Input
Dem Leben in der Schweiz auf der Spur – mit all seinen Widersprüchen und Fragen. Der Podcast «Input» liefert jede Woche eine Reportage zu den Themen, die Euch bewegen. Am Mittwoch um 15 Uhr als Podcast, sonntags ab 20 Uhr auf Radio SRF 3.
Notlösung Kinderzimmer: Mit 36 wieder bei den Eltern
16 Jahre hat Vanessa nicht mehr bei ihren Eltern gelebt. Dann, mit 36, zieht sie aus finanziellen Gründen zurück. Plötzlich muss sie ihren Freiraum neu aushandeln. Marut, 33 Jahre alt, findet im «Hotel Mama» Halt und Freiheit. Doch auch bei ihm kehren alte Rollen zurück. Wenn Vanessa nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, verschwindet sie zuerst im Badezimmer. Dort hat sie kurz Ruhe vor den Fragen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Mit 36 lebt sie wieder im Kinderzimmer, weil sie sich während der Pflegeausbildung keine eigene Wohnung mehr leisten kann. «Ihr müsst mich einfach machen lassen», sagt sie. Maru...
Zwei Frauen, ein traditionelles Rollenbild
Katja lebt als Hausfrau und Mutter, weil sie es sich schon immer so vorgestellt hat. Lea nennt sich Tradwife und zeigt ihr traditionelles Leben auf Social Media. Zwei Frauen, die ähnlich leben, aber etwas ganz Unterschiedliches daraus machen. Traditionelle Rollenbilder sind bei jungen Leuten wieder präsent, dies belegen verschiedene Studien. Zeitgleich wird auf Social Media dieses traditionelle Familienmodell zelebriert und zum Lifestyle gemacht. Tiktokerin Lea sagt: «Mein Mann ist der Kopf und ich will ihm ein schönes Zuhause bieten.» Katja lebt ein ähnliches Modell – ohne Social Media: «Es ist schön zuhause, aber es ist nicht immer so einfach.»...
Eizellen einfrieren – Die Tücken des späten Kinderwunsches
Social Freezing verspricht Frauen Zeit für den Kinderwunsch. Doch was steckt hinter dem Eizellen einfrieren und wer trägt die Verantwortung für das späte Kinderglück? «Input» begleitet zwei Frauen und zeigt: Zwischen Selbstbestimmung, Kosten und gesellschaftlichem Druck bleiben viele Fragen offen. Janina lässt mit 30 ihre Eizellen einfrieren – aus Vorsorge, ohne konkreten Kinderwunsch. Neun Jahre später wird sie Mutter: Social Freezing habe «Druck rausgenommen». Auch Léa entscheidet sich mit 36 dafür. Die Hormonbehandlung und Operation erlebt sie als «ungerecht» und fühlt sich bei der Familienplanung alleingelassen. Auch Ethikerin Mélanie Levy sieht «zwei Seiten einer Medaill...
Nackte Haut, Apéro im Keller: Alltag im extremen Sommer
«Einmal habe ich kurzerhand meine Matratze gepackt und in der Waschküche geschlafen.», erzählt Martin aus Bern. Nathalie beobachtet auf der Strasse eine hochschwangere Frau im Bikini. «Wir müssen uns anpassen», sagt die Kulturwissenschaftlerin. «Und zwar schnell.» «Eigentlich ist das die Jahreszeit der Leichtigkeit», sagt Bettina aus Winterthur. «Diesmal fühlte sich die Sonne aber bedrohlich an.» Die Hitze hielt das ganze Land in Atem. Bäuerinnen und Pfleger gerieten in Not, Bauarbeiter ebenso. «Essen, Schlafen, Arbeiten: Der Klimawandel muss auch ein Kulturwandel sein», sagt Christine Lötscher, Kulturwissenschaftlerin an der Uni Zürich. Ein «Input» über das alltägliche Leben in e...
Burnout in der Landwirtschaft: Wenn bauern krank macht
Die Burnout- und Suizidrate in der Landwirtschaft ist deutlich höher als im Rest der Gesellschaft. Das hat viele Ursachen, traditionelle Wertvorstellungen verhindern, dass darüber gesprochen wird. Jetzt brechen zwei junge Bauern dieses Tabu. Pirmin Bötsch, 36, Gemüsebauer am Bodensee, erlebte seinen Zusammenbruch vor sechs Jahren. «Ich fühlte mich für alles verantwortlich, konnte mich nicht abgrenzen», erinnert er sich. Nach Wochen der Erholung kam er wieder auf die Beine, heute nimmt er sich kleine Auszeiten. «Auf dem Feld lege ich mich auf den Boden und schaue einen Kopfsalat an. Das gibt mir Ruhe», lacht er. Auch Ralf Klege...
Wenn Sex schmerzt: Zwei Frauen brechen ein Tabu
Sex sollte schön sein. Für viele Frauen ist er mit Schmerzen verbunden. Ein Tabu: «Manchmal hatte ich das Gefühl, das geht nur mir so.» Zwei Betroffene erzählen, wie sie jahrelang litten, sich selbst hinterfragten und lernten, mit den Schmerzen umzugehen. «Ich war von mir und meinem Körper enttäuscht», erzählt Anna. Jahrelang hatte sie Schmerzen beim Sex. Tanja sagt: «Es fühlte sich an, als würde man in eine Wunde stechen.» Beide Frauen beschreiben Scham, Selbstzweifel und die Angst, Erwartungen nicht zu erfüllen. Damit sind sie nicht allein: Etwa jede fünfte Frau erlebt Schme...
Camping: Bezahlen fürs Schnarchen nebenan
Zu Hause wollen wir Platz, Komfort und Privatsphäre. In den Ferien stellen wir unser Zelt zwei Meter neben das nächste. Wir hören die Nachbarn schnarchen und mit etwas Pech auch beim Versöhnungssex. Und nennen das Ferien. Warum eigentlich? «Input»-Host Beatrice Gmünder campt selbst seit über 20 Jahren und will wissen, wer sich das freiwillig antut und was diese Menschen daran lieben. An der Maggia trifft sie Familien, Teenager und Camper, die von Freiheit, Einfachheit und Verzicht erzählen. Bis Campingplatz Veteran Peter Gisler diese schöne Erklärung ins Wanken bringt: Kühlschrank, Kaffeemaschine und Fritteuse re...
Fehlender Elternteil – eine Lücke, die bleibt
Wie vermisst man einen Menschen, den man nie richtig kennenlernen durfte? Joya und Esther erzählen von einer Lücke, die sie bis heute begleitet. Joya, 24, verliert ihren Vater, als sie noch ein Kind ist: «Bilder im Kopf habe ich keine. Bilder vielleicht von Fotos, aber Bilder im Kopf habe ich keine». Regelmässig besucht sie sein Grab und versucht, sich jemanden auszumalen, den sie nie richtig kennenlernen hat. Esther war erst vier Monate alt, als ihre Mutter an einem Hirntumor starb. Erst Jahrzehnte später beginnt sie zu verstehen, wie sehr sie der frühe Verlust ihrer Mutter geprägt hat...
Best of Input: Swipe nach rechts – Freundschaft per App?
Eine App, um neue Freunde zu finden? Klingt schräg – dachte sich «Input» Host Elma Softic. Kann man echte Freunde über Apps finden oder bleiben Verbindungen per Swipe oberflächlich? Freundschaft auf Knopfdruck? Was sich wie ein Marketingversprechen liest, ist für viele junge Erwachsene Realität. Input-Host Elma Softic findet das zuerst beschämend – und lädt die App trotzdem herunter. Schon beim ersten Match funkt es mit Lisa: «Wie Liebe auf den ersten Blick.» Doch nicht jeder Kontakt bleibt. Manche verlaufen im Nichts. Wie verändern Freundschafts-Apps unser Verständnis von Nähe? Und was macht es mit uns, wenn wir Mens...
Best of Input: Lehrabbruch – und jetzt?
Rund 200’000 junge Menschen machen derzeit eine Lehre. Statistisch wird fast jeder vierte Lehrvertrag frühzeitig aufgelöst. Was führt dazu und was kommt danach? Betroffene erzählen, wie sie ihre Situation erlebt und was sie daraus gelernt haben. Celina ist 24 und beginnt in diesen Wochen ihr Studium als Physiotherapeutin. Ihre erste Lehre zur Bereiterin musste sie abbrechen. «Zwischenmenschlich hat das nicht gepasst und dann hat mein Körper komplett gestreikt», erzählt Celina. Bobby, 27, hat im August die Lehre als Metallbauer begonnen. Die Lehre in seinem ursprünglichen Traumberuf, wie er sagt, als Applikationsentwickler, musste er abbrechen. «Ich war zu sehr auf...
Best of Input: Bedürfnisorientierte Erziehung im Check
Bedürfnisorientierte Erziehung ist im Trend – jedenfalls in sozialen Medien. Doch die Kritik wächst: Eltern sind überfordert, Kinder scheinbar grenzenlos. Was ist da los? «Die Kritik ist berechtigt», sagt Nicola Schmidt, eine führende Vertreterin, «doch sie beruht auf einem grossen Missverständnis.» Luisa* ist Mutter von zwei Kleinkindern und möchte eigentlich bedürfnisorientiert erziehen. Doch sie kommt an ihre Grenzen: «Ich habe meine eigenen Bedürfnisse komplett vergessen» Und zwei Lehrerinnen sagen: «Kinder können ihre Bedürfnisse nicht mehr aufschieben.» Input sucht nach Gründen. *Name geändert In dieser Episode zu hören - Luisa*, Mutter von zwei Kindern...
Best of Input: Leben mit einer Zwangsstörung- Gefangen im Kopf
Als Teenager hat Céline Zwangsgedanken, die sie verängstigen und ihren Alltag bestimmen. «Was, wenn ich jemanden belästige, im Intimbereich anfasse?» Sie steckt fest in einer inneren Spirale – bis sie sich professionelle Unterstützung holt. Zwangsstörungen zeigen sich durch aufdringliche Gedanken oder Handlungen, die sich kaum stoppen lassen. Psychologe Paul Lukas kennt den Druck seiner Patient:innen: «Einige berichten, dass sie kaum noch vor die Tür gehen.» Zwischen ein und drei Prozent der Bevölkerung sind betroffen, viele sprechen aus Scham nicht darüber. Gleichzeitig kursieren auf Social Media stark vereinfachte und klischierte Darstellungen, die Céline kritisch s...
Best of Input: Hobby Horsing: Im Galopp dem Spott zum Trotz
Steckenpferde, Schweiss und Selbstbehauptung. «Input» erkundet die Welt des Hobby-Horsings. Dort, wo sogar Erwachsene mit viel Disziplin trainieren und Aussenstehende irritiert reagieren. Eine Reportage über Körpergefühl, Vorurteile und die Freiheit, sich ernsthaft dem Spielerischen zu widmen. Was bewegt junge Leute, mit einem Steckenpferd einen Parcours zu laufen? Host Beatrice Gmünder trifft Frauen, die mit Konzentration und Stolz ihre Choreografien üben und versucht es auch selbst. Merkt aber schnell, wie anspruchsvoll es ist. Eine Sportart, die im Netz dem Spott ausgesetzt ist. Sporthistoriker Simon Engel erinnert aber daran, dass auch Skifahren einst belächelt wurde. Zwischen Muskelkater und Selbstir...
Zurück an prägende Orte: Bleibt mehr als Nostalgie?
Ein altes Segelschiff, eine Backstube und viele Erinnerungen: Jahrzehnte später kehren Menschen an Orte zurück, die sie geprägt haben. Was bleibt von früher? Und was entdecken wir neu, wenn wir dorthin zurückkehren? Durch Zufall taucht ein Segelschiff wieder auf, das «Input»-Host Beatrice Gmünders Vater vor 35 Jahren verkauft hat. Heute gehört es ihrem Bruder. Beim ersten Törn ist vieles noch vertraut: der Geruch, die alten Segel, sogar die blauen Flecken an den Zehen. Auch Marco zieht es zurück an einen Ort, der ihn geprägt hat: die Backstube seiner Lehrzeit. «Ich träume heute...
Ekel und Faszination: «Wir sind mehr Bakterium als Mensch»
Für viele eine unangenehme Vorstellung: Wir werden von Kopf bis Fuss von Mikroorganismen besiedelt. Die aktuelle Forschung rund ums Mikrobiom boomt. Doch was heisst diese Erkenntnis für den Menschen und sein Selbstverständnis? «Input» lotet die Frage aus – zwischen Medizin, Biologie und Philosophie. Unser Körper ist über und über besiedelt von anderen Lebewesen – und das ist gut so, sagt die Forschung. Tatsächlich wäre Leben ohne Mikroben nicht möglich. «Wir brauchen ein neues Verständnis von Bakterien», so Adrian Egli, Professor für medizinische Mikrobiologie. «Denn wir sind wandelnde Ökosysteme. Doch die Artenvielfalt in unserem eigenen Körper nimmt...
Situationships: Ich will dich – aber nicht in einer Beziehung
Man schreibt täglich, verbringt Zeit zusammen, hat Sex, lernt Familie und Freunde kennen – und trotzdem ist man kein Paar. Situationships: Warum geraten Menschen immer wieder in solche Verbindungen? Für Giuseppe endet eine Situationship mit einem Heartbreak: «Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nichts wert bin.» Timi hatte mehrere Situationships – oft, war er derjenige, der das ganze beendet und Herzen gebrochen hat: «Das Problem ist, irgendjemand entwickelt immer Gefühle.» Zusammen mit Paartherapeutin Mirjam Tanner schaut «Input»-Host Elma Softic das Beziehungsmodell Situationships an und geht der Frage nach, warum Situationships oft mehr wehtun als eine Trennung – obw...
Sauberkeit fällt auf. Reinigungskräfte kaum.
Wer putzt, wenn alle anderen längst zuhause sind? «Input»-Host Beatrice Gmünder schrubbt als Bademeisterin selbst Duschen und Toiletten. Eine Folge über eine Arbeit, die alle brauchen und Menschen, die dabei oft übersehen werden. «Solange alles sauber ist, denkt kaum jemand darüber nach, wer dafür sorgt», sagt Beatrice Gmünder. Für diese Folge trifft sie Reinigungskräfte, die ihren Beruf mit Stolz ausüben und dank ihrer Arbeit in der Schweiz gut leben können. Gleichzeitig erklärt Reta Barfuss: «Sauberkeit soll möglichst günstig und unsichtbar bleiben», sie untersucht in ihrer Doktorarbeit die Reinigungsbranche. E...
Alles auf eine Karte: Warum Junge trotz Krise Firmen gründen
Globale Krisen, steigende Preise, finanzielle Unsicherheit. Und doch: In der Schweiz machen sich so viele Junge selbständig wie nie zuvor. «Existenzangst gehört dazu», sagt Qendrim. Warum geht man dieses Risiko ein? In Kerzers (FR) trifft «Input»-Host Noah Knüsel auf Melanie, die mit 20 eine Bäckerei übernahm. «Man setzt alles auf eine Karte und wenn es nicht klappt, ist es scheisse», sagt die 23-Jährige. Auch sie spürt den Druck, wenn etwa wegen Kriegen die Getreidepreise auf dem Weltmarkt steigen. Für Berater Michele Blasucci ist Gründen in Krisen aber kein Widerspruch: «Viele merken, dass sie ihre Zukunft...
Best of Input: Botox, Natürlichkeit, Beauty-Hype
Das Versprechen der ewigen Jugend und Schönheit lasse sie kalt, dachte «Input»-Autorin Julia Lüscher lange. Bis sich, mit knapp vierzig, ein Gedanke in ihren Kopf schlich: «So eine Botoxspritze, was kostet die eigentlich?» Selbstbestimmt älter werden mitten im Beauty-Boom – wie gelingt das? «Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade mache», sagt Hanne mit 36, als sie sich zum ersten Mal botoxen lässt. «Sich dagegen zu wehren ist schwierig», findet auch Ärztin Marlies Baertsch, die seit zwei Jahren in ihrer Praxis Botoxbehandlungen anbietet. Die Forschung zum Mittleren Alter zeigt: Ab vierzig erleben viele Menschen eine Phase der Unsicherheit un...
Wer darf worüber lachen? Wenn Humor aneckt
«Humor ist intim», sagt Humorforscherin Andrea Samson. Er verrät, wie wir denken, wo wir stehen und wo unsere Grenzen liegen. Was die einen zum Lachen bringt, kann andere verletzen. Zwischen Tabu und Pointe stellt sich die Frage: Wer darf worüber Witze machen und warum? «Input»-Host Beatrice Gmünder trifft Comedienne Gülsha Adilji, sie sagt: «Ich darf über alles Witze machen, die Kunst liegt im Wie». Kabarettistin Anet Corti findet ihre Pointen mitten im Leben und ist überzeugt: «Für Humor braucht es Lust und, wer nicht über sich selbst lachen kann, hat keinen Humor. «Input» fragt, warum Humor manch...
«Eine Feier des Lebens»: Was uns Tanzen wirklich gibt
«Ich bin hier, ich bin in meinem Körper und ich bin frei»: Nach einer Trennung hat Heidy das Tanzen für sich entdeckt. Deborah nennt es «eine Feier des Lebens». Und Tanzlehrer Samuel fasziniert, dass man im Tanz den Alltag hinter sich lassen kann. Eine Sendung darüber, was uns das Tanzen gibt. «Tanzen ist für uns auf drei Ebenen sehr wichtig und gesund: sozial, kognitiv und physisch», sagt ETH-Neurowissenschaftlerin Emily Cross. Man müsse nicht einmal selbst tanzen, um positive Effekte im Gehirn zu sehen – es reiche schon, anderen beim Tanzen zuzuschauen. «Input»-Host Anna Kreidler macht sich auf die Su...
Jung und nicht im Ausgang. Warum?
«Ich war noch nie in einem Club», sagt die 20-jährige Celine. Seit Jahren sinkt bei jungen Menschen die Lust am Ausgang. «Ich gehe lieber ins Gym, um Leute kennenzulernen», sagt auch der 24-jährige Vito. Warum ist das so? Celine, Sarah und Linda verbringen ihren Samstagabend lieber am Esstisch als auf der Tanzfläche, etwa beim Spieleabend. «Kein Club kann mir geben, was mir der direkte Austausch mit Freundinnen gibt», sagt Celine. Und Vito aus Zürich nennt noch einen weiteren Grund: «Ich habe im Ausgang Gewalt beobachtet», sagt er im Interview mit «Input»-Host Anna Kreidler. Das verändere die Atmos...
Best of Input: Familienstreit um Bildschirmzeit - was hilft?
«Sie verschwendet ihre Zeit», sagt Corine. Und ihre Teenager-Tochter meint: «Meine Eltern verstehen mich nicht.» Über die Hälfte der Schweizer Familien streitet wegen der Bildschirmzeit. Was hilft? Regeln, sagt der Medienpädagoge – und eine Haltung aus Vertrauen, Neugier, Humor und Selbstdisziplin. «Input» besucht zwei Familien mit Kindern zwischen 6 und 15 Jahren, darunter Romy. Sie konnte die Zeitlimits für Youtube und Snapchat selbst ändern. «Weil Kinder Eltern technisch oft überlegen sind», erklärt der Medienpädagoge, «zählt am Ende vor allem das Vertrauen, das über Jahre aufgebaut wurde.» ____________________ Habt ihr Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf eure Nachrichten an inp...
Zwischen Sehnsucht und Angst: Kinder haben oder nicht?
Persönliche Freiheit, Klimakrise, Weltlage: In der Schweiz entscheiden sich immer weniger Paare für eigene Kinder. «Input» sucht nach Gründen. Irina (34) und Michi (36) tragen die Frage schon seit mehreren Jahren mit sich herum – und doch bleiben sie unschlüssig. Mit ihrer Ambivalenz sind die beiden nicht allein: Die Geburtenrate in der Schweiz ist auf einem Rekordtief. «Die Frage lässt sich rational mit Argumenten nicht beantworten», sagt Philosophin Barbara Bleisch. «Und dennoch ist es richtig, sie sich zu stellen.» Ein «Input» über eine grosse persönliche Frage und ein gesellschaftliches Dilemma. Habt ihr Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf...
Freundschaft zwischen Mann und Frau – (un)möglich?
Kann eine enge Freundschaft zwischen Hetero-Mann und Hetero-Frau wirklich platonisch sein? Was banal klingt, sorgt bei Befürworter und Gegner für hitzige Debatten und widersprüchliche Erfahrungen. Für Livia aus Luzern ist klar: Freundschaft zwischen Mann und Frau funktioniert. Mit ihrem besten Freund Silvan teilt sie eine enge Beziehung – trotz gegenseitiger Anziehung. «Wir haben drei Wochen in Australien verbracht. Es war immer klar, dass es nur Freundschaft ist», so die 29-Jährige. Gymischüler Muhammed sieht das anders: Für ihn spielt «Instinkt» eine Rolle, gemischte Freundschaften betrachtet er kritisch: «Ich will keine beste Freundin – das führt oft zu mehr.» Exp...
Körpergefühl im Wandel: Daten statt Intuition?
Der Körper sendet Signale, nicht alle verlassen sich noch darauf. Was früher einfach auskuriert wurde, wird heute gemessen und hinterfragt, sagt die oberste Schweizer Ärztin, Yvonne Gilli. Zwischen Arztbesuch und Daten-Tracking stellt sich die Frage: Kann ich meinem Körper noch vertrauen? Yvonne Gilli, FMH-Präsidentin, beobachtet diesen Wandel seit Jahren. Gerade junge Menschen sichern Beschwerden häufiger ab oder verlangen nach weiteren Arztbesuchen. Tiktokerin Nicola Leonie Schinz geht einen anderen Weg: Sie arbeitet als Lebensmittel-Technologin, trägt ein Fitbit, analysiert ihre Werte und hält ihren Körper mit Supplement im Gleichgewicht. Ihr letzter Arztbesuch ist Monate her. Inpu...
True Crime - Darf Verbrechen auch unterhalten?
True Crime Podcasts haben zum Teil ein Millionen-Publikum. Was macht die Faszination aus? Wie entsteht ein True Crime-Podcast? Darf Verbrechen überhaupt zur Unterhaltung dienen? - Diesen Fragen geht «Input« nach. Für Salima, 28, Primarlehrperson in Luzern, gehören «True Crime»-Podcasts zum festen Unterhaltungs-Repertoire. «Ich höre gern Geschichten», sagt sie, «und bei True Crime-Storys ist das für mich das Spannende, dass es reale Geschichten sind, nicht erfundene.» True Crime-Storys finden auf diversen Plattformen ein Millionenpublikum. Entsprechend ist das Angebot an Serien und Podcasts gross. Sie alle sehen sich im Dilemma, dass das Leid das Menschen angetan wurde, anderen jetzt zur Unt...
Humor, Liebe und Sinn: Die schönen Seiten der Elternschaft
Manu steht vor der Familienplanung und findet: «Wenn ich mich durch das SRF-Programm klicke, gibt es nicht viel, was für eine Mutterschaft spricht.» Die «Input»-Community beweist ihr das Gegenteil und erzählt in dieser Folge von den schönen Seiten der Elternschaft: Humor, Sinn oder Selbstfindung. Elternschaft ist hart: Erschöpfung, Streit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Während die Geburtenrate im Sinkflug ist, beleuchtet Input die schönen Seiten von Elternschaft. Alma hat durch ihre Kinder gelernt, wer sie wirklich ist. Claudia hat sich durch die Grenzerfahrungen mit ihrer Tochter als Mensch weiterentwickelt. Lukas findet: «Das Leben ist emotion...
Hausräumung: Wenn ein ganzes Leben in der Mulde verschwindet
Jedem steht das gleiche Schicksal bevor. Er oder sie stirbt. Übrig bleibt ein Haus, eine Wohnung. Angehörige oder Räumungsdienste lösen den Haushalt auf. Die Angehörigen stehen zwischen Erinnerungen, Möbeln und Müllmulde mit der Frage: Was behalte ich? «Input»-Hörerin Astrid steht ganz am Anfang. Die Wohnung ihrer Mutter in Appenzell ist noch voll. Sie kann noch nicht räumen, zu nah ist ihr der Todestag. Robert hingegen beobachtet den Räumungsdienst, wie er das Haus seines Vaters in Zürich leerräumt, und sagt: «Es ist eine Befreiung». «Input» zeigt, wie Angehörige zwischen Trauer, Pr...
Liebe und Zufall: Die Geschichte unserer Eltern
Wir verdanken unser Leben einem einzigen Moment – dem Moment, in dem sich unsere Eltern begegnet sind. Wie verlaufen diese Geschichten? Wie haben sich Paare früher gefunden – vor der Zeit der Dating-Apps? «Input»-Host Julia Lüscher auf der Suche nach der Geschichte unserer Eltern. «Meine Eltern verliebten sich vor fast hundert Jahren im Türrahmen eines Bauernhofs», weiss Ursula, 77. Die Liebe der beiden musste sich früh bewähren – gegen Armut, Krieg und Trennung. Tom, 35: «Meine Eltern trafen sich als Teenager in den Ferien in Spanien und schrieben einander zehn Jahre lang Briefe.» Und heute? Dating Apps haben uns evolutionär unvor...
Leben mit Zwangsstörung: «Mein Kopf war ein Gefängnis»
Als Teenager hat Céline Zwangsgedanken, die sie verängstigen und ihren Alltag bestimmen. «Was, wenn ich jemanden belästige, im Intimbereich anfasse?» Sie steckt fest in einer inneren Spirale – bis sie sich professionelle Unterstützung holt. Zwangsstörungen zeigen sich durch aufdringliche Gedanken oder Handlungen, die sich kaum stoppen lassen. Psychologe Paul Lukas kennt den Druck seiner Patient:innen: «Einige berichten, dass sie kaum noch vor die Tür gehen.» Zwischen ein und drei Prozent der Bevölkerung sind betroffen, viele sprechen aus Scham nicht darüber. Gleichzeitig kursieren auf Social Media stark vereinfachte und klischierte Darstellungen, die Céline kritisch s...
Chronische Schmerzen: Wie Betroffene den Alltag meistern
Geschätzt 1,5 Millionen Menschen leiden in der Schweiz an chronischen Schmerzen. Manche sprechen von der Volkskrankheit Nr. 1. Wie bestreiten Betroffene den Alltag? Und warum werden die psychosozialen Faktoren in der Behandlung immer wichtiger? «Lange Zeit ging ich nicht mehr unter Menschen», erzählt Dunja, 32, angehende Sozialpädagogin aus Bern. Sie leidet seit Jahren unter chronischer Migräne. Ihr Freundeskreis sei zwar treu, «trotzdem macht eine solche Krankheit einen immer ein Stück einsam», erzählt sie sie «Input»- Redaktor Michael Bolliger. Auch bei der Arbeit sei sie immer wieder auf Flexibilität angewiesen. Solche psychosozialen Aspekte – ein treuer Freundkreis, Kulanz des Arbe...
Nähe gegen Geld – Ein Blick ins Escort-Business
Luxus, Glamour und das schnelle Geld: Der Beruf von Escorts sieht nach Unabhängigkeit und Leichtigkeit aus. Doch wie viel davon ist Inszenierung – und wie viel Realität? «Input»-Autorin Elma Softic taucht ein in eine Welt, die auf Social Media glamourös inszeniert wird. «Ich bin selbstbestimmt und mein eigener Chef», sagt Mia (23). Sie entscheidet, wann sie arbeitet, wen sie trifft. Und trotzdem relativiert sie das Bild vom schnellen Geld: «Ich verdiene nicht mehr als in einem 0815-Job.» Maria (41), ehemalige Escort, beschreibt eine andere Erfahrung: «Ich musste vieles über mich ergehen lassen.» Schutz? «Den gab es kaum.» Viel Geld? «Ja. Aber es hatte...
Familienstreit um Bildschirmzeit - was hilft?
«Sie verschwendet ihre Zeit», sagt Corine. Und ihre Teenager-Tochter meint: «Meine Eltern verstehen mich nicht.» Über die Hälfte der Schweizer Familien streitet wegen der Bildschirmzeit. Was hilft? Regeln, sagt der Medienpädagoge – und eine Haltung aus Vertrauen, Neugier, Humor und Selbstdisziplin. «Input» besucht zwei Familien mit Kindern zwischen 6 und 15 Jahren, darunter Romy. Sie konnte die Zeitlimits für Youtube und Snapchat selbst ändern. «Weil Kinder Eltern technisch oft überlegen sind», erklärt der Medienpädagoge, «zählt am Ende vor allem das Vertrauen, das über Jahre aufgebaut wurde.» ____________________ Habt ihr Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf eure Nachrichten an inp...
Kunst als Medizin – Können Museumsbesuche heilen?
Ins Museum zu gehen, tut Körper und Geist gut – davon sind immer mehr Ärztinnen und Ärzte überzeugt. Sie verordnen deshalb den Museumsbesuch per Rezept. Wie viel ist an der Heilkraft der Kunst dran? «Input» forscht nach. «Wie lange sind wir schon in dieser Ausstellung? Ich habe komplett die Zeit vergessen…» «Input»-Autorin Julia Lüscher begleitet Christa, 43, in ein Museum – und schnell sind die beiden berauscht. «Im Museum bewegen wir uns langsam und bewusst. Hier werden viele unserer Sinne angesprochen», sagt die führende Forscherin auf dem Gebiet. «Das ist gesund.» Den positiven Effekt auf Körper und Geist wollen Politik und Gesu...
Generationen-Clash im Büro: Können Alte nichts von Jungen lernen?
Faul, zu sensibel, zu anspruchsvoll? In einer Sonderausgabe stellt Host Beatrice Gmünder live verbreitete Vorurteile gegenüber der Generation Z zur Diskussion. Gemeinsam mit Publikum und Generationenforscher Rüdiger Maas geht es Missverständnisse zwischen Jung und Alt am Arbeitsplatz an den Kragen. Kaum eine Generation wird derzeit so stark beurteilt, wie die Generation Z. «Input» greift diese Zuschreibungen auf und ordnet sie ein. Host Beatrice Gmünder spricht mit der Gen-Z-Journalistin und Arbeitskollegin Michèle Rüedi und dem Generationenforscher Rüdiger Maas über Klischees, Wahrnehmung und Realität. «90 Prozent der Bevölkerung haben ein negatives Bild der Generation Z»...
Botox, Natürlichkeit, Beauty-Hype: Wie entspannt älter werden?
Das Versprechen der ewigen Jugend und Schönheit lasse sie kalt, dachte «Input»-Autorin Julia Lüscher lange. Bis sich, mit knapp vierzig, ein Gedanke in ihren Kopf schlich: «So eine Botoxspritze, was kostet die eigentlich?» Selbstbestimmt älter werden mitten im Beauty-Boom – wie gelingt das? «Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade mache», sagt Hanne mit 36, als sie sich zum ersten Mal botoxen lässt. «Sich dagegen zu wehren ist schwierig», findet auch Ärztin Marlies Baertsch, die seit zwei Jahren in ihrer Praxis Botoxbehandlungen anbietet. Die Forschung zum Mittleren Alter zeigt: Ab vierzig erleben viele Menschen eine Phase der Unsicherheit un...
Eltern mit Sehbehinderung: Herausforderungen und Chancen
«Viele haben gezweifelt, ob ich eine gute Mutter bin», sagt Tamara, blind und Mutter einer Tochter. «Input»-Host Yves Kilchör besucht sie und einen sehbehinderten Vater. Sie sprechen über Herausforderungen als Eltern mit Sehbehinderung und darüber, wie dies ihre Kinder selbstständiger macht. Lars Stötzel ist Papa von drei Jungs zwischen 5- und 15-jährig. «Früher bin ich noch mit ihnen Velo gefahren. Heute ist mir das mit meiner Sehbehinderung zu gefährlich», sagt er. Die Sehbehinderung ihres Vaters mache seine Kinder selbstständiger ist er überzeugt. «Sie helfen mir den richtigen Bus zu finden und sind deshalb heut...
Rettungskräfte: Wer hilft denen, die uns helfen?
Die Brandkatastrophe von Crans-Montana bringt auch die Arbeit von Rettungsorganisationen ins öffentliche Bewusstsein. Damit verbunden die Erkenntnis, dass Rettungs-Einsätze auch für Profis grosse Belastungen bedeuten können. Wie gehen sie damit um? Wer hilft denen, die uns in der Not helfen? «Natürlich sind nicht alle Einsätze gleich belastend», sagt der St. Galler Rettungssanitäter Remo Degani. Tödliche Unfälle von Kindern gehören zu den besonders bedrückenden Momenten, auch für die Retter:innen. «Da sind vereinzelt Fälle, die man ein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bringt». Remo Degani ist aber nicht nur als San...
Best of Input: Überbehütung (2/2)
Esteban, Eva und Angela wurden als Kind überbehütet. Die Auswirkungen sind unterschiedlich: Eva hat noch immer Mühe, selbst Entscheidungen zu treffen. Angela führt ein Doppelleben. Und Esteban hatte lange kein Gefühl für Risiken. Nur mit Glück hat er seine waghalsigen Aktionen überlebt. Eva (27) spürt die Auswirkungen der Überbehütung bis heute: «Sobald meine Eltern nicht da sind, bin ich komplett planlos und weiss gar nicht, wie ich ein Problem angehen soll.» Angela (45) verheimlichte früh Dinge vor ihrer Mutter und teilt bis heute kaum Persönliches mit ihr. Esteban (71) sagt, er habe kein Gefühl für Risi...