ERF Plus - Wort zum Tag
Die tägliche, alltagstaugliche Auslegung eines Bibelverses aus der „Losung“ oder den „Lehrtexten“ der Herrnhuter Brüdergemeine.
Erlösung
Die Bibelstelle Psalm 71,23 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.
Wann waren Sie zuletzt in einer scheinbar ausweglosen Situation, die sich aber doch zum Guten gewendet hat? Wer hat Ihnen letztlich geholfen, und wie haben Sie der Person gedankt?
Als wir letzten Sommer auf der Heimfahrt von unserem Italienurlaub waren, gab unser Auto mitten auf der Autobahn seinen Geist auf. Der italienische Abschleppdienst ließ auf sich warten. Auf dem Parkplatz, auf dem wir gestrandet waren, waren es weit über 30 OC; der Motorschaden war laut Blinkanzeige im Auto vermutlich das Ende unserer alten Karre. Eine schier ausweglose Situation!
„Not leh...
Weiter Raum
Die Bibelstelle Psalm 31,9 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.
Ich liebe das Meer: das gleichmäßige Rauschen der Wellen, die Weite des Himmels und den fernen Horizont, bei dem ich gar nicht weiß, wo das Wasser aufhört, und der Himmel beginnt.
Schade, dass wir bei uns in Süddeutschland kein Meer haben. Aber auch hier finde ich Orte, an denen ich einen weiten Blick genießen kann; z.B. auf meiner Lieblingsbank im Odenwald mit Blick von oben auf die Rheinebene.
Ja, die Weite, die hat es mir angetan. Ihr Anblick weitet auch gedanklich den Horizont...
Bleiben Sie dran!
Die Bibelstelle Hebräer 3,12 – ausgelegt von Roland Simantzik.
Was bin ich froh, dass ich über dieses Thema jetzt nicht sprechen muss: Wie Ihr Nachbar mal wieder seinen Garten „pflegt“ – oder eben nicht pflegt.
Dazu muss ich jetzt nichts sagen. Und auch darüber nicht, wie dem Franz seine Tochter ihre Kinder verzieht, äh erzieht. Oder wie der Meier am letzten Freitag mal wieder mit seiner Frau umgegangen ist. Sie haben es bestimmt schon gehört.
Bin ich froh, dass ich zu all diesen Themen nichts sagen muss.
Wozu ich etwas sagen will, das hört sich so...
Aufs richtige Pferd gesetzt
Die Bibelstelle 1. Timotheus 4,10 – ausgelegt von Roland Simantzik.
Von Pferdesport und Pferderennen habe ich wenig Ahnung. Vielleicht wissen Sie da besser Bescheid. Aber einmal habe ich die Faszination erlebt, die ein Pferderennen auslösen kann:
Ich bin mit meiner Frau im Urlaub in Nordholland. Ich wollte noch etwas besorgen und bin mit dem Fahrrad ins Dorf gefahren. Dann ist die Straße gesperrt. Ich muß absteigen und mein Rad auf dem Gehweg durch eine Menge von Zuschauern schieben. Irgendwann bin ich einfach stehengeblieben. Und bin damit mittendrin und hautnah dran.
Die Straße ist 3,40 Meter lang abgesp...
Stolz kann man nicht essen
Die Bibelstelle 1. Johannes 5,18 – ausgelegt von Hans-Hagen Zwick.
Sünde, was ist das? Wir haben alle damit zu tun. Sie entfremdet uns von Gott, vom Mitmenschen, sogar von uns selbst. Die Sünde hat uns im Griff. Sie zerstört das Miteinander. Das Böse steuert uns. „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1 Johannes 1,8)
Stopp, das mag allgemein gelten. Wenn ich in die Welt schaue, gibt es dafür reichlich Belege. Aber für alle, die aus Gott geboren sind, gilt das nicht: „Wer au...
Jesus ist das Licht
Die Bibelstelle Johannes 8,12 – ausgelegt von Hans-Hagen Zwick.
Licht und Finsternis sind das Thema. Das Gleiche gilt für den Kontext. Der Dunkelfaktor will überwunden werden. Jesus kann das.
Wieviel vom Bösen steckt in mir? Gibt es verborgene Flecken? „Wer kann merken, wie oft er fehlet?“ (Psalm 19,13) Bin ich ein Egoist? Ich bin doch nicht gehässig! Oder nehme ich das gar nicht wahr? Dazu noch ein bisschen Narzissmus? Vielleicht ist sogar etwas Sadismus drin und ich merke das gar nicht?
Kürzlich las ich, dass man diese dunklen Seiten des Menschen messen kann. Wissenschaft...
Ein brennendes Herz für Jesus
Die Bibelstelle Lukas 24,32 – ausgelegt von Silke Stattaus.
In meiner Küche hängt ein Bild. Eine inzwischen verstorbene Kollegin hat es gemalt, nach einer Vorlage der Künstlerin Janet Brooks-Gerloff. Eine karge Landschaft in Israel, ein langer Weg, zwei Wanderer. Neben ihnen geht eine dritte Gestalt, nur mit wenigen Strichen angedeutet.
Das Bild erzählt die Geschichte der sogenannten Emmaus-Jünger, der Freunde von Jesus. Kurz nach seiner Kreuzigung sind die beiden unterwegs nach Emmaus, einem kleinen Ort nahe Jerusalem. Sie sprechen über die vergangenen Tage. Ihre Traurigkeit kennt keine Grenzen: Jesus ist gekreuzigt worden. Und gerade a...
Das Ziel im Blick
Die Bibelstelle Hebräer 12,1-2 – ausgelegt von Silke Stattaus.
Es ist viele Jahre her zu DDR-Zeiten. Durch ein kleines – nein, eigentlich ein großes – Wunder bekommen wir die Möglichkeit, einen nagelneuen Trabbi zu kaufen. Ohne zwölf Jahre Wartezeit, wie das damals üblich war. Eine Frau, die uns wohlgesonnen ist, überträgt uns ihre Auto-Anmeldung, weil sie selbst kein Auto mehr braucht.
Unsere Freude ist riesig. Allerdings liegt meine Fahrschulprüfung schon einige Zeit zurück. Fahrpraxis habe ich kaum. Also muss ich wieder üben. Im normalen Straßenverkehr klappt das ganz gut. Wenn da nur nicht die vie...
Empfangen und Geben
Die Bibelstelle 2. Korinther 9,8 – ausgelegt von Detlef Garbers.
Über Geld reden ist in Deutschland nicht einfach. Vor allem wenn es um das eigene Geld geht. In vielen Familien kennt zwar das Finanzamt das Einkommen der Familie, aber untereinander weiß der eine nicht vom anderen, wieviel Geld verdient und wofür es ausgegeben wird.
In der Bibel wird sehr häufig über Geld und über den Gebrauch des Geldes gesprochen. Da ist von Armen und Reichen die Rede, von Menschen, die hilfsbedürftig sind und solchen, die im Überfluss leben. Pauschal betrachtet gehört Deutschland zu den reichen Ländern dieser...
Wenn alles zu viel wird …
Die Bibelstelle Josua 1,9 – ausgelegt von Detlef Garbers.
„Ich schaffe das nicht.“ „Mir wird alles zu viel.“ Kennen Sie dieses Erleben, dass einem die Arbeit oder Verantwortung über den Kopf wächst? Und mit diesem Gefühl schleicht die Angst in mir hoch, zu versagen oder sogar zusammenzubrechen? Ich kann mich an einige solcher Situationen erinnern. Und auch in der Bibel lese ich von Personen, denen es ähnlich geht. Die Propheten Elia und Jeremia fallen mir ein. Heute würden wir sagen, dass sie in eine Depression geraten sind. Auch Josua ist gefährdet, in so eine Lage hineinzurutschen, denn er steht in...
„Haben Sie Durst nach ewigem Leben?“
Die Bibelstelle Jesaja 55,1 – ausgelegt von Gerhard Weinreich.
„Durst ist schlimmer als Heimweh!“ Dieses Sprichwort klingt übertrieben, stimmt aber, wenn ich ohne ausreichenden Wasservorrat in der Wüste unterwegs bin! Die Gefahr einer Kreislaufschwäche ist groß. Oder gar einer Fata morgana, einer Sinnestäuschung zu erliegen: Wasser zu sehen und zu hören, das es gar nicht gibt! Vor vielen Jahren machte ich in Israel bei großer Hitze eine Wanderung von Jerusalem hinunter nach Jericho mit. Unterwegs wurden wir ständig gemahnt: „Leute, trinkt, trinkt, trinkt!" Als wir nach viereinhalb Stunden unser Ziel erreichten, stürmten wir den großen Straße...
Gottes „Muss“ hat göttliche Ziele!
Die Bibelstelle Apostelgeschichte 27,23-24 – ausgelegt von Gerhard Weinreich.
Vielleicht sind Sie eben darüber gestolpert, dass der Engel Gottes zu Paulus sagte: „Du musst vor den Kaiser gestellt werden!“ Und haben sich gefragt: “Gibt es denn so ein göttliches Muss?“ Menschen beklagen sich oft: „Warum musste gerade ich so schwer erkranken?“ Oder: "Warum musste gerade ich so einen herben Verlust erleiden?" Es gibt ähnliche Fragen – meistens ohne Antwort. Ich bekam eine für mich als 25-jähriger Vikar beim ersten Hausbesuch in meiner ersten Gemeinde: einem alten Ehepaar, das in erbärmlichen Verhältnissen lebte! Die Frau klagte mir auch gleich...
Menschenfischen
Die Bibelstelle Lukas 5,5 – ausgelegt von Hans-Martin Richter.
Fischers Fritz fischt frische Fische. Der Zungenbrecher gehört zum Volksgut.
Es gibt eine weitere Redensart mit „fischen“, die kein Zungenbrecher – aber erklärungsbedürftig ist: Menschenfischen
Dieses Wort aus der Bibel bedeutet, die christliche Botschaft auf mutige Weise bekannt zu machen.
Das Neue Testament berichtet, wie ein Fischer namens Petrus zu einem Menschenfischer wird. Er sollte Frauen und Männer aus seinem Umfeld in die Gegenwart Gottes ziehen. Sie ließen sich taufen, veränderten ihr Leben und sammelten sich später in christlichen Gemeinden.
<...Das Gefühl: Ich bin ausgeliefert
Die Bibelstelle Psalm 138,7 – ausgelegt von Hans-Martin Richter.
Kennen Sie das auch? Das Gefühl einer Übermacht ausgeliefert zu sein, die Sie in die Enge treibt? Sie weichen zurück, aber die Gefahr kommt immer näher.
Dann spüren Sie plötzlich, dass es nicht mehr weitergeht. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, während die Bedrohung weiter auf Sie zukommt.
Die Bibel nennt das Bedrängnis. Martin Luther übersetzte dieses Wort oft mit Angst.
Angst kann selbst Auswirkungen auf meinen Körper haben:
Wenn das Herz immer schneller schlägt oder...Jesus ist Jude
Die Bibelstelle Apostelgeschichte 13,23 – ausgelegt von Jutta Schierholz.
Shabbat Shalom! Heute ist Samstag. Heute haben unsere jüdischen Mitbürger ihren Ruhetag. Ich freue mich, dass es in unserem Land jüdische Gemeinden gibt. Denn das Judentum ist die Grundlage des Christentums. Jesus ist Jude, ebenso wie Paulus, von dem der Lehrtext der heutigen Losung der Herrnhuter Brüdergemeine stammt. Dieser Vers steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 13, Vers 23. Dort steht: „Aus Davids Geschlecht hat Gott, wie er verheißen hat, Jesus kommen lassen als Heiland für das Volk Israel.“
Paulus spricht diese Worte im Rahmen eines jüdischen Go...
Halt auf freier Strecke
Die Bibelstelle Psalm 27,14 – ausgelegt von Jutta Schierholz.
Neulich ist es wieder mal passiert. Ich saß im ICE, ich war unterwegs von Berlin in meine Heimat im Südwesten. Wir waren schon mit einiger Verspätung losgefahren, und irgendwo zwischen Erfurt und Fulda blieb der Zug dann einfach auf freier Strecke stehen. Es gab lange keine Durchsage, und so standen wir da, schauten hinaus auf die Wiesenblumen am Waldrand, und wussten nicht, was los war. Irgendwann kam dann doch die Durchsage: die Weiterfahrt verzögert sich, denn die Lokführerin wartet darauf, dass die Zentrale ihr den aktualisierten Fahrplan schickt...
Nach der Wahl ist vor der Wahl
Die Bibelstelle 5. Mose 30,9 – ausgelegt von Roberto Tappert.
Die heutige Losung der Herrnhuter Brüdergemeine ist ein wunderbarer Zuspruch Gottes: „Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben in allen Werken deiner Hände.“ Ich finde sie im 5. Buch Mose, Kapitel 30, Vers 9. Meine Arbeit wird gelingen und ich werde mit meinem Tun erfolgreich sein. Das schafft Zufriedenheit und Wohlstand; ich kann sicher und ruhig leben. Doch mein Alltag sieht oft anders aus. Diese Zusage Gottes schaue ich mir genauer an, um sie richtig einordnen zu können. Denn der zitierte Satz ist nur ein kurzer Ausschnitt aus einer langen Red...
Zweifeln, ohne zu verzweifeln
Die Bibelstelle Lukas 7,22 – ausgelegt von Roberto Tappert.
Es gibt Zeiten im Leben, in denen ich verunsichert bin und mich Zweifel überkommen. Dann habe ich mehr Fragen als Antworten. Auch Starke kommen in Situationen, in denen sie schwach sind. Mutige sind nicht immer tapfer, Kluge wissen mal nicht weiter und Heitere sind nicht immer fröhlich. Das geht Christen nicht anders. In meinem Leben gab es Zeiten, in denen meine Fragen unbeantwortet blieben und Zweifel an mir nagten: Bin ich noch auf dem richtigen Weg, der mich zum ewigen Ziel führt? Ist Gott noch bei mir? Interessiert es ihn ü...
„Darf‘s ein bisschen mehr sein?“ – Wie Gott mit uns umgeht
Die Bibelstelle Ruth 2,12 – ausgelegt von Monika Scherbaum.
„Darf’s ein bisschen mehr sein?“ – diesen Satz höre ich oft beim Metzger. Meist mit einem Lächeln gesagt, leicht, fast nebenbei. Natürlich ist es kein Geschenk, sondern die Frage, ob es ein wenig mehr sein darf, als ich bestellt habe. Und doch hat dieser Satz etwas Freundliches: ein kleines „Mehr“ als notwendig. Ein Wort, das mich an Großzügigkeit erinnert.
Mit diesem Gedanken tauche ich in die Geschichte von Ruth ein. Ihr Weg besteht aus einfachen, treuen Schritten: früh aufstehen, hinaus aufs Feld, Ähren sammeln. Harte Arbeit...
„Was heißt Rühmen?“
Die Bibelstelle Psalm 56,11 – ausgelegt von Monika Scherbaum.
Rühmen ist heute kein Alltagswort mehr. Was bedeutet es? Es ist mehr als danken. Es ist ein inneres Ausrichten. Rühmen heißt: bewusst hervorheben, wertschätzen, sich daran festhalten. Und Gottes Wort rühmen meint Gottes Verheißungen ernst nehmen, sie laut bekennen und Gott dafür danken, noch bevor ich die Erfüllung sehe.
David wiederholt sich hier nicht zufällig. Wenn er sagt: „Gottes Wort“ und „des HERRN Wort“, betont er: Es ist genau dieser Gott, der sich uns persönlich zuwendet, dessen Wort er rühmt. Nicht irgende...
Wer bin ich?
Die Bibelstelle Psalm 139,17 – ausgelegt von Eveline Schubert.
Wer bin ich? Wer bin ich?! Macht mein Beruf mich aus? Bin ich Kaufmann oder Müllwerker, Lehrerin oder Verkäuferin, Abteilungsleiter oder Friseurin, Studentin oder Schüler? Wer bin ich? Bestimmen mich meine Beziehungen? Bin ich vor allem Sohn oder Tochter, Mutter oder Vater, Freundin oder Kumpel? Wer bin ich?
Wichtiger noch als der Beruf und andere Menschen ist das, was Gott über mich denkt. Manchmal erscheint mir Gott weit weg. Doch ich weiß, dieses Empfinden geht an der Wirklichkeit vorbei. Im Alten Testament wird in einem ausführlichen...
Ein Blick für die Menschen
Die Bibelstelle 2. Chronik 30,18-19 – ausgelegt von Eveline Schubert.
Leider wächst Hiskia ohne einen vorbildlichen Vater auf. Hiskias Vater hat zwar den wahren Gott gekannt, sich aber bewusst dafür entschieden, andere Götter zu verehren. Und Hiskias Vater verleitete auch die Menschen in seinem Umfeld, falsche Götter anzubeten. Obwohl Hiskia in seinem Vater kein positives Vorbild findet, handelt Hiskia verantwortungsvoll. Hiskia gebraucht seinen Einfluss, um Menschen zur Verehrung des einen wahren Gottes einzuladen. Als Hiskia 25 Jahre alt ist, wird er König. Er öffnet die lange verschlossenen Türen des Tempels in Jerusalem, damit die Menschen im Haus G...
Aussorgen – wie geht das?
Die Bibelstelle Lukas 12,19-20 – ausgelegt von Martin Knapmeyer.
Haben Sie schon ausgesorgt für den Rest Ihres Lebens? Haben Sie Ihr Dasein so organisiert, dass Sie sich keine Sorgen mehr zu machen brauchen und das Leben einfach nur noch genießen können?
Jesus erzählt uns von einem Mann, der meinte, er hätte das geschafft. Einem reichen Bauern. Der sieht: Die Ernte von meinen Äckern wird in diesem Jahr sehr gut ausfallen. Ich habe gar nicht genug Platz in meinen Scheunen, um den riesigen Ertrag darin zu lagern. Was soll ich tun? Ich werde meine je...
Auf die Auferweckung hoffen – durch Christus
Die Bibelstelle 1. Korinther 15,20 – ausgelegt von Martin Knapmeyer.
Bei einer Umfrage 2023 in Deutschland fragte man Menschen: „Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?“ 43 % antworteten: „Wahrscheinlich nicht“ oder „Auf keinen Fall“. 41 % sagten: „Auf jeden Fall“ oder „Wahrscheinlich schon.“[1] Die übrigen gaben keine Antwort oder sagten: „Weiß nicht“. Fast die Hälfte derer, die auf die Frage eine Antwort gaben, konnten also mit einer Ewigkeitshoffnung etwas anfangen.
Interessant wäre es zu erfahren: „Warum glauben Menschen, dass es nach dem Tod weitergeht? Wie begründet sich die Hoffnung von Menschen auf Weiterleben nach dem Tod?“ Das geht aber aus den Umfrage-Ergebnissen nicht h...
Ein Loblied auf den Herrn!
Die Bibelstelle 2. Mose 15,11 – ausgelegt von Birgit Wolfram.
Als ich im Januar die Anfrage bekam, eine Kurzandacht für den heutigen Tag zu schreiben, hüpfte mein Herz! Warum? Weil dieses Losungswort mich begeistert:
HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?
Zuerst dachte ich, das ist ein Vers aus den Psalmen. Aber nein, dieses Lob steht im zweiten Buch Mose, Kapitel 15, Vers 11.
Es ist Mose selbst, der so überschwänglich und voller Staunen seinen Herrn lobt!
...Habt Geduld mit allen!
Die Bibelstelle 1. Thessalonicher 5,14 – ausgelegt von Birgit Wolfram.
Die Kassenschlange beim Aldi ist endlos.
Heute will gefühlt jeder etwas von mir. Der Pfarrer hört überhaupt nicht mehr auf zu predigen. Und die Kinder trödeln besonders lange.
Ich kenne solche Situationen. Wenn ich innerlich immer ungeduldiger werde und nervöser. Wenn der Stresspegel steigt und ich weiß: Wenn es jetzt nicht vorwärts geht, explodiere ich gleich….
Es sind ja fast immer Menschen, die nerven. Im Alltag, in der Familie und auch in der Gemeinde. Ich wende dann gerne das erste Hilfe Gebet an: Herr, gib mir Geduld. Und zwar sofort!
Um Geduld geht es heute a...
Der Geist kommt. Und plötzlich verstehen die Leute einander!
Die Bibelstelle Apostelgeschichte 2, 5.7.11 – ausgelegt von Jürgen Werth.
Wir verstehen einander nicht. Manchmal nicht mal uns selber. Dem österreichisch-amerikanischen Psychologen Paul Watzlawick schreiben viele den Satz zu: „Das Missverständnis ist der Normalfall der Kommunikation.“ Was an der Sprache liegt. Oder an der Kultur. Oder an unseren Persönlichkeiten - oder an allem zusammen.
Und was hat das mit Pfingsten zu tun? Passen Sie auf. Ganz viel. Pfingsten nämlich heißt:
Der Geist kommt. Und plötzlich verstehen die Leute einander!
Der Geist nämlich löst die Zunge und macht sprachfähig.
Er öf...
Heilger Geist, kehr bei uns aus! O Heilger Geist , kehr bei uns ein!
Die Bibelstelle Apostelgeschichte, 2, 2.4 – ausgelegt von Jürgen Werth.
O Heilger Geist, kehr bei uns aus!
O Heilger Geist, kehr bei uns ein!
Dieses Fest hat es wahrlich nicht leicht bei uns. Fast niemand weiß, was Christen denn da feiern. Entsprechend reimte ein Berliner Privatsender vor Jahren:
„Pfingsten - sind die Geschenke am geringsten.“
Klar, wir legen nichts unter den Weihnachtsbaum und wir verstecken keine Eier - aber Geschenke am geringsten? Wir erinnern uns an Pfingsten daran, dass Gott uns seinen Geist schenkt. Und das ist nun wirklich nicht wenig. Weihnachten schenkt er uns s...
Gott, ich verstehe dich nicht!
Die Bibelstelle Hiob 37,5 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.
Ich habe früh gelernt, dass ich darauf achten muss, wer was sagt. Sicher geht es Ihnen ähnlich. Sie wissen, dass das Wort mancher Leute Gewicht hat, während sie auf das von anderen nicht so sehr achten müssen.
Warum ist das so? Nun, es kann sein, dass jemand in der Unternehmenshierarchie über mir steht und deshalb weisungsbefugt ist. Zugegebenermaßen ist das die schwächste Form von Autorität, aber sie ist real und deshalb muss ich hinhören. Es kann aber auch sein, dass jemand über große Erfahr...
Ein unfassbares Privileg
Die Bibelstelle Johannes 16,27 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.
„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“, heißt es. Und: „Der letzte Eindruck bleibt“.
Demnach haben letzte Worte besonderes Gewicht. Sie bleiben in Erinnerung. Es spielt keine Rolle, ob sie auf dem Bahnsteig, vor dem Sicherheitsbereich eines Verkehrsflughafens oder am Krankenbett gesprochen werden. Was zählt, ist das, was gesagt wird.
Sehr häufig fallen dann Sätze wie „Pass auf dich auf.“ „Bleib gesund.“ „Melde dich, wenn du gut angekommen bist.“ Oder: „Ich hab dich lieb.“
Ist das nicht bemerkenswert? Wenn wir den Eindruck haben, da...
Am Ende das Lob
Die Bibelstelle Psalm 150,2 – ausgelegt von Renate Schmidt.
Am Ende der Psalmen steht diese Aufforderung zum Lob Gottes; mit schöner Musik, mit Harfen und Posaunen…: „Lobet Gott für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!“ (Psalm 150,2)
Und ich denke daran, wie auch am Ende der Bibel in der Offenbarung so ein Lob Gottes beschrieben ist: am Ende der Welt verbeugen sich Menschen vor dem Lamm auf dem Thron und singen: „Du bist würdig, Lob zu bekommen…“ (z. B. Kapitel 5)
Am Ende der Psalmen und am Ende der Welt steht das Lob. Zwischendurch m...
Ich möchte etwas sehen von der Kraft Gottes!
Die Bibelstelle Markus 16,20 – ausgelegt von Renate Schmidt.
Die Jünger gehen also los und laden andere ein zu Jesus. Und da passiert was: der Herr wirkt mit ihnen und bekräftigt das Wort durch die mitfolgenden Zeichen. Diese Zeichen werden vorher genannt: Dämonen austreiben, in neuen Sprachen reden, gefährliche Schlangen und tödliches Gift schaden ihnen nicht, Kranke werden gesund … Man konnte damals etwas sehen von der Kraft Gottes!
Das macht mich so sehnsüchtig! Oh, ich möchte auch etwas sehen! Bekümmert schaue ich zurück auf meinen aktiven Dienst – und sehe vor allem „Rück...
Formbar
Die Bibelstelle Jesaja 64,7 – ausgelegt von Dagmar Janssen.
„Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.“ – (Jesaja 64,7)
Diese Erkenntnis formuliert der Prophet Jesaja im Namen des Volkes Gottes. Sie ist eingebettet in dem Bekenntnis, in der Vergangenheit selbstsüchtige Wege gegangen zu sein und die eigene Gerechtigkeit als Maßstab des Handelns genommen zu haben. Israel steht schuldbeladen vor Gott und greift nach des Töpfers Hand, wie nach einem rettenden Strohhalm.
Und wer kennt das nicht von sich: Ein falsches Wort, ein Feh...
Meine Ehre oder Gottes Ehre
Die Bibelstelle Johannes 7,18 – ausgelegt von Dagmar Janssen.
„Wer von sich aus redet, sucht die eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig …“ Johannes 7, 18
Es ist ein Satz, der unbequem ist. Denn wenn ich ehrlich bin, steckt in mir dieser Wunsch: gesehen zu werden. Anerkannt zu werden. Gelobt zu werden. Gerade dort, wo ich mich engagiere – im Beruf, in der Familie, in der Gemeinde. Vielleicht sogar besonders dort. Denn wer viel gibt, möchte auch wahrgenommen werden.
Aber Jesus legt hier den Finger auf einen wunden Punkt: Worum geht e...
Aussicht auf Rettung
Die Bibelstelle Psalm 30,4 – ausgelegt von Andrea Hoppstädter.
„Rettung in letzter Sekunde.“ In Büchern und Filmen sorgen solche dramatischen Szenen für jede Menge Nervenkitzel. Ein entsprechendes reales Ereignis lässt natürlich den Atem erst recht stocken. Wie gut, wenn es nach einer geglückten Rettung endlich wieder ein Aufatmen gibt.
Um eine Rettungsaktion geht es auch in Psalm 30, Vers 4: „HERR, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren.“
Aber halt! Ist da die letzte Sekunde nicht schon überschritten? Ist tot nicht tot, und dam...
Hochmut kommt vor dem Fall
Die Bibelstelle 1. Petrus 5,5 – ausgelegt von Andrea Hoppstädter.
„An einem Morgen saß ein Rabe mit einem gestohlenen Stück Käse im Schnabel auf einem Ast, wo er in Ruhe seine Beute verzehren wollte. Zufrieden krächzte der Rabe über seinen Käse. Dies hörte ein vorbeiziehender Fuchs. Er dachte nach, wie er an den Käse kommen könnte. Endlich hatte er eine hinterlistige Idee.
Freundlich begann der Fuchs den Raben zu loben: „Oh Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum...
Ja, ich will!
Die Bibelstelle Jeremia 50,5 – ausgelegt von Werner Heise.
Ich war junger Familienvater und er schon im Rentenalter, als wir uns kennen lernten. Er fiel mir auf, weil er sich sehr engagierte. Wenn es darum ging, dass die Gemeinde auch außerhalb der Kirchenmauern die gute Nachricht von Jesus bekannt macht, war er dabei. Dass wir mit Gott leben können, weil Jesus die Konsequenzen unserer Abwendung von Gott getragen hat, sollten auch andere hören.
Irgendwann erzählte er mir seine Geschichte. Als Kind war er in der Gemeinde aufgewachsen, hatte sich dann aber entschieden, sein eigenes Leben z...
Gott respektvoll begegnen
Die Bibelstelle Sprüche 23,17 – ausgelegt von Werner Heise.
Kinder zeigen oft deutlicher als Erwachsene, was sie wirklich interessiert und was nicht. Ob sie gelangweilt etwas mitmachen oder mit Feuereifer dabei sind, ist leicht zu erkennen.
Was mich beschäftigt, was mir wichtig ist, nimmt meine Zeit und Energie in Beschlag. Und prägt mich.
Das wussten auch schon die Weisen in alttestamentlicher Zeit und mahnten:
„Dein Herz eifre nicht gegen die Sünder, sondern jederzeit nach der Furcht des HERRN.“ (Sprüche 23,17) Mit anderen Worten: Sei nicht neidisch auf die, die nicht nach Gott fr...
Geborgen in Gottes Händen
Die Bibelstelle Lukas 23,46 – ausgelegt von Bernhard Berends.
Meine Hände sind doch ein Wunderwerk, sehr beweglich, nach allen Seiten hin drehbar. Mit meinen Händen kann ich etwas festhalten, etwas ergreifen. Ich kann sie auch zu Fäusten ballen und damit zuschlagen. Mit meinen Händen kann ich jemanden herunterdrücken und erniedrigen. Ich kann sie auch jemandem hinhalten und ihm helfen, sich aufzurichten. Ich kann auch die Hände formen, um darin etwas aufzubewahren. Mir steht dabei das Bild eines Küken vor Augen, das in der Mulde zweier Hände geborgen ist.
Auch im übertragenen...
Gebet gefragt
Die Bibelstelle Jakobus 5,16 – ausgelegt von Bernhard Berends.
„Alles Beten hat nichts genützt“, sagte mir ein Mann. Erst kürzlich war sein Schwager verstorben, mit 48 Jahren nach einem schweren Krebsleiden.
„Wir haben so sehr gehofft und gebetet, dass er die Krankheit übersteht und wieder gesund wird, aber es hat alles nichts geholfen“, fuhr mein Gesprächspartner fort.
Waren die Gebete wirklich umsonst gewesen? Oder war nicht lange genug oder intensiv genug gebetet worden?
An dieses kurze Gespräch dachte ich, als ich über den Bibeltext aus dem Neuen Testament nachdachte, der für heute im Losungsb...