Unter Verdacht – der Schweizer Crime-Podcast
Raub, Mord oder Erbstreit: In diesem Podcast sprechen wir über Kriminalfälle, die die Schweiz bewegt haben. Jeden Monat erscheint ein neuer Fall, der über drei Folgen erzählt wird. Abonnent:innen von Tages-Anzeiger, Berner Zeitung und Basler Zeitung hören die Folgen exklusiv vorab.
Tod einer Millionärin (2/5): Im goldenen Käfig
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Eine reiche Rentnerin liegt blutüberströmt in ihrer Villa - getötet von ihrer Tochter. Vor Gericht sagt diese später: «Ich war ein Monster.» Was ist passiert? Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Und was treibt einen Menschen an den Punkt, die eigene Mutter umzubringen?
In Folge 2: Andrea K. (Name geändert) wächst ohne Freundinnen auf, die...
Tod einer Millionärin (1/5): Bluttat in der Villa
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Es ist eine Welt, in der Luxus und Geld eine zentrale Rolle spielen. Es geht um edle Dressurpferde, teure Immobilien, ein Millionenerbe. Und es geht um ein brutales Tötungsdelikt.
Andrea K. (Name geändert) wächst im goldenen Käfig auf. Ihre Mutter, eine Millionärin aus dem Luzerner Hinterland, bindet sie eng an sich und kontrolliert sie mit Geld. Die...
Trailer: Tod einer Millionärin
Eine reiche Rentnerin liegt blutüberströmt in ihrer Villa - getötet vom eigenen Kind. Was trieb die Tochter Andrea K.* an, ihre Mutter brutal umzubringen? Ist sie ein «Monster», wie sie vor Gericht sagt? Oder war es eine Verzweiflungstat?
In der 5-teiligen Podcast-Serie «Tod einer Millionärin» rekonstruieren die Journalistinnen Anielle Peterhans, Catherine Boss und der Journalist Roland Gamp ein aussergewöhnliches Tötungsdelikt im Kanton Luzern. Es geht um ein Millionenerbe, um eine Kindheit im goldenen Käfig, um Verzweiflung – und Gewalt. Um die Frage, wie eine Frau dazu kommt, ihre eigene Mutter zu töten. Und ob...
Bonus: Missbrauch durch Ex-Politiker - Betroffene erzählen von ihrem Martyrium
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«Unter Verdacht» Live: Am 5. Oktober zeichnen wir den Podcast live im Kaufleuten in Zürich auf. Wir verlosen 5x2 Tickets für den Live-Podcast. Schreibt uns für die Teilnahme eine E-Mail mit dem Betreff «Unter Verdacht» an podcasts@tamedia.ch. Alle Infos findet ihr hier.
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Schon nächste Woche hört ihr hier bei «Unter Verdacht» den Anf...
Der fast perfekte Steuerbetrug
Im Juni erscheinen anstelle einer dreiteiligen True-Crime-Serie zu einem Schweizer Kriminalfall ausnahmsweise drei Einzelfolgen zu jeweils einem Fall.
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An einem Septembermorgen im Jahr 2022 findet im Breitenrainquartier in der Stadt Bern ein Polizeieinsatz statt. Eine Einheit der Berner Kantonspolizei verschafft sich Zutritt zur obersten Wohnung eines Mehrfamilienhauses – und beginnt mit der Durchsuchung.
Die Ermittlerinnen und Ermittler der Kantonspolizei beschlagnahmen unter anderem 20 Luxusuhren, 19 Pelzmäntel, 25 Gürtel und Foulards von Luxusmarken, 214 teure Handtaschen, Reisetaschen und Portemonnaies, 63 Kisten Wein, 21 Goldvreneli, mehrere Tausend Franken Bargeld, 7 Goldbarren, Schlüssel für drei Autos – und Auszüge von Bankkonten mit über...
Der eskalierte Streit um ein totes Reh
Im Monat Juni erscheinen anstelle einer dreiteiligen True-Crime-Serie zu einem Schweizer Kriminalfall ausnahmsweise drei Einzelfolgen zu jeweils einem Fall.
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An einem Donnerstagmorgen im Oktober 2022 treffen in der Zürcher Gemeinde Zumikon zwei Spaziergänger aufeinander. Sie sind beide mit ihren Hunden unterwegs. Dann taucht aus dem Wald ein Reh auf. Die Hunde greifen das Reh an. Es folgt eine hektische Szene: Die Hundehalter versuchen, ihre Tiere vom Reh zu trennen. Das gelingt ihnen schliesslich und das Reh kann flüchten.
In diesem Moment ahnt jedoch noch niemand, dass dieser Vorfall den einen Hundehalter teu...
Die falsche Schamanin
Im Monat Juni erscheinen anstelle einer dreiteiligen True-Crime-Serie zu einem Schweizer Kriminalfall ausnahmsweise drei Einzelfolgen zu jeweils einem Fall.
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Im Oktober 2024 trifft Petra* (Name geändert) auf eine Frau, die sich als Schamanin ausgibt. Sie sagt, sie könne Petras schwer krankem Mann helfen. Und sie behauptet, besondere Kräfte zu besitzen, spricht von Flüchen und Reinigungszeremonien. Für Petra ist es ein letzter Hoffnungsschimmer in einer scheinbar verlorenen Situation.
Doch hinter dem mystischen Schauspiel steckt eine systematische Betrugsmasche. Schon früher soll die angebliche Schamanin mehrere Menschen auf ähnliche Weise betrogen haben –...
Der Meisterschwindler aus dem Heidiland (3/3)
Sechs Jahre lang hat Steven Heidegger dem bekannten Politiker Fritz Schiesser diverse Lügen aufgetischt. Er hat ihm vorgeschwindelt, gesundheitliche und familiäre Probleme zu haben – und dafür Geld zu brauchen. Das zeigt unsere exklusive Recherche.
In dieser Zeit hat Heidegger dem Ex-Politiker alles abgenommen. Sogar seine Häuser hat er verkauft, um seinem Geliebten Geld zu überweisen.
Als Nächstes nimmt sich Steven Heidegger die millionenschwere Sandoz-Stiftung vor. Auf nicht restlos geklärten Wegen gelangt er an vertrauliche Dokumente der Stiftung. Damit versucht er, verschiedene aktuelle und ehemalige Mitglieder des Stiftungsrats zu erpressen.
Doc...
Der Meisterschwindler aus dem Heidiland (2/3)
Auf einer Dating-Website für schwule und bisexuelle Männer lernt Steven Heidegger 2018 Fritz Schiesser kennen. Schiesser, der gerade pensionierte Anwalt und Politiker, beginnt eine Beziehung mit dem 25-jährigen Heidegger.
Was Schiesser nicht weiss: Heidegger will Geld von ihm – und zwar ziemlich oft. Immer wieder erfindet Heidegger neue Probleme: finanzielle, gesundheitliche, familiäre. Und immer kann nur Fritz Schiesser die Probleme seines Geliebten lösen – mit Geld.
Fritz Schiesser verliert sieben Millionen Franken
Innerhalb von sechs Jahren nimmt Steven Heidegger dem ehemaligen Ständerat Schiesser auf diese Weise alles ab. Schiesser verkauft sogar sein...
Der Meisterschwindler aus dem Heidiland (1/3)
Die kriminelle Laufbahn von Steven Heidegger beginnt harmlos. Mit 15 Jahren bricht er die Realschule ab. In der Berufslehre in einer Autogarage schwindelt er seine Vorgesetzten an, fälscht Dokumente, lässt Ersatzreifen oder Nummernschilder mitgehen. Doch dabei bleibt es nicht: Später entwendet er Schmuck und überfällt einen Goldschmied.
Für den Überfall wird er zwar verurteilt und muss ins Gefängnis. Doch kaum ist er wieder draussen, macht Steven Heidegger weiter und entwickelt neue Maschen: Der junge, gut aussehende Mann meldet sich auf Datingseiten für schwule und bisexuelle Männer an – und findet dort Opfer.
<...Caroline H. – die Parkhausmörderin (3/3)
Seit 1998 sitzt Caroline H. im Frauengefängnis JVA Hindelbank. Über 15 Jahre in strenger Isolation mit minimalen sozialen Kontakten. Währenddessen wird vor Gericht darüber diskutiert, ob ihre Verwahrung in eine stationäre Therapie umgewandelt werden soll. Der Prozess zieht sich über Jahre. Neue Gutachten, neue Anhörungen, neue Entscheide.
In der JVA kommt es unterdessen zu ersten Lockerungen für Caroline H.. Ausgelöst unter anderem durch eine Kritik der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter, welche die Bedingungen in der JVA als «menschenunwürdig» bezeichnete. Caroline H. erhält begleitete Ausgänge, regelmässige Psychotherapie u...
Caroline H. – die Parkhausmörderin (2/3)
Caroline H. ist knapp volljährig, als sie ihre ersten Kleindelikte begeht. Sie schlitzt Autoreifen auf und stiehlt Portemonnaies, legt erste Brände. Schon zu dieser Zeit äussert sie Gewaltfantasien, droht Menschen zu verletzen, sie gar zu töten. 1991 begeht sie ihren ersten Mord – den Mord im Parkhaus Urania. Ihrer Aussage zufolge habe sie das «Klackern der Absatzschuhe» in Rage versetzt – und sie wollte die Frau erschrecken.
Nach ihrer Festnahme wird Caroline H. als gefährlich und untherapierbar eingestuft. Sie erhält vor Gericht eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und anschliessende Verwahrung. Dafür wird sie in der JVA Hindelbank...
Caroline H. – die Parkhausmörderin (1/3)
Zürich, 5. Juli 1999: Die Stadtpolizei Zürich und die Staatsanwaltschaft Zürich laden zur Pressekonferenz. Sie verkünden: Man habe zwei der aufsehenerregendsten Tötungsdelikte der vergangenen Jahre geklärt. Endlich.
Die beiden Zürcher Fälle liegen Jahre zurück: 1991 wird im Urania-Parkhaus am helllichten Tag eine 29-jährige Frau erstochen. 1997 stirbt beim Chinagarten eine 61-jährige Spaziergängerin nach mehr als 30 Messerstichen. Die beiden Fälle werden zu sogenannten Cold Cases.
Bis eine Frau in einer psychiatrischen Klinik von «Albträumen» erzählt. Sie sagt, sie habe wiederkehrend von Messerangriffen geträumt. Messerangriffe auf Frauen – in ei...
Der Nasenwegmord (3/3)
Raphael M. ist rückfällig geworden. Trotz stationärer therapeutischer Massnahme, trotz mehrerer problemlos verlaufener Freigänge und Lockerungen hat er am 8. August 2024 auf seinem unbegleiteten Freigang wieder eine Frau getötet, wieder am Nasenweg, wieder mit einem Messer als Tatwaffe. Zehn Jahre nachdem er bereits zwei Frauen getötet und einen weiteren Mann schwer verletzt hatte.
Hätte man diesen Rückfall verhindern können? Haben die Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Raphael M. falsch eingeschätzt? Wie schätzt man die Rückfallgefahr bei psychisch kranken Straftätern möglichst genau ein? Und wie geht das Basler...
Der Nasenwegmord (2/3)
Am Nasenweg im Basler Breitequartier kommt es am Nachmittag des 8. August 2024 zu einem Tötungsdelikt im Treppenhaus eines Wohnhauses.
Rund 24 Stunden später nimmt die Polizei einen Tatverdächtigen fest. Es handelt sich um Raphael M., einen 32-jährigen Schweizer aus Basel. Er soll am Vortag die 75-jährige Frau am Nasenweg mit einem Messer getötet haben.
Zum Tatzeitpunkt befand sich Raphael M. auf einem unbegleiteten Freigang. Er hätte um 17 Uhr auf die geschlossene Abteilung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) zurückkehren sollen.
Raphael M. hatte bereits zwei Menschen getötet
Der Nasenwegmord (1/3)
Im Breitequartier am östlichen Rand Grossbasels bricht am Nachmittag des 8. August 2024 Hektik aus. Es läuft ein grosser Polizeieinsatz, Rettungskräfte sind vor Ort, die Strassen und Gassen rund um den Nasenweg sind grossräumig abgesperrt.
Im Treppenhaus eines Wohngebäudes, zwischen Hochparterre und erstem Obergeschoss, liegt blutüberströmt eine ältere Frau. Sie weist offensichtliche Schnitt- und Stichverletzungen auf. Die Rettungskräfte können nur noch ihren Tod feststellen.
Eine Tote am Nasenweg und ein Vermisster in der Psychiatrie
Es beginnen die üblichen Prozesse: Spurensicherung, Befragungen, Ermittlungen – bis am späten Nachmittag bei der Polize...
Menschenhandel im Stadtquartier (3/3)
Vier Tage lang arbeitet Abby* (Name geändert) unter prekären Bedingungen in einer Mietwohnung im Berner Monbijouquartier. Dann klingelt es plötzlich an der Tür.
Vor der Wohnung steht die Kantonspolizei Bern. Sie befreit die Frauen aus ihrem Martyrium und nimmt das Zuhälterpaar, Herr L. und Frau Z.* (Namen geändert), fest. Schnell wird klar: Es handelt sich um qualifizierten Menschenhandel – ein Delikt, das in der Schweiz keine Seltenheit ist. Für die Behörden bleibt der Kampf dagegen schwierig.
Was geschieht mit den Tätern? Warum ist es für die Behörden so...
Menschenhandel im Stadtquartier (2/3)
Bis zu zehn Freier am Tag, Sexualpraktiken gegen ihren Willen und eine strenge Überwachung. Das erlebt Abby* (Name geändert) seit Tag eins ihrer Ankunft in einer Mietwohnung in Bern. Heute weiss man: Sie ist nicht das einzige Opfer des Zuhälterpaars.
Herr L.* und Frau Z.* (Namen geändert) haben über 70 weitere Frauen aus China angeworben. Neben Abby sind 9 davon ebenfalls in die Schweiz gereist. Die Rekrutierung der Frauen hatte System.
Wie funktioniert der chinesische Menschenhandel? Wie unterscheidet er sich von anderen Ländern? Was bedeutet die Verschiebung der Sexarbeit von Bordellen in Airbnb-Wohnungen für di...
Menschenhandel im Stadtquartier (1/3)
Im November 2021 erhält die damals 26-jährige Chinesin Abby* (Name geändert), eine Nachricht auf der chinesischen Plattform WeChat. Es geht um ein Jobangebot. Der Absender, Herr L.* (Name geändert), verspricht ihr ein lukratives Einkommen mit erotischen Massagen – in der Schweiz.
Zu diesem Zeitpunkt steckt Abby zu Hause in China in einer finanziellen und sozialen Notlage. Die strikten Covidmassnahmen in ihrem Heimatland schränken ihr Leben zusätzlich stark ein. Das Inserat klingt harmlos, das Angebot wirkt wie ein Ausweg. Abby entscheidet sich für die Reise in die Schweiz. Die Ernüchterung folgt sofort.
Wer i...
Bonus: Denkwürdige Entscheide aus 150 Jahren Bundesgericht
Diese Woche feiert das Bundesgericht sein 150-jähriges Bestehen. Seit 1875 wird in Lausanne Recht gesprochen. Heute fällen die vierzig Richterinnen und Richter am höchstinstanzlichen Gerichtshof der Schweiz rund 7500 Urteile – davon knapp 200 Leitentscheide – pro Jahr. Oft haben diese Urteile einen direkten Einfluss auf den Alltag der Menschen in der Schweiz.
Vom Frauenstimmrecht über die Heiratsstrafe bis zum Bierkartell: In einer Folge des täglichen Podcasts «Apropos» blickt Bundeshausredaktor Quentin Schlapbach auf wegweisende Entscheide des Bundesgerichts zurück. Wie hat sich die Institution in 150 Jahren Geschichte entwickelt? Und welche politische Bedeutung kommt ihr heute zu?
Ihr hört die...
Bonus: Tod in der Psychiatrie
Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) zählen zu den grössten Anbietern psychiatrischer Behandlungen in der Schweiz. Die Patienten sollen individuell und massgeschneidert behandelt werden. So versprechen es die PDAG, die im Besitz des Kantons Aargau sind.
Recherchen des Tamedia-Recherchedesks zeigen nun, dass das nicht immer optimal gelingt. Für manche Patienten endete die Behandlung tragisch: Von 2018 bis 2023 verzeichneten die PDAG 33 «aussergewöhnliche Todesfälle».
Zu konkreten Einzelfällen äussern sie sich nicht. «Wir können aber festhalten, dass sich die PDAG an die international und national geltenden Leitlinien und Empfehlungen halten und wo nötig die Proz...
Bonus: Ein Bub (12) wird zum Hauptzeugen in einem Mordfall
Im Jahr 2022 wird im Könizbergwald im Kanton Bern ein achtjähriges Mädchen ermordet. Unter Verdacht steht die Mutter des Mädchens. Diese wird danach verurteilt, bestreitet die Tat aber bis heute. Es war eines der aufsehenerregendsten Tötungsdelikte der jüngeren Schweizer Geschichte.
Es gibt keinen eindeutigen Beweis für die Schuld der Mutter, aber es gibt unter anderem einen Zeugen: Ein damals zwölfjähriger Junge hat Mutter und Tochter als Letzter gesehen. So wird er zum wichtigsten Trumpf der Ermittlungsbehörden.
Drei Jahre nach dem Mord wehrt sich nun seine Mutter: Ihr Sohn s...
Der Korruptionsfall im Seco (4/4)
Anfang 2014 deckt Christian Brönnimann im «Tages-Anzeiger» einen der grössten Korruptionsfälle in der Schweizer Bundesverwaltung auf. Über 20 Jahre hat Bruno A. öffentliche Aufträge ausgewählten Partnern zugeschanzt und dafür lukrative Gegenleistungen im Wert von gegen zwei Millionen Franken erhalten. Die drei Hauptbeteiligten müssen in Untersuchungshaft, der Vorgesetzte von Bruno A. verliert seinen Job.
Bis der Fall vor Gericht verhandelt wird, vergehen allerdings mehr als sieben Jahre. Erst im August 2021 stehen Bruno A. und die zwei IT-Geschäftsmänner als Hauptangeklagte in Bellinzona vor dem Bundesstrafgericht.
In erster Instanz entscheidet das Gericht auf e...
Der Korruptionsfall im Seco (3/4)
Während über 20 Jahren vergibt der Seco-Beamte Bruno A. IT-Aufträge an die gleichen Firmen. Rund 100 Millionen Franken öffentliche Gelder werden in dieser Zeit also ausgegeben, ohne dass zuvor andere Offerten eingeholt worden sind.
Beinahe kommt Bruno A. damit durch – bis ganz ans Ende seiner beruflichen Laufbahn im Seco. Kurz vor seiner geplanten Frühpensionierung gleist er mit seinen Partnern der IT-Firma ein letztes Geschäft auf. Es geht noch einmal um 14 Millionen Franken.
Doch dann publiziert Christian Brönnimann im Januar 2014 seine Recherche. Das «Königreich» rund um Bruno A. fliegt auf – und fällt in sich zus...
Der Korruptionsfall im Seco (2/4)
Bei seinen Recherchen findet Christian Brönnimann zahlreiche Hinweise auf klare Verstösse gegen das Beschaffungsrecht des Bundes. Die meisten dieser Hinweise stammen aus den letzten Jahren vor seiner Recherche, aus den Jahren 2006 bis 2012.
Doch Brönnimann weiss: Der Beamte Bruno A. arbeitet damals schon seit über 20 Jahren beim Seco. Und seit da hat er auch eine leitende Position inne. Also steigt unser Reporter ins Bundesarchiv. Er durchforstet kistenweise Dokumente – und wird fündig.
Schon in den frühen 90er-Jahren gibt es konkrete Hinweise auf krumme Geschäfte von Bruno A. – unter anderem wegen einer Feriensiedl...
Der Korruptionsfall im Seco (1/4)
Es ist das Jahr 2012, als unser Reporter Christian Brönnimann sieben ganz normale journalistische Anfragen per E-Mail verschickt. Er ahnt damals nicht, dass ihn diese Anfragen mehr als zwei Jahre beschäftigen werden. Dass daraus eine Riesengeschichte wird. Eine Geschichte über geheime Treffen, exklusive Reisen, Geld in Couverts und auf versteckten Bankkonten – und über geschmierte Aufträge im Umfang von rund 100 Millionen Franken. Die Geschichte von einem der grössten Korruptionsfälle in der Schweizer Bundesverwaltung.
Brönnimann will wissen, wie viele Beschaffungen die Departemente getätigt haben, ohne sie zuvor öffentlich ausgeschrieben zu haben. Aus geschwärzten Dokumen...
Update: Urteil im Fall Travis
Letzte Woche stand der Zürcher Party-Influencer Travis the Creator in Zürich vor Gericht . Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, vier Frauen vergewaltigt und eine weitere Frau sexuell genötigt zu haben. Von einer sechsten Frau soll er ohne deren Zustimmung intime Videos aufgenommen und verbreitet haben.
An der Urteilsverkündung am Freitag sprach das Zürcher Bezirksgericht den Influencer Travis grösstenteils frei . Es sieht die ihm vorgeworfenen Vergewaltigungen und die sexuelle Nötigung nicht als erwiesen an. Einzig die Verletzung der Privatsphäre ist für das Gericht gegeben.
Weil sich die konkreten Fälle zwi...
Ein tödlicher Drogendeal (3/3)
Im Oktober 2022 eskaliert ein Drogendeal in einen Raubüberfall und endet für den 17-jährigen Francis A. tödlich. Drei Jahre später kommt es zur Verhandlung am Bezirksgericht Meilen.
Vor Gericht stehen der Verkäufer Oliver R. wegen vorsätzlicher Tötung, Raufhandels und Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Leon Z., dem versuchter qualifizierter Raub, Raufhandel und Verstoss gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen werden. Er hatte zusammen mit Francis A. den Raub geplant. Der Dealer Lenny N. sagt als Zeuge aus.
Leon Z. ist einerseits das überlebende Opfer, gleichzeitig aber auch der Pl...
Ein tödlicher Drogendeal (2/3)
Im Oktober 2022 eskaliert in Oetwil am See ein Drogendeal innerhalb weniger Minuten: Die beiden Käufer Leon Z. und Francis A. haben von Anfang an geplant, die Dealer Oliver R. und Lenny N. auszurauben, und ziehen kurz vor Mitternacht ihre Waffen – eine Schreckschusspistole und ein Messer.
Ab diesem Moment gibt es unterschiedliche Erzählungen. Klar ist: Es kommt zu einem Gerangel, bei dem alle Beteiligten teils lebensbedrohlich verletzt werden. Drei überleben. Für einen der vier Männer wird noch am selben Abend jede Hilfe zu spät eintreffen.
Wie konnte es so weit kommen? Wer ist...
Ein tödlicher Drogendeal (1/3)
Am Abend des 1. Oktober 2022 schreiben zwei junge Männer auf Whatsapp. Der 19-jährige Leon Z. aus Horgen und der 17-jährige Francis A. aus Thalwil. Sie wollen sich an diesem Abend in Oetwil am See treffen. Es geht um Drogen, um ein halbes Kilogramm Marihuana. Die beiden kennen sich kaum. Francis A. springt an diesem Abend für einen Kollegen ein.
In Oetwil am See treffen sie den 19-jährigen Oliver R. und den 24-jährigen Lenny N., die ihnen das Marihuana verkaufen sollen. Kurz nach Mitternacht soll der Deal in der Küche von Oliver R. abge...
Der Hönggerberg-Mord (3/3)
Die Betroffenheit und die Anteilnahme am Tod von Francesca P. sind gross. Über 800 Personen erscheinen zu ihrer Beerdigung.
Die grosse Frage, die die Angehörigen und die Justiz im Fall Hönggerberg-Mord umtreibt, ist die Frage nach dem Motiv. Warum hat Luis W. Francesca P. kaltblütig erschossen? Kannte er sein Opfer? Und wenn nicht: Wie erklärt er seinen tödlichen Schuss auf Francesca P. vor Gericht?
Redaktorin und Gerichtsreporterin Liliane Minor war am Prozess im August 2009 vor Ort. In der dritten und letzten Folge zum Fall Hönggerberg-Mord erzählt sie, wie Luis W. vor G...
Der Hönggerberg-Mord (2/3)
Am 23. November 2007 wird Francesca P. durch einen Schuss getötet, als sie bei der Bushaltestelle Hönggerberg mit ihrem Freund auf den Bus wartet. Die Polizei geht zunächst davon aus, dass das ein sehr schwieriger Fall werden würde. Doch dann geht es plötzlich schnell.
Bereits zwei Tage nach der Tat nimmt die Polizei einen Verdächtigen fest. Augenzeugen haben zweimal einen jungen Mann vor Ort gesehen. Einmal im Tarnanzug, kurz vor der Tat. Und einmal in ziviler Kleidung, kurz nach der Tat. Es ist Luis W., der am gleichen Tag seine Artillerie-RS abgeschlossen hat.
L...
Der Hönggerberg-Mord (1/3)
Es ist Freitagabend, der 23. November 2007, kurz nach 22 Uhr. Bei der Bushaltestelle Hönggerberg wartet ein jugendliches Paar auf den nächsten Bus. Dann fällt aus der Distanz ein Schuss. Die Kugel trifft die junge Frau. Sie stirbt noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte.
Woher der Schuss kommt und wer ihn abgefeuert hat, ist unklar. Es ist die Geschichte des tragischen Tods eines zufälligen Opfers. Und die Geschichte eines Falls, der sogar auf dem Tisch zweier Bundesräte landet.
Die 16-jährige Francesca P. ist eine aufgestellte junge Frau voller Lebensfreude. Ihr Umfeld beschre...
Der Fall Kneubühl (3/3)
Nach neun Tagen auf der Flucht vor der Polizei wird Peter Hans Kneubühl am 17. September 2010 gefasst. Doch damit findet die Geschichte von Peter Hans Kneubühl noch kein Ende.
Gutachter attestieren ihm eine schwere wahnhafte Störung. Andere Experten sprechen von einer schizoiden Persönlichkeitsstörung. Er selbst lehnt die Diagnose ab und sieht sich als Opfer der Staatsgewalt.
Wie konnte es soweit kommen? Wie geht unsere Gesellschaft mit Personen um, die aus dem Rahmen fallen und als Querulanten gelten? Und was bleibt 15 Jahre später von diesem Fall?
In der dritten und le...
Der Fall Kneubühl (2/3)
Am 8. September 2010 verschanzt sich der bewaffnete Peter Hans Kneubühl in seinem Elternhaus in Biel. Er ist davon überzeugt, dass der Staat ihn tot sehen will. Vor dem Haus steht schon lange ein Grossaufgebot an Polizistinnen und Polizisten. Der Einsatz dauert bereits 11 Stunden.
Spät in der Nacht kommt Bewegung ins Geschehen im Lindenquartier. Peter Hans Kneubühl schiesst auf einen Polizisten und verletzt diesen lebensgefährlich – daraufhin gelingt Kneubühl die Flucht.
Damit beginnt eine der grössten Personenfahndungen der Schweiz. Der Fall beschäftigt die gesamte Schweiz. Biel, insbesondere das Lindenquartier, befindet sich im Ausnahm...
Der Fall Kneubühl (1/3)
Es ist Sonntag, der 8. September 2010. Im Lindenquartier in Biel hat sich ein 67-jähriger Mann im Haus verbarrikadiert. Vor dem Haus steht eine Spezialeinheit der Polizei.
Der Mann glaubt, der Staat sei gegen ihn und man wolle ihn tot sehen. Bei diesem Mann handelt es sich um Peter Hans Kneubühl. Sein Elternhaus soll zwangsversteigert werden. Es ist eine öffentliche Besichtigung vorgesehen. Doch Kneubühl wehrt sich und will das Haus nicht verlassen.
Wer ist dieser Peter Hans Kneubühl? Was steckt hinter seinem Misstrauen gegen den Staat und seinen Verschwörungstheorien? Und wie geht es an...
Der böse Onkel Rainer (3/3)
Nachdem Rainer Rittmeyer am 28. Februar 1970 in seiner Wohnung in Rapperswil erschossen worden ist, bleiben zunächst viele Fragen offen: Stimmt es, dass Rainer Rittmeyer den 17-jährigen Adolf hypnotisiert hat, bevor dieser ihn erschoss? Hat Adolf auf Befehl von Rainer geschossen? Oder aus Wut auf ihn?
Auf der Suche nach Antworten findet Rainer Rittmeyers Nichte, die Kulturjournalistin Lena Rittmeyer, im Staatsarchiv eine Mappe zum Fall. Nur um gleich darauf festzustellen: Sie ist leer. Die Akten zum Fall sind verschwunden.
Auch aus der Familie, die Rainer wegen seiner Homosexualität einst verstossen hatte, weiss niemand mehr zu...
Der böse Onkel Rainer (2/3)
Rainer Rittmeyer starb am 28. Februar 1970 in seiner Wohnung in Rapperswil. Er wurde von einem Bekannten erschossen. In seiner Familie schwieg man lange über den Vorfall und über die Geschichte von Rainer Rittmeyer. Auch, weil er angeblich wegen seiner Homosexualität von seiner Stiefmutter verstossen worden war.
Rund 50 Jahre später will Rainer Rittmeyers Nichte mehr wissen über das, was damals in ihrer Familie wirklich passiert ist: Kulturjournalistin Lena Rittmeyer begibt sich auf die Suche nach Artikeln, Akten und Erinnerungen. Und sie findet heraus: Rainer Rittmeyer wurde zwar verstossen und umgebracht. Aber er war nicht nur Opfer.
Wer...
Der böse Onkel Rainer (1/3)
In der Familie der Kulturjournalistin Lena Rittmeyer gibt es ein Geheimnis. Es geht um ihren Onkel, Rainer hiess er. Schon als Jugendliche wusste Lena, dass es ihn gab. Aber sie erfuhr nie, wer er wirklich war. Und auch nie, was wirklich mit ihm passiert ist.
Das Einzige, was sie über Rainer weiss, hat ihr Vater ihr erzählt: Rainers Stiefmutter hat ihn verstossen, weil er homosexuell war. Eines Tages soll Rainer einen jungen Mann hypnotisiert und ihm den Befehl gegeben haben, ihn zu erschiessen.
Für Lena Rittmeyer ist klar: Die Erzählungen über Rainer in ih...
Der Vierfachmord von Rupperswil (3/3)
146 Tage nach dem brutalen Vierfachmord in Rupperswil nimmt die Polizei Thomas N. fest. Er soll Carla Schauer, ihre beiden Söhne Dion und Davin sowie Simona, die Freundin des älteren Sohnes, getötet haben. Schon kurz nach der Festnahme gesteht er die Tat.
Gleichzeitig beginnt nun die Begutachtung des Täters. Im Zentrum steht die Frage nach dem Motiv: Warum hat Thomas N. diese Bluttat begangen?
Die Staatsanwaltschaft gibt zwei psychiatrische Gutachten über den Mann in Auftrag. Eines davon macht der forensischen Psychiater Josef Sachs. Unser Reporter Thomas Knellwolf hat mit ihm über das erste Treffe...