NZZ Akzent
Gut informiert in 15 Minuten. Die Korrespondenten und Redaktorinnen der NZZ erzählen jeden Tag eine Geschichte, die die Welt bewegt. Ob Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft – wir liefern fundierte Analysen, spannende Geschichten und neue Perspektiven, verständlich eingeordnet und auf den Punkt gebracht. Das ist «NZZ Akzent» – immer montags bis freitags. Jeden zweiten Samstag gibt es ausserdem eine exklusive Extrafolge, in der unsere Korrespondentinnen von ihrem Arbeitsalltag im Ausland berichten.
So denkt die französische Peripherie über die Proteste
In ganz Frankreich bricht sich eine Welle der Wut bahn. Was in den Großstädten als Krawall und Vandalismus begann, erreicht längst auch die ländliche Peripherie. NZZ-Redaktorin Corina Gall ist ins Elsass gereist, um mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Sie besucht eine Mahnwache im friedlichen Grenzdorf Huningue, trifft in Straßburg auf linke Aktivisten und spricht in den Vororten mit Anwohnern über ihren Alltag. Die Fronten zwischen der Polizei und den Demonstranten verhärten sich zusehends, doch die verheerenden Ursachen des gesellschaftlichen Unmuts teilen Menschen aus fast allen Schichten.
Gast: Corina Gall, Redakto...
Lindt & Sprüngli in der Krise: Der Schokoladekonzern braucht neue Gesichter
Ein abrupter Wechsel an der Konzernspitze beim Schweizer Schokoladengiganten Lindt & Sprüngli gibt zu reden: Nach 33 Dienstjahren wurde CEO Adalbert Lechner mit sofortiger Wirkung entlassen. Grund ist der spürbare Rückgang der Verkäufe im deutschsprachigen Raum nach massiven Preissteigerungen. Wirtschaftsredaktor Matthias Benz analysiert im Gespräch mit Simon Schaffer die Hintergründe der Krise sowie den anhaltenden Einbruch der einst hoch bewerteten Premium-Aktie.
Gast: Matthias Benz, Redaktor Wirtschaft Host: Simon Schaffer
Produktion: Sarah Ziegler Redaktion: Lillybelle Eisele Foto Thumbnail: Urs Flueeler / Keystone
Matthias' Text zum Knall bei Lindt & Sprüngli gibts hier be...
Trumps harter Kurs: wie die USA Migranten nach Afrika abschieben
Wer in den USA keine Papiere hat, wird unter Präsident Donald Trump nicht nur in sein Heimatland, sondern auch in afrikanische Drittstaaten abgeschoben. Das südafrikanische Eswatini gilt dabei als am umstrittensten. Dieses Schicksal hat den gebürtigen Kubaner Roberto Mosquera getroffen. Er führte seit den 1990er-Jahren ein unauffälliges Leben in den USA, bis er von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen und in ein Gefängnis in Eswatini gebracht wurde, ohne dass ihm eine Straftat vorgeworfen wurde.
NZZ-Korrespondent Christian Putsch hat mit Roberto Kontakt aufgenommen und ist nach Eswatini gereist. Seine Recherche zeigt, wie Washing...
Trump und Selenski im Streit: Worum es wirklich geht
Zwischen den USA und der Ukraine ist die schwerste Krise seit über anderthalb Jahren entbrannt. US-Präsident Donald Trump fordert unverhohlen Neuwahlen in Kiew, schliesst überraschende Geschäfte mit dem Kreml über russischen Diesel ab und hebelt Sanktionen aus. Zudem schränken die USA den Einsatz des Satelliten-Netzwerks Starlink für ukrainische Drohnen ein. NZZ-Auslandredaktor Andreas Rüesch analysiert im Gespräch mit Marlen Oehler die Hintergründe und Folgen dieses Zerwürfnisses.
Gast: Andreas Rüesch, Redaktor Ausland Host: Marlen Oehler Redaktion: Lillybelle Eisele, Simon Schaffer
Die aktuellsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg findest du hier bei der NZZ...
Provokation Kopftuchverbot: Aserbaidschan verärgert Iran und Türkei
Das autoritäre Regime in Aserbaidschan verbietet religiös anmutende Kleidung in Schulen. Das löst im Land selbst Proteste aus - und provoziert die Nachbarn Iran und Türkei. Doch Aserbaidschan gibt sich selbstbewusst, auch weil es wegen der Kriege in Iran und der Ukraine eine neue Rolle in der Geopolitik einnimmt und Kritik von seinen Partnern nicht wirklich fürchten muss, sagt NZZ-Korrespondent Volker Pabst in dieser Folge von «NZZ Akzent».
Gast: Volker Pabst, NZZ-Korrespondent Host: Dominik Schottner
Redaktion: Simon Schaffer, Lillybelle Eisele
Den Text von Volker Pabst zu den Protesten in Aser...
Ein Roadtrip von Indien in die Schweiz – was unser Korrespondent erlebt hat
Es klappert und knarzt, der Motor ächzt unter dem schlechten Benzin. Durch die Wüste von Usbekistan führt eine Schotterstrasse – am Rand ein paar Sträucher, auf der Fahrspur ein paar Schlaglöcher. Am Steuer des wackelnden Autos sitzt der NZZ-Korrespondent Andreas Babst. Sein Projekt: ein Roadtrip von Delhi ins Engadin.
Zusammen mit seiner Partnerin legt er 15 000 Kilometer auf dem Landweg zurück – über Nepal, China, Kasachstan und die Türkei. Die Reise führt vorbei an ausgetrockneten Fischerdörfern am Aralsee und bringt spannende Treffen mit sich, etwa mit einem geflüchteten Russen in Kasachstan. In der Samstagsfo...
Netanyahu und kein Ende: Wer gewinnt die Knesset-Wahl in Israel?
Drei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas wählt Israel am 27. Oktober ein neues Parlament. Die anstehende Knesset-Wahl gilt vor allem als Richtungsentscheidung und persönliche Abstimmung über Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Viele Israelis machen Netanyahu persönlich für das damalige Sicherheitsversagen verantwortlich, da sein jahrzehntelanges Schutzversprechen gebrochen wurde. Der Israel-Korrespondent Johannes C. Bockenheimer berichtet im Gespräch mit Sarah Ziegler direkt aus dem emotional geladenen Wahlkampf. In den Umfragen zeichnet sich eine Pattsituation ab: Netanjahus Likud-Block kommt ebenso wie das gegnerische Lager auf derzeit rund 52 Sitze, wodurch arabischen und ultraorthodoxen Parteien eine Schlüsselrolle zukommt. Als aussichtsreichster Herausfo...
LGBTQ in Ungarn: Hoffnung nach Orban, aber Skepsis überwiegt
Nach 16 Jahren unter Viktor Orban spürt die LGBTQ-Community in Ungarn erste Anzeichen der Veränderung. Unter dem neuen Ministerpräsidenten Peter Magyar wandelt sich der politische Ton, und erste Gesetze aus der Orban-Ära werden angepasst. Dennoch bleibt die Euphorie verhalten: Viele Gesetze bestehen weiter und die gesellschaftliche Spaltung sitzt tief. Die 20-jährige Mira berichtet bei einer Pride-Kundgebung in Pécs von den Herausforderungen im Alltag und ihren Hoffnungen für die Zukunft. NZZ-Korrespondentin Meret Baumann analysiert die aktuelle Lage und zeigt auf, wie viel Wegstrecke noch vor der queeren Community liegt.
Gast: Meret Baumann, Korresp...
Saudiarabien unter Huthi-Beschuss: Warum alle tun, als wäre nichts
Ein tödlicher Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf den Flughafen in Riad erschüttert Saudi-Arabien und fordert zahlreiche Todesopfer sowie Hunderte Verletzte. Der Nahost-Korrespondent Rewert Hoffer erlebte die Eskalation vor Ort mit, als sein eigener Flug über dem Flughafen kreisen musste. Im Gespräch mit Alice Grosjean berichtet er direkt aus der saudischen Hauptstadt. Obwohl die saudische Führung und die Bevölkerung versuchen, Ruhe zu bewahren, wächst der Druck auf das Land enorm. Nach verheerenden Gegenschlägen der saudischen Luftwaffe und ausbleibender militärischer Unterstützung durch die USA steht Kronprinz Mohammed bin Salman zunehmend isoliert da.
Gast...
Missbrauch an US-Colleges: Fall der «Cornell 7» bringt #metoo zurück
Eine Studentin der Cornell University im US-Bundesstaat New York beschuldigt sieben Kommilitonen, sie während einer Party vor zwei Jahren stundenlang vergewaltigt zu haben. Die Studentin habe sich nicht wehren können, weil ihr zuvor Alkohol und Drogen verabreicht worden seien, so die Klageschrift. In der wird das Opfer - wie in den USA üblich - Jane Doe genannt. Seit der ersten Veröffentlichung des Falls im September diskutieren nicht nur Studierende an US-Colleges intensiv darüber, wie Hochschulen, Polizei und Politik mit sexualisierter Gewalt umgehen. Auch US-Präsident Donald Trump hat sich in die Debatte unter dem Hashtag #IAmJan...
Pest-Verdacht in Russland: Was geschah im Labor von Irkutsk?
Ein rätselhafter Todesfall in Sibirien sorgt für internationale Unruhe: Eine 28-jährige Laborantin stirbt an einer schweren Lungenentzündung. Da sie in einem Institut für Pesterreger arbeitete, keimt rasch die Vermutung auf, sie sei an der Lungenpest gestorben. Während in der Region sofort Wohnhäuser desinfiziert, Kontaktpersonen isoliert und Spitäler unter Quarantäne gestellt werden, spricht der Kreml von einer Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Die fehlende Transparenz sorgt für Spekulationen: Droht nach einem Laborunfall eine Epidemie? Oder experimentiert Russland im Pest-Labor gar an einer Biowaffe?
Gast: Stephanie Lahrtz, Wissenschaftsredaktorin Host: Nadine Landert Red...
Wie der Tigray-Krieg erneut eskaliert
Samuel Misteli berichtet aus Nordäthiopien über das Leid der Zivilbevölkerung und die Gefahr einer regionalen Eskalation.
In der nordäthiopischen Region Tigray ist erneut Krieg ausgebrochen. NZZ-Afrika-Korrespondent Samuel Misteli berichtet von seiner Reise kurz vor der Offensive: von Opfern eines Drohnenangriffs, kriegsmüden Kämpfern und drohendem Hunger. Er erklärt, warum der Frieden zwischen der Regionalführung und der äthiopischen Regierung scheiterte – und wie der Konflikt über Äthiopien hinaus eskalieren könnte.
Gast: Samuel Misteli, NZZ-Korrespondent Afrika Host: Simon Schaffer Redaktion: Dominik Schottner
Den ganzen Text von Samuel und weitere findest du hier bei der N...
Vom Ruhm zum Trauma: Britische Kriegsveteranen fühlen sich vergessen
Jeden Monat treffen sich ehemalige Soldaten im britischen Küstenstädtchen Clacton-on-Sea. Der Drill, die Kämpfe und die Ängste lassen sie nicht los, egal ob sie in Kenia, den Falkland-Inseln oder im Zweiten Weltkrieg im Einsatz waren. Von der Politik und der Gesellschaft fühlen sie sich im Stich gelassen. Aber hier können sie sich mit ihresgleichen austauschen und für eine Weile die Sorgen hinter sich lassen.
NZZ-Korrespondent David Signer erzählt von seinem Besuch bei den Veteranen an dem Ort, der nicht ganz zufällig auch eine Hochburg der rechtspopulistischen Partei "Reform UK" von Nigel...
Schülerproteste in Frankreich: Wenn Gewalt die einzige Sprache wird
In ganz Frankreich protestieren Schülerinnen und Schüler gegen die Zustände an ihren Schulen. Was mit friedlichen Blockaden begann, ist in regelrechte Strassenschlachten umgeschlagen. Hunderte Schulen sind geschlossen, während brennende Barrikaden und schwere Krawalle zu Festnahmen und Verletzten führten. Es sind die maroden Schulgebäude, fehlende Lehrer und Chancenungleichheit, die die Jugendlichen auf die Strassen treiben. Warum die Wut und der Frust in Gewalt umschlagen und welche Rolle die Politik dabei spielt, erklärt Frankreich-Korrespondent Daniel Steinvorth im Podcast "NZZ Akzent".
Host: Nadine Landert Redaktion: Dominik Schottner
Daniels Reportage findest du hier
KI-Massenüberwachung: Forscher überrascht, wie leicht das geht
Alles beginnt mit einem riesigen Datensatz. Genauer: mit den Standortdaten von über 800 000 Smartphones in der Schweiz. Der Schweizer Wissenschafter Oscar Thees erhält sie zugeschickt, ohne zu zahlen, von einem sogenannten Datenbroker. Thees ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Datenqualität und Anonymisierung der Fachhochschule Nordwestschweiz. Zusammen mit seinem Team fragt er sich daraufhin: Was wäre, wenn man solche Standortdaten genauer analysieren könnte? Sie bemerken aber schnell, dass das aus ethischen Gründen völlig unmöglich ist. Doch sie wollen unbedingt testen, ob die heutigen KI-Chatbots mit leicht verfremdeten Datensätzen Menschen identifizieren und mehr über ihr Leben, i...
Wohnungsnot in Spanien: Das Drama um Maricarmen bringt die Regierung ins Wanken
Maricarmen ist 87 Jahre alt und lebt seit Jahrzehnten in ihrer Wohnung in Madrid. Bis ein Immobilienfonds das Gebäude kauft, die Miete drastisch erhöht und eine Zwangsräumung erwirkt, weil Maricarmen nicht zahlen kann. Ihr Fall steht symbolisch für die massive Wohnungsnot in Spanien. Überall im Land fressen explodierende Mieten die Löhne auf. Fehlender Neubau und zahllose Touristenwohnungen befeuern die Mietenkrise.
Die Wut der Bevölkerung entlädt sich in großen Protesten. Während die Menschen bezahlbaren Wohnraum fordern, scheitern die Gesetzespläne der Regierung krachend im Parlament. Nun steht sogar ein Generalstreik im Raum. NZ...
Kriegsfotograf Dominic Nahr: «Wir müssen zeigen, dass Leute sterben»
Wenn Dominic Nahr an einem neuen Ort ankommt, fängt er sofort an zu fotografieren. Die Kamera ist immer draussen. Die Leute sollen sehen, dass er Fotograf ist. «Ich merke schon, wer offen ist, fotografiert zu werden, und wer nicht.» Wie Menschen sich bewegten, wohin ihre Augen schauten – das alles verrate ihm, wer sie seien.
Seit zwanzig Jahren ist Dominic Nahr als Fotograf in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs. Er wohnt in Zürich, steigt aber alle paar Wochen ins Flugzeug, um die NZZ-Korrespondentinnen und -Korrespondenten auf ihren Reportagen zu begleiten. Im Gespräch erzählt er, wie er es sc...
In Japan verschwinden jedes Jahr Tausende Menschen spurlos – und freiwillig
Tausende Menschen verschwinden jedes Jahr in Japan freiwillig aus ihrem bisherigen Leben. Dieses Phänomen nennt sich Johatsu, zu deutsch: verdunsten. NZZ-Korrespondent Andreas Babst hat einen Mann namens Otha in Tokio am Tag seines Verschwindens und Neuanfangs begleitet.
Warum Otha weg will und warum viele es ihm gleich tun, erfährst du in dieser Episode. Andreas erzählt ausserdem von einer Unternehmerin, die das Verschwindenlassen von Menschen zu ihrem Business gemacht hat.
Gast: Andreas Babst, NZZ Südostasien-Korrespondent Host und Produktion: Lillybelle Eisele
Redaktion: David Vogel
Copyright Foto: Rebecca Conway
An...
Abzug aus dem Irak: Was denken die Iraker heute über die amerikanische Besetzung?
23 Jahre nach der amerikanisch geführten Invasion haben die letzten US-Truppen den Irak verlassen. Der Nahost-Korrespondent Revet Hofer besuchte kurz vor dem endgültigen Abzug die ehemals umkämpfte Stadt Falluja, wo 2004 einige der heftigsten Häuserkämpfe seit dem Vietnamkrieg tobten, stehen dort Gräber, wo Kinder früher Fußball spielten. Während das Land heute zwar baulich wiederaufgebaut und vergleichsweise stabil wirkt, wachsen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Sorgen vor der Zukunft. Besonders unter der sunnitischen Bevölkerung herrscht die Befürchtung, dass der Abzug der US-Soldaten ein Machtvakuum hinterlässt, in das der Nachbarsta...
Wahlsieg der Berliner Linken: Das steckt hinter den Antisemitismusvorwürfen
Die Linkspartei Berlin feiert einen historischen Wahlsieg. Doch der Weg in eine Regierungskoalition mit SPD und Grünen wird von massiven Vorwürfen überschattet: Es geht um Antisemitismus und eine gefährliche Nähe zu kriminellen Clans. Im Zentrum der Kritik steht unter anderem Ferhat Kocak, der durch Verbindungen ins radikale Palästina-Milieu auffällt. Gleichzeitig verändert ein massiver Zustrom junger Aktivisten die Partei fundamental.
NZZ-Redaktor Nathan Giwerzew war bei der Wahlparty der Linken in Neukölln dabei, erzählt von seinen Eindrücken und analysiert die Haltung der Berliner Parteien.
Gast: Nathan Giwerzew, NZZ-Redakto...
Partys, Champagner und Geld: Ein Korruptionsskandal erschüttert Brasilien
Ein gigantischer Finanzskandal bringt die brasilianische Machtelite ins Wanken: Der Banker Daniel Vorcaro baute in Rekordzeit die Banco Master auf – gestützt auf ein korruptes Netzwerk aus Politikern, Richtern und Spitzenbeamten. Durch rauschende Luxuspartys, exklusive Geschenke und Bestechungsgelder sicherte er sich politischen Einfluss und kaufte gefällige Urteile. Doch kurz vor den Wahlen bricht das Kartenhaus zusammen. Südamerika-Korrespondent Alexander Busch analysiert in dieser Episode die Verstrickungen bis in die höchsten Zirkel der Machtelite und die Folgen für die Demokratie in Brasilien. Und das alles kurz vor den Präsidentschaftswahlen.
Gast: Alexander Busch, Südamerika-Korrespondent Host: Mar...
Erbe des Fixpreis-Fliegers: Deshalb wird der F-35 für die Schweiz teurer als geplant
Das Werk, in dem der F-35 gebaut wird, gleicht einem Hochsicherheitsgefängnis: Um hereinzukommen muss USA-Korrespondentin Marie-Astrid Langer vorbei an bewaffneten Wachen und Checkpoints, um schliesslich noch alle technischen Geräte abzugeben - und sogar ihren Schmuck: "Die Befürchtung ist, dass sich ein kleines Teil ansonsten in diesen Kampfjet verirren könnte", erzählt sie in dieser Folge von NZZ Akzent.
Der Besuch in der Fabrik zeigt, wieso die Schweiz nun mehr für den F-35 zahlt als gedacht. Es ist eben nicht nur der vermeintliche Fixpreis-Skandal, der die Schweiz seit einiger Zeit beschäftigt. Das Schweiz...
Kosovo: Warum die Menschen seit über einer Woche protestieren
Am Mittwochabend versammeln sich Tausende Menschen im Zentrum von Pristina. Sie schwenken, Fahnen, zünden Pyros und rufen im Chor. Unter dem Motto «Nicht in meinem Namen» solidarisieren sich die Demonstrierenden mit ihrem Ex-Präsidenten Hashim Thaçi. Dieser wurde vergangene Woche von einem Sondertribunal in Den Haag für Kriegsverbrechen verurteilt. Die Strafe sieht 25 Jahre Haft vor.
Viele Kosovaren sehen in Thaçi aber in erster den Anführer der Befreiungsbewegung UCK, die damals für die Unabhängigkeit von Serbien kämpfte. Hashim Thaçi sei im Kosovo noch immer ein Held, sagt Ausland-Redaktor Markus Ackeret: «Da...
Warum Trump einen Deutschen zu einem der wichtigsten US-Diplomaten macht
Ein gebürtiger Deutscher soll für die USA einen der wichtigsten Diplomatenposten im Nahen Osten übernehmen: Der 48-jährige Jurist Dr. Nick Oberheiden wurde von Donald Trump als US-Botschafter in Ägypten nominiert. Aufgewachsen in Oberhausen, absolvierte Oberheiden sein Jurastudium in Deutschland und den USA, bevor er in Texas eine Kanzlei gründete. Dort spezialisierte er sich darauf, hochrangige Politiker und Führungskräfte zu vertreten, wodurch er ein einflussreiches Netzwerk in Washington knüpfte und das Vertrauen des US-Präsidenten gewann. Auch seine Wahlspenden an Donald Trump werden ihm wohl geholfen haben. Der NZZ-Redaktor Melchior Poppe erklärt im Gespräch...
Kiew unter Dauerbeschuss: Wie die Menschen im Krieg weiterleben
Am vergangenen Donnerstag herrscht in Kiew Luftalarm – wieder einmal. Russische Geschosse und Drohnen gehen auf die ukrainische Hauptstadt nieder, rund zwanzig Menschen werden verletzt, viele Häuser beschädigt. Gleich danach beginnen die Kiewer aufzuräumen: Sie kehren Glasscherben zusammen, ersetzen die zerborstenen Fenster mit Spanplatten. Sie tun das routiniert, jeden Tag aufs Neue.
Als ehemaliger Ukraine-Korrespondent war Mijnssen früher oft in der Ukraine unterwegs und ist nun nach eineinhalb Jahren das erste Mal zurückgekehrt und berichtet von seinen Eindrücken. Ständige Luftalarme, Angriffe auf Wohnhäuser, Schulen sowie zivile Infrastruktur bestimmen das Leben in der Hau...
Streit um Falkland-Inseln: Deshalb mischt Trump jetzt mit
Grossbritannien und Argentinien streiten sich seit mehr als 200 Jahren um die Falkland-Inseln, die zwar sehr karg, aber inzwischen wegen grosser Öl- und Gasvorkommen wirtschaftlich interessant sind. Ist das der Grund, wieso sich US-Präsident Donald Trump kürzlich mit Aussagen, die Argentinien zu unterstützen scheinen, in den Konflikt eingemischt hat? Oder war es doch eher ein Denkzettel für Grossbritannien, weil das die USA nicht im Iran-Krieg unterstützt?
NZZ-Redaktor Simon Hehli sagt in dieser Folge, der aktuelle Streit soll aus Sicht des argentinischen Präsidenten Javier Milei vor allem ablenken von dessen schlechten Umfragewerten. Und dafür e...
Italien: Wird Giorgia Meloni von rechts überholt?
Der frühere General Roberto Vannacci sorgt in der italienischen Politik für erhebliche Unruhe. Mit seiner Partei Futura Nazionale positioniert er sich weiter rechts als Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Im Gespräch analysiert unser Korrespondent den Rechtsextremismus in Italien, warum Vannaccis Kurs und wie seine Nähe zu Russland der Regierung gefährlich werden könnte.
Gast: Luzi Bernet, Italien-Korrespondent der NZZ Host: Alice Grosjean
Produktion und Redaktion: Simon Schaffer und David Vogel
Hier findest du Luzis Artikel über Vannacci und seine gesamte Berichterstattung aus Italien.
Exklusiv für dich als Podca...
«Nicht nur Koalas und Haie sind hier von Interesse» – Australien-Korrespondentin Barbara Barkhausen
Seit über 20 Jahren berichtet die freie Korrespondentin Barbara Barkhausen aus Sydney über Down Under, Neuseeland und die Pazifikregion. Während früher oft skurrile Tiergeschichten und die heimische Fauna im Vordergrund standen, rücken heute zunehmend geopolitische Spannungen und der wachsende Einfluss Chinas in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Neben dem Wandel in der Weltpolitik prägen der spürbare Klimawandel und weiterhin der Terroranschlag am Bondi Beach 2025 die Arbeit vor Ort. Auch wegen der Erkenntnisse über Antisemitismus in Australien. Barkhausen gibt zudem persönliche Einblicke in den Alltag auf dem Kontinent, spricht über die bemerkenswerte Hilfsbereitschaft der Menschen und erläut...
Russlands «Mutter Teresa» kritisiert den Krieg - und soll ins Gefängnis
Lida Moniawa gründete in Moskau das «Haus mit dem Leuchtturm», ein Kinderhospiz für schwerstkranke und todkranke Kinder. In Russland werden Menschen mit Behinderungen oft an den Rand gedrängt und unsichtbar gemacht. Lida aber kämpft für die Würde aller. Doch weil sie sich klar gegen den Krieg in der Ukraine aussprach, geriet die Aktivistin ins Visier der Justiz. Nun droht ihr eine jahrelange Haftstrafe und sie steht unter Hausarrest. NZZ-Redaktorin Inna Hartwich ordnet ein, was dieser Fall über das heutige Russland verrät.
Gast: Inna, Hartwich, NZZ-Redaktorin Host: Simon Schaffer
Innas Arti...
Iran: Wie das Kopftuch langsam aus dem Alltag verschwindet
Vier Jahre nach dem Tod von Jina Mahsa Amini hat sich das Strassenbild im Iran spürbar verändert. Immer mehr Frauen legen das Kopftuch ab, gehen in Jeans und schulterfreien Oberteilen aus dem Haus. Und auch der schwarze Tschador, der Ganzkörperschleier, ist vielerorts zur Ausnahme geworden.
Zana Rahimi, eine 30-jährige Iranerin, berichtet, wie sich Frauen wie sie die neue Freiheit erkämpft haben, wie das Regime weiter versucht, die Frauen zu kontrollieren, und inwiefern Israel die Situation für die Frauen beeinflusst hat.
Gast: Teseo La Marca, Iran-Kenner Host: Nadine Landert Redaktion: David...
KI-Bremse: Anthropic und Co. wollen Vorsicht, Trump nicht
Ein Ex-Mitarbeiter des KI-Giganten Anthropic warnt öffentlich davor, dass fortgeschrittene Künstliche Intelligenz die Menschheit ausrotten könnte. Während Technologie-Modelle sich durch „recursive self improvement“ immer schneller selbst weiterentwickeln und bereits aus gesicherten Testumgebungen ausgebrochen sind, schlagen führende Forscher und Nobelpreisträger wie Geoffrey Hinton Alarm. Sogar die CEOs führender Frontier-Labs rufen überraschend nach freiwilliger Verlangsamung und externer Kontrolle – obwohl KI derzeit der Hauptmotor der US-Wirtschaft ist und das Wettrennen mit China auf dem Spiel steht.
Gast: USA-Korrespondentin Marie-Astrid Langer Host: Dominik Schottner Redaktion: Sarah Ziegler
Hintergründe zu den Risiken und Nebenwirkungen...
Er war Pablo Escobars Logistiker – nun ist er Rentner
Unter Pablo Escobar und dem Medllin-Kartell wurde Kolumbien in den 1970er und 80er Jahren zum grössten Kokainlieferanten der Welt. Mit dafür verantwortlich war Carlos Lehder, der Logistiker. Als Erster erkannte er, dass Kokain in den USA die neue Freizeitdroge werden und Marihuana damit den Rang ablaufen würde. Er baute eine riesige Schmuggel-Lieferkette von Kolumbien in die USA auf.
Doch sein Erfolg währte nicht ewig - und lange Zeit sah es so aus, als würde Lehder für seine Taten den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Wieso es nicht dazu kam und wie...
Kriegsangst in Estland: Wie lebt es sich mit Russland als Nachbar?
Nicht erst seit der Vollinvasion Russlands in der Ukraine sind die Menschen in Estland wachsam: Der grosse Nachbar hat im kollektiven Gedächtnis des baltischen Landes tiefe Spuren hinterlassen. Wie lebt es sich damit und der Angst vor einem Überfall durch Russland? NZZ-Korrespondentin Linda Koponen hat Menschen getroffen, die schon längst darüber nachdenken, wohin sie ziehen könnten, bevor Russland angreift. Einer ist Eugene, ein Südafrikaner, der 2020 der Arbeit wegen nach Estland zog - und sich in das Land verliebte, weil es so viel sicherer war als seine Heimatland. Doch dieses Sicherheitsgefühl ist jetzt weg: "Wir wer...
El Niño kommt – stärker als je zuvor?
Das Wetterphänomen El Niño kehrt in diesem Jahr zurück und könnte nach aktuellen Prognosen außergewöhnlich stark ausfallen. Schon jetzt erwärmt sich der Pazifik vor Peru drastisch, mit spürbaren Folgen für Meerestiere und Menschen vor Ort. Doch welche weltweiten Auswirkungen sind in den kommenden Monaten zu erwarten?
Wissenschaftsredaktor Sven Titz erklärt die Ursachen von El Niño, drohende Dürren in Asien sowie ungewöhnliche Regenfälle in Südamerika. Ausserdem klären wir in dieser folge von NZZ Akzent, was El Niño für die globale Nahrungsversorgung...
Angst vor Trump? Warum Europa sein Gold nach Hause holt
Die Aktion der niederländischen Notenbank hat international viel Aufsehen erregt. Über Monate hat sie insgesamt 78 Tonnen Gold aus den USA abgezogen und nach London verlegt. Und die Niederlande sind damit kein Einzelfall. Immer mehr Notenbanken ziehen ihre Goldreserven aus den USA ab. Eine reine Vorsichtsmassnahme für Finanzkrisen, oder bröckelt das Vertrauen in die Verlässlichkeit der USA?
Gast: Matthias Benz, Wirtschaftsredaktor Host: Nadine Landert Redaktion: David Vogel
Matthias' Artikel findest du hier
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Helden statt Opfer: So berichtet China über die Flutkatastrophe im Himalaja
Wer in diesen Tagen chinesisches Staatsfernsehen schaut, der erlebt wahre Helden. Menschen, die sich durch den chinesischen Teil des Katastrophengebiets kämpfen, um nach Opfern der Sturzflut zu suchen. In der Reportage des Senders CCTV sieht man, wie Rettungskräfte sich den Weg in ein abgeschnittenes Dorf erkämpfen. In orangen Leuchtanzügen klettern sie durch Geröll, erkunden die Gegend mit Drohnen und seilen sich sogar von Steilwänden ab.
Die Verwüstung und die Rettungsarbeiten sind gut dokumentiert – nur nach betroffenen Menschen sucht man vergeblich: In der Berichterstattung kämen weder Opfer noch Angehörige vor: «Diese...
Nach Ceuta: warum Marokkos Jugend unbedingt wegwill
Gast: Michael Schilliger, NZZ-Reporter Host: Sarah Ziegler
In Michaels Reportage bei der NZZ kannst du viele weitere Menschen kennenlernen, die er dort getroffen hat.
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Die AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt: Ist das der Anfang vom Ende für Kanzler Merz?
Sven Schulze, amtierender Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, wirkt sehr geknickt, als er am Abend vor seine Parteikollegen tritt. Kein Wunder, schliesslich hat seine Partei bei der Wahl am Sonntag die Hälfte ihrer Wählerstimmen verloren. Dennoch ist es ihm wichtig, in seiner Rede dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zu gratulieren; mit dem Vorwort: «Wir leben in einer Demokratie.»
Ob diese Glückwünsche eine erste ausgestreckte Hand über eine Brandmauer hinweg sind, wie es für die einzelnen Parteien weitergeht und welche Auswirkungen die Wahl auf die gesamtdeutsche Politik hat, das analysiert Florian Eder, Chefredaktor der NZZ D...
«Das Leben im Libanon ist schizophren» – Nahost-Korrespondent Daniel Böhm
Als Korrespondent für die NZZ berichtet Daniel Böhm über die arabischen Länder im Nahen Osten und in Nordafrika. Es ist eine Region im Krisenmodus, die komplexer nicht sein könnte. Obwohl er etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit mit Lesen verbringe, sagt Böhm: «Es wäre vermessen zu behaupten, ich hätte den Nahen Osten verstanden.»
Das sei nur schon im Libanon der Fall, ein Land etwa ein Viertel so gross wie die Schweiz. In Beirut fühle sich das Leben manchmal komplett normal an. Wenige Kilometer südwärts wohnen Menschen in zerbombten Dör...
Alkoholverbot? Wie Syrien trockengelegt wird
In Syrien gibt es unter der neuen islamistischen Regierung von Ahmed al-Sharah offiziell kein Alkoholverbot. Trotzdem hat Gladees Moussa bereits aufgegeben. Die junge Christin führt mit ihren Eltern eine kleine Bar und verkauft dort seit einigen Wochen keinen Alkohol mehr. Es sei zu teuer. Vor allem aber habe sie Angst, Islamisten könnten ihre Bar stürmen.
Der NZZ-Korrespondent Rewert Hoffer ist nach Syrien ins Tal der Christen gereist, um herauszufinden, wie sich der Alkoholkonsum unter der neuen syrischen Regierung verändert hat.
Host: Nadine Landert Redaktion: Sarah Ziegler
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