Welterbe Hallstatt

40 Episodes
Subscribe

By: Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard Pilz

Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt. Ab Folge 153 ist für jede Episode ein redaktionell bearbeitetes Transskript hochgeladen. Feed-URL https://podcaste46baf.podigee.io/feed/mp3

✂️ Clip this podcast
Welterbe – Altersbestimmung T01
#195
Last Friday at 6:00 AM

Holzobjekte

Die Radiokarbon-Methode misst den Zerfall eines Kohlenstoffisotops und bestimmt das Alter organischer Materialien. Die Dendrochronologie nutzt die Abstände der Jahresringe und erlaubt bei Vorhandensein des Splintholzes eine jahrgenaue Datierung des Fällzeitpunkts, wobei in Hallstatt weit zurückreichende Reihen durch Überlappung zahlreicher Funde existieren.

Neben dem Alter des Werkstoffs liefert die Bearbeitung des Holzes zusätzliche Indizien durch die Faktur, die Spuren von Spalten, Breithacke, händischen Sägen, Gattersägen oder Kreissägen zeigt. Die Zweitverwendung wertvollen Holzes sowie Merkmale wie Flößermarken, Bohrungen von Schneckenbohrern, prismierte Dachlatten mit Holznägeln, Drahtstifte oder Kalkanstriche aus den 1940...


Hallstatt – Holzbautechniken im 18. Jahrhundert
#194
05/15/2026

Premblechner-Karte Teil 8

Der Plan differenziert farblich zwischen gemauerten weißen Bauteilen und hölzernen Konstruktionen, deren Braun- und Ockertöne das Alter des Holzes andeuten. In einem Beispiel am Ufer des Hallstätter Sees zeigt ein Stadel am Ahnlberg ein gemauertes Erdgeschoss, eine horizontale Blockzimmerung im Obergeschoss sowie eine vertikale Verbretterung am Giebel, was dem Prinzip der Supraposition folgt. Neben der Massivbauweise in Blockkonstruktion finden sich Skelettbauweisen, bei denen ein hölzernes Rahmenwerk mit Brettern verkleidet wird. Besonders auffällig sind aufgeständerte Hütten auf steilen Hängen und im Wasser, eine Technik, die bereits in den 1730er Jahren in...


Hallstatt - Sanitäreinrichtungen
#193
05/01/2026

Abtritt - Privet - Secreter

Auf der Karte lassen sich an mehreren Gebäuden entlang des Mühlbachs sowie am See Abtritte identifizieren, darunter ein hölzerner Erker am Badhaus und eine ebenerdige Holzhütte am Höplingerhaus, die das fließende Wasser zur Entsorgung nutzten. Weitere Beispiele finden sich am Gegenschreiberhaus als Risalit sowie an Häusern im Tremischen. Pläne von Johann Georg Panzenberger aus den 1760er Jahren dokumentieren ähnliche Einrichtungen unter den Bezeichnungen Privet und Secreter, etwa im Berghaus am Theresiaberg mit Einsitz- und Dreisitzlatrinen sowie im Salinenspital, während beim Amtshaus zunächst improvisierte Kübellösungen...


Jakob Anton Premblechner
#192
04/17/2026

Familiärer Hintergrund

Jakob Anton Premblechner entstammte einer Familie der lokalen Oberschicht, die eng mit dem Salzbergbau verbunden war. Die Erbeisenhäuerfamilien hatten durch Investitionen vererbbare Privilegien erlangt, die gesicherte Arbeitsplätze und Einkommen boten. Sein Vater Simon Premblechner war Geschworener und starb 1705, als der Sohn sieben Jahre alt war. Die Mutter Katharina Königer heiratete daraufhin den Unterbergmeister Matthias Rietzinger, einen Verwandten des Bergmeisters Johann Baptist Rietzinger.

Diese Einbindung in das bergbauliche Gefüge ermöglichte Premblechner die Beherrschung von Vermessungstechniken. Als Geschworener nahm er 1734 an der Vermessung im Kilbwerk teil, wo ein prähistorischer Bergmann entdeck...


Premblechner-Karte 05
#191
04/03/2026

Darstellungstechnik des Raumes

Die Karte basiert auf einer präzisen Vermessung des Ortes, die Johann Baptist Ritzinger um 1713 mit seinen Söhnen durchführte, unter Verwendung eines polaren Koordinatensystems, das Längen, Richtungen und Höhenunterschiede erfasste. Diese Technik, verwurzelt in bergbaulichen Traditionen möglicherweise bis in die römische Zeit, ermöglichte eine genaue Darstellung des dreidimensionalen Geländes, einschließlich des Marktes, der Lahn und Teilen des Sees. Premblechner nutzte Ritzingers Grundriss als Basis, vergrößerte ihn auf den Maßstab 1:1200 und passte ihn an, um die topografischen Herausforderungen Hallstatts abzubilden.

Diese Herangehensweise führte zu einer hybri...


Hallstatt - Sommerhäuser
#190
03/20/2026

Barocke Salettln

Die Karte zeigt detailliert nummerierte Gebäude mit Legende, die Eigentümer und Funktionen benennt, darunter Sommerhäuser der Salzfertiger wie Anton Eisl am Ende der Eislgasse mit einem Komplex aus gemauertem Wohnhaus, Stallgebäude, Heustadl und zwei kleinen hölzernen Bauten, einem auf Pfählen über einem Fischteich und einem Salettl im Garten; das Etzinger-Sommerhäusl bei der heutigen Volksschule als gemauertes Gebäude mit Putzfaschen in Blaugrau, weißer Nullfläche, Walmdach mit Schwung und Zierelementen, erhöht auf Mauer mit Stiege und Garten; das Waldmeister-Sommerhaus in der Demelgasse mit symmetrischem barocken Blumenbeet; das Bachlhaus des Baders ü...


Hallstatt - Hofkapelle
#189
03/06/2026

Rekonstruktionsversuch

Die Karte von Premblechner aus etwa 1732–1735 zeigt die Hofkapelle als hohen, gotischen Baukörper mit Nord-Süd-Ausrichtung, verursacht durch geringe Tragfähigkeit des Seeufers, das Pfahlgründungen erfordert. Der Grundriss umfasst einen 3-Achtel-Chorschluss mit spitzbögigen Fenstern, eine Empore im Norden, zugänglich aus dem Hofhaus, sowie ein steiles Dach mit 60-Grad-Neigung und Giebelreiter-Turm, der 1718 mit barockem Zwiebelhelm erneuert wurde. Historische Quellen wie das Weichselpamer-Inventar von 1526 bezeichnen den Komplex als Amthof, während das Reformationslibell die Besoldung des Kaplans, Wachs für ein ewiges Licht und Verbindungen zum Spital dokumentiert. Im 18. Jahrhundert wanderten die Funktionen in die Kalvarienbergkirche, und nach d...


Der Königin Elisabeth Zimmer
#188
02/20/2026

Das alte Hofhaus in Hallstatt

Das alte Hofhauses in Hallstatt, wird auf der Karte von Premblechner als Zimmer „Der Königin Elisabeth Zimmer“ markiert. Diese Herrscherin spielte die wesentliche Rolle bei der Marktgründung 1311 sowie der Förderung der Salzindustrie im Salzkammergut. Als verwitwete Schwiegertochter Rudolfs I. herrschte sie klug und trug wesentlich zum Aufstieg des Hauses Habsburg in seiner Frühphase dar. Das Salzkammergut und die Erträge aus der Salzwirtschaft, das ihr persönliches Eigentum war, bildete dazu die monetäre Basis.

Link zur Episode Premblechnerkarte Teil 1

Link zur Episode über den „geschriebenen Stein“


Salzkammergut - Spitalswesen
#187
02/06/2026

Historische Versorgungseinrichtungen

Ernst Tipka diskutiert mit Fritz Idam die historische Bedeutung von Spitälern im Salzkammergut, die primär als Versorgungseinrichtungen für Arme, Alte, Kranke und Behinderte dienten, anstatt als Krankenhäuser. Im Kontext der Salzindustrie entstanden diese Einrichtungen früh, um Lohnarbeiter zu versorgen, da bäuerliche Strukturen fehlten. Pragmatische und religiöse Motive spielten für die Stiftungen durch die Habsburger eine Rolle. Das Hallstätter Spital, gegründet im 16. Jahrhundert, brannte 1750 ab und wurde in den 1780er Jahren neu errichtet, mit Fokus auf Almosen, Landwirtschaft und externe Versorgung. Beispiele von Insassen wie Maria Weslin oder Michael Tu...


Premblechner Karte 01
#186
01/23/2026

Historischer Hallstatt Plan

Die Premblechner Karte zeigt Hallstatt vor dem Brand von 1750 in detaillierter Axonometrie mit Feder und Deckfarben von Jakob Anton Premblechner zwischen 1735 und 1739 ausgeführt. Die Karte listet Hausbesitzer und Gebäudenutzungen auf, stammt aus dem Salzkammergut und gelangte wahrscheinlich über das Hofkammerarchiv in die Albertina. Sie wird in der Ausstellung Faszination Papier bis März 2026 präsentiert und vergleicht sie mit einem zeitgleich entstandenen Stadtplan von Paris. Die Darstellung wird als einzigartiges historisches Dokument auch noch im Detail in weiteren Episoden von Welterbe Hallstatt besprochen werden.


Ebensee – Oral History – Holzknecht 2
#185
01/09/2026

Tondokumente aus den 1960er Jahren

Der Botaniker und Heimatforscher Friedrich Morton (1890 - 1969) präge als Kustos über Jahrzehnte das Hallstätter Museum. Anfangs der 1960er Jahren begann er ein Tonarchiv aufzubauen. Neben dem Klang von historischen Musikinstrumenten aus den Beständen des Hallstätter Museums zeichnete Friedrich Morton auch Interviews mit Gewährsleuten einer versinkenden Arbeitswelt auf das Magnettonband auf. Der 2007 verstorbenen Hallstätter Karl Kirchschlager junior erkannte den dokumentarischen Wert dieser Tonbänder, welche er Mitte der 1990er Jahre aus dem Sperrmüll gerettet hat. In dieser Episode erzählt der Ebenseer Holzknecht Ferdinand Kienesberger (vlg. Foidl -Friedl, geb. 29. 0...


Ebensee – Oral History – Holzknecht 1
#184
12/26/2025

Tondokumente aus den 1960er Jahren

Der Botaniker und Heimatforscher Friedrich Morton (1890 - 1969) präge als Kustos über Jahrzehnte das Hallstätter Museum. Anfangs der 1960er Jahren begann er ein Tonarchiv aufzubauen. Neben dem Klang von historischen Musikinstrumenten aus den Beständen des Hallstätter Museums zeichnete Friedrich Morton auch Interviews mit Gewährsleuten einer versinkenden Arbeitswelt auf das Magnettonband auf. In dieser Episode erzählt der Ebenseer Holzknecht Ferdinand Kienesberger (vlg. Foidl -Friedl, geb. 29. 04. 1903) von Arbeitsunfällen, vom Leben der Holzknechte in den Holzknechtstuben und dem Brauchtum in der 1. Hälfte des 20. Jhs. Der 2007 verstorbenen Hallstätter Karl Kirchschlager junior erk...


Das Inslit
#183
12/12/2025

Licht aus tierischem Fett

Inslit, auch Unschlitt genannt, stammt aus minderwertigem Rinderfett und diente im 16. Jahrhundert im Hallstätter Salzbergbau als Brennstoff für Lampen und Kerzen. Es wurde ausgelassen, um reines, hartes Fett zu gewinnen, und ersetzte teure Bienenwachskerzen für die Massenbeleuchtung. Im Bergbau erleichterte es die Arbeit unter Tage, wobei Öllampen und Kerzenhalter verwendet wurden. Der Verbrauch stieg stark im 17. Jahrhundert durch Naturalleistungen als Lohnersatz, was zu Importen und Weiterverkäufen führte. Ab dem 19. Jahrhundert lösten Paraffin und Karbidlampen es ab.

Link zur Episode über das Pfannhaus Hallstatt Markt.

Link zur Epis...


Industrie um 1500
#182
11/28/2025

Energie und Ressourcen

Die Reformationslibelle beschreiben detailliert Wälder, ihren Zustand, Zuwachs und Flurnamen, die bis heute kontinuierlich sind. Holz diente als zentraler Energieträger für Salzproduktion, Glasherstellung und Eisenverhüttung, wobei Holzkohle für höhere Temperaturen produziert wurde. Kohlstätten weisen auf Köhlerei hin, und Glasscheiben, sogar zerbrochene, wurden inventarisiert. Kalktechnik ist seit römischer Zeit in Hallstatt nachweisbar, mit Wiederverwendung von Abfallprodukten wie Asche für Glas. Stoffliche Kreisläufe zeigen Parallelen zu modernen Produktionsherausforderungen durch Ressourcenknappheit.

Link zur Episode über das Reformationslibell von 1524.

Link zum Scan des 2. Reformationslibells.

Link zur E...


Salzkammergut – Eiben
#181
11/14/2025

Übernutzung im 16. Jahrhundert

In dieser Episode wird die Eibe (Taxus baccata) beleuchtet, von ihrer Nutzung als Bogenholz seit dem Altertum bis hin zu ihrer Giftigkeit, die in Literatur wie Shakespeares Hamlet Eingang fand. Der Fokus liegt auf dem Salzkammergut, wo Ortsnamen wie Eibenberg auf vergangene Bestände hinweisen, doch Raubbau im 16. Jahrhundert durch Monopole und Export nach England führte fast zum Aussterben der Bäume. Technische Eigenschaften des Holzes als natürlicher Verbundwerkstoff werden erläutert, ebenso wie der Übergang zu Feuerwaffen und die Symbolik der Eibe als Friedhofsbaum.

Link zur Episode über das Reformationslibell von 1524

Li...


Rigleisen und Pschlachthammer
#180
10/31/2025

Frühneuzeitliche Werkzeuge

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der Salzbetrieb in Hallstatt intensiviert, um neue Märkte in Böhmen und Ungarn zu bedienen und damit die Staatsfinanzen zu sanieren; dies erforderte Investitionen primär in die Produktionsanlagen und damit sekundär auch in die Steinbrüche, wobei der rote Steinbruch feuerbeständigen, mergeligen Stein lieferte, während der weiße Stein weniger feuerbeständig war. Die Inventare dokumentieren den Zuwachs an Werkzeugen wie Schlägeln, Keilen und Kratzen, spiegeln den Übergang von Mangel zu Überfluss wider und heben technische Details wie den Schutz der Steine vor Frost und...


Der Rabisch
#179
10/17/2025

Archaisch und fälschungssicher

Die Episode beleuchtet die Reformationslibelle als detaillierte Anweisungen zur Organisation des Salzwesens unter Erzherzog Ferdinand, die detaillierte Einblicke in Produktionsprozesse geben und in handschriftlichen sowie gedruckten Versionen vorliegen. Im Fokus steht der Begriff „Rabisch“, ein slawischstämmiges Wort für Kerbholz, das zur sicheren Dokumentation von Schulden und Lieferungen im Schmiedebetrieb diente, indem ein gespaltener Holzstock mit Kerben manipulationssicher Abrechnungen ermöglichte. Ergänzt werden historische Anekdoten, wie der Ursprung des Begriffs „Stockholder“ aus englischen Tallies und der Brand des britischen Parlaments 1834 durch das Verbrennen alter Kerbhölzer, sowie Verbindungen zu moderner Kultur wie dem Banana Boat So...


Welterbegebiet - Verschwundene Steinbrüche
#178
10/03/2025

Lokale Rohstoffgewinnung

In dieser Episode von Welterbe Hallstatt wird der historischen Kontext der habsburgischen Erbfolge von Ferdinand I. und dessen finanzielle Herausforderungen nach Maximilian I. sowie die Bedeutung der Salzbergwerke für die Staatskonsolidierung beleuchtet. Anhand des Hallstätter Inventars von 1526 wird ein Schlaglicht auf zwei Steinbrüche für rote und weiße Steine geworfen, die für die Pfannsteher, den Säulen unter Salzpfannen genutzt wurden. Es wird von Werkzeugen zur Gewinnung von Werksteinen und Lehm erzählt und die Hörer sind eingeladen, Hinweise zu alten Steinbrüchen am Hallstättersee zu geben.

Link zur Episode...


Salzkammergut – Laimb & Letten
#177
09/19/2025

Tonmineralien als historische Baustoffe

In dieser Episode von Welterbe Hallstatt wird die Verwendung von Lehm (Laim) und Ton (Letten) im protoindustriellen Umfeld des 16. Jahrhunderts beleuchtet. Mit Unterstützung von Thomas Nussbaumer, der das Reformationslibell von 1524 transkribiert und dem Bergmann Johann Unterberger, wurden neue Erkenntnisse aus primären historischen Quellen erschlossen. Obertägig wurde abgemagerter Lehm verwendet, um die Salzpfannen gegen Hitze zu schützen, während untertägig Ton mit Torfmoos (Müß. Mias) kombiniert wurde, um wasserführende Stollen abzudichten. Die Episode beleuchtet die raffinierte Materialnutzung, die Rolle von Fachleuten des 16. Jahrhunderts wie Ofenleger Wolfgang Tharleutner und die geologische Bedeutung...


Hallstatt – Obstgärten
#176
09/05/2025

Kultivierung karger Standorte

Auf der Premblechnerkarte sind nicht nur die Häuser detailliert dargestellt, sondern auch die Obstgärten von Hallstatt thematisiert. Diese, durch Spältenzäune geschützten Gärten, spielen eine bedeutende Rolle in der Ernährungs- und Sozialstruktur der damaligen Zeit. Sie reflektieren die politisch-kulturellen Bestrebungen der Aufklärung, die Lebensbedingungen durch fortschrittliche Landwirtschaft zu verbessern. Darüber hinaus wird die bedeutung der Obstbäume als Nahrungslieferanten hervorgehoben, die in einem kargen Ernährungsschema einen wertvollen Beitrag leisteten. Techniken der Obstverarbeitung und der Rückgang alter Obstsorten verdeutlichen den Wandel in der Ernährungskultur. Abschließend wird ein Appel...


Hallstatt – Kernmagazinplatz
#175
08/22/2025

Von der Wiese am See zum Busterminal

Mit Historischen Karten und Fotografien wird die Vergangenheit lebendig. Sie zeigen, wie eng die Entwicklung des Platzes mit der Salz- und Bau- und Tourismusgeschichte von Hallstatt verknüpft ist. Wenn Sie noch mehr erfahren möchten, finden Sie in den verlinkten Episoden des Podcasts „Welterbe Hallstatt“ weitere spannende Details im Bereich des Kernmagazinplatzes.

Link zur Premblechnerkarte.

Link zur Episode über die Salzträger-Statue.

Link zur Episode über den Jubiläums-Gedenkstein.

Link zur Episode über die Ebenhochvilla.

Link zur Episode über die Holzfachschule Hallstatt.<...


Schindeldecken
#174
08/08/2025

Legen, Nageln, Klammern

Die Episode widmet sich den Techniken des Schindeldeckens. Ursprünglich wurden die Holz-Schindeln nur aufgelegt und mit Steinen beschwert. Legschindeldächer mit flacher Neigung unter 20 Grad hatten eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren. Aufgesteilte Dächer und Befestigungen mit Holznägeln, später geschmiedeten Nägeln und Drahtstiften, aktuell mit Klammern, erhöhen die Haltbarkeit der Dachhaut. Verzinkte Befestigungsmittel korrodieren im sauren Lärchenholz langsamer. Die punktweise Befestigung ermöglicht den Schindeln jene Bewegungsfreiheit die den Tannenzapfeneffekt fördert und damit das Abtrocknen der Schindel-Unterseite. Kaltdächer verkürzen hingegen durch eingetragene Feuchtigkeit in der Hinterlüftungsebene die Lebensdau...


Umweltschutz und Denkmalschutz
#173
07/25/2025

Bewahrung von Natur- und Kulturerbe Beide Disziplinen bewerten Bestehendes – intakte Ökosysteme oder historische Bauwerke – höher als Neuerungen. Weiterführende Informationen und Weblinks finden Sie in den Shownotes zu dieser Podcast-Episode.


Hallstatt - Oberer Marktplatz
#172
07/11/2025

Wege und Räume

Der Mühlbach, der leicht mäandrierend durch das Ortszentrum, den Markt verläuft, bildet den zentralen Bezugspunkt der Analyse. Trotz der Einengung durch bauliche Maßnahmen seit den 1880er Jahren bleibt die natürliche Form des Baches erkennbar. Die dominierende Häuserzeile auf der rechten Uferseite, die beim Café Derbl beginnt und bei der Müllerstiege endet, bestimmt maßgeblich die Platzräume der beiden Marktplätze. Seine Krümmung, die räumliche Peristaltik der Engstellen und die Höhenentwicklung machen ihn zu einem einzigartigen städtebaulichen Element Hallstatts, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet.

Link zur P...


Hallstatt – Wege des Salzes
#171
06/27/2025

Vom Tragen bis zur Rohrleitung

Friedrich Idam führt die Zuhörer durch die prähistorischen und mittelalterlichen Entwicklungen, die die Wirtschaftsaktivitäten in der Region prägten. Der historische Blick zurück zeigt, dass die Transportwege bereits in prähistorischer Zeit anspruchsvoll gestaltet waren. Der Transport innerhalb Hallstatts, die Rolle der Kerntragweiber des 18. Jahrhunderts sowie der Einfluss der Lokalwirtschaft werden anschaulich thematisiert. Auch die modernen Herausforderungen und technologischen Fortschritte im Salztransport, einschließlich der Soleleitung, finden ihren Platz. Die Episode bietet somit nicht nur eine informative Analyse, sondern vermittelt auch emotional nachvollziehbar die facettenreiche Geschichte der Salzwege in Hallstat...


Lehmbau im Salzkammergut
#170
06/13/2025

Baukultur im Salzbergwerk

Die Lehmbautradition des Salzkammerguts ist ein faszinierendes Beispiel für eine hochspezialisierte Tiefbaukultur, die durch die geologischen und wirtschaftlichen Bedingungen der Salzgewinnung geprägt wurde. Die meisterhafte Beherrschung der Stampflehmtechnik unter Tage zeugt von jahrhundertelanger Erfahrung und technischer Finesse. Während Lehm im Hochbau nur vereinzelt genutzt wurde, zeigt die Übertragung bergbaulicher Techniken auf obertägige Bauwerke die enge Verbindung zwischen der Salzindustrie und der regionalen Baukultur. Diese einzigartige Tradition, dokumentiert durch historische Quellen und lebendige Überlieferungen, unterstreicht die Vielseitigkeit und Resilienz der Baukultur im Salzkammergut.


Hallstatt – Baderplatz
#169
05/30/2025

Wandel von Bebauung und Funktionen

Die nördliche und südliche Flanke des Baderplatzes in Hallstatt wird im Grundrissmuster, von fächerförmigen Linien, die vom Mühlbachfall zum See laufen, gebildet. Östlich begrenzt der dreifache Bogen des sogenannten Neugebäudes des ehemaligen Amtshauses den Platz, während der östliche Abschluss von der ehemaligen Hofschmiede gebildet wird. Die Episode thematisiert bauliche Veränderungen der Platzbebauung seit dem 18. Jahrhundert. Der Baderplatz ist nach dem Bader-Haus im nordwestlichen Platzbereich benannt, im dem neben Wasserbädern auch zahnmedizinische und chirurgische Eingriffe angeboten wurden. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts diente noch das Haus Kir...


Welterberegion – Baukultur
#168
05/16/2025

Wandel im Lauf der Zeit

Die Wechselbeziehung zwischen der Landschaft und den verwendeten Baumaterialien, insbesondere Stein und Holz prägte ursprünglich die Baukultur der Welterberegion Hallstatt-Dachstein-Salzkammergut. Neben dem lokal anstehenden Kalksteinmaterial ist Holz in vielfältigen Konstruktionstypen der Hauptbaustoff, dessen Verwendungen durch politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gelenkt wird.


Hallstatt - Pfannhausplatz
#167
05/02/2025

Produktions- und Verwaltungszentrum

In dieser Episode der Reihe über die Hallstätter Plätze wird ein historisch bedeutsames Areal näher betrachtet, das durch markante topologische Grenzen geprägt ist. Durch den Marktbrand von 1750 veränderte sich die Bebauung Nutzung markant. Die Analyse der aktuellen Platzsituation verdeutlicht die Herausforderungen durch Höhenunterschiede und die damit verbundene Erschließung. Historische Karten und Texte helfen, die Ursprünge und die Wandlung der Platzstrukturen nachzuvollziehen.

Link zur Episode über den Marktplatz.

Link zur Episode über den Landungsplatz.

Link zur Episode über städtebauliche Muster in Hallstatt.

Link zu...


Hallstatt – Landungsplatz
#166
04/18/2025

Von der Salzproduktion zum Fremdenverkehr

Im Zentrum dieser Episode des Podcasts steht der Landungsplatz in Hallstatt, dessen topologischen und historische Merkmale eng mit der umliegenden Landschaft und der Entwicklung des Wirtschaftsraums verbunden sind.

Link zur Episode über den Marktplatz Link zur Episode über die Salzfertigungen


Bad Ischl - Kreuzersteg
#165
04/04/2025

Flusseisen und Niettechnik

Die gesellschaftlichen Veränderungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zur Errichtung mehrerer Traunübergänge im Stadtgebiet von Bad Ischl. Das verheerende Hochwasser von 1897 sowie die Industrialisierung und der damit einhergehende Anstieg der Stahlproduktion bildeten einen Wendepunkt, an dem man sich entschloss, bei Neubauten verstärkt auf Stahl zu setzen. Die Brückenbauanstalt unter der Leitung von Ignaz Gridl, einem Pionier des Brückenbaus in Altösterreich, übernahm die Ausführung der neuen Traunbrücken.

Ignaz Gridls Ausbildung und Erfahrung, angefangen in der väterlichen Schlosserei bis hin zur Mitarbeit in in einem g...


Bad Ischl Kurmittelhaus – Kurdirektion
#164
03/21/2025

Zeitlose Architektur

Im Rahmen der Bemühungen um die Wiederbelebung des Kurbetriebs wurde 1921 in Bad Ischl eine Heilbadgesellschaft gegründet, die fünf Jahre später in das Bäderkomitee umgewandelt wurde. Ziel war es, durch einen repräsentativen Neubau die Attraktivität des Kurbetriebs zu erhöhen. Die Architektenwahl spielte dabei eine wesentliche Rolle: Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem prominente Architekten eingeladen wurden. Als Gewinner gingen Clemens Holzmeister und seinem Partner Max Fellerer hervor, denen es mit ihrem Entwurf gelang, Tradition und Moderne geschickt miteinander zu kombinieren. Besonders hervorzuheben ist der Eingangsbereich mit seiner eindrucksvollen Vorhalle, die sowo...


Bad Ischl - Perneck Berghäuser
#163
03/07/2025

Verlust des industriekulturellen Erbes

Baugeschichte Die Ausdehnung des Gmundner Salzhandels auf die Länder der böhmischen Krone während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erforderte eine entsprechende Vermehrung der Salzproduktion, die von der Hallstätter Pfanne allein nicht mehr bewältigt werden konnte. Nachdem das Salzamt 1562 Kenntnis von sauren Lacken in der Nähe Ischls erlangt hatte, wurde 1563 südlich von Perneck der Mitterberg-Stollen als erster Aufschlag am Ischler Salzberg eröffnet. Acht Jahre später konnte in Ischl erstmals Sole versotten werden. In den oberen acht Horizonten des Ischler Salzbergs blieb das Abbaufeld mit nur wenigen hundert Me...


Bad Ischl Krankenhaus
#162
02/21/2025

Spätromantik vs. Modernität

Schimitzek profilierte sich national als Spezialist für Spitäler und Kuranstalten und wurde auch von der Wirer’sche Badstiftung Bad Ischl mit der Reorganisation der Kuranstalten beauftragt. Bereits ab 1921 bemühte sich Schimitzek mit einem Projekt für den "Zubau zur Heilanstalt Kurpark" um einen neuerlichen Auftrag, der aber wegen der wirtschaftlichen Problematik dieser Jahre nicht zur Ausführung gelangte. Er und sein Wiener Büro verfügten offenkundig über das notwendige Fachwissen und die Akribie, wie sich aus den 11 Büchern der alle Details erfassenden Ausschreibung für dieses Zubauprojekt ablesen lässt. Er verband...


Bad Ischl – Frachtenbahnhof
#161
02/07/2025

Denkmal der Elektrifizierung

Die Oberleitungsanlagen der Salzkammergutbahn, deren Normativität über Jahrzehnte das Bild der Kulturlandschaft mitbestimmten, wurden ab dem Jahr 2004 systematisch demoliert. Zuletzt wurde 2017 auch die gesamten historischen Gittermasten im Bahnhof Bad Aussee durch Betonmasten ersetzt. Lediglich an einem Nebengleis im Frachtenbahnhof Bad Ischl war zum 100-Jahr-Jubiläums 2024 ein letzter Rest der historischen Fahrdrahtanlage noch in situ erhalten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser letzte Rest von ein paar wenigen Masten wieder in Wert gesetzt wird und weiter erhalten bleibt.

Weitere Informationen zur Salzkammergut Bahn


Bad Ischl Kaiserin Ludovika- Stollen
#160
01/24/2025

Klassizismus im Wald

Um bis zum Salzlager zu gelangen, musste - bei einer Vortriebsleistung von lediglich 30 Metern pro Jahr - knapp mehr als 1 Kilometer hartes Kalkgebirge durchörtet werden. Das Abbaufeld war im Ludovika-Horizont sehr klein, wenige 100m lang und lediglich 50 bis 60m breit, so dass nur wenige Laugwerke angelegt werden konnte. Zu Beginn des 19. War das touristische Interesse am Salzbergbau bereits so groß, dass über den Ludovika-Stollen eine Fremdenbefahrung eingerichtet wurde, sie dort bis 1934 bestand.

Weiterführende Informationen

Bildquelle cover: Szojak


Bad Ischl – Berghaus Hinterrad
#159
01/10/2025

Wohnen neben der Arbeitsstätte

Die damaligen Arbeitsbedingungen für die Bergarbeiter - einerseits langen Arbeitsschichten andererseits durch die mühsamen Verkehrswege, welche zu Fuß zurückgelegt werden mussten – erlaubten es den Berg-Arbeitern nicht in Ischl zu wohnen, sondern die Arbeiter wurden in der Nähe der Stollen kaserniert. Es wurden Berghäuser errichtet, in denen die Arbeiter während der ganzen Arbeitswoche wohnten, eine nahezu reine Männergesellschaft, wo ein Gehilfe ein "Gäumel" dafür sorgte, dass gekocht wurde. Und erst Samstags Mittag ging es wieder hinunter ins Tal. Der sogenannte "Abgang", der sich ja immer noch bei alten Dia...


Hallstatt – Leben und Sterben
#158
12/27/2024

Wie Orte existieren

In seiner Streitschrift gegen den Ausverkauf der Städte wirft der italienische Kunsthistoriker Salvatore Settis die Frage auf, wann Venedig stirbt. Seine Überlegungen lassen sich auf Hallstatt übertragen, wo diese Prozesse – wenn auch in einem kleineren Maßstab - ablaufen.

Salvatore Settis Wenn Venedig stirbt Streitschrift gegen den Ausverkauf der Städte Aus dem Italienischen von Victoria Lorini 160 Seiten. ISBN 978-3-8031-3657-2


Bad Goisern/Obertraun Wehrgrabenbrücke
#157
12/13/2024

Eine materialsparende Brückenkonstruktion

In der Aufschwungsphase vor der Weltwirtschaftskrise, die vom Börsencrash im Oktober 1929 ausgelöst wurde, setzten die Bundesbahnen Österreich (BBÖ) ein umfangreiches Investitionsprogramm um. In diesem Rahmen wurde 1928/29 auch die ursprüngliche Wehrgraben-Brücke aus der Zeit des Bahnbaus vom 1877 durch einen 455.000 Schilling teuren Neubau ersetzt. Die alte Brücke, eine Fachwerk-Balken-Konstruktion, war, trotz Verstärkungsversuchen, für die neuen Verkehrslasten der Mitte der 1920er Jahre prototypisch elektrifizierten Strecke nicht mehr geeignet. Die technischen Herausforderungen für den Neubau lagen in der topologischen Situation des Bauplatzes, einem steilen, steinschlaggefährdeten Graben, der in eine enge Bucht des Ha...


Hallstatt – Franziszeischer Kataster
#156
11/29/2024

Ein Plandokument aus dem 19. Jh.

Aus den Franziszeischen Plänen, den sogenannten Katastralmappen, können nicht nur Informationen über historische Grundstückszuschnitte und die Flächennutzung gewonnen werden, sondern auch Aufschlüsse über die Art und Größe der Bebauung. In den weitergeführten sogenannten Rektifikationsmappen sind die Veränderungen der Bebauung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausführlich und umfassend dokumentiert.

Link zum Franziszeischen Kataster im Geoinformationssystem DORIS

Link zur Episode über die Hausnummerierung in Hallstatt.