NZZ Akzent
Gut informiert in 15 Minuten. Die Korrespondenten und Redaktorinnen der NZZ erzählen jeden Tag eine Geschichte, die die Welt bewegt. Ob Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft – wir liefern fundierte Analysen, spannende Geschichten und neue Perspektiven, verständlich eingeordnet und auf den Punkt gebracht. Das ist «NZZ Akzent» – immer montags bis freitags. Jeden zweiten Samstag gibt es ausserdem eine exklusive Extrafolge, in der unsere Korrespondentinnen von ihrem Arbeitsalltag im Ausland berichten.
Kriegsfotograf Dominic Nahr: «Wir müssen zeigen, dass Leute sterben»
Wenn Dominic Nahr an einem neuen Ort ankommt, fängt er sofort an zu fotografieren. Die Kamera ist immer draussen. Die Leute sollen sehen, dass er Fotograf ist. «Ich merke schon, wer offen ist, fotografiert zu werden, und wer nicht.» Wie Menschen sich bewegten, wohin ihre Augen schauten – das alles verrate ihm, wer sie seien.
Seit zwanzig Jahren ist Dominic Nahr als Fotograf in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs. Er wohnt in Zürich, steigt aber alle paar Wochen ins Flugzeug, um die NZZ-Korrespondentinnen und -Korrespondenten auf ihren Reportagen zu begleiten. Im Gespräch erzählt er, wie er es sc...
In Japan verschwinden jedes Jahr Tausende Menschen spurlos – und freiwillig
Tausende Menschen verschwinden jedes Jahr in Japan freiwillig aus ihrem bisherigen Leben. Dieses Phänomen nennt sich Johatsu, zu deutsch: verdunsten. NZZ-Korrespondent Andreas Babst hat einen Mann namens Otha in Tokio am Tag seines Verschwindens und Neuanfangs begleitet.
Warum Otha weg will und warum viele es ihm gleich tun, erfährst du in dieser Episode. Andreas erzählt ausserdem von einer Unternehmerin, die das Verschwindenlassen von Menschen zu ihrem Business gemacht hat.
Gast: Andreas Babst, NZZ Südostasien-Korrespondent Host und Produktion: Lillybelle Eisele
Redaktion: David Vogel
Copyright Foto: Rebecca Conway
An...
Abzug aus dem Irak: Was denken die Iraker heute über die amerikanische Besetzung?
23 Jahre nach der amerikanisch geführten Invasion haben die letzten US-Truppen den Irak verlassen. Der Nahost-Korrespondent Revet Hofer besuchte kurz vor dem endgültigen Abzug die ehemals umkämpfte Stadt Falluja, wo 2004 einige der heftigsten Häuserkämpfe seit dem Vietnamkrieg tobten, stehen dort Gräber, wo Kinder früher Fußball spielten. Während das Land heute zwar baulich wiederaufgebaut und vergleichsweise stabil wirkt, wachsen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Sorgen vor der Zukunft. Besonders unter der sunnitischen Bevölkerung herrscht die Befürchtung, dass der Abzug der US-Soldaten ein Machtvakuum hinterlässt, in das der Nachbarsta...
Wahlsieg der Berliner Linken: Das steckt hinter den Antisemitismusvorwürfen
Die Linkspartei Berlin feiert einen historischen Wahlsieg. Doch der Weg in eine Regierungskoalition mit SPD und Grünen wird von massiven Vorwürfen überschattet: Es geht um Antisemitismus und eine gefährliche Nähe zu kriminellen Clans. Im Zentrum der Kritik steht unter anderem Ferhat Kocak, der durch Verbindungen ins radikale Palästina-Milieu auffällt. Gleichzeitig verändert ein massiver Zustrom junger Aktivisten die Partei fundamental.
NZZ-Redaktor Nathan Giwerzew war bei der Wahlparty der Linken in Neukölln dabei, erzählt von seinen Eindrücken und analysiert die Haltung der Berliner Parteien.
Gast: Nathan Giwerzew, NZZ-Redakto...
Partys, Champagner und Geld: Ein Korruptionsskandal erschüttert Brasilien
Ein gigantischer Finanzskandal bringt die brasilianische Machtelite ins Wanken: Der Banker Daniel Vorcaro baute in Rekordzeit die Banco Master auf – gestützt auf ein korruptes Netzwerk aus Politikern, Richtern und Spitzenbeamten. Durch rauschende Luxuspartys, exklusive Geschenke und Bestechungsgelder sicherte er sich politischen Einfluss und kaufte gefällige Urteile. Doch kurz vor den Wahlen bricht das Kartenhaus zusammen. Südamerika-Korrespondent Alexander Busch analysiert in dieser Episode die Verstrickungen bis in die höchsten Zirkel der Machtelite und die Folgen für die Demokratie in Brasilien. Und das alles kurz vor den Präsidentschaftswahlen.
Gast: Alexander Busch, Südamerika-Korrespondent Host: Mar...
Erbe des Fixpreis-Fliegers: Deshalb wird der F-35 für die Schweiz teurer als geplant
Das Werk, in dem der F-35 gebaut wird, gleicht einem Hochsicherheitsgefängnis: Um hereinzukommen muss USA-Korrespondentin Marie-Astrid Langer vorbei an bewaffneten Wachen und Checkpoints, um schliesslich noch alle technischen Geräte abzugeben - und sogar ihren Schmuck: "Die Befürchtung ist, dass sich ein kleines Teil ansonsten in diesen Kampfjet verirren könnte", erzählt sie in dieser Folge von NZZ Akzent.
Der Besuch in der Fabrik zeigt, wieso die Schweiz nun mehr für den F-35 zahlt als gedacht. Es ist eben nicht nur der vermeintliche Fixpreis-Skandal, der die Schweiz seit einiger Zeit beschäftigt. Das Schweiz...
Kosovo: Warum die Menschen seit über einer Woche protestieren
Am Mittwochabend versammeln sich Tausende Menschen im Zentrum von Pristina. Sie schwenken, Fahnen, zünden Pyros und rufen im Chor. Unter dem Motto «Nicht in meinem Namen» solidarisieren sich die Demonstrierenden mit ihrem Ex-Präsidenten Hashim Thaçi. Dieser wurde vergangene Woche von einem Sondertribunal in Den Haag für Kriegsverbrechen verurteilt. Die Strafe sieht 25 Jahre Haft vor.
Viele Kosovaren sehen in Thaçi aber in erster den Anführer der Befreiungsbewegung UCK, die damals für die Unabhängigkeit von Serbien kämpfte. Hashim Thaçi sei im Kosovo noch immer ein Held, sagt Ausland-Redaktor Markus Ackeret: «Da...
Warum Trump einen Deutschen zu einem der wichtigsten US-Diplomaten macht
Ein gebürtiger Deutscher soll für die USA einen der wichtigsten Diplomatenposten im Nahen Osten übernehmen: Der 48-jährige Jurist Dr. Nick Oberheiden wurde von Donald Trump als US-Botschafter in Ägypten nominiert. Aufgewachsen in Oberhausen, absolvierte Oberheiden sein Jurastudium in Deutschland und den USA, bevor er in Texas eine Kanzlei gründete. Dort spezialisierte er sich darauf, hochrangige Politiker und Führungskräfte zu vertreten, wodurch er ein einflussreiches Netzwerk in Washington knüpfte und das Vertrauen des US-Präsidenten gewann. Auch seine Wahlspenden an Donald Trump werden ihm wohl geholfen haben. Der NZZ-Redaktor Melchior Poppe erklärt im Gespräch...
Kiew unter Dauerbeschuss: Wie die Menschen im Krieg weiterleben
Am vergangenen Donnerstag herrscht in Kiew Luftalarm – wieder einmal. Russische Geschosse und Drohnen gehen auf die ukrainische Hauptstadt nieder, rund zwanzig Menschen werden verletzt, viele Häuser beschädigt. Gleich danach beginnen die Kiewer aufzuräumen: Sie kehren Glasscherben zusammen, ersetzen die zerborstenen Fenster mit Spanplatten. Sie tun das routiniert, jeden Tag aufs Neue.
Als ehemaliger Ukraine-Korrespondent war Mijnssen früher oft in der Ukraine unterwegs und ist nun nach eineinhalb Jahren das erste Mal zurückgekehrt und berichtet von seinen Eindrücken. Ständige Luftalarme, Angriffe auf Wohnhäuser, Schulen sowie zivile Infrastruktur bestimmen das Leben in der Hau...
Streit um Falkland-Inseln: Deshalb mischt Trump jetzt mit
Grossbritannien und Argentinien streiten sich seit mehr als 200 Jahren um die Falkland-Inseln, die zwar sehr karg, aber inzwischen wegen grosser Öl- und Gasvorkommen wirtschaftlich interessant sind. Ist das der Grund, wieso sich US-Präsident Donald Trump kürzlich mit Aussagen, die Argentinien zu unterstützen scheinen, in den Konflikt eingemischt hat? Oder war es doch eher ein Denkzettel für Grossbritannien, weil das die USA nicht im Iran-Krieg unterstützt?
NZZ-Redaktor Simon Hehli sagt in dieser Folge, der aktuelle Streit soll aus Sicht des argentinischen Präsidenten Javier Milei vor allem ablenken von dessen schlechten Umfragewerten. Und dafür e...
Italien: Wird Giorgia Meloni von rechts überholt?
Der frühere General Roberto Vannacci sorgt in der italienischen Politik für erhebliche Unruhe. Mit seiner Partei Futura Nazionale positioniert er sich weiter rechts als Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Im Gespräch analysiert unser Korrespondent den Rechtsextremismus in Italien, warum Vannaccis Kurs und wie seine Nähe zu Russland der Regierung gefährlich werden könnte.
Gast: Luzi Bernet, Italien-Korrespondent der NZZ Host: Alice Grosjean
Produktion und Redaktion: Simon Schaffer und David Vogel
Hier findest du Luzis Artikel über Vannacci und seine gesamte Berichterstattung aus Italien.
Exklusiv für dich als Podca...
«Nicht nur Koalas und Haie sind hier von Interesse» – Australien-Korrespondentin Barbara Barkhausen
Seit über 20 Jahren berichtet die freie Korrespondentin Barbara Barkhausen aus Sydney über Down Under, Neuseeland und die Pazifikregion. Während früher oft skurrile Tiergeschichten und die heimische Fauna im Vordergrund standen, rücken heute zunehmend geopolitische Spannungen und der wachsende Einfluss Chinas in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Neben dem Wandel in der Weltpolitik prägen der spürbare Klimawandel und weiterhin der Terroranschlag am Bondi Beach 2025 die Arbeit vor Ort. Auch wegen der Erkenntnisse über Antisemitismus in Australien. Barkhausen gibt zudem persönliche Einblicke in den Alltag auf dem Kontinent, spricht über die bemerkenswerte Hilfsbereitschaft der Menschen und erläut...
Russlands «Mutter Teresa» kritisiert den Krieg - und soll ins Gefängnis
Lida Moniawa gründete in Moskau das «Haus mit dem Leuchtturm», ein Kinderhospiz für schwerstkranke und todkranke Kinder. In Russland werden Menschen mit Behinderungen oft an den Rand gedrängt und unsichtbar gemacht. Lida aber kämpft für die Würde aller. Doch weil sie sich klar gegen den Krieg in der Ukraine aussprach, geriet die Aktivistin ins Visier der Justiz. Nun droht ihr eine jahrelange Haftstrafe und sie steht unter Hausarrest. NZZ-Redaktorin Inna Hartwich ordnet ein, was dieser Fall über das heutige Russland verrät.
Gast: Inna, Hartwich, NZZ-Redaktorin Host: Simon Schaffer
Innas Arti...
Iran: Wie das Kopftuch langsam aus dem Alltag verschwindet
Vier Jahre nach dem Tod von Jina Mahsa Amini hat sich das Strassenbild im Iran spürbar verändert. Immer mehr Frauen legen das Kopftuch ab, gehen in Jeans und schulterfreien Oberteilen aus dem Haus. Und auch der schwarze Tschador, der Ganzkörperschleier, ist vielerorts zur Ausnahme geworden.
Zana Rahimi, eine 30-jährige Iranerin, berichtet, wie sich Frauen wie sie die neue Freiheit erkämpft haben, wie das Regime weiter versucht, die Frauen zu kontrollieren, und inwiefern Israel die Situation für die Frauen beeinflusst hat.
Gast: Teseo La Marca, Iran-Kenner Host: Nadine Landert Redaktion: David...
KI-Bremse: Anthropic und Co. wollen Vorsicht, Trump nicht
Ein Ex-Mitarbeiter des KI-Giganten Anthropic warnt öffentlich davor, dass fortgeschrittene Künstliche Intelligenz die Menschheit ausrotten könnte. Während Technologie-Modelle sich durch „recursive self improvement“ immer schneller selbst weiterentwickeln und bereits aus gesicherten Testumgebungen ausgebrochen sind, schlagen führende Forscher und Nobelpreisträger wie Geoffrey Hinton Alarm. Sogar die CEOs führender Frontier-Labs rufen überraschend nach freiwilliger Verlangsamung und externer Kontrolle – obwohl KI derzeit der Hauptmotor der US-Wirtschaft ist und das Wettrennen mit China auf dem Spiel steht.
Gast: USA-Korrespondentin Marie-Astrid Langer Host: Dominik Schottner Redaktion: Sarah Ziegler
Hintergründe zu den Risiken und Nebenwirkungen...
Er war Pablo Escobars Logistiker – nun ist er Rentner
Unter Pablo Escobar und dem Medllin-Kartell wurde Kolumbien in den 1970er und 80er Jahren zum grössten Kokainlieferanten der Welt. Mit dafür verantwortlich war Carlos Lehder, der Logistiker. Als Erster erkannte er, dass Kokain in den USA die neue Freizeitdroge werden und Marihuana damit den Rang ablaufen würde. Er baute eine riesige Schmuggel-Lieferkette von Kolumbien in die USA auf.
Doch sein Erfolg währte nicht ewig - und lange Zeit sah es so aus, als würde Lehder für seine Taten den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Wieso es nicht dazu kam und wie...
Kriegsangst in Estland: Wie lebt es sich mit Russland als Nachbar?
Nicht erst seit der Vollinvasion Russlands in der Ukraine sind die Menschen in Estland wachsam: Der grosse Nachbar hat im kollektiven Gedächtnis des baltischen Landes tiefe Spuren hinterlassen. Wie lebt es sich damit und der Angst vor einem Überfall durch Russland? NZZ-Korrespondentin Linda Koponen hat Menschen getroffen, die schon längst darüber nachdenken, wohin sie ziehen könnten, bevor Russland angreift. Einer ist Eugene, ein Südafrikaner, der 2020 der Arbeit wegen nach Estland zog - und sich in das Land verliebte, weil es so viel sicherer war als seine Heimatland. Doch dieses Sicherheitsgefühl ist jetzt weg: "Wir wer...
El Niño kommt – stärker als je zuvor?
Das Wetterphänomen El Niño kehrt in diesem Jahr zurück und könnte nach aktuellen Prognosen außergewöhnlich stark ausfallen. Schon jetzt erwärmt sich der Pazifik vor Peru drastisch, mit spürbaren Folgen für Meerestiere und Menschen vor Ort. Doch welche weltweiten Auswirkungen sind in den kommenden Monaten zu erwarten?
Wissenschaftsredaktor Sven Titz erklärt die Ursachen von El Niño, drohende Dürren in Asien sowie ungewöhnliche Regenfälle in Südamerika. Ausserdem klären wir in dieser folge von NZZ Akzent, was El Niño für die globale Nahrungsversorgung...
Angst vor Trump? Warum Europa sein Gold nach Hause holt
Die Aktion der niederländischen Notenbank hat international viel Aufsehen erregt. Über Monate hat sie insgesamt 78 Tonnen Gold aus den USA abgezogen und nach London verlegt. Und die Niederlande sind damit kein Einzelfall. Immer mehr Notenbanken ziehen ihre Goldreserven aus den USA ab. Eine reine Vorsichtsmassnahme für Finanzkrisen, oder bröckelt das Vertrauen in die Verlässlichkeit der USA?
Gast: Matthias Benz, Wirtschaftsredaktor Host: Nadine Landert Redaktion: David Vogel
Matthias' Artikel findest du hier
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Helden statt Opfer: So berichtet China über die Flutkatastrophe im Himalaja
Wer in diesen Tagen chinesisches Staatsfernsehen schaut, der erlebt wahre Helden. Menschen, die sich durch den chinesischen Teil des Katastrophengebiets kämpfen, um nach Opfern der Sturzflut zu suchen. In der Reportage des Senders CCTV sieht man, wie Rettungskräfte sich den Weg in ein abgeschnittenes Dorf erkämpfen. In orangen Leuchtanzügen klettern sie durch Geröll, erkunden die Gegend mit Drohnen und seilen sich sogar von Steilwänden ab.
Die Verwüstung und die Rettungsarbeiten sind gut dokumentiert – nur nach betroffenen Menschen sucht man vergeblich: In der Berichterstattung kämen weder Opfer noch Angehörige vor: «Diese...
Nach Ceuta: warum Marokkos Jugend unbedingt wegwill
Gast: Michael Schilliger, NZZ-Reporter Host: Sarah Ziegler
In Michaels Reportage bei der NZZ kannst du viele weitere Menschen kennenlernen, die er dort getroffen hat.
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Die AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt: Ist das der Anfang vom Ende für Kanzler Merz?
Sven Schulze, amtierender Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, wirkt sehr geknickt, als er am Abend vor seine Parteikollegen tritt. Kein Wunder, schliesslich hat seine Partei bei der Wahl am Sonntag die Hälfte ihrer Wählerstimmen verloren. Dennoch ist es ihm wichtig, in seiner Rede dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zu gratulieren; mit dem Vorwort: «Wir leben in einer Demokratie.»
Ob diese Glückwünsche eine erste ausgestreckte Hand über eine Brandmauer hinweg sind, wie es für die einzelnen Parteien weitergeht und welche Auswirkungen die Wahl auf die gesamtdeutsche Politik hat, das analysiert Florian Eder, Chefredaktor der NZZ D...
«Das Leben im Libanon ist schizophren» – Nahost-Korrespondent Daniel Böhm
Als Korrespondent für die NZZ berichtet Daniel Böhm über die arabischen Länder im Nahen Osten und in Nordafrika. Es ist eine Region im Krisenmodus, die komplexer nicht sein könnte. Obwohl er etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit mit Lesen verbringe, sagt Böhm: «Es wäre vermessen zu behaupten, ich hätte den Nahen Osten verstanden.»
Das sei nur schon im Libanon der Fall, ein Land etwa ein Viertel so gross wie die Schweiz. In Beirut fühle sich das Leben manchmal komplett normal an. Wenige Kilometer südwärts wohnen Menschen in zerbombten Dör...
Alkoholverbot? Wie Syrien trockengelegt wird
In Syrien gibt es unter der neuen islamistischen Regierung von Ahmed al-Sharah offiziell kein Alkoholverbot. Trotzdem hat Gladees Moussa bereits aufgegeben. Die junge Christin führt mit ihren Eltern eine kleine Bar und verkauft dort seit einigen Wochen keinen Alkohol mehr. Es sei zu teuer. Vor allem aber habe sie Angst, Islamisten könnten ihre Bar stürmen.
Der NZZ-Korrespondent Rewert Hoffer ist nach Syrien ins Tal der Christen gereist, um herauszufinden, wie sich der Alkoholkonsum unter der neuen syrischen Regierung verändert hat.
Host: Nadine Landert Redaktion: Sarah Ziegler
Weitere Geschichten von Rewe...
Schüsse auf Technoparty in Aarau: Was über Tat und Täter bekannt ist
Nach dem Amoklauf bei einem Technofestival in Aarau hat die Polizei nun zwar den mutmasslichen Täter gefasst. Doch der - ein 43 Jahre alter Schweizer - gibt den Ermittlern Rätsel auf. Die Tatwaffen besass er legal, trotz psychischer Probleme. Von einem Motiv für seine Tat ist bislang nichts bekannt. Nach der Tat, wegen der eine Frau aus Italien starb und sechs weitere verletzt wurde, gerät nun das Waffenrecht in der Schweiz wieder in den Blick.
Gast: Samuel Tanner, NZZ-Redaktor Host: Dominik Schottner Redaktion: Alice Grosjean
Den NZZ-Newsticker zu der Tat in Aarau find...
Nach 9/11: Die vergessenen Veteranen der USA
25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September kämpfen Hunderttausende US-Veteranen mit den Folgen der Kriege in Afghanistan und im Irak. Viele leiden noch heute unter schweren physischen und psychischen Wunden, während staatliche Hilfe oft ausbleibt.
US-Korrespondent Andreas Scheiner berichtet von seinen Begegnungen mit ehemaligen Soldaten. Sergeant Earl Lundy überlebte knapp einen Bombenanschlag und musste das Gehen neu lernen. Die ehemalige Sanitäterin Tiffany Macdonald kämpfte nach ihren Einsätzen gegen die Alkoholsucht. Auf der "Warriors Heart" Ranch in Texas suchen sie und viele andere Veteranen Unterstützung beim Aufarbeiten ihrer Traumata.
Host: Nadine L...
Wundermittel Abnehmpille? Was sie kann und was nicht
Nach Abnehmspritzen sind in Europa jetzt auch Abnehmpillen auf Rezept erhältlich, in Deutschland etwa seit dem 1. September. NZZ-Wissenschaftsredaktorin Stephanie Lahrtz sagt, die Tabletten seien zwar kein Gamechanger im Kampf gegen Kilos. Aber ihr Potenzial sei riesig. So gebe es zum Beispiel erste positive Erkenntnisse bei der Bekämpfung von Süchten, aber auch bei der Eindämmung von Entzündungen.
Gast: Stephanie Lahrtz, Redaktorin Wissenschaft Host: Dominik Schottner Redaktion: Sarah Ziegler, Alice Grosjean
Stephanies Berichterstattung zu den Abnehmmedikamenten findet ihr hier bei der NZZ.
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Ebola-Epidemie: Dr. Kalanzi kämpft an der Grenze Ugandas
Im Kongo wütet eine rasant wachsende Ebola-Epidemie mit tausenden Infizierten und zahlreichen Todesopfern. Um ein Übergreifen des tödlichen Virus auf das benachbarte Uganda zu verhindern, führt Dr. Apollo Kalanzi vom ugandischen Gesundheitsministerium strenge Kontrollen in grenznahen Krankenhäusern durch. Afrika-Korrespondent Samuel Misteli hat den Arzt vor Ort begleitet und berichtet von den enormen Herausforderungen im Grenzgebiet.
Host: Simon Schaffer Redaktion: Sarah Ziegler
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Meta und der Milliarden-Vergleich: Wird Social Media jetzt sicherer?
Ein US-Prozess gegen Meta endet überraschend schnell mit einem Milliarden-Vergleich. 29 US-Gliedstaaten klagten gegen den Tech-Konzern, weil Plattformen wie Instagram gezielt jugendliche Nutzer süchtig machen sollen. Der ehemalige Insider und Whistleblower Arturo Béjar konnte vor Gericht beweisen, dass die Unternehmensführung um Mark Zuckerberg konkrete Warnungen vor Risiken für Minderjährige jahrelang ignorierte. Meta zahlt nun rund 18 Milliarden Dollar und muss neue Regeln wie eine 2-Stunden-Sperre, Deaktivierung von Autoplay sowie unsichtbare Likes einführen.
Technologie-Redaktorin Gioia da Silva konnte mit Béjar sprechen und ordnet ein, inwiefern sich Social Media nach diesem Prozess verändern könnte.<...
Blechlawine am Brenner: der Tiroler Widerstand gegen den Verkehr
Millionen Fahrzeuge und endlose Staus: Die Brennerautobahn ist für viele ein Symbol für den immer näher rückenden Urlaub. Für die Menschen in Tirol ist sie jedoch eine tägliche Belastung. Ende Mai blockierten darum Tausende die vielleicht wichtigste Nord-Süd-Route Europas. Der Brennerbasistunnel soll für die Bevölkerung zwar Abhilfe schaffen, lässt aber auf sich warten.
NZZ-Korrespondentin Meret Baumann war im Wipptal unterwegs und hat mit Menschen gesprochen, die sich gegen die Touristen wehren.
Gast: Meret Baumann, NZZ-Korrespondentin für Österreich Host: Simon Schaffer
Produktion: Benjamin Gysler Redak...
Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Ulrich Siegmund, der beste Verkäufer der AfD
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tourt mit enormem Publikumszuspruch durch Sachsen-Anhalt und erzielt in den Umfragen Werte von über 40 Prozent. Mit seiner Strategie aus starker Social-Media-Präsenz, entwaffnender Freundlichkeit und einem gezielten Gute-Laune-Wahlkampf hebt er sich vom bisherigen Erscheinungsbild seiner Partei ab. In dieser Folge von «NZZ Akzent» erklärt die Deutschland-Redaktorin Beatrice Achterberg, weshalb der frühere Verkäufer von Raumdüften bei den Leuten ankommt, auch wenn unter seinen politischen Vertrauten Männer sind, die früher in rechtsextremen Jugendgruppen aktiv waren.
Gast: Beatrice Achterberg, Redaktorin Deutschland Host: Simon Schaffer
Der ganze Text von Beatrice ü...
Ukraine: In Odessa wird der wichtigste Kampf gefochten
In Odessa herrscht scheinbar Idylle: Tagsüber flanieren Menschen an der Promenade, geniessen die Sonne und trinken Kaffee am Schwarzen Meer. Nachts aber heulen die Sirenen und russische Drohnen fliegen Angriffe. Hier wird Ukraines wichtigster Kampf gefochten.
Reporter Jonas Roth hat die ukrainische Hafenstadt Odessa besucht. Er erklärt, warum Odessa die wirtschaftliche Lebensader des Landes ist und wie die Ukraine ihren Getreideexport gegen russische Blockaden verteidigt.
Host: Nadine Landert Redaktion: Sarah Ziegler
Jonas Reportage findet ihr
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Laufen bis zum Umfallen: Ultramarathons boomen
Ultramarathons boomen auf Social Media. Erst Mitte August hat der Last Soul Ultra für jede Menge Aufmerksamkeit gesorgt. Das extreme Format der Backyard Ultras zieht auf den Strassen und vor allem in den Livestreams ein Millionenpublikum an. Doch warum laufen Menschen tagelang ohne echte Pause?
Athleten wie der Schweizer Pierre Biege gehen physisch und mental ans absolute Limit. Während es für einige eine persönliche Grenzerfahrung ist, birgt das Spektakel auch Schattenseiten. Wenn der Körper aufgibt und Schmerzen nur noch mit Medikamenten betäubt werden, wird der Sport zum gesundheitlichen Risiko.
Gast...
USA-Korrespondent Christian Weisflog: «Hollywood hätte es sich nicht besser ausdenken können»
In dieser Samstagsfolge blickt der langjährige NZZ-Journalist Christian Weisflog auf viereinhalb bewegte Jahre als politischer US-Korrespondent in Washington zurück. Es war eine filmreife Zeit voller historischer Wendepunkte: vom Sturm auf das Kapitol über die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten bis hin zum spektakulären Comeback von Donald Trump. Im Gespräch mit Simon Schaffer erzählt er, wie sich die Arbeit unter der enormen Nachrichtenflut verändert hat und mit welchen Eindrücken er aus den USA nach Zürich zurückkehrt.
Gast: Christian Weisflog, Auslandredaktor NZZ Host: Simon Schaffer
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ADHS oder nicht? Wenn Praktikanten allein entscheiden müssen
Immer mehr Erwachsene lassen sich auf ADHS abklären. Doch wie gründlich sind diese Abklärungen wirklich? Eine Recherche der NZZ am Sonntag deckt auf, dass an der Basler Universitätsklinik während Jahren Praktikanten mit dem Prozess beauftragt waren. Sie mussten die Abklärungen weitgehend alleine durchgeführen und Diagnosen stellen.
Das Problem: Standardisierte Fragebögen lassen viel Interpretationsspielraum. Um Fehldiagnosen zu vermeiden, braucht es klinische Erfahrung. Fehlt diese, drohen unsaubere Ergebnisse. Das belastet nicht nur das Gesundheitssystem, sondern entwertet auch das Krankheitsbild für tatsächlich Betroffene. In dieser Folge sprechen wir über die Erfahrungen...
Wildberries: Warum die Ukraine das russische Amazon angreift
Die Online-Plattform Wildberries soll für rund zehn Prozent des gesamten russischen Einzelhandels verantwortlich sein; nicht nur im Internet. Russische Soldaten kaufen dort sogar Teile ihrer Ausrüstung. Deswegen hat das ukrainische Militär mit Drohnen zuletzt mehr als 20 Mal Lager der Firma angegriffen. Am vergangenen Wochenende etwa ging sogar das grösste Lager der Firma in Koledino südlich von Moskau in Flammen auf. Doch die Ukraine greift Wildberries nicht nur an, weil Soldaten dort einkaufen, erklärt Ukraine-Korrespondent Volker Pabst in dieser Folge von «NZZ Akzent». Sie hofft auch auf eine Kettenreaktion in der russischen Wirtschaft.
Gast...
Die Huthi greifen wieder an: Was bedeutet das für den Jemen?
Der Konflikt in der Golfregion spitzt sich weiter zu. Seit einigen Tagen ist es vor allem die Huthi-Miliz in Jemen, die von sich reden macht: Die Islamisten haben eine grosse Ölraffinerie in Saudiarabien angegriffen, und auch im Roten Meer kommt es immer wieder zu Angriffen auf Schiffe, die Erdöl aus Saudiarabien transportieren. Bei einem Angriff letzte Woche sind erstmals Crewmitglieder eines Cargo-Schiffs ums Leben gekommen.
Gleichzeitig gehen die Huthi mit Drohnen- und Raketenangriffen gegen die Regierung im eigenen Land vor. Nach jahrelanger relativer Waffenruhe droht der Bürgerkrieg im Jemen erneut voll auszubrechen. Doch welche Ziele ver...
Türkei: Kann die neue Partei Yeni Erdogan gefährlich werden?
Özgür Özel hat eine Entscheidung getroffen, die das Potenzial hat, die gesamte politische Landschaft der Türkei umzukrempeln. Es ist Ende Juli, als der Oppositionspolitiker im Parlament in Ankara ans Mikrofon tritt und verkündet, er werde aus der CHP austreten und die Partei «Yeni» gründen. Er verfolgt damit ein klares Ziel: die Opposition neu aufzustellen und Erdogan an der Spitze des Landes abzulösen. Doch dieses Vorhaben gleicht einem Hürdenlauf.
Gast: Nicole Anliker, Türkei-Korrespondentin Host: Nadine Landert Redaktion: Dominik Schottner
Nicoles Artikel findet ihr hier
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Europas Tierexporte: Das Millionengeschäft mit lebender Fracht
Jedes Jahr verlassen Millionen lebende Tiere Europa in Richtung Nordafrika und Naher Osten. Von vollgestopften spanischen Mastbetrieben über den Hafen von Cartagena fahren die Tiere in einem baufälligen Frachter übers Mittelmehr nach Afrika, wo sie unter widrigsten Umständen geschlachtet werden. Es ist ein Markt, von dem praktisch niemand etwas weiss. Und den es eigentlich nicht geben müsste.
Gast: Florian Schoop, Redaktor Gesellschaft Host: Nadine Landert Redaktion: Simon Schaffer
Florians Reportage findet ihr hier.
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Vom sozialen Ritual zur hippen Dose: Wer profitiert vom Mate-Trend?
Ob im Supermarkt oder im Club: Mate ist in Europa ein Megatrend geworden. Doch das süsse, kohlensäurehaltige Getränk aus der Dose hat in vielerlei Hinsicht nicht mehr viel mit der ursprünglichen Version zu tun: In Südamerika wird Mate-Tee traditionell in einer Calabasa zubereitet. Diese wird auch gern unter Familien und Freunden geteilt - es ist ein soziales Ritual. Aber wie hat es Mate bis in die europäischen Supermärkte geschafft? Lateinamerika-Redaktor Simon Hehli zeichnet die Geschichte des Matebooms nach: Von den Anfängen in der deutschen Hacker- und Hipster-Szene bis hin zu prominenten Anhänger...