Klassik für Taktlose
In „Klassik für Taktlose“ ergründen Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und „Presse“-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen. Jede zweite Woche präsentiert Wilhelm Sinkovicz im „Musiksalon“ seine Lieblingsaufnahmen und lädt uns ein, mit ihm in seiner Klassiksammlung zu wühlen und einzudringen in die Geheimnisse von Mozart, Bach, Beethoven und anderen. Jeden Samstag auf der Webseite der "Presse"...
Der Tod hat eine Melodie: "Dies irae" ist überall
Von Liszt bis "Star Wars", von Berlioz bis zur "Eiskönigin": Wenn diese vier Töne erklingen, ist der Tod nicht weit. "Dies irae" zieht sich als fixe Idee durch die gesamte Musikgeschichte.
Vier Töne genügen, und alle denken an den Tod. Ob man die Melodie von "Dies irae" bewusst kennt oder nicht, ob man durch die Musik der Romantik, durch Hollywood oder tatsächlich durch die Kirche mit ihr in Berührung kam: Die Todesbotschaft dieser Töne ist unmissverständlich. Warum eigentlich, fragen sich da Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz.
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Musiksalon: Die "Eroica": Beethoven lässt Napoleon und Prometheus tanzen
Die Dritte Symphonie war ursprünglich Napoleon gewidmet. Doch führen uns einige Ballett-Schritte direkt in die Mythologie.
Beethoven selbst hat seine Dritte Symphonie, die „Eroica“, Napoleon Bonaparte gewidmet, diese Widmung aber – so will es die Legende – erzürnt wieder ausgekratzt, als er erfuhr, dass der Feldherr sich zum Kaiser gekrönt hatte. Spätere Forschungen haben ergeben, dass diese Symphonie viel eher mit dem antiken Mythos von Prometheus zu tun hat, der den Menschen das Feuer gebracht hat. Ob das Werk, in dessen Zentrum ein imposanter Trauermarsch steht, wirklich so „heroisch“ ist wie der Titel verheißt, wird immer wieder disku...
Wer war Johannes Brahms?
Ein Komponist für Fortgeschrittene? Johannes Brahms gilt als schwierig und unzugänglich. Dabei kennt seine berühmteste Melodie jedes Baby.
Muss man sich zu Johannes Brahms erst „hinaufhören“? Ist er ein Komponist für Kenner? Der Hamburger Romantiker ist jedenfalls „stacheliger“ als Mozart oder Strauß – aber Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz wären nicht das „Klassik für Taktlose“-Duo, wenn sie nicht auch sein Werk aufs Wesentliche herunterbrechen und seine Lebensgeschichte auf die spannendsten Anekdoten abklopfen könnten.
Also hören sie sich durch seine Musik, die alles außer Oper umfasst – und durchaus eingängige, bekannte Melodi...
Mahlers Fünfte. Von wegen »Tod in Venedig«...
Mahlers Fünfte galt lang als rätselhaft. Dann kam Luchino Visconti und nutzte den vierten Satz, das Adagietto, als Filmmusik für seinen "Tod in Venedig" - seither steht die Symphonie ununterbrochen auf den Konzertprogrammen. Im Musiksalon widmet sich Wilhelm Sinkovicz diesem Werk in seiner Komplexität zwischen Trauer, Wut und Verzweiflung, Militärsignalen, Tanzbodenstimmung und grandios-spielerischem Feinschliff. Und der Frage, worum es im berühmten Adagietto wirklich geht -- soviel sei verraten: Um den Tod geht es nicht, eher um die Liebe Mahlers zu seiner späteren Frau, Alma. Durch den Podcast führt uns das Symphonieorchester des Bayerisc...
Wer hat Mozarts Requiem wirklich geschrieben?
Mozart konnte seine eigene Totenmesse nicht mehr vollenden. Nach seinem Tod haben das andere für ihn erledigt. Wie viel Mozart steckt noch drin?
1791 schrieb Mozart seine eigene Totenmesse. Auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst war: Das berühmte Requiem wurde sein letztes Werk – und es blieb unvollendet. Zumindest eine Weile lang. Denn schon bald nach Mozarts Tod setzten sich andere Komponisten an die leeren Notenblätter und füllten sie auf. Wie viel davon ist dann eigentlich noch von Mozart selbst?
Zehn Prozent? Oder 78? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz gehen nicht nur den unterschiedlichen Zählweise...
Bruckners »Romantische« – eine Symphonie in vielerlei Gestalten.
Die Vierte ist Anton Bruckners populärstes Werk geworden. Seit der umjubelten Uraufführung, 1890, ist sie nie wieder aus dem Repertoire verschwunden, nicht zuletzt wegen des "Jagd-Scherzos", das als dritter Satz der Symphonie zu größter Beliebtheit verholfen hat. Dabei war dieses Scherzo in der ursprünglichen Version der Komposition noch gar nicht enthalten. Im Musiksalon begeben wir uns diesmal auf Spurensuche: Wie ist diese Symphonie entstanden, was hat Bruckner selbst über deren Inhalt verraten. Glauben wir seinen Worten, erleben wir auch einige pittoreske Naturschilderungen – und einen jungen Burschen, der seiner geliebten ein (vergebliches) Ständchen bringt... –– Durch den Podcast führt uns ein...
War Pavarotti wirklich so ein guter Sänger?
Er machte aus Operngesang eine Stadion-Show und Arien zu Pophits. Luciano Pavarotti prägte das Bild des Star-Tenors. Wie hat er das geschafft?
Dick, bärtig, immer lächelnd, Taschentuch in der Hand. So kennt man Luciano Pavarotti, den großen italienischen Tenor – wobei er, wie Wilhelm Sinkovicz betont, eigentlich ein amerikanisches Phänomen war. Pavarotti war mehr als ein Opernstar. Er war ein Entertainer, der Stadien füllte, solo und als Teil der Drei Tenöre. Er eroberte mit Arien die Pop-Charts. Für Katrin Nussmayr ist klar: Pavarotti, das ist DER prototypische Operntenor. Und doch will sie von ihrem...
Variationen als Rätselspiel: Edward Elgars "Enigma"
Bei den Enigma-Variationen von Sir Edward Elgar beginnen die Verwirrungen schon ganz am Beginn: Was ist eigentlich das ,,Thema", wird es überhaupt gespielt - und vor allem: von wem stammt es? Und dann Klavier oder Bratsche übende Dilettanten, plappernde Gastgeberinnen und ein triefend nasser Hund - der biblische Jäger Nimrod nicht zu vergessen, mit dem Elgar die Hitparaden gestürmt hat... Zu hören ist die legendäre Aufnahme des London Symphony Orchestra unter Pierre Monteux (RCA).
Pfui! Bravo! Buh! Das Klassik-Publikum und seine (Un)sitten (LIVE!)
Schlägereien im Konzertsaal, fliegende Zahnprothesen und unkontrollierte Jubelstürme: Eine Folge über die schärfsten Publikumsreaktionen und die Frage, wann ein „Buh!“ in Ordnung ist – live aus dem Wiener Blickle Kino.
Schon einmal vom Wiener Watschenkonzert gehört? Die verhängnisvolle Veranstaltung, 1913 im Wiener Musikverein, beschäftigte nicht nur die Musikkritiker, sondern auch die Gerichtsreporter. Da flogen Fäuste, Stühle, Brillen und, ja, Zahnprothesen – alles nur wegen ein paar Tönen. Musik bewegt! Und weil das Watschenkonzert bei Weitem nicht das einzige Ereignis war, bei dem sich ein Musikpublikum zu wahrlichen Tumulten erregen ließ, erzählen Katrin Nussmayr und Wilhelm...
Musiksalon: Der Symphoniker Liszt - Große Emotionen und ein Missbrauchsfall
Franz Liszt hat nicht nur als Pianist Bahnbrechendes geleistet. Als Erfinder einer neuen Gattung, der Symphonischen Dichtung, trieb er, indem er mythische Heroen und sogar einen ukrainischen Feldherrn besang, die Entwicklung der romantischen Orchestermusik zu neuen Ufern. Was alle Welt schätzte - bis die Politik ins Spiel kam. Wir hören Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan (DG - ,,Les Preludes" und ,,Mazeppa") und London Philharmonic unter Bernard Haitink (Philips).
Taktlos to go: „Air on the G-String“ ist von Bach - oder doch nicht?
Ein Geiger machte aus einer Bach-Melodie erst einen Stunt – und dann einen Welthit. Wer braucht schon mehr als eine Geigensaite?
Die Melodie funktioniert bei Hochzeiten wie bei Begräbnissen. Geschrieben hat sie Bach, aber dass sie zu einem derartigen Welthit wurde, ist jemand anders zu verdanken, der einen merkwürdigen Einfall hatte: Was, dachte sich der Geiger August Wilhelmj, wenn ich das ganze „Air“ aus Bachs 3. Orchestersuite nur auf einer einzigen Saite meiner Geige spiele?
„Air on the G-String“ nennt sich das populäre Ergebnis, das Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge genau durchleuchten. Was ist beim Umba...
Musiksalon: „Ariadne auf Naxos“, die seltsamste aller Opern (Wiederholung)
Zu hören sind Ausschnitte aus folgenden Aufnahmen:
Der Bürger als Edelmann: Wiener Philharmoniker – Clemens Krauss (Decca)
Ariadne auf Naxos (Urfassung): Sumi Jo, Margaret Price, Gösta Winbergh, Orchester der Oper Lyon – Kent Nagano (EMI)
Ariadne auf Naxos (Zweitfassung): Irmgard Seefried, Gundula Janowitz, Orchester der Wiener Staatsoper – Karl Böhm (DG)
Über den Podcast: "Presse"-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz präsentiert in der Reihe "Musiksalon" seine Lieblingsaufnahmen und lädt uns ein, mit ihm in seiner Klassiksammlung zu wühlen und einzudringen in die Geheimnisse von Mozart, Bach, Beethoven und anderen. Jeden zweiten...
Taktlos to go: Beethovens „Für Elise“ ist fürwahr ein Rätsel
Wer war Elise? Jeder kennt das Klavierstück, aber niemand weiß, wer ihm seinen Titel gab. Wir ermitteln.
Es braucht nur wenige geklimperte Töne, um es eindeutig zu identifizieren – und doch ist Ludwig van Beethovens „Für Elise“ ein rätselhaftes Klavierstück. Gesichert ist an diesem Welthit erstaunlich wenig. Beethoven hat kein Wort zu dem Stück hinterlassen. Das Original ist verschollen. Und das größte Mysterium ist, wer die im Titel bedachte Elise gewesen sein soll.
Wer also war gemeint? Wie landete das Notenblatt 40 Jahre nach Beethovens Tod im Haushalt einer Münchner Lehrerin, wo ein Musikwiss...
Worum es in Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ wirklich geht
150 Jahre "Ring", Teil 5 von 5.
Götter, Zwerge, Nixen, Drachen, tapfere Helden und ein ganzer Haufen verzauberter Gegenstände: Der „Ring des Nibelungen“ hat alles, was eine Fantasy-Saga braucht. Und ist zugleich ein Opernprojekt von ziemlich unvernünftigen Ausmaßen. Aber wer ist hier eigentlich der Held? Was passiert wirklich in dieser Geschichte, in der die Götter sich selbst abmontieren, Siegfried rein gar nichts versteht und Brünnhilde am Ende aufräumen muss?
Wilhelm Sinkovicz kennt die vier Opern bestens, und Katrin Nussmayr hat (taktlose) Fragen. Also sprechen die beiden über Liebe und Macht, entwirren die Handlungsstränge und Bezie...
150 Jahre „Ring“ – Götterdämmerung
Teil 4 von 5: Mit der "Götterdämmerung" geht Wagners Tetralogie zu Ende. Zu hören sind Ausschnitte aus dem ersten Stereo-Mitschnitt einer Aufführung bei den Bayreuther Festspielen unter Joseph Keilberth (1955) in legendärer Besetzung: Wolfgang Windgassen ist der Siegfried, Astrid Varnay die Brünnhilde.
150 Jahre „Ring“ – Siegfried
Teil 3 von 5: Der "zweite Tag" von Wagners Nibelungen-Drama hat viele komödiantische Elemente, wenn auch auf tragischem Fundament. Jedenfalls entscheidet sich in der Geschichte vom märchenhaften Drachentöter das Schicksal des Gottes Wotan endgültig. Dessen letzter Versuch einer Machtdemonstration misslingt. Zu hören sind Ausschnitte aus dem ersten Stereo-Mitschnitt einer Aufführung bei den Bayreuther Festspielen unter Joseph Keilberth in legendärer Besetzung: Wolfgang Windgassen als Siegfried, Astrid Varnay als Brünnhilde, Hans Hotter als Wotan, Gustav Neidlinger als Alberich und Paul Kuen als Mime. Maria von Ilosvay sang die Erda, Ilse Hollweg den Waldvogel und Josef Greindl den Fafn...
150 Jahre „Ring“ – Die Walküre
Teil 2 von 5: Im Musiksalon beleuchten wir jene Punkte des Geschehens, an denen die Handlung szenisch und/oder musikalisch entscheidende Impulse erhält, sich dreht oder verdichtet. Mit dem Gewittersturm am Beginn der „Walküre“ führt uns Wagner in die Menschenwelt, die von den mythischen Göttern und Dämonen beherrscht und geprägt wird. Wir erleben, wie sich das von Wotan gezeugte Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde ineinander verliebt, wie „Göttermutter“ Fricka im Zorn ihren Gatten Wotan davon überzeugt, dass er damit eine rote Linie überschritten hat, die zum Untergang der Götter führen muss – und wie Wotan seine Lieblings-Walkü...
150 Jahre „Ring“ – Das Rheingold
Teil 1 von 5: Am Beginn fließt der Rhein, die unberührte Natur – doch kaum öffnet sich der Vorhang über dem "Vorabend" von Richard Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen", bemächtigen sich finstere Mächte ihrer Schätze und die Welt wird zum Spielball rücksichtsloser Machtgier. Die mythische Ordnung der Götter, Riesen und Zwerge gerät aus dem Gleichgewicht. Teil 1 einer Serie über Richard Wagners ehrgeiziges Menschheitsdrama, das 1876 in Bayreuth zur Uraufführung kam. Eine Handreichung für Wagnerverrächter, Wagnerverehrer und Neugierige, die noch nicht wissen, auf welche Seite sie sich schlagen werden. Die Musikbeispiele stammen aus der legendären e...
Der Hummelflug – wo fliegt sie hin, wo kommt sie her?
Rimsky-Korsakows „Hummelflug“, eine der berühmtesten Rasereien der Klassik, spornt Leistungsmusiker zu Geschwindigkeitsrekorden an. Aber was steckt dahinter?
Die Hummel fliegt um die Welt, musikalisch, und zwar seit dem Herbst des Jahres 1900, als die Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ von Nikolai Rimski-Korsakow uraufgeführt wurde. Dort führt uns der berühmte „Hummelflug“ als Orchesterzwischenspiel von einem Akt zum nächsten. Seither führt das surrende Insekt ein Eigenleben als Virtuosenstück für nahezu sämtliche Instrumente, die einander Wettrennen, pardon: Wettfliegen liefern, wer schneller von A nach B kommt, ohne eine der vielen Noten im Flug zu verlieren.
...Musiksalon: Romeo und Julia, skizziert von Shakespeare, ausgemalt von Prokofieff
William Shakespeare hat Generationen von Komponisten zu herrlicher Musik angeregt. Zu den aufregendsten musikalischen Umsetzungen eines seiner Dramen gehört die Ballettmusik zu "Romeo und Julia" aus der Feder des russischen Meisters Sergej Prokofieff. Auf unserer Erkundungstour durch dieses außergewöhnliche Werk begleiten uns die New Yorker Philharmoniker unter der Leitung von Dimitri Mitropoulos (CBS).
Improvisation: Wann hat die Klassik aufgehört, spontan zu sein?
Die Jazzmusiker, Rocker und Rapper müssen es können, die „Klassiker“ scheinen es längst verlernt zu haben: das Improvisieren. Dabei wären auch sie oft genug gefordert, spontan zu (re)agieren.
Bitte nichts dazu erfinden, bitte keine Experimente, bitte Mozart genau so, wie er angeblich gemeint war: Die Welt der Klassik gilt als Hochamt der Notentreue. Für Spontaneität bleibt da oft kein Platz. Oder haben Sie es schon einmal erlebt, dass ein Orchestermusiker mitten im Konzert aufsteht und einfach spielt, was ihm gerade einfällt?
Das will Katrin Nussmayr auch von Wilhelm Sinkovicz wissen, der...
Musiksalon: Beethovens Pastorale - von wegen Sommerfrische
Die Sechste Symphonie gilt als kleine, harmlose Schwester der Fünften, der sogenannten Schicksals-Symphonie. Beethoven beschreibt plötzlich das biedermeierliche Landleben und das "Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande" - aber der Schein trügt. Auch wo die Vöglein zwitschern, walten höhere Mächte!
„Also sprach Zarathustra“: So klingt der Beginn von etwas Großem
Klingt so dass Weltall? Ein Sonnenaufgang? Gar Philosophie zum Hören? Wofür Richard Strauss’ berühmte Tondichtung steht.
Diesem Anfang wohnt wirklich ein Zauber inne. Richard Strauss hat mit seinen ersten Takten von „Also sprach Zarathustra“ nicht nur Stanley Kubrick, Elvis Presley und so manche Werbeagentur inspiriert. Er bringt Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz auch dazu, diesen bebenden, aufregenden ersten Tönen (und jenen, die darauf folgen) eine ganze Podcast-Episode zu widmen.
Ein Grollen, drei Trompetentöne, und plötzlich geht nicht nur die Sonne auf, sondern gleichsam die Menschheit, mit heroischer Gewissheit: „Ein musikalisches Naturereignis“, befindet Sinkovi...
Lobet die Eurovision-Hymne! Warum ein „Te Deum“ den Song Contest einläutet
Kirchenmusik beim ESC? Die Fanfare, die vor allen Eurovisionssendungen erklingt, ist vom französischen Barockkomponisten Marc-Antoine Charpentier. Und eigentlich ein Gotteslob.
Es beginnt mit Pauken und Trompeten: Das gilt für den Eurovision Song Contest genauso wie fürs Neujahrskonzert und alle anderen TV-Sendungen, die von der EBU (European Broadcasting Union) europaweit ausgestrahlt werden. Die Eurovision-Fanfare ist vielleicht die eingängigste Signation der Fernsehgeschichte. Weniger bekannt ist, dass diese feierliche Melodie eigentlich ein Lobgesang an Gott ist: Sie ist der Auftakt eines barocken „Te Deum“, komponiert von Marc-Antoine Charpentier in den 1690er Jahren für einen Festgottesdienst.
Wie diese...
Musiksalon: Carl Orff. Die anderen Carmina!
Die Hörbeispiele stammen aus der von Eugen Jochum dirigierten Aufnahme des bayerischen Rundfunks (DG) mit Arlene Auger (Sopran) und Wieslaw Ochman (Tenor).
→ Musiksalon der Sinkothek.
Musiksalon: Oleg Maisenberg. Erinnerungen an einen Klangmagier.
Wenige Tage vor seinem 81. Geburtstag starb im April 2026 der Pianist Oleg Maisenberg in seiner Wahlheimatstadt Wien. Wer ihn gehört hat, bewahrt Erinnerungen an transzendetes Klavierspiel und bewegende musikalische Erfahrungen. Weil er es hasste, aufgenommen zu werden, bleiben uns nur wenige Dokumente von Maisenbergs Kunst. Umso spannender, die Auswahl in diesem Podcast zu hören -- und dazu Ausschnitte aus einem der wenigen Interviews, die der Künstler gegeben hat, um über sein Leben und seine Kunst zu erzählen. (Labels: Orfeo, DG, KHG Wien).
Der „Tristan-Akkord“: Wie ein einziger Klang die ganze Musikgeschichte aus dem Konzept gebracht hat
Es sind nur ein paar schräge Töne, aber sie haben es in sich: Einem Akkord aus der Oper „Tristan und Isolde“ wird nachgesagt, die Harmonik gesprengt zu haben. Wie bitte?
F, H, Dis, Gis – was können vier Töne schon anrichten? Ganz schön viel, wie der sogenannte „Tristan-Akkord“ zeigt: In Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“ erklingt er gleich zu Beginn, hält seine dissonante Spannung aber für Stunden. Und die Fachwelt seit über einem Jahrhundert gebannt. Der Akkord habe die „Harmonik gesprengt“ und die Musik in eine „Krise“ gestürzt, heißt es. Musikwissenschaftler debattieren...
Musiksalon: "Almas Erwecker" - Alexander von Zemlinsky
Musik, die glühende menschliche Leidenschaften beschreibt – nicht nur die unglückliche Liebe Zemlinskys zu Alma Schindler. Aufnahmen mit Julia Varady, Dietrich Fischer-Dieskau, den Berliner Philharmonikern unter Lorin Maazel (DG), Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch (Sony), dem LaSalle Quartett (DG), Rachel Williams, Benjamin Bruns, Christopher Maltman und dem RSO München unter Patrick Hahn (BRKlassik), der Mülheimer Kantorei, dem Gürzenich Orchester unter James Conlon (EMI), dem Charlottenburger Opernorchester unter Alexander v. Zemlinsky (Pristine), der Tschechischen Philharmonie unter Anthony Beaumont (Chandos) sowie Eva Johansson, Kurt Westi und dem RSO Kopenhagen unter Hans Graf (Capriccio).
Mozarts "Eine kleine Nachtmusik": Was heißt hier klein??
In Mozarts Serenade Nr. 13 in G-Dur (KV 525), besser bekannt als „Eine kleine Nachtmusik“, erklingt die wahrscheinlich berühmteste Melodie der Wiener Klassik. Und dieser Status ist durchaus berechtigt, analysieren Wilhelm Sinkovicz und Katrin Nussmayr in dieser Jubiläums-Folge von „Klassik für Taktlose“: Denn Wolfgang Amadeus Mozart steckte seine ganze Kunstfertigkeit in diese Serenade.
Sie funktioniert wie eine komplette Symphonie, dauert aber nur rund 17 Minuten. Allein am ersten Satz lässt sich das Grundprinzip der klassischen Kompositionstechnik studieren – und hier lässt sich auch ablesen, mit wie vielen musikalischen Bällen Mozart jonglieren konnte. Dabei komponierte Mozart das Stück eigent...
Musiksalon: Strawinskys "Sacre du printemps", ein Skandalstück als Welterfolg
Die rhythmische Energie dieser Ballettmusik ist so legendär wie die Berichte vom Pariser Uraufführungsskandal Anno 1913. Im Musiksalon fragen wir, warum dieses Werk so anders klingt als alles, was selbst die radikale Moderne akustisch zu bieten hatte - und warum das Publikum dennoch die Aufführungen seit Jahrzehnten regelrecht stürmt. Die Musikbeispiele stammen aus der grandiosen Aufnahme mit dem Philharmonia Orchestra unter Igor Markevitch (1959).
Fake, aber genial: Der große Klassik-Schwindel
Fake-Orchester, erfundene Komponisten und eine Pianistin, deren Aufnahmen zu gut waren, um wahr zu sein: Dreiste Schwindel und folgenreiche Scherze haben in der Klassikwelt eine lange Tradition.
Kennen Sie Otto Jägermeier? Mit dem „zu Unrecht vergessenen“ Komponisten befassten sich Wissenschaftler, Journalisten und Musiker. Sein Lebenswerk wurde in Lexika erwähnt und auf Tagungen gewürdigt. Seine Biografie ist erstaunlich. Schade eigentlich, dass sie nicht real ist: Otto Jägermeier hat nie existiert. Was ihn nicht daran hinderte, doch noch zu einem berühmten Komponisten zu werden. Blöd nur, dass alle seine Noten verbrannt sind …
Die Klassik-Gesc...
Musiksalon: Die Geheimnisse von Brahms' Dritter Symphonie
Die selten gespielte F-Dur-Symphonie ist die faszinierendste, hoch dramatisch, aber ebenso komplex in ihrer Anlage. Wilhelm Sinkovicz führt uns durch das spannende tönende Rätselspiel -- und spielt seine Lieblingsaufnahme, dirigiert von Bruno Walter (CBS), dem Mann mit dem sanftmütigen Image, der sein Orchester aber "zur Weißglut" treiben konnte.
Sex in der Oper: Wie Komponisten Lust hörbar machen
Kann man musikalisch Sex haben? Und wie! Ein Streifzug durch die Liebes- und Lustszenen der Opernwelt zeigt, wie Komponisten Begehren, Erregung und sogar Orgasmen vertont haben.
Achtung, das folgende Stück enthält sexuelle Darstellungen: Einen solchen Hinweis könnte man so mancher Oper voranstellen. Auch wenn es auf der Bühne dann eh meist recht jugendfrei zugeht – was nicht heißt, dass die Opernwelt nicht voller erotischer Szenen wäre. Nur: Man sieht oft weniger, als man hört.
Wie klingen dann also Begehren, Verführung und körperliche Nähe? Wie haben Komponisten von Richard Wagner bis M...
Avantgarde voll Emotion und Elan: Bartoks "Musik für Saiteninstrumente".
Wie der einstige Bürgerschreck Bela Bartok 1936 einen Sensationserfolg erzielte, ohne seine fortschrittliche Ästhetik verraten zu müssen. Diese "Neue Musik" nimmt auch Skeptiker sofort gefangen. Wilhelm Sinkovicz präsentiert im Sinkothek-Musiksalon die mitreißende Aufnahme aus Chicago unter Fritz Reiner. Dazu Ausschnitte aus einer empfehlenswerten Bartok-CD des RSO Wien unter Michael Gielen mit Ernst Kovacic -- und ein paar Takte Beethoven mit den Wiener Philharmonikern unter Leonard Bernstein.
Warum Tschaikowskys „Schwanensee“ zurecht ein ewiger Hit ist
Es ist DAS Ballett schlechthin – auch wenn die ersten Kritiker es für „untanzbar“ hielten. Was steckt hinter Tschaikowskys „Schwanensee“?
Ein verzauberter Schwan, ein leichtgläubiger Prinz und eine Melodie, die man kennt, auch wenn man nie im Ballett war: Tschaikowskys „Schwanensee“ ist erst grandios gescheitert – und wurde dann zur Ikone.
Zurecht, sagt Wilhelm Sinkovicz, der sich mit Katrin Nussmayr auf Märchenreise begibt. Was erzählt die Geschichte von Odette, Odile und dem Prinzen Siegfried eigentlich? Warum trägt letzterer denselben Namen wie Richard Wagners Held – obwohl Tschaikowsky Wagner ziemlich schrecklich fand? Wie konnte ein Werk, das man 1877 für „untan...
Musiksalon: Wintersport und alpiner Horror nach Noten
Eislaufen macht Spaß, kann aber auch gefährlich werden, Alpenwanderungen enden vielleicht tödlich. All das wussten auch die großen Komponisten vom Barock bis zur Moderne. Wilhelm Sinkovicz demonstriert im Musiksalon diesmal, dass man das auch hören kann: Schon Vivaldi ließ einem Schlittschuhläufer den gefrorenen Boden unter den Kufen einbrechen, und bei W. H. Auden und Hans W. Henze erleben wir einen winterlichen Bergtod auf offener Szene. Freilich: Mancher sportliche Opern-Unfall endet glimpflich. Und schließlich verwandeln sich die alpinen Freuden auch oft in eindrucksvolle Klangbilder.
Emil Waldteufel: Les Pataineurs. Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan...
Wie Wagners Walkürenritt zum Soundtrack des Krieges wurde
Die Walküren reiten ein – und es klingt nach Krieg. Was hat sich Richard Wagner dabei gedacht? Teil 9 der Reihe „Taktlos to go“ über die großen Melodien der Klassikwelt – und die Geschichten dahinter.
Was haben göttliche Kriegerinnen auf fliegenden Pferden mit Vietnam-Hubschraubern zu tun? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz nehmen sich in dieser Folge des „Walkürenritts“ von Richard Wagner an, dieser berühmten, flirrenden, bedrohlich klingenden Melodie aus der Oper „Die Walküre“. Und fragen sich: Wie wurde daraus der universelle Soundtrack für Angriff, Größenwahn und Überlegenheitsfantasien?
Denn der „Walkürenritt“ hat längst ein Eigenleben entwickelt...
Musiksalon: Luchino Visconti und die Musik
Der große Filmregisseur hat mit seinen legendären Soundtracks nicht nur die Klassik im Kino wirklich salonfähig gemacht, sondern sogar die Interpretations Geschichte beeinflusst. Filmgeschichte rund um Musik von Bruckner, Mahler, Wagner und die italienischen Romantiker.
Warum klingt Musik in Moll traurig?
Dur und Moll: Man braucht keine musikalische Ausbildung, um zu erkennen: Da wirken die Töne gleich ganz anders! Aber warum eigentlich?
Wie geht es Ihnen heute? Dur oder Moll? Die wörtliche Übersetzung dieser beiden musikalischen Geschlechter soll Sie hier nicht verwirren: Zwar heißt Dur im lateinischen Wortstamm „hart“ (und moll „weich“), aber wir alle wissen, welche Stimmung dabei musikalisch mitschwingt: Dur klingt freudig und erhaben, Moll hingegen melancholisch, ernster, leidvoll. Meistens zumindest.
Aber warum eigentlich? Wilhelm Sinkovicz und Katrin Nussmayr analysieren, was hinter diesen Stimmungen steckt und wie kleinste Details eine Melodie verändern können. Warum...
Musiksalon: E. T. A. Hoffmanns Erzählungen
Literarisch-musikalisch-politische Betrachtungen zur ungeheuren Wirkung der Werke des im Jänner 1876 in Königsberg geborenen Dichters auf die Komponisten von Robert Schumann bis Gustav Mahler und die Moderne.
Aufnahmen mit Anna Netrebko, Elina Garanca und Placido Domingo (,,Hoffmanns Erzählungen" - DG bzw. Orfeo), Vladimir Horowitz (Kreisleriana - CBS) und Arturo Benedetti-Michelangeli (Faschingsschwank - DG), Sir Simon Rattle (,,Nussknacker" - Berliner Philharmoniker), Herbert v. Karajan (,,Coppelia" - DG), Friedrich Gulda und Horst Stein (Beethoven - Decca), Kölner Akademie (Symphonie - cpo), Leonard Bernstein (Mahler - DG), Dietrich Fischer-Dieskau (,,Cardillac" - DG).
Über den Podcast: „Musiksa...