Tee mit Warum - Die Philosophie und wir
Die großen Fragen bei einem Becher Tee besprechen. Warum? Diese Frage stellen sich unsere beiden Hosts ständig in ihren eigentlichen Berufen, Denise M‘ Baye als Schauspielerin bei ihrer Arbeit an neuen Rollen, Sebastian Friedrich als Journalist bei der Recherche. Was gibt uns Sinn? Wann fühlen wir uns sicher? Kann Sprache gerecht sein? Die beiden diskutieren miteinander, schauen in die Philosophiegeschichte, sprechen mit Philosophinnen und Philosophen und hören Menschen aus dem Alltag. Neue Folgen gibt es jeden zweiten Donnerstag.
Warum verändern wir nichts?
Der Eindruck, den wir von der Welt haben, mag widersprüchlich sein: Alles ändert sich und gleichzeitig beklagen wir Stillstand. Die Gesellschaft ist im Umbruch und doch scheint sich wenig zu verändern, wenn wir etwa an das Klima denken. Woher kommt diese Diskrepanz? Fehlen uns Utopien? Oder gar Optimismus?
Über diese Fragen diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich mit dem Sozialwissenschaftler Alex Demirović. Er forscht zu kritischer Gesellschaftstheorie, sowie Krisen- und Katastrophendynamiken. Sie verhandeln dabei auch die Frage, welche Rolle die Philosophie für die Veränderung von Gesellschaften spielen kann.
In der letzten Folge von "Tee mit W...
Warum hassen Menschen Menschen?
Rassismus, Sexismus und das Kleinmachen "der anderen" sind erschreckend populär geworden. Woher kommt dieser Hass? Was können wir gegen die Unterdrückung von Gruppen unternehmen? Und wie kann eine ganze Gesellschaft dafür sensibilisiert werden, dass sie von weniger Feindseligkeit profitiert? Über diese Fragen diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich mit der Politologin und Aktivistin Emilia Roig, die in der Angst um Besitz die Ursache für Diskriminierung sieht. Sie ziehen die Thesen des Antikolonialisten und Historikers Walter Rodney heran, der sagt, dass Afrikaner nicht aus rassistischen Gründen versklavt worden seien, sondern aus ökonomischen. Sebastian berichtet von seiner...
Warum gibt es Gott?
Wer oder was ist Gott? Inwiefern kann Gott einzelnen Menschen, aber auch Gesellschaften helfen? Und welche Rolle spielen institutionalisierte Religionen für den Glauben an Gott? Über diese Fragen diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich mit Petra Bahr, der evangelischen Regionalbischöfin in Hannover, die auch im Deutschen Ethikrat sitzt. Sie verhandeln dabei auch religionskritische Thesen, klären die Unterschiede zwischen Spiritualität und Sinnlichkeit und schauen sich das Ritual des Gottesdienstes genauer an. Sie ziehen die Positionen der Philosophin Edith Stein heran, die sagt: Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott. Daniel Schmidt - Kneipenwirt und Hamburger Kiezgröße - erzäh...
Warum fürchten wir den Tod?
Über den Tod reden wir nicht gern. Was ist es, das uns so sprachlos macht? Verdrängen wir? Müssen wir den Tod beiseiteschieben, um uns aufs Leben zu konzentrieren? Oder macht gerade die Auseinandersetzung mit dem Tod unser Hier und Jetzt lebenswerter? Über diese Fragen diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich im Spannungsfeld zwischen Platons Ideen von der Unsterblichkeit der Seele und Epikurs Position, der Tod betreffe uns nicht. Zu Gast ist der Philosoph und Medizinethiker Giovanni Maio, der herausstellt, welche Chancen in der Verletzlichkeit unseres Lebens stecken. Er spricht auch über Sinn und Unsinn von Forschungen zur Unsterb...
Warum sind wir so unglücklich?
Deutschland gehört nicht mehr zu den 20 glücklichsten Ländern. Das ergibt der World Happiness Report 2024, den die Vereinten Nationen jährlich beauftragen. Weitere Studien legen nahe, dass gerade junge Menschen immer unglücklicher werden. Woran liegt das? Sind Social Media und globale Krisen schuld? Anders gefragt: Was macht uns eigentlich glücklich? Sind wir selbst für unser Glück verantwortlich? Welche Anteil haben gesellschaftliche Bedingungen? Und geht es ums kurze Glücksmomente oder ein dauerhaftes Gefühl? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen mit dem Philosophen Albert Kitzler darüber, wie uns die Schule der antiken Philosophen z...
Warum lieben wir die Ironie so sehr?
Ob am Familientisch, auf Social Media oder im Kino: Ironie ist allgegenwärtig und prägt unsere heutige Kommunikation. Sie kann ein scharfes Mittel sein, um gesellschaftliche Verhältnisse zu kritisieren und bietet eine Möglichkeit zur Distanz - eine Distanz, die erlaubt, eigenes und fremdes Verhalten infrage zu stellen, ohne es direkt anzuklagen. Doch ihr inflationärer Gebrauch birgt Risiken: Ironie kann Klarheit und verbindliche Positionen umgehen und damit eine Kultur der Verantwortungslosigkeit fördern. Das Nachdenken über Ironie führt uns außerdem zu einem philosophischen Kernbegriff: der Wahrheit. Ausgehend von unterschiedlichen Perspektiven diskutieren Denise M’Baye und Sebastian F...
Warum langweilen wir uns?
Wir alle kennen diese kurzen Momente: Wir warten auf den Bus, stehen an der Kasse oder warten auf einen verspäteten Freund. Sofort greifen wir zum Smartphone, checken Nachrichten oder E-Mails, beantworten vielleicht eine Nachricht oder scrollen kurz durch Instagram. Obwohl viele von Stress geplagt sind, scheint die Angst vor Leerlauf, Zeitverschwendung und Langeweile ebenso allgegenwärtig zu sein. Warum fürchten wir uns so sehr vor Momenten der Stille und des Nichtstuns? Haben wir verlernt, einfach mal nichts zu tun? Und hat Blaise Pascal recht, wenn er sagt, dass nichts für den Menschen so unerträglich ist wie vollk...
Warum sind wir so wütend?
Menschen oder Situationen können uns wütend machen. Wir alle kennen das Brodeln, das sich innerlich zusammenbraut und das irgendwann herausplatzt - oder das wir unterdrücken, weil wir uns den Gefühlsausbruch nicht erlauben. Brauchen wir Wut, um ins Handeln zu kommen? Oder macht uns Wut vielmehr blind? Was bringt Wut für den politischen Protest? Und was passiert, wenn wir Niemandem die Schuld an unserer Wut geben können? Über diese Fragen diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich mit dem Philosophen Jürgen Werner und klären die feinen Unterschiede zwischen Wut und Zorn, zwischen vermeintlich gerechter u...
Warum reisen wir?
Ob Rucksack-Trip, Familienurlaub oder Wellness Retreat. Wir reisen gern und viel. Wonach suchen wir, wenn wir unterwegs sind? Ist der Weg schon das Ziel? Erweitern wir beim Reisen unseren Horizont oder fliehen wir bei diesem oft nur ausschnitthaften Blick in andere Welten vor der Realität? Über diese Fragen diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich mit dem Reiseenthusiasten und Philosophen Christian Schüle und entwickeln dabei eine Ethik des Reisens, die auch immer das Bleiben mitdenkt. Sie ziehen den Stoiker Seneca heran: Er hält das ständige Herumreisen für vergeblich. Die Tourismusbranche hat sich in vielen Ländern der...
Warum wollen wir schöner wohnen? Mit Florian Rötzer und Vilém Flusser
Die richtige Farbe an der Wand, warmes, indirektes Licht und sorgfältig arrangierte Möbel: Nicht erst seit der Corona-Pandemie legen viele Menschen großen Wert auf eine Wohnung, in der sie sich wohlfühlen. Aber was treibt uns dazu, unsere Wohnräume zu gestalten, zu verschönern und zu perfektionieren? Steckt hinter dem Wunsch nach einem schönen Zuhause ein tief verankerter Drang nach einem Rückzugs- und Reflexionsort? Versuchen wir, uns mit einem schönen Zuhause von einer Außenwelt abzuschotten, die mehr Unsicherheit als Sicherheit bietet? Darüber diskutieren Denise M’Baye und Sebastian Friedrich mit dem Philosophen u...
Wie geht Zukunft trotz Klimakrise? Mit Friederike Otto und Hans Jonas
Seit Jahren ist die Klimakrise spür- und sichtbar: Es häufen sich extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Hochwasser und Stürme. Der Planet "fiebert", sagt die Klimaforscherin und Philosophin Friederike Otto. Was klimabedingte Veränderungen für die Zukunft der Menschheit bedeuten können und inwieweit uns eine apokalyptische Vorstellung von Zukunft wachrüttelt oder resignieren lässt, darüber spricht sie mit Denise M’Baye und Sebastian Friedrich. Befragt wird außerdem der Ökologische Imperativ nach Hans Jonas, der dem Menschen Verantwortung für sein Handeln überträgt - auch zum Wohle der Zukunft nachfolgender Generationen. Redaktion: Juliane Bergmann, Claudia Christop...
Nostalgie: Rückschritt oder Rückhalt? Mit Tobias Becker und Hannah Arendt
Ist der Blick zurück altmodisch, verjährt, verkrustet? Oder kann Nostalgie auch Rückhalt geben, weil man sich auf etwas besinnt, dass sich als gut, sinnvoll richtig erwiesen hat? Der Historiker Tobias Becker versucht eine Bestimmung, seziert den Begriff im Wandel seiner Bedeutung, diskutiert mit Denise M’Baye und Sebastian Friedrich auch das utopische Potential der "Nostalgie". Befragt wird die Philosophin Hannah Arendt. Für sie, 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland geflohen, ist die Muttersprache im Exil und später in den USA immer stabilisierendes Element geblieben. Darüber spricht sie in ihrem legenden Interview 1964 mit Günter Gaus. Redaktion...
Was ist normal? Mit Jürgen Link und Michel Foucault
Welche Parameter nutzt eine Gesellschaft, um sich auf den Richtwert für das "Normale" zu einigen? Wann und wie werden sogenannte Standards festgelegt und schließlich zur Norm? Wer ist dazu befugt? Wer hat die Macht dazu? Fragen, die seit Jahrzehnten Jürgen Link beschäftigen. In seinen Büchern "Versuch über den Normalismus. Wie Normalität produziert wird" oder "Normalismus und Antagonismus in der Postmoderne. Krise, New Normal, Populismus" hat der Literaturwissenschaftler wegweisende Richtungen für die gesellschaftliche Debatte vorgelegt. Denise M’Baye und Sebastian Friedrich gehen mit Jürgen Link in die Diskussion, loten das Spannungsfeld aus zwischen "Protonormal...
Sind wir erschöpft? Mit Svenja Flaßpöhler und Horaz
Alle klagen und jammern, fast jede und jeder fühlt sich ausgelaugt, müde, erschöpft. Woran liegt das? Sind wir nicht mehr strapazierbar? Ist unser Nervenkostüm zu dünn? Sind wir rundherum überlastet und zu sensibel? Die Philosophin, Publizistin und Chefredakteurin des Philosophie Magazins hat sich damit beschäftigt, auch im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Sie hat das Buch geschrieben "Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren" und hat eine Ausgabe ihres Magazins der Frage gewidmet: "Was macht uns resilient?". Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen, diskutieren und streiten mit Svenja Flaßpöhler über nötige Widers...
Gibt es Cancel Culture? Mit Julian Nida-Rümelin und Jürgen Habermas
"Cancel Culture" ist für viele Menschen in der Gesellschaft ein Trigger-Punkt. Woran liegt das? Was bedeutet Cancel Culture überhaupt? Handelt es sich bei Cancel Culture um eine aufgebauschte, übertriebene Debatte? Wer wird warum wann gecancelt? Fragen an den Philosophen Julian Nida-Rümelin. Von ihm ist das Buch erschienen: "Cancel Culture - Ende der Aufklärung? Ein Plädoyer für eigenständiges Denken". Denise M‘Baye und Sebastian Friedrich diskutieren mit Julian Nida-Rümelin die philosophische Herkunft des Begriffes, aktuelle Beispiele und loten Grenzfälle zwischen "Canceln" und Meinungsfreiheit aus. Haben im vielfältigen demokratischen Meinungsorchester die vom Soziologen Jürgen Haberm...
Wozu brauchen wir Identität? Mit Alice Hasters und Niklas Luhmann
Was ist Identität? (Wozu) brauchen wir Identität? Welche Dynamik entfaltet der Begriff in Gesellschaften? Fragen an die Autorin, Speakerin und Publizistin Alice Hasters. 2020 löste ihr Buch: "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" größere Debatten aus und wurde zum Bestseller. Ende 2023 erschien ihr neues Buch "Identitätskrise". Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen mit Alice Hasters über Identität - einen komplexen, fluiden Begriff, der weit hineinreicht in gesellschaftliche Bereiche. Deshalb befragen sie auch die systemtheoretische Gesellschaftsanalyse von Niklas Luhmann. Redaktion: Juliane Bergmann, Claudia Christophersen Literatur: Alice Hasters: - "Was weiße Men...
Wie können wir voneinander lernen? Mit Jörg Bernardy und Spivak
Lernen? Das macht man doch in der Schule. Oder nicht? Das lebenslange Lernen ist mehr als ein Schlagwort. Aber wie kann man voneinander lernen? Zuhören, die Perspektive wechseln, sich auf Argumente und überhaupt Neues einlassen. Der Philosoph Jörg Bernardy arbeitet viel mit Kindern und Jugendlichen zusammen, er philosophiert gemeinsam mit ihnen und denkt zum Beispiel über Werte nach. Wie öffnet man einen Raum für ein Lernen, das in beide Richtungen geht? Was lernt er von den Kindern, die über große Fragen nachdenken? Im Gespräch mit Denise M’Baye und Sebastian Friedrich erzählt er davon. Die Literatu...
Hat Kant immer noch recht? Mit Claudia Blöser
"Die Kritik der reinen Vernunft" und "der kategorische Imperativ" - das fällt vielen ein, wenn sie an den Philosophen Immanuel Kant denken. In seinem 300. Geburtsjahr bekommt der große Philosoph viel Aufmerksamkeit. Was hat er angestoßen mit seinen Schriften? Welchen Impuls hat seine Philosophie für unser Leben heute gegeben? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen mit der Philosophin Claudia Blöser darüber, die gerade ein Buch über Kant und sein Denken veröffentlicht hat. Welche Grundlagen unserer modernen Gesellschaft gegen auf Kant zurück? Und wo ist er seinen eigenen moralischen Grundsätzen nicht gefolgt? Tee mit Waru...
Woher kommt die Zuversicht? Mit Jürgen Wiebicke und Walter Benjamin
Trotz allem optimistisch bleiben - das ist für viele gar nicht so einfach. Klimawandel, Kriege, Krisen - viele empfinden die allgemeine, aber auch ihre persönliche Situation als schwierig. Aber brauchen wir nicht unbedingt Zuversicht, damit wir uns nicht mit der Lage abfinden und handeln, Dinge verändern zum Besseren? Der Journalist und Moderator des Philosophischen Radios des WDR, Jürgen Wiebicke, hat gerade ein Buch veröffentlicht, in dem er philosophische Ideen für mehr Zuversicht versammelt. Denise M´Baye und Sebastian Friedrich diskutieren mit ihm über Passivität angesichts der Krise und dem Mut, den der Aufbruch braucht...
Woher kommt der Hass? Mit Michel Friedman, de Beauvoir und Sartre
Michel Friedman benennt klar den Judenhass in unserem Land, er beschreibt das Schweigen, die gebrochenen Versprechen der Vergangenheit. In seinem neuen Buch "Judenhass" zitiert er Jean-Paul Sartre und dessen Analyse der Wurzel des Antisemitismus´: die Furcht vor dem Fremden, das eigene Fremdsein, die negative Konstruktion der Welt in "wir" und "die anderen". Das Schweigen der Deutschen über den Holocaust, über Schuld und Verantwortung, so seine Analyse, hat sich übertragen in die Gegenwart. Er spricht sich für mehr Debatte, mehr Streit aus, mehr gemeinsames Nachdenken und die dringende Überprüfung von existenziellen Begriffen wie "Freiheit", "Sicherheit" oder "Meinung" in der digital...
Geht morgen die Welt unter? Mit Guillaume Paoli und Karl Jaspers
Das Gefühl greift um sich: Angst vor der Zukunft. Gerade angesichts kriegerischer Auseinandersetzungen und des fortschreitenden Klimawandels. Aber ist diese Unsicherheit wirklich neu? Haben wir nicht schon selbst früher Angst vor dem Atomkrieg, dem sauren Regen oder dem Ozonloch gehabt? Auch wenn die Sorge noch da ist, eingetreten ist der angekündigte Weltuntergang bisher noch nicht. Denise M`Baye und Sebastian Friedrich sprechen mit dem französischen Philosophen Guillaume Paoli, der in seinem Buch "Geist und Müll - von Denkweisen in postnormalen Zeiten" über die Apokalypse und ihre Anschauung philosophiert hat. Wie sehr sehen wir Naturkatastrophen als Sympto...
Warum schämen wir uns? Mit Maria-Sibylla Lotter und David Hume
Schämst du dich nicht? Nein, warum? Warum empfinden wir eigentlich Scham, wenn uns zum Beispiel ein Missgeschick passiert? Liegt dem Gefühl von Scham eine gesellschaftliche Norm zugrunde? Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter erklärt im Gespräch den Mechanismus der Scham, die veränderte Perspektive auf sich selbst, die körperliche Reaktion und warum wir uns im Grunde nicht allein schämen können. Lässt sich aus dem Gefühl der Scham wiederum ein Moralsystem ableiten? Der schottische Philosoph David Hume hat sich schon vor 300 Jahren mit Scham und Moral befasst. Gelten seine Annahmen noch? Denise M`Baye und Sebast...
Welcher philosophische Gedanke trägt euch durch die Zeit?
Einen Moment lang innehalten, zurückschauen und überlegen, vielleicht bei einem Becher Tee, wie das Jahr 2023 so gewesen ist: das machen Denise M‘ Baye und Sebastian Friedrich in dieser Folge von Tee mit Warum. Sie fragen bei Philosophinnen und Philosophen nach. Welcher philosophische Gedanke trägt euch durch die Zeit? Mesut Bayraktar, Eva von Redecker und Ina Schmidt erzählen von sich, schicken Grüße und denken weiter in das kommende Jahr. Einige betonen ihre Erschöpfung, andere den Zusammenhalt, die Zuversicht trotz Sorgen, Erschöpfung und vielen Krisenherden der Welt. Dazu kommen einige Mails von Euch und gesendete Grüße der Künstl...
Wieviel Streit brauchen wir? Mit Jürgen Kaube, Chantal Mouffe und Ingo Zamperoni
Streit gehört dazu: eine Demokratie lebt von der Auseinandersetzung, vom Ringen um das bessere Argument. Aber wieviel ist zu viel? Bringt mehr Streit nicht auch eine Gesellschaft auseinander? Der Begriff der "gespaltenen Gesellschaft" wird oft genannt. Der FAZ-Herausgeber, Autor und Soziologe Jürgen Kaube hat darüber ein Buch geschrieben. Denise und Sebastian sprechen mit ihm über die Notwendigkeit zu streiten, über wirklich gespaltene Gesellschaften und darüber, was wir im Streit eigentlich alles aushalten können. Beim Blick in die Philosophiegeschichte werden die Ideen der belgischen Politikwissenschaftlerin und Philosophin Chantal Mouffe überprüft. Sie plädiert für noch mehr a...
Gespaltene Gesellschaft? Mit Linus Westheuser und Thomas Hobbes
Diesen Satz hört und liest man oft: wir leben in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft. Ist das so? Und worin liegt dann die Spaltung - zwischen reich und arm? Oder eher zwischen alt und jung? Oder in den politischen Ansichten innerhalb unserer Gesellschaft? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen über eigene Beobachtungen und hören zu, was der Soziologe Linus Westheuer gemeinsam mit seinen Kollegen für das Buch "Triggerpunkte" herausbekommen hat. Wie kommt es, dass bei bestimmten Debatten immer viele Menschen so schnell wütend werden? Verspricht unsere Gesellschaft wirklich Gleichheit? Die alten Gedanken des englischen Philosophen Thomas Hobbes...
Einsam und allein? Bonusfolge - eure Mails und Meinungen
Mehr Mails, mehr Kommentare gab es nie als nach den jüngsten beiden Folgen von Tee mit Warum über das Alleinsein und die Einsamkeit. Eure Meinungen, kluge Ergänzungen, klarer Widerspruch, herzergreifende Geschichten: all das hat uns erreicht. Denise M’Baye und Sebastian Friedrich lesen daraus vor, hören zu und denken im Gespräch nach: welche Aspekte beschäftigen euch immer noch? Was hat gefehlt? Was haben die beiden Folgen ausgelöst? Sie sprechen mit Philipp und Max, die in einem Dorf bei Rostock eine Initiative gegen die Einsamkeit in ihrem Laden aufgezogen haben. Sie hören der Weltumseglerin Mareike Gu...
Macht Einsamkeit krank? Mit Janosch Schobin und Odo Marquardt
Viele Menschen fühlen sich mehr und mehr einsam. Durch die Pandemie hat sich bei vielen Menschen das Gefühl der Isoliertheit verstärkt, Homeoffice und digitales Arbeiten insgesamt tragen weiter dazu bei. Macht Einsamkeit wirklich krank? Denise M'Baye und Sebastian Friedrich fragen nach beim Soziologen Janosch Schobin, der über Einsamkeit und veränderte Freundschaftsbeziehungen geforscht hat. Wenn Einsamkeit in der Gesellschaft nicht mehr als Tabu angesehen wird, ist schon viel gewonnen, sagt er. Wie passen die Gedanken des deutschen Philosophen Odo Marquardt dazu, der schrieb, nicht die Einsamkeit selbst, sondern die mangelnde Fähigkeit, diese auszuhalten, sei das eigentliche Proble...
Können wir alleine sein? Mit Katja Kullmann und Kierkegaard
Die Zahl der alleinlebenden Menschen in Deutschland steigt stetig über die letzten Jahre an. Viele leiden unter Einsamkeit, andere leben allein, aber in einer Fülle von Beziehungen, die aber keine exklusive Zweisamkeit bedeuten. Dass Alleinsein auf keinen Fall Einsamkeit bedeutet, erläutert die Autorin Katja Kullmann in ihrem Buch "Die Singuläre Frau". Mit ihr schauen Denise M’Baye und Sebastian Friedrich zurück auch auf das Bild der alleinlebenden Frau in der Gesellschaft. Warum wird Alleinsein oft immer noch als Makel verstanden? Katja Kullmann berichtet zum Beispiel von ihrer Großmutter, die im Gegensatz dazu als Witwe viele Jahre ei...
Gibt es das Böse? Mit Florian Schroeder und Hannah Arendt
Die Welt teilt sich ein in Gut und Böse. Das sagt man leicht dahin, aber stimmt das eigentlich?Unsere Moralvorstellung bestimmt diese Einteilung, Gesetze bieten den Rahmen für unsere Gesellschaft. Aber gibt es das Böse an sich überhaupt? Der Kabarettist (und studierte Philosoph) Florian Schroeder hat die Probe gemacht. Er hat sich mit Straftätern unterhalten, mit Ehebrechern, mit Soldaten, denen gesagt wird, sie würden das Böse bekämpfen. Was hat er erlebt, wie blickt er heute auf das Böse? Denise M’Baye und Sebastian sprechen mit ihm und überprüfen, wie die philosophischen Erkenntnisse...
Bleiben oder frei sein? Mit Eva von Redecker und Blaise Pascal
Müssen wir neu über Freiheit nachdenken? Die Philosophin Eva von Redecker schlägt in ihrem neuen Buch „Bleibefreiheit“ eine neue Definition vor: Freiheit nicht mehr räumlich zu denken, sondern zeitlich. Politisches, aber auch persönliches Handeln sollte sich, sagt Eva von Redecker, auch einer zeitlichen Perspektive unterordnen, darin liegt eine andere, vielleicht neue Dimension der Freiheit. Das Bundesverfassungsgericht hat im Jahr 2021 einer Beschwerde gegen das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung stattgegeben und untermauert in gewisser Weise diese Sicht: Klimaschutz muss auch nicht nur heute und morgen, sondern auch für zukünftige Generationen ausreichend gewährleistet werden. Denise und Sebastian diskutierten...
Quiet Quitting? Mit Nicole Mayer-Ahuja und Frigga Haug
Dienst nach Vorschrift oder die innere Kündigung: Diese Begriffe beschreiben das Phänomen des sogenannten "quiet quitting", das nicht erst seit der Corona-Pandemie verstärkt diskutiert wird. Für viele Menschen hat sich das Arbeitsleben verändert, es ist abstrakter, zusammenhangloser und unbefriedigender geworden. Sie haben demnach teilweise innerlich gekündigt. Andere dagegen freuen sich über die flexibleren Bedingungen, die neue Freiheit der Arbeit. Wie wollen wir arbeiten? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich diskutieren darüber mit der Soziologin Nicole Mayer-Ahuja. Die Hosts legen neue Ideen für die Arbeitswelt an ihre Wirklichkeit an, zum Beispiel das Modell der Philoso...
Brauchen wir Arbeit? Mit Mesut Bayraktar und Hegel
Arbeit ist Mühsal, ist Mittel, ist Tauschobjekt, ist Lebensinhalt, ist anstrengend, manchmal schrecklich, langweilig oder wunderbar und erfüllend: kaum etwas prägt unser Leben so wie die Arbeit. Und über kaum etwas wird so wenig nachgedacht. Die Arbeit in unserem auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystem ist ein zentraler Faktor der Gesellschaft: kannst du von deiner Arbeit leben? Was machst du beruflich? Nicht nur beim Smalltalk zeigt sich, wie sehr Status und Identität des einzelnen mit Arbeit zu tun haben. Georg Friedrich Wilhelm Hegel zeichnete in seiner Weltbeschreibung, der "Phänomenologie des Geistes" in einem Kapitel das Verhältnis und Sel...
Brauchen wir noch Helden? Mit Wolfgang M. Schmitt und Aristoteles
Die Heldentat eines einzelnen, die die Welt für alle besser macht: ist das nicht immer noch eine gute Sache? In unseren aufgeklärten, vernunftgeprägten Zeiten ist wenig Platz für die Verehrung von Einzelnen. Freiheitskämpfer, Sportlerinnen, Menschen, deren Mut und Taten verehrungswürdig sind - wer wäre das für viele? Leben wir wirklich in - wie Historiker sagen - postheroischen Zeiten? Wird diese Lücke womöglich von den vielen Heldensagen im Kino gefüllt? Denise M’Baye und Sebastian sprechen darüber mit dem Filmkritiker und Autor Wolfgang M. Schmitt. Sie bewerten die Heldenidee von Aristotele...
Wie geht Verbundenheit? Mit Ina Schmidt und bell hooks
Respekt, Vertrauen, Solidarität, Fürsorge - all das sind Zutaten, die zur Liebe dazu gehören, sagt die Hamburger Philosophin Ina Schmidt. Wir schaffen Verbundenheit miteinander, wenn wir verschiedene Aspekte mitbedenken und leben, fernab von Erwartungen und Romantik-Klischees. Ist die Liebe zu sehr unserem Gesellschaftssystem unterworfen? Einer Äußerlichkeit, einem Marktwert, einer Hierarchie, die sich aus dem Kapitalismus ableitet? Die Thesen der US-amerikanischen Philosophin bell hooks werden untersucht und neben die Schriften von Erich Fromm gelegt. In der Rubrik "Die andere Seite" erzählen die Kinderbuchautorin Kristina Kreutzer und ihre 16-jährige Tochter Lina, wie sie gemeinsam einen Jugendroman über die...
Liebe mit Şeyda Kurt und Platon
Liebe - was meinen wir, wenn wir darüber sprechen? Fürsorge, Zuneigung, Zärtlichkeit - oder eine feste Zweierbeziehung, die von alten Erzählungen und romantischen Vorlagen geprägt ist? Die Autorin Şeyda Kurt will den Begriff und das Konzept der Liebe überdenken. Gesellschaftliche Normen, eine mögliche Hierarchie der Geschlechter - all das fußt, sagt sie, auf einem herkömmlichen Bild der Liebe. Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen mit ihr über denkbare neue Ansätze der Liebe und legen alte Ideen an, die schon von Platon erzählt wurden, zum Beispiel die vom Kugelmenschen, der einst von Zeus...
KI - Wie hoch ist der Preis? Mit Timo Daum und Jaron Lanier
Maschinelles Sammeln von Informationen - wäre das nicht der viel bessere Begriff für das, was als Künstliche Intelligenz bezeichnet wird? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich klären, was passiert, wenn Computer Daten sammeln, sortierten, Muster entwickeln und daraus Wahrscheinlichkeiten produzieren. Nicht Computer mit möglichem Bewusstsein, die die Macht übernehmen wollen, sind das Problem, aber die unkontrollierte Nutzung und Verwertung unserer Daten - das wird auch im Gespräch mit dem Sozialforscher Timo Daum deutlich. Die Risiken der Digitalisierung für die freie Lebensgestaltung - das ist ebenfalls die Sorge des Informatikers und Philosophen Jaron Lanier, in dessen...
KI - Werkzeug oder Feind? Mit Mercedes Bunz und Jeremy Bentham
Künstliche Intelligenz beschäftigt im Moment viele: Bildungsforscher, Kreative, Philosophinnen. ChatGPT und ähnliche Programme haben Möglichkeiten der digitalen Welt eröffnet, aber auch neue Probleme verdeutlicht.
Müssen wir wirklich Angst haben vor einer zukünftigen KI-Übermacht? Warum wird KI eigentlich so oft vermenschlicht?Müssen wir uns eigentlich alle mit Maschinenintelligenz befassen? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich gehen diesen Fragen nach. Im Gespräch mit der Philosophin und Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz vom Londoner King´s College klären die beiden Gastgeber, warum das sinnvoll ist, und beschreiben, wo wirklich die Gefahren einer KI-Dominanz li...
KI - wo bleibt die Moral? Mit Judith Simon und Alan Turing
Kein Tag vergeht ohne Neuigkeiten zur KI: mal wird damit in der Schule geschummelt, mal warnen Experten, ja sogar ehemalige Entwickler von Künstlicher Intelligenz. Wie müssen wir den neuen Möglichkeiten begegnen, die zum Beispiel ChatGPT uns bieten? Welche Maßstäbe brauchen wir, welche ethischen Grundsätze sind notwendig? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich sprechen mit Judith Simon vom Deutschen Ethikrat darüber.
Wie können die Grundsätze des Mathematikers und Informatikers Alan Turing uns heute noch helfen? In der Rubrik "Die andere Seite"erzählt Alois Kritl, der Chef des Artificial Centers Hamb...
Kann Sprache gerecht sein?
Kann Sprache die Welt gerechter machen? Oder sind das nur oberflächliche Versuche, Missstände zu verdecken? Wie wirkt die Kommunikation zwischen Menschen auf ihre Beziehung? Und taugt die Sprachphilosophie nach Paul Watzlawick vielleicht, um eine gesellschaftliche Kommunikation zu beschreiben? Denise M’Baye und Sebastian Friedrich legen die Axiome des österreichischen Philosophen an aktuelle Probleme an. Hate Speech, verbale Aggression - wie handeln Menschen, wenn sie so sprechen? Im Gespräch mit der Philosophin Inga Bones wird einiges deutlicher. Und in der Rubrik "Die andere Seite" erzählt der Lyriker und Songwriter Max Prosa von seinem Umgang mit Sprache und dav...
Wie prägt Sprache unsere Wirklichkeit?
Wenn wir sprechen, handeln wir. Aber schaffen wir auch zugleich eine Wirklichkeit damit? Muss man wirklich über das schweigen, worüber man nicht reden kann - wie der Philosoph Ludwig Wittgenstein einmal schrieb?
Denise M’Baye und Sebastian Friedrich bleiben auch in dieser Folge von Tee mit Warum bei der Sprachphilosophie: Wie kann man Sprache verändern, womöglich sogar gerechter machen? Oder bedeutet das vielleicht, dass man eine Realität nicht mehr adäquat abbildet?
Denise und Sebastian sprechen mit Alexander Dinges von der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg-Erlangen über diese Fragen. In der Rubrik "Die...