Augen zu

10 Episodes
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By: DIE ZEIT

Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber einmal im Monat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder. Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jah...

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Lovis Corinth: Körper malen, bis sie leben
#71
Today at 4:55 AM

Um ihn herum entstanden alle Strömungen der modernen Kunst – der Impressionismus in Frankreich, dann der Symbolismus in Deutschland, der Expressionismus, der Kubismus, die Abstraktion –, Lovis Corinth aber blieb sich treu, seinem farbstarken Realismus, den schon die Zeitgenossen nicht einordnen konnten und der ihn zu einem großen Solitär der deutschen Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts macht. Am bedeutendsten sind seine Menschendarstellungen – zum einen ab 1901 die Gemälde seiner Frau Charlotte, selbst eine große Malerin, die er wieder und wieder zeigt, meist nackt oder halb bekleidet. Und daneben Corinth selbst – als zweifelnder Maler oder als betrunkener Bacchus. In der neuest...


Achenbach oder die ewige Sehnsucht nach Italien
#70
10/07/2026

Sehr früh wurde sein spektakuläres Maltalent entdeckt – Oswald Achenbach wurde 1835 schon im zarten Alter von acht Jahren an die Düsseldorfer Kunstakademie zugelassen. Dort lernte er das genaue Naturstudium. 1841 reiste er zum ersten Mal in den Süden. Und danach noch acht weitere Male, oft monatelang zog er mit seinen Malutensilien durch ganz Italien. Die Bilder und die Eindrücke, die er von dort mitbrachte, veredelte er in seinem Düsseldorfer Atelier zu mächtigen Sehnsuchtsbildern. Was Goethe mit seiner »Italienischen Reise« am Anfang des 19. Jahrhunderts literarisch geprägt hatte, setzte Achenbach in Öl auf Leinwand fort – er schenkte dem...


Die Welt mit David Hockneys Augen sehen
#68
09/02/2026

Er kam aus dem verregneten Norden Englands, der Arbeiterstadt Bradford, wo er 1937 geboren wurde. Aber dann wurde er zum Maler des Lichts und der bunten Farben: David Hockney. Die neueste Folge des Podcasts »Augen zu« von Florian Illies und Giovanni di Lorenzo widmet sich dem britischen Exzentriker, der in diesem Sommer gestorben ist. 

Seine Haare waren platinblond gefärbt und seine legendären Anzüge ein Leben lang geprägt von den schrillen Tönen des Swinging London. Ihn aber zog es von dort nach Kalifornien, wo ihm in den 1960er-Jahren ikonische Bilder einer selbstbewussten Homoerotik und des neuen...


Die blaue Reiterin – wer war Marianne von Werefkin?
#66
07/01/2026

Sie hat ein Leben geführt, das wie ein russischer Roman klingt: Behütet aufgewachsen in einer adligen Offiziersfamilie der Zarenzeit, hat die junge Marianne von Werefkin selbst im Sommerhaus der Familie ein eigenes Ateliergebäude. Sie ist so begabt, dass sie der berühmteste Maler der Zeit, Ilja Repin, unter seine Fittiche nimmt. Sie wird schnell so gut und berühmt, dass man vom »russischen Rembrandt« spricht. Aber dann lernt sie im Atelier ihres Lehrers den jungen Maler Alexej von Jawlensky kennen – und ihr ganzes Leben verändert sich. 

Sie liebt ihn – und fördert ihn dermaßen, dass...


Was ist deutsch an Anselm Kiefer?
#69
06/03/2026

Er begann seine Karriere mit einer unerhörten Aktion: Er reiste zu allen Schlachtfeldern Europas aus dem Zweiten Weltkrieg, wo das deutsche Wesen Vernichtung hinterlassen hatte, und posierte genau dort für Fotografien mit dem Hitlergruß. Er wollte, wie er später sagte, noch einmal die Verführbarkeit der Vorgängergeneration durch den eigenen Körper hindurchgehen lassen. Seit diesen ersten »Besetzungen«, wie er das Werk von 1969 nannte, hat Anselm Kiefer dieses Thema nicht mehr losgelassen. Kein Wunder bei jemandem, der in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 geboren wurde – und zwar genau an der deutsch-französischen Grenze. Der Epochenbruch dieses Zweit...


Gian Lorenzo Bernini: Der Mann, der Rom erfunden hat
#63
05/06/2026

Erstmals sprechen Giovanni di Lorenzo und Florian Illies in »Augen zu«, dem Kunstpodcast der ZEIT, über einen Architekten und Bildhauer: Der große Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini hat den Petersdom durchgestaltet, die Skulptur neu belebt – und zugleich den vielleicht schönsten Brunnen Roms geschaffen. Die markantesten Punkte der italienischen Hauptstadt tragen die Handschrift dieses wilden Genies. 

Er lebte von 1598 bis 1680 und arbeitete in dieser Zeit gleich für acht verschiedene Päpste. Vor allem die Aufträge von Papst Urban VIII. machten ihn weltberühmt. Doch seine Kunst war so bezwingend, seine Fähigkeit, Marmor lebendig zu erscheinen...


Paul Klee, bitte tröste uns!
#62
04/01/2026

Es hat lange gebraucht, bis er seinen eigenen Stil gefunden hat, er hat vieles probiert, er war in München beim Blauen Reiter um Kandinsky, er fuhr nach Paris und lernte die Moderne um Picasso und Delaunay kennen, doch erst nach seiner Tunisreise mit August Macke im Jahre 1914 wusste Paul Klee, worin seine eigentliche Mission liegt: Die Welt in einen Farbteppich zu verwandeln, mit dem die Betrachterinnen und Betrachter auf alle Zeiten in eigene Traumwelten fliegen können. Auch als er nach dem Krieg am Bauhaus in Weimar und Dessau war, blieb er der Geige spielende Eremit, der mit de...


Yayoi Kusama verzaubert Punkt für Punkt die ganze Welt
#61
03/04/2026

Schon ihr allererstes Selbstbildnis mit zehn Jahren ist von jenem Stilmerkmal überzogen, das ihr ganzes Leben und Werk überstrahlen wird: Den Punkten. Ihnen bleibt sie treu - und sich selbst. Ganz früh findet Yayoi Kusama in der Kunst ein Mittel, der Halluzinationen und inneren Dämonen Herr zu werden. Erst in Japan und dann, ab 1957, in New York. Früh lernt sie dort Andy Warhol kennen, Donald Judd und Joseph Cornell - alle erkennen ihr unnachahmliches Talent. In der neuesten Folge von Augen zu, dem Kunstpodcast der ZEIT, erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo von Kusamas wilden...


Warum wird Paul Cézanne so geliebt?
#60
02/04/2026

Seine Bilder aus der Provence, seine Aquarelle von Äpfeln, seine Landschaften, die nur noch aus grünen und braunen Pinselstrichen gebaut zu sein scheinen, haben Paul Cézanne (1839–1906) zur wichtigsten Künstlerfigur zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert gemacht. In der neuesten Folge des Podcasts Augen zu erzählen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo aus dem Leben dieser Ausnahmefigur, seinen frühen Malerfreundschaften mit Paul Gauguin, Renoir und Pissarro, seinem Aufbruch und seinem Scheitern in Paris und seiner Rückkehr in die Heimat der Provence, wo er seinen eigenen Stil und seinen späten Ruhm finden wird.

Cézanne ist d...


Eine Ankündigung
#64
01/10/2026

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