Sozusagen
Sozusagen! Für alle Liebhaber, nicht für Rechthaber der deutschen Sprache. Mit Gesprächen, Glossen, Kommentaren über neue und alte Phänomene unserer Sprache.
To Do: Aufstehen, Zähne putzen, diese Folge über Listen hören
Sie ist das Rückgrat jeder guten Tagesstruktur: die Liste. Um gut durch den Tag zu kommen, reicht meistens eine.
Für die Dauer eines gesamten Lebens braucht es natürlich mehr. Die Autorin Katrin Wilkens hat 50 Listen gesammelt, die durchs Leben begleiten. In dieser Folge sprechen wir mit ihr darüber, was Listen ausmacht und warum es so ein gutes Gefühl ist, sie abstreichen zu können.
Autor/in: Hannah Heinzinger
Wenn Politiker ihre Texte von KI schreiben lassen
Thüringens Ministerpräsident hat es getan, Mario Voigt. Und der Bundesminister für Digitales auch, Karsten Wildberger.
Macht man das jetzt so? Ist das Betrug? Ein Gespräch mit Dr. Markus Gottschling, Experte für Rhetorik und KI an der Uni Tübingen.
Autor: Hendrik Heinze
Der weibliche Blick: Gunna Wendt und das biografische Schreiben
"Ich möchte nicht, dass Sie denken, Sie hätten was mit mir - die Wahrheit ist, dass ich etwas mit Ihnen habe"
zitiert die Münchner Schriftstellerin Gunna Wendt Fassbinders Maria Braun in ihrer neuesten Biografie: Nach Maria Callas, Liesl Karlstadt, Lena Christ und vielen anderen bekannten und weniger bekannten Frauen widmet sie sich nun den Richthofen-Schwestern und holt sie damit aus dem Schatten der Geschichte neben ihren berühmten Männern. Ruth Klüger attestierte ihr einmal den "weiblichen Blick" - mit uns spricht sie über ihr Erzählen und weibliche Ästhetik zwischen Originalton und Perspekti...
Können Kommas Leben retten?
Warum Schülerinnen und Schüler unbedingt die Kommasetzung lernen sollen - und wie das gelingen kann.
Gute Ideen dazu hat unser heutiger Gast mitgebracht: Dr. Linda Stark, Sprachwissenschaftlerin und Kommaforscherin an der Universität Würzburg.
Autor/in: Hendrik Heinze
In die Sprache zurückfinden: Magdalena und ihr Schlaganfall
Magdalena ist 32, als sie ihre Sprache verliert: Schlaganfall. Mit viel Kraft findet sie die Worte wieder - so gut, dass sie nun davon erzählen kann.
Eine Sendung zum Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai. Buch: Magdalena Gössling, "Wieder werden".
Autor/in: Hendrik Heinze
Warum in der Türkei immer mehr Deutsch gesprochen wird
Die Welt spricht Englisch? Vielleicht. Aber Europa spricht Deutsch. Überwiegend zumindest.
Etwa 100 Millionen Muttersprachler zählt das Leibniz Institut für Deutsche Sprache. Tendenz steigend. Und das hat viel mit Migration zu tun. In dieser Ausgabe berichtet der Linguist Dr. Ibrahim Cindark von der wachsenden deutschsprachigen Community in der Türkei.
Autor/in: Tobias Stosiek
„Sprechen“ von Daniela Dröscher: Wie das Missverstehen beim Verstehen hilft
Als Autorin schreibt Daniela Dröscher erfolgreich Romane, doch mit dem gesprochenen Wort kämpfte sie jahrelang.
In ihrem neuen Buch "Sprechen" erzählt sie von ihrem Weg zu einem leichteren Umgang mit dem gesprochenen Wort.
Autor/in: Hannah Heinzinger
Wie lerne ich professionelles Sprechen, Clemens Nicol?
"Mut zur Wampe!", fordert der professionelle Sprecher und Sprechtrainer Clemens Nicol. Denn: Ohne entspannten Bauch kein entspannter Atem, und das ist der Schlüssel zu gutem Sprechen.
Wie sein Alltag als professioneller Sprecher im Bayerischen Rundfunk aussieht und wie der eigene Daumen helfen kann, die Artikulation zu verbessern, verrät er in dieser Folge.
Autor/in: Hannah Heinzinger
Institutsprosa? Warum Schreibschulen in Deutschland lange verdächtig waren
Saša Stanišic war an einer, Julie Zeh auch, und Clemens Meyer sowieso.
Trotzdem hatten Schreibschulen wie die Literaturinstitute in Leipzig oder Hildesheim lange einen schlechten Ruf. Wieso, weiß die Literaturwissenschaftlerin Julia Lückl, die zur Geschichte des Creative Writing im deutschen Sprachraum forscht.
Autor/in: Tobias Stosiek
Kann denn Liebe Sünde sein? Der Schlagertexter Bruno Balz
Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frau'n. Oder: Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern: Jahrhunderthits, geschrieben von einem so unbekannten wie brillanten Texter.
Wir sprechen über Bruno Balz, zu Gast ist seine Biografin Judith Kessler.
Autor/in: Hendrik Heinze
Wieso das -ß- aus Sulzbach-Rosenberg kommt
Manche sagen Eszett, andere scharfes S: Gemeint ist der Buchstabe -ß-, den so nur wir im deutschen Sprachraum verwenden - meist in der "Sulzbacher Form" (im Bild die Nr. 4), die 1667 in Bayern erfunden wurde, in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz.
Autor/in: Hendrik Heinze
Wieso das -ß- aus Sulzbach-Rosenberg kommt
Manche sagen Eszett, andere scharfes S: Gemeint ist der Buchstabe -ß-, den so nur wir im deutschen Sprachraum verwenden - meist in der "Sulzbacher Form" (im Bild die Nr. 4), die 1667 in Bayern erfunden wurde, in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz.
Der Thesaurus linguae Latinae in München - der größte Zettelkasten der Welt
Der Thesaurus linguae Latinae ist das weltweit umfassendste Wörterbuch der lateinischen Antike:
ein internationales Forschungsprojekt von 35 Akademien aus 27 Ländern, beheimatet in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der Münchner Residenz. Seit 1894 erforschen die Sprachwissenschaftler den lateinischen Wortschatz - Wort für Wort. Herz des Projekts ist ein Zettelkasten mit 10 Millionen Zetteln.
Schreiben in finsteren Zeiten: Literatur unterm Hakenkreuz
Deutschland 1933-1945: Deutschsprachige Autorinnen und Autoren dieser Zeit verstummten, wurden verfolgt, manche warfen sich den Nationalsozialisten an den Hals, manche verließen das Land
und schrieben aus dem Exil tapfer weiter gegen die Grausamkeit des NS-Regimes an. Helmuth Kiesel hat sich in seinem neuen Werk "Schreiben in finsteren Zeiten: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945” mit allen Facetten dieses düsteren Kapitels der deutschen Literaturgeschichte beschäftigt. Detailliert schildert er darin nicht nur die Entstehungsgeschichten berühmter Werke der Exilliteratur oder den Überlebenskampf jüdischer Verlage und Autoren, sondern auch, welche Bücher im nationalsozialistischen Deutschland gekauft und gelesen w...
Wenn das W zum Endgegner wird - über das Stottern
"Lass dir Zeit!" hört David Hugendick oft, wenn wieder ein verhaltensauffälliger Konsonant seinen Redefluss stört.
In seinem autobiographischen Essay "Jetzt sag doch endlich was!" erzählt der Kulturkorrespondent der ZEIT leichtfüßig, ironisch und unterhaltsam vom Aufwachsen als Stotterer, von Scham und Erwartungen und plädiert im Gespräch mit "Sozusagen!" für mehr unbehauenes Sprechen in den Talkrunden.
Autor/in: Julia Cortis
Ladinisch - die unbekannte Sprache der Olympischen Spiele
Wenige Tage noch, dann geht's los - Olympische Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo.
Dort wird nicht nur Italienisch und Deutsch gesprochen, sondern auch: Ladinisch. Lisa Weiß über die unbekannte Sprache der Olympischen Spiele.
Das Goethe-Institut - wo die Welt unsere Sprache lernt
Pflegekräfte aus Vietnam, Informatiker aus Kolumbien, Mechatronikerinnen aus Mexiko: Das Goethe-Institut ist der zentrale Akteur bei der Gewinnung von Fachkräften im Ausland.
Digital weltweit und in Präsenz an 150 Orten auf allen Kontinenten können Menschen, die nach Deutschland kommen wollen, die deutsche Sprache lernen und in Kontakt mit den Gepflogenheiten des Landes kommen. Generalsekretär Johannes Ebert erzählt von Hürden im Einwanderungsprozess, vom Deutschlandbild in der Welt und seiner persönlichen Verbundenheit mit der auswärtigen Kultur- und Bildungsarbeit.
Autor/in: Julia Cortis
Schriftarten von Goethe bis heute
Schrift spielt in unserer Kultur eine wesentliche Rolle.
Die vielen verschiedenen Schriftarten allerdings, die waren nicht so gut erfasst. Jetzt ändert sich das - mit einem großen Digitalisierungsprojekt, von dem uns Nikolaus Weichselbaumer erzählt.
»Sondervermögen«: Was macht ein Wort zum Unwort?
Das Unwort des Jahres 2025 lautet »Sondervermögen«.
Kurz nach der Bekanntgabe erklärt die Sprecherin der Unwort-Jury, Prof. Dr. Constanze Spieß, nach welchen Kriterien die Wahl abläuft, und warum »Stadtbild« den Titel nicht geholt hat.
Was verrät Literatur über unsere Gegenwart, Steffen Martus?
Dass Literatur schlauer macht, dass sie uns Welten eröffnet oder dass wir durch sie die Welt, in der wir leben, erst richtig sehen lernen, das ist eine Pathosformel, ein Klischee, das immer wieder bemüht wird.
Der Literaturwissenschaftler Steffen Martus hat es produktiv gemacht. In seinem neuen Buch "Erzählte Welt" widmet er sich deutscher Zeitgeschichte seit 1989, und das am Beispiel der Literatur, ihres Be- und Vertriebs und ihres gesellschaftlichen Status. Was er dabei herausgefunden hat, erzählt er im Sozusagen-Gespräch.
Was verrät Literatur über unsere Gegenwart, Steffen Martus?
Dass Literatur schlauer macht, dass sie uns Welten eröffnet oder dass wir durch sie die Welt, in der wir leben, erst richtig sehen lernen, das ist eine Pathosformel, ein Klischee, das immer wieder bemüht wird.
Der Literaturwissenschaftler Steffen Martus hat es produktiv gemacht. In seinem neuen Buch "Erzählte Welt" widmet er sich deutscher Zeitgeschichte seit 1989, und das am Beispiel der Literatur, ihres Be- und Vertriebs und ihres gesellschaftlichen Status. Was er dabei herausgefunden hat, erzählt er im Sozusagen-Gespräch.
Wie Gaea Schoeters so gut Deutsch gelernt hat
Deutsch lernen mit dem "Tatort": Die belgische Autorin Gaea Schoeters ("Trophäe", "Das Geschenk") erzählt uns, wie sie in unsere Sprache fand - und auch, wieso Fleischwurst ein Text-Problem sein kann und wie sie fühlt, ob Bücher gut übersetzt sind.
Österreichisches Deutsch: Kampf um Anerkennung
Seit rund 300 Jahren wird über die Definition und Anerkennung des Österreichischen Deutsch als Standard diskutiert - bis heute.
Der Sprachwissenschaftler Prof. Stefan Dollinger erzählt in dieser Folge, warum die Germanistik ihre Grundannahmen hinterfragen sollte und warum Österreichisches Deutsch als Forschungsgebiet für Linguisten der "akademischen Selbstdemontage” gleicht. Na Servus!
Linguistik der Lüge
Lügt man eigentlich, wenn man ein Toupet trägt? Das würden die meisten vermutlich verneinen. Im Normalfall sprechen wir erst von einer Lüge, sobald die Täuschung in Worte gegossen und die Unwahrheit gesprochen oder geschrieben ausformuliert ist.
Ist unsere Sprache also Komplizin oder vielleicht sogar Mittäterin, wenn es ums Lügen geht? Das bespricht Hannah Heinzinger in dieser Folge mit dem Sprachwissenschaftler Prof. Helmuth Feilke, der gerade die jährliche Tagung der Deutschen Akademie für Dichtung und Sprache zum Motto „Linguistik der Lüge“ besucht hat.
Sprachschöpfer Jean Paul - Ein Gespräch zum 200. Todestag
Irrer Typ, dieser JEAN PAUL (1763-1825): Las wie ein Verrückter (alles), schrieb wie ein Besessener (55.000 Seiten), wurde geringgeschätzt (Schiller, Goethe) und hochverehrt (Celan, viele viele Leserinnen und Leser). Ein Sprachmagier war er, ein Sprachschöpfer und Sprachegroßrausbringer: Begriffe wie "Angsthase" und "Weltschmerz" kennen wir durch Jean Paul, sie sind sozusagen die Schaumkronen auf seinem wildbewegten Meer aus Sprache. Zum 200. Todestag dieses Schriftstellers am 14.11. ein Gespräch mit Barbara Hunfeld von der Forschungsstelle Jean Paul an der Universität Würzburg.
Sprachschöpfer Jean Paul – Ein Gespräch zum 200. Todestag
Die Telefonistin als Spracharbeiterin
Wer vor gut 100 Jahren ein Telefonat führen wollte, gelangte zuerst in die Zentrale. Dort meldete sich eine Telefonistin, die die gewünschte Verbindung aufbaute, bei Fragen half und zudem Auskünfte gab - als Herz und vor allem Stimme dieser neuen Technologie Telefon. Über die Sprach- und Kommunikationsarbeit dieser Telefonistinnen spreche ich mit der Schweizer Forscherin Larissa Schüller. Ihre frisch veröffentlichte Grundlagenarbeit heißt "Kommunikationsarbeit in Telefonzentralen. Eine Wissensgeschichte körperlicher und sprachlicher Praktiken des frühen 20. Jahrhunderts".
Sind so viele Hände
Unser Sprachmagazin heute brüderlich mit Herz und vor allem Hand. Knut Cordsen macht sich Gedanken über dieselbige, die in der Politik so gerne ausgestreckt, gereicht und ausgeschlagen wird. Spracharbeit als Handarbeit.
Des is fei schäi: Christine Ganslmayer über das Fränkische
Vorurteile über die Franken gibt es reichlich, etwa die oft zitierte Wortkargheit.
Damit räumt die Linguistin und Sprachhistorikerin Christine Ganslmayer jetzt aber auf - in ihrem Buch "Fränkisch. Des is fei schäi" (Duden Verlag). Mit uns spricht sie über innere Mehrsprachigkeit durch Dialektwissen, über die jiddischen Einflüsse in den fränkischen Dialekten und über das berühmte Schäuferla.
Autor/in: Julia Cortis
Je erratischer, desto mächtiger: Was leisten eigentlich Laien?
Ob wir in der Bahn sitzen oder kochen, Radio hören oder zur Wahl gehen - Experten sind wir dabei nicht. Das meiste, was wir im Alltag tun, tun wir als Laien. Der Soziologe Fran Osrecki hat dieser Figur nun eine eigene Studie gewidmet. Seine These: Gerade der uninformierte, der desinteressierte Laie ist ein Motor moderner Vergesellschaftung. Und das vor allem im politischen Raum. Warum - das erklärt er im Sozusagen-Gespräch.
Je erratischer, desto mächtiger: Was leisten eigentlich Laien?
Ob wir in der Bahn sitzen oder kochen, Radio hören oder zur Wahl gehen - Experten sind wir dabei nicht. Das meiste, was wir im Alltag tun, tun wir als Laien. Der Soziologe Fran Osrecki hat dieser Figur nun eine eigene Studie gewidmet. Seine These: Gerade der uninformierte, der desinteressierte Laie ist ein Motor moderner Vergesellschaftung. Und das vor allem im politischen Raum. Warum - das erklärt er im Sozusagen-Gespräch.
Als die Schwiegertochter noch "Schnur" genannt wurde
Muhme und Base, Eidam und Schnur: Deutsche Verwandtschaftsbezeichnungen, die einem in der Literatur noch begegnen, im echten Leben aber schon nicht mehr. Der Buchautor Matthias Heine hat sich jetzt auf die Spur solcher kuriosen Begriffe begeben - und erzählt in seinem neuen Buch 181 Wortgeschichten von Aar über Nietenhose bis Zuchthäusler ("Verschwundene Wörter", Duden Verlag).
Your ticket is not guilty: Wie spricht die Deutsche Bahn mit uns?
Sozusagen! - Das ist ja nicht zum Aushalten!
Krise des Lesens: Bald eine „Kulturtechnik der Wenigen“?
Das Lesen steckt in der Krise. Nach Belegen dafür muss man nicht lange suchen. Die Buchverkäufe sind in den letzten zehn Jahren fast um ein Drittel zurückgegangen. Und auch die Lesefähigkeit nimmt ab. Jeder fünfte Deutsche scheitert an längeren Texten, sagen aktuelle Studien. Sogar die Unis sind von dieser Entwicklung betroffen. Was bedeutet das für die Geisteswissenschaften, für die das Lesen ja eine Art Existenzbedingung ist? Welche Medien haben Texten und Büchern den Rang abgelaufen? Und wie sieht die Zukunft des Lesens angesichts dieser Entwicklungen wohl aus? All das sind Fragen, denen sic...
Nein und Amen: Maike Schöfer über die große Kraft eines kleinen Wortes
In ihrem neuen Buch »Nö! Eine Anstiftung zum Neinsagen« schreibt die Berliner Pfarrerin Maike Schöfer aus queerfeministischer Perspektive über die vielen Facetten des NEIN. Warum feiern wir das Ja-Wort, aber nicht das Nein? Und warum fällt uns Nein sagen oft so schwer? Im Interview erzählt Maike Schöfer, warum das Nein eines der feministischsten Worte ist, die wir haben - und warum in jedem Nein auch ein hoffnungsvolles Ja steckt.
Nach Mannheim in die Emosprachschmeicheldusche
In Mannheim entsteht gerade das Forum Deutsche Sprache, ein "einzigartiger Ort, um die deutsche Sprache gemeinsam zu erleben und zu erforschen". 2028 soll es eröffnen - und schon jetzt ist Kuratorin Pamela Pachl zu uns ins Studio gekommen. Sie erarbeitet zusammen mit vielen KollegInnen die Dauerausstellung und berichtet uns von sozialen Robotern, geöffneten Fenstern und einer "Emosprachschmeicheldusche".
Sprache in Bombennächten
Krieg verändert das ganze Leben. Augenblicklich verändert er die Wahrnehmung, er schärft das Bewusstsein, denn das Leben wird plötzlich durch die existenzielle Ausgesetztheit zu einem Balanceakt. Alle Veränderungen betreffen natürlich auch die Sprache. Die Rhetorik verschärft sich in Zeiten des Krieges. Sprache wird zum Mittel politischer Aufstachelung und Diffamierung, aber in Sprache formiert sich auch Widerstandsgeist. In der Ukraine steht die Sprache zudem unter direkter Attacke. Christine Hamel hat mit dem Dichter, Literaturkritiker und Übersetzer Ostap Slyvynsky über Wörter im Krieg gesprochen.
Was können wir von Vögeln über Sprache lernen, Onur Güntürkün?
Tauben, Delfine und Krokodile: Der Hirnforscher Onur Güntürkün ist der Entstehung des menschlichen Denkens auf der Spur und forscht dabei nicht nur am Menschen. Bei Versuchen mit Tauben fand er unter anderem heraus, dass sie in der Lage sind, englische Vokabeln zu lernen und dabei ähnliche Strategien nutzen wie Grundschulkinder. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus den USA zeigen zudem: Auch das Gehirn von Wellensittichen erzeugt bei der Lauterzeugung Muster, die denen des Menschen sehr ähnlich sind. Hat die Hirnforschung jahrzehntelang auf die falschen Hirne geschaut, wenn es um die Entstehung von Sprache ging? Und was können wir von Vö...
„Aktivistisch“: Wie ein Wort zum Kampfbegriff wird
Eine "woke Aktivistin" sei sie und daher ungeeignet für das Amt einer Verfassungsrichterin. Das wurde Frauke Brosius-Gersdorf in den letzten Tagen oft vorgeworfen. Das ist falsch, diskurslinguistisch allerdings interessant. Im Gespräch erläutert Prof. Kersten Roth die politischen Implikationen der Aktivismus-Schelte - und: Wieso sich der Vorwurf gegen Brosius-Gersdorf letztlich gegen den wissenschaftlichen Diskurs als solchen richtet.