, Sachsen, Ruhrgebiet, Berlin, Köln, Emsland, Thüringen, Saarland, Schwaben, Franken, Nord- und Ostfriesland, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland und Pfalz. Aber das sind Ausnahmen. Auch in Österreich, Liechtenstein, Schweiz, Luxemburg und Belgien wird grundsätzlich auch Deutsch gesprochen. Hierzulan...
UGHW: Fake News
Im Krieg ist die Wahrheit bekanntlich das erste Opfer. Und da draußen ist immer Krieg. Medienkrieg, Krieg der Systeme und der Kampf um die Meinungshoheit. Die Ente, den Hoax, die Fakenews gab es schon lange, bevor wieder sie so in Mode gekommen sind wie heute. „Der Bericht über meinen Tod wurde stark übertrieben.“ Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain äußerte diesen Satz im Jahr 1897, nachdem Berichte über seinen Tod kursierten. Im Allgemeinen müssen wir zwischen Verschwörungserzählungen, gezielter Falschinformation und sprachlichen Verirrungen unterscheiden. Verschwörungserzählungen sind so alt wie die Menschheit. Bis heute wollen wir ja auch nicht imme...
UGHW: Geht unter die Haut
Nein, ich bereue nichts! Je ne regrette rien. Klingt auf Französisch irgendwie besser. Vor allem, wenn es der Spatz von Paris mit ihrem tiefen Timbre singt und die Lebenserfahrung aus jedem einzelnen Ton tropft. Édith Piafs letzter großer Hit geht unter die Haut. Das leichter verdauliche No Regrets ist vollkommen zu Recht das gestochen scharfe Körperschmuck-Motiv Nr. 34 im Katalog des Tattoo-Studios an der Ecke. (Namen von Studios sind mindestens so zweifelhaft wie die von Friseursalons – und verdienen eine Sonderfolge!) Kunden dieses äußerst beliebten Ausdrucks von Individualität kauften auch „Carpe Diem“-Wandtattoos. Aber es ist doch toll, wenn man...
UGHW: Stadt Land Fluss
Ungefährliches Halbwissen - The last missing Podcast Folge 33 Manche Städte und Länder lassen sich mit nur drei Begriffen beschreiben: lustlose Kommissare, Geysir, Vulkan. Ganz klar – wir sind in Island. Und bei Regenwald, Samba, Fußball denkt jetzt niemand wirklich an Weißrussland. Diese inneren Eselsbrücken machten sich einfallsreiche Geografen zunutze und erfanden die Drei-Wort-Methode. Die Welt – aufgeteilt in 57 Billionen 3×3 m große Quadrate, jedem Viereck drei zufällige Wörter zugeteilt – ergibt das ansprechendste Navi der Welt. Ehren, greifen, aufbauen ist so ziemlich genau der Anstoßkreis in der Arena auf Schalke. Man kann über die Wörter nachdenken. B...
UGHW: Was willst Du?
Bei der richtigen Beantwortung dieser zumindest im Satzbau recht einfachen Frage kommt es extrem auf das Gegenüber und die Situation an. Dem/der Geliebten ins Ohr gesäuselt kann z. B. „Ein kaltes Bier“ oder auch „Dass du mich für immer liebst“ als sehr adäquat und sogar beziehungsfestigend angesehen werden. Gegenüber einer einem völlig unbekannten Kleingruppe junger, offensichtlich alkoholisierter Männer mit sichtbar getragenen Signets des rivalisierenden Fußballanbieters nach einer überraschend deutlichen Niederlage sind die beiden obigen Aussagen eventuell nicht zielführend. Im schlimmsten Fall können sie sogar als Provokation aufgefasst werden. Unangenehm. Sich dann auf das Pro...
UGHW: Untenrum
Man ist ja heutzutage schon dankbar, wenn junge Menschen etwas lesen, bei dem man nicht scrollen muss. Denn der Weg von der Lesefibel („Fu ruft tut“) bis zu den deutschen Klassikern ist kein Spaziergang, sondern ein Wüstenmarathon. Nicht alle kommen ans Ziel. Wer den Zauberberg freiwillig liest und James Joyces Ulysses zum Zeitvertreib, wer mit Wohlwollen an den Klavierunterricht zurückdenkt, der hat das Stahlbad des Bildungsbürgertums hinter sich. Aber wie führt man die Jüngsten an Bildung, an die hohe Literatur heran? Früh anfangen, niedrigschwellige Angebote – das klingt gut. Aber Vorsicht: Zu niedrig, und man landet schne...
UGHW: Die sind Helden
Wie viele Finger braucht ein Held? Uns persönlich reichen drei – plus Daumen, also vier. Das genügt Donald Duck, Homer Simpson, Calvin (Hobbes sowieso), Garfields Herrchen Jon, Felix the Cat und Hägar dem Schrecklichen vollkommen. Figuren, die mit reduzierter Anatomie eine erstaunlich hohe Identifikationskraft entfalten. Der fünfte Finger? Ein überflüssiger Wink in Richtung Realität. Donald Duck ist zynisch, selten erfolgreich und semischlau – genau unser Typ. Homer ebenso. Und Hägar bringt es im Dialog mit Sven Glückspilz auf den Punkt: „Lass mich erzählen, du verdrehst immer alles.“ – „War nicht gar!“ So ist das Leben. Echte Comic-Welte...
UGHW: Das Ende ist nah!
Der Urlaub hat uns verändert. Wir sind gelassener geworden, tragen jetzt viel Leinen und haben diese coole Lederkette mit der bunt bemalten Muschel um den Hals hängen. Sieht man unter dem Businesshemd zum Glück nicht. Nur am Casual Friday. Wir sagen jetzt Dinge wie „Ich versuche, achtsam zu essen“ und „Ich habe gelernt, loszulassen“. Und wir haben uns vorgenommen, nicht mehr so viele Termine und To-dos zu haben. Das haben wir uns vorsichtshalber als Reminder ins Outlook geschrieben – mit täglicher Deadline. Doch kaum hat man den letzten Sonnenbrand mit Aloe Vera versiegelt, steht Weihnachten vor der Tür. In etwa 1...
UGHW: Gegen Fernweh hilft Heimweh
Am 5. Juli 1841 war es endlich so weit: Der britische Baptistenprediger und Freizeitvisionär Thomas Cook organisierte die erste Pauschalreise der Welt. Ziel: Loughborough – immerhin 16 Kilometer vom Ausgangspunkt Leicester entfernt. Die Mitreisenden waren Mitglieder der Temperenzler-Bewegung, also Menschen, die Alkohol für Teufelszeug hielten. Cook dachte sich: „Wenn schon kein Gin, dann wenigstens Blaskapelle und alkoholfreier Tee.“ Und zack – das Rundum-sorglos-Paket war geboren. Später eröffnete Cook das erste Reisebüro und bot sogar Weltreisen an. Auch in Deutschland wollte eine Nische gefunden werden. Der clevere Herr Rominger eröffnete 1842 in Stuttgart das erste deutsche Reisebüro. Im Angebot: One-Way-Tickets nach Amerika –...
UGHW: Age of Empires
Den zweiten Teil des Ferienprogramms verbringen wir im ehemaligen Empire. Nicht das von Star Wars, sondern dem British Empire. Zum Glück ist da die Auswahl der Reiseziele recht groß. Denn tatsächlich hatten die Engländer lediglich mit 22 Ländern dieser Erde KEINEN Krieg. Brexit und die Berichterstattung der englischen Boulevardpresse zu Welt- und Europameisterschaften sind da noch nicht eingerechnet. Die größte Ausdehnung hatte das britische Reich unter Königin Victoria. Eine gebürtige Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, die mit ihrem Mann Albert aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha am liebsten Deutsch sprach. Wahrscheinlich haben sie leicht gesächselt. Was für ei...
UGHW: Flieg mit den Gänsen davon
Skandinavien hat es geschafft. Und Schweden sowieso. Das Bild unserer nordischen Nachbarn ist unerschütterlich gut. Ein Sehnsuchtsort mit viel Raum. Auch für die eigenen Fantasien. Dabei basiert unser Schwedenbild auf drei tragenden Säulen: Königshaus, Einrichtungshaus und Bullerbü. Die Monarchie ist ja ein eher vorzeitliches Staatskonzept, gegen das man aus recht guten Gründen mal auf die Straße gegangen ist. Die Älteren erinnern sich an Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit. Und ausgerechnet das verbinden wir Deutschen irgendwie mit einem Land, bei dem das Staatsoberhaupt den Job bekommen hat, weil es den Vorgänger von klein auf kennt. Die Skandi...
UGHW: Auf zum Nord-Cup!
Ungefährliches Halbwissen - The last missing Podcast Folge 25 Skandinavien ist für uns ja immer eine Region voller Seen, Wälder, Fjorde, Hotdogs, Weite und leerer Menschen. Also: ohne viele Menschen. Nicht Lehrermenschen. Obwohl die gefühlt sehr gerne in den langen Sommerferien nach Skandinavien fahren. Das ist keine belastbare Statistik, nur eine persönliche Einschätzung – basierend auf den zahlreichen Elch- und Nordkap-Aufklebern am Heck der Volvos auf dem Lehrerparkplatz. Dabei hat Skandinavien viel mehr als Natur zum europäischen Kulturerbe beigetragen. Und das jenseits von Abbas Waterloo und Gimme! Gimme! Gimme!. Für Textzeilen, die das Innerste zum Schwin...
UGHW: Immer etwas hintendran
Jetzt mal ganz ehrlich: Wir sind gerade nicht so closed miteinander. Sorry, aber jetzt ist es raus. Denn es sind Ferien. Erst fährt der eine weg und dann der andere. Schön für uns, schwierig für die Technik. Der erste Gehversuch mit seeeehr weiten Übertragungswegen hat dann auch ein ganz neues Format unserer kleinen Unterhaltungsreihe gezaubert. Wir antworten weiterhin sehr gerne auf die Fragen des anderen – aber durch so manches Delay dann gerne auf die Frage davor. Lustig. Wenn wir schon beim Thema Verspätungen sind, könnte man ja ein paar Witze über die Deutsche Bahn aufgleisen...
UGHW: König von Deutschland
Es gibt ja Musik, die eine erstaunliche Karriere hinter sich gebracht hat. Wie zum Beispiel Laudato Si als Bums-Schlager – wir sprachen zu gegebenem Anlass darüber. Beethovens Für Elise, offizieller Name Bagatelle in a-Moll, ist eventuell nicht des Bonners Meisterwerk. Aber den Samsung-Klingelton hat es dann doch nicht verdient. Oder Peter Schillings Major Tom. Dieses schlechteste aller denkbaren David-Bowie-Cover feiert gerade ein sehr, sehr unangenehmes Stadion-Comeback. Wenigstens ist damit endgültig toten Hose und Tage wie diese sind gezählt. Für schräge Musikkarrieren ist das Fußballstadion immer ein guter Ort. Verdis Triumphmarsch entwickelt erst in der Kurve und...
UGHW: Man spricht Deutsch
Sommerzeit, Ferienzeit, Duolingo-Erntezeit. Prinz Henrik, Gemahl von Königen Margret von Dänemark war eigentlich Franzose, der viel lieber auf seinem Schloss in Südfrankreich saß. Zeitlebens konnte er nur schlecht Dänisch. In einem Interview sagte er: Die Dänen verschlucken die Hälfte der Konsonanten, und sie sprechen so kehlig, als hätten sie eine heiße Kartoffel im Mund. Dänisch sei keine Sprache, sondern eine "schwere Halskrankheit“. So gewinnt man zwar nicht die Herzen seiner Untertanen, aber Gottesgnadentum lockert die Zunge. Die Schwester von Königin Margret wiederum sitzt als Ehefrau von Fürst Sayn-Wittgenstein-Berleburg im verregneten Sa...
UGHW: Es gibt Grenzen!
Wie es sich über den Wolken mit der Freiheit verhält, hat uns Reinhard Mey, dieser musikgeschmackliche Grenzgänger, gelehrt. Doch in Wirklichkeit hat alles seine Grenzen. Europäische Länder haben nicht nur die längste, sondern auch die kürzeste Trennlinie der Welt. Ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher ist, dass beide nicht in Europa liegen. Die längste EU-Außengrenze verläuft über 730 km zwischen dem Département 973 – im Volksmund Französisch-Guayana genannt – und Brasilien. Nur einen Hauch kürzer ist die Grenze zwischen Spanien und Marokko. Die insgesamt 85 Meter in Peñón de Vélez de la Gomera sind vermutlich...
UGHW: … der deinen Namen trägt!
Das Jahr 1900 kann durchaus als epochal eingestuft werden. In Deutschland tritt das BGB in Kraft, in fernen China tobt der Boxeraufstand, und die Küstenfunkstelle Borkum wird feierlich eröffnet! Hurra. Das konnte Paris kaum auf sich sitzen lassen und veranstaltete eine Weltausstellung. Und für just diese Verbrauchermesse ersann der Reifenhersteller Michelin einen Werkstattwegweiser, bei dem eher beiläufig Rasthöfe und Restaurants erwähnt wurden. Wer den ganzen Tag auf dem Bock sitzt, braucht ja schließlich auch mal Curry-Pommes-Mayo. Natürlich sind wenig Bewegung und ungesundes Essen der Gesundheit nicht zuträglich. Eventuell ist das Michelin-Männchen eine diskr...
UGHW: Dabei sein ist alles
Ungefährliches Halbwissen - the last missing podcast Folge 19 Hamburg bewirbt sich wieder um Olympische Spiele. Nun ja. Die letzten Versuche der hanseatischen Olympiateilnahme scheiterten am Unwillen der eigenen Bevölkerung. Unverständlich, denn die Spiele versprechen weltweite Beachtung, Anerkennung und werden in einer demokratischen Wahl vergeben. Dabei hatte Olympia nicht immer so viel Strahlkraft. Die Olympischen Spiele in Paris 1900 zum Beispiel. Am Rande der Weltausstellung organisiert, dauerten sie über fünf Monate. Doch als lästiges Anhängsel der Expo gerieten die Wettkämpfe zur Nebensächlichkeit. Zuschauer waren eher zufällige Zaungäste. Auch die Teilnehmerliste und der Medaillensp...
UGHW: Voll verzockt
Laut aktuellen Statistiken beträgt die durchschnittliche Bildschirmzeit hierzulande 150 Minuten – täglich. Bei Jugendlichen sind es sogar bis zu 4,5 Stunden. Erschreckend. „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Das Ende der Welt ist nahe.“ Das haben wir mal locker übersetzt – denn der unbekannte Autor dieser weisen Worte kratzte sie vor rund 4.500 Jahren irgendwo zwischen Euphrat und Tigris in nassen Ton. Und Keilschrift kann ja heutzutage kaum noch jemand lesen. Auf dem Smartphone-Bildschirm sowieso schlecht zu entziffern. Aber auf die Nutzlosigkeit des jeweiligen Nachwuchses ist dauerhaft Verlass. Während die heutige Jugend ihre Zeit mit Posts, Reels und Swipen bis zur Sehnenscheidenentzündung verplem...
UGHW: Faust aufs Auge
Ungefährliches Halbwissen - the last missing podcast Folge 17
Hals- und Beinbruch Wie liebevoll wir Deutschen uns Glück wünschen! Wer kam jemals auf die Idee, dass Unfälle die ultimative Motivation sein sollen? Die Segler legen noch einen drauf mit „Mast- und Schotbruch“, was klingt, als würde man in einen Sturm geschickt werden – begleitet von einem ermutigenden Schulterklopfen. Sprichwörter sind oft seltsam, sperrig und nicht immer erklärbar. Müssen wir auch nicht. „Das ist nicht unser Bier“ Ausgerechnet in England wird aus diesem leicht nach Stammtisch klingenden Satz ein fast königliche Nachmittagsrunde „Not my cup of tea“ Vielle...
UGHW: Maß aller Dinge
Ungefährliches Halbwissen - the last missing podcast Folge 16 Den Taschenrechner wieder auf Grad statt Radiant eingestellt? Ein Klassiker! Wem ist das in der Physikklausur nicht passiert? Uns. So weit sind wir gar nicht gekommen. Aber was eine Meile ist, weiß jeder: 1.609,344 Meter – zumindest in den USA und England und natürlich nur an Land. Auf See ist eine Meile jedoch 1.852,0 Meter lang. Für die beinharte Seepferdchen-Prüfung kann das durchaus eine Rolle spielen. Und in Skandinavien? Da beträgt eine Meile 10 Kilometer. Verständlich, denn die Entfernungen in Finnland sind ja oft weiter als erwartet. Kurze Zwischenfrage: Ist das engli...
UGHW: Live is live
Es gibt eine alte Punk-Regel: „Wenn du es nicht kannst, mach es schnell und laut.“ Wenn ein Stück also länger als zwei Minuten dauert, ist das eventuell ein Hinweis darauf, dass es kein Punk ist – aber dennoch kein Qualitätsmerkmal. Im schönen Sachsen-Anhalt denkt man offensichtlich anders. ASLSP ist ein Musikstück für Orgel von John Cage aus dem Jahr 1987. Die Abkürzung steht für „As Slow As Possible“ – und ist die Spielanweisung: Die vierseitige Partitur soll so langsam wie möglich gespielt werden. Bei der Uraufführung am 21. November 1987 war der Organist in einer knappen halben Stunde...