ERF Plus - Bibel heute
Wenn die Schlacke schmilzt
Der Bibeltext Psalm 138 – ausgelegt von Klaus Knödler.
Schlacke in der Seele
Manche stöhnen unter der Hitze dieses Sommers, andere genießen jeden sonnigen Tag in vollen Zügen.
An einem solchen Sommertag denkt kaum jemand an den Winter, an die kalten Abende, an denen der Ofen wieder brennen muss. Wer mit Holz oder Kohle heizt, weiß: Regelmäßig muss die Schlacke aus dem Ofen entfernt werden, sonst brennt das Feuer nicht richtig.
Schlacke gibt es aber nicht nur im Ofen. Auch meine Seele sammelt sie an – in Form von Enttäuschungen, S...
Zwischen Staub und Ewigkeit
Der Bibeltext Prediger 12,1-14 – ausgelegt von Dorit-Christina Thielmann.
Ein Geburtstag bis Mitternacht
Im August ist unsere Tante 90 Jahre alt geworden. Das war eine besondere Geburtstagsfeier. Die Familie hatte beschlossen, nicht einfach nur am Geburtstag selbst zu feiern, sondern hineinzufeiern. Also ging es schon mit einem Kaffeetrinken am Nachmittag des Vortages los. Mit Zusammensitzen, Erzählen, Bilderanschauen. Zum Abend wurde gegrillt und so langsam verabschiedete sich schon der eine oder andere nach einem langen Arbeitstag und ging ins Bett. Auch ich war hundemüde.
Ich hatte es nicht wirklich erwartet: Unsere Tante hielt tatsächlich bis M...
Nutze den Tag!
Der Bibeltext Prediger 11,1-10 – ausgelegt von Hans-Jürgen Lieber.
Gute Taten und Vertrauen in Gottes Führung
Dazu zählt der Prediger vielerlei Möglichkeiten auf. Gewinne dir Freunde durch gute Taten. Wenn auch deine guten Werke am Anfang noch keine Früchte tragen, dann warte es einfach ab. „Lass dein Brot über das Wasser fahren, denn du wirst es finden nach langer Zeit.“
Menschen reagieren unterschiedlich auf Zuwendung. Manche merken es erst spät. Ihr Dank kommt dann eher unerwartet. Wie Dank überhaupt, wenn er denn kommt. Vielleicht soll man seine guten Taten streuen unter...
Im Dunkeln wächst Vertrauen
Der Bibeltext Prediger 7,1-14 – ausgelegt von Thomas Powilleit.
1. Vom Tod überrascht
„Der Peter ist tot“, hörte ich am anderen Ende der Leitung. Was? Ich hatte doch noch vor Kurzem mit ihm gesprochen. Ja, morgens lag er tot im Bett. Völlig unerwartet. Ich war geschockt. Peter – sein richtiger Name lautet anders – stand mitten im Leben, mitten im Beruf. Jetzt ist er nicht mehr da. Von einer Minute auf die andere.
Kennen Sie auch solche Situationen, in denen Sie vom Tod eines Menschen überrascht worden sind?
Vielleicht auch deshalb, weil man über den Tod kaum no...
Auf der Suche nach Zufriedenheit
Der Bibeltext Prediger 6,1-12 – ausgelegt von Achim Kellenberger.
Das Leben unter der Sonne
Das Buch des Predigers hat in der Bibel eine besondere Stellung. Ich muss gestehen, dass ich als Pastor in 40 Jahren meines aktiven Dienstes nie über einen Abschnitt aus diesem Buch gepredigt habe. Bei meiner persönlichen Bibellese hat mich dieses Buch jedoch oft beeindruckt. Hier reflektiert der Autor das menschliche Leben mit einer radikalen Ehrlichkeit. Er spricht Themen und Fragen an, mit denen sich Menschen zu allen Zeiten oft ein Leben lang beschäftigen und auf die sie in diesem Leben keine letzten Antwo...
Geld haben oder Geld dienen
Der Bibeltext Prediger 5,9-19 – ausgelegt von Ralf Gotter.
Geld regiert die Welt – wirklich?
Geld regiert die Welt – ohne Moos nix los. Bestimmt kennen Sie diese Sprüche, und die stimmen doch, oder? Wir müssen unseren Lebensunterhalt bezahlen, unsere Kinder unterstützen, für das Alter vorsorgen. Wir spenden unseren Zehnten und wir brauchen auch mal Urlaub. Ohne Geld geht das alles nicht. Die ganze Gesellschaft würde ohne Geld nicht funktionieren. Bei jedem Vorhaben, das geplant wird, steht die Frage: Rechnet sich das finanziell? Die gesamte wirtschaftliche Entwicklung ist auf Gewinn orientiert. Im persönlichen Leben stehen...
Eine Schnur, die nicht reißt
Der Bibeltext Prediger 4,1-12 – ausgelegt von Matthias Lange.
Gemeinsam durch den Traugottesdienst und die Bibellese
Da sitzen die beiden vor mir im Traugottesdienst – aufgeregt, glücklich und voller Freude über diesen wunderbaren Tag. Heute wollen sie sich vor Gott und den Menschen das Ja-Wort geben. Familie und Freunde sind dabei; viele freuen sich mit ihnen, die die beiden bis zu diesem Tag begleitet haben.
Wie gut, dass die beiden einander haben!
Immer wieder einmal werden in Traugottesdiensten Verse aus der heutigen Bibellese zitiert: „Es ist ja besser zu zweit als allein. Wenn zwei bei...
Wenn Himmel und Erde klingen
Der Bibeltext Psalm 68,25-36 – ausgelegt von Brigitte Seifert.
Gottes Gegenwart im Gesang
„Vaya con Gott“ – „Geh mit Gott!“ Dieser Segenswunsch ist der Titel eines Films. Er erzählt von drei Mönchen. Nach dem Tod ihres Abtes fragen sie sich, wie es für sie weitergehen kann. Sie verlassen ihr Kloster und machen sich auf den Weg zum Hauptsitz ihrer Gemeinschaft in Italien. Das Besondere ihres Ordens ist der Gesang. Sie glauben, dass der Heilige Geist sich im Klang offenbart. Unterwegs wird jeder von ihnen aus einem anderen Grund unsicher in seiner Berufung.
Da geschieht es in...
„Jedermanns Fragen“
Der Bibeltext Prediger 3,16-22 – ausgelegt von Aline Jung.
Fragen stellen und philosophieren
„Der, die, das! Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? – Wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Dieses Lied stammt aus der „Sesamstraße“, einer beliebten Kindersendung. Kinder werden mit diesem Reimvers ermutigt, Fragen zu stellen, die sie bewegen. Dann beantworten Erwachsene in anschaulicher Weise ihre Fragen. Auch Erwachsene haben Fragen. Sie nennen vernunftgeleitetes Nachfragen oder kritisches Hinterfragen grundlegender Themen Philosophieren.
Dabei geht es nicht um bloßes Spekulieren, sondern um die methodische Suche nach Erkenntnis und Sinn und Grundlagen ihres Denkens und Handelns.
er hat noch...
„Alles hat seine Zeit“
Der Bibeltext Prediger 3,1-15 – ausgelegt von Hans-Günter Mohn.
Alles hat seine Zeit
„Alles hat seine Zeit.“ Oft habe ich diesen kurzen Satz selbst ausgesprochen, wenn es etwas zu tun gab, das einfach getan werden musste. Die Straße fegen hat seine Zeit … Schnee schaufeln hat seine Zeit … den Rasen mähen hat seine Zeit … schlafen gehen hat seine Zeit … usw. Für mich war dieser Satz immer ein Ausdruck dafür, dass jetzt Dinge einfach dran sind und erledigt werden müssen. „Alles hat seine Zeit.“
Der Prediger, der aus seiner Erfahrung und Weisheit heraus wahrsche...
Was dem Leben Sinn gibt
Der Bibeltext Prediger 2,1-11.24-26 – ausgelegt von Uli Limpf.
Die Frage nach dem gelungenen Leben
Habe ich das Beste aus meinem Leben gemacht? Manchmal kommt diese Frage in Krisenzeiten des Lebens hoch: z. B. dann, wenn man bei einem Menschen eine schwere Krankheit diagnostiziert und es auf Messers Schneide steht, was aus seinem Leben wird.
Die meisten Menschen stellen die Frage aber zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich alles rund läuft, zu einem Zeitpunkt, an dem es wirklich niemand erwartet.
Ich habe die Frage bei der Frau eines Kollegen entdeckt. Sie hat...
Alles ist vergänglich
Der Bibeltext Prediger 1,1-18 – ausgelegt von Martin Siehler.
Sinnfrage und Vergänglichkeit
„Das bringt doch alles nichts“, diese Redewendung höre ich immer wieder, wenn ein Projekt nicht den gewünschten Erfolg bringt. Der Prediger stellt solche Fragen noch grundsätzlicher. Gibt es überhaupt einen Sinn im Leben? Was soll die ganze Mühe und Arbeit? Am Ende werden wir doch alle sterben. Während das Buch der Sprüche im Alten Testament direkt vor dem Predigerbuch auf Verhaltensweisen für ein gelingendes Leben hinweist, formuliert der Prediger kritischer. Der Prediger weiß: Richtiges Verhalten führt nicht immer zu ei...
Glauben bezwingt die Angst
Der Bibeltext Habakuk 3,1-19 – ausgelegt von Friedrich Schechinger.
1. Habakuks Ausgangslage und sein Bekenntnis
Gibt es Freude, die ewig ist? Die nicht zerbricht und auch keine Kratzer bekommt?
Gibt es Freude, die immer tiefer geht und wo wir kein Ende erleben?
Am Ende unseres heutigen Bibelabschnitts sagt der Prophet Habakuk: „Ich aber will mich freuen in dem HERRN und frohlocken über den Gott meines Heils!“
Wie kommt Habakuk zu diesem Bekenntnis? Sind seine persönlichen Lebensumstände und die Situation seines Volkes so toll? Nein, ganz und gar nicht! Habakuk tritt als Prophet G...
Was ich vor Augen habe, zieht mich
Der Bibeltext Habakuk 2,6-20 – ausgelegt von Hartmuth Wahnung.
Ein Bild, das ans Ziel führt
1952 schwimmt die amerikanische Langstreckenschwimmerin Florence Chadwick von der Santa Catalina Island zum kalifornischen Festland bei Palos Verdes. Ihre Passion: Schwimmen im offenen Meer, die Entfernung ungefähr 32,45 Kilometer. Sie schwimmt bereits 15 Stunden, als dichter Nebel jede Sicht verunmöglicht. Sie wird müde! Angespornt durch ihre Begleiter im Boot kämpft sie noch eine Stunde weiter, lässt sich aber später ins Boot holen. Wie sich später herausstellt, ist sie etwa 800 Meter vom Ufer des kalifornischen Festlands entfernt. Zwei Monate spä...
Gott bringt die Einsamen nach Hause
Der Bibeltext Psalm 68,1-24 – ausgelegt von Stefan Schmid.
36 °C wird es heute wieder geben! – Ich nutze die Kühle des Morgens, um diesen Beitrag zu schreiben. Man kann über die Hitze klagen, über die aktuell niedrigen Pegelstände in Rhein & Co.
Man kann sich aber auch darüber freuen, dass wir noch immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben. Und laut Wetterprognose wird es ab morgen 10 °C kühler werden und es wird regnen!
Dankbar schaut der Psalmbeter David zurück: „Du gabst, Gott, Regen in Fülle, …“ In Psalm 68, Vers 10 wird uns dieser dankbare Rückblick berichtet...
Der Gerechte wird leben
Der Bibeltext Habakuk 1,12-2,5 – ausgelegt von Markus Baum.
1. Unruhige Zeiten im Vorderen Orient
Unruhige Zeiten sind das, in denen wir leben. Das verbindet Sie und mich mit der Zeit vor 2.600 Jahren im Vorderen Orient, als in Israel der Prophet Habakuk seinen Auftrag bekam.
Auffällig an diesem Propheten ist: Er hat ein ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein. Ist ja gut, dass Gott eingreifen wird – aber warum lässt er sich so viel Zeit mit seinem Gerichtshandeln?
Es klingt, als ob der Prophet Habakuk es zunächst einmal mit Komplimenten versucht, Gott zum Handeln zu bringen...
Eine Antwort auf Unrecht
Der Bibeltext Habakuk 1,1-11 – ausgelegt von Tim Philipp Holler.
Habakuks Zeit und Auftrag
Mit dem heutigen Bibeltext beginnt das Buch des Propheten Habakuk. Das Buch hat nur drei kleine Kapitel. Und diese sind in der Lutherbibel einheitlich mit den Worten überschrieben: „Gott bleibt gerecht“. Wenn ich das höre, dann finde ich das zunächst widersprüchlich. Denn Habakuk schreit nach Gott und fühlt sich nicht gehört. Er verzweifelt daran, dass er Böses sieht. Dass Gewalt vor Recht geht. Und dass verkehrte Urteile gesprochen werden. Das klingt überhaupt nicht nach Gerechtigkeit.
Worum geht es...
Große Versprechen eines kleinen Propheten
Der Bibeltext Zefanja 3,9-20 – ausgelegt von Ingrid Heinzelmaier.
Die Botschaft der kleinen Schriften
Die kleinen Propheten der Bibel werden so genannt wegen ihres Umfangs, nicht etwa wegen ihrer geringen Bedeutung. Was diese Propheten hören, erinnert an Gottes große Treue. Da ist auch viel von Gerichten die Rede, durch die Gott Menschen zu ihm zieht, die ihm untreu geworden sind. Dann gibt es noch einen dritten thematischen Faden. Dieser taucht in unserem Abschnitt für heute auf – beim Propheten Zefanja am Ende von Kapitel drei. Das sind große Versprechen über einen kommenden König und ein er...
In Aussicht gestellt
Der Bibeltext Zefanja 1,14-2,3 – ausgelegt von Bernhard Maier.
Der Zornestag und die Hoffnung auf Geborgenheit
„Vielleicht werdet ihr geborgen am Zornestag des Herrn.“ Mit dieser Hoffnung endet heute der Abschnitt aus dem Buch Zephanja. Das stellt der Bote Gottes in Aussicht. Dennoch geborgen bleiben. Das spricht mich an. Dies gilt bei den Schritten, die ich in den nächsten Minuten hörend und nachdenkend gehe. Es geht um den Tag des Herrn. Der Bote Gottes mit dem Namen Zephanja beschreibt diesen besonderen Tag. An diesem Tag wird abgerechnet. Gott zieht die Konsequenzen. Menschen haben sich von ihm abge...
Es ist so weit!
Der Bibeltext Zefanja 1,1-13 – ausgelegt von Hanna Exner.
Zefanias Botschaft und Berufung
Die Botschaft, die dem Propheten Zefania aufgetragen wird, ist geradezu ein Paukenschlag. „Das Maß ist voll!“ – lässt Jahwe, der GottIsraels, den Übriggebliebenen in Juda und speziell Jerusalem ausrichten. Etwa 80 Jahre sind vergangen, seit Gott das Nordreich aufgrund seines Ungehorsams zerstören ließ. Das Südreich Juda hingegen hat noch Gnadenfrist erhalten. Bis jetzt. Es soll eine Zeit zur Umkehr und Rückbesinnung auf Gott, seinen Erlöser, sein.
Doch kleine Ansätze von Reformen werden erstickt. Über 55 Jahre herrscht König Manasse über das Sü...
Gastfreundschaft leben
Der Bibeltext 3, Johannes 1-15 – ausgelegt von Andreas Koch.
Eine unerwartete Bitte an der Haustür
Es klingelt an meiner Haustür. Ich öffne und ein junger Mann steht vor mir, den ich noch nie gesehen habe. Neben ihm ein kleiner Reisekoffer. Schon an dieser Stelle habe ich wahrscheinlich unwillkürlich einen etwas abwehrenden, zumindest sehr abwartenden inneren Impuls. Was will dieser Mensch von mir? Ehe ich darüber spekulieren kann, werde ich von meinem Gegenüber auch schon aufgeklärt. Und zwar so, dass meine Skepsis noch deutlich größer wird. „Ich hätte eine große Bitte“, höre...
Halleluja
Der Bibeltext Psalm 146 – ausgelegt von Ursula Hellmann.
Ein kindliches Halleluja in der Dorfkirche
Vielleicht ist diese fröhliche Information aus einem glücklichen Kindermund vielen schon bekannt. Für mich ist er bis heute ein lieber Beweis, wie unbeschwert Kinder mit den Worten kirchlicher Liturgien umgehen. So zum Beispiel klein Julia, fünf Jahre und meist sehr fröhlich. Heute geht sie zum ersten Mal an der Hand ihres Vaters in die große, fein geschmückte Dorfkirche. Als die Kirchenbänke rechts und links mit Besuchern besetzt sind, verstummen auch die leisen Unterhaltungen. Vorne beim Altar stel...
Eine Stille, die schwer in den Räumen hängt
Der Bibeltext 2, Johannes 1-13 – ausgelegt von Melanie Khalil.
Sprecherin – Die Herrin
Es ist still geworden. Nicht diese friedliche Stille nach einem gelungenen Abend. Sondern eine Stille, die schwer in den Räumen hängt. Früher blieben die Menschen noch lange zusammen. Sie lachten. Sie beteten. Sie erzählten davon, wie sie Jesus erlebt hatten. Heute gehen viele wortlos nach Hause. Ich sehe ihre Gesichter. Gerunzelte Stirnen. Fragende Blicke. Manche stehen noch in kleinen Gruppen beieinander. Sie reden leise. Immer wieder fallen dieselben Worte.
„Woher will er das wissen?“
„Vielleicht stimmt das ja doch …“
...
Gott hört unsere Gebete
Der Bibeltext 1. Johannes 5,13-21 – ausgelegt von Udo Zimmermann.
Die Superkraft des Gebets
Ich kenne die eben gehörte Bibelstelle schon recht lange und habe sie auch schon oft gelesen. Und ich denke: Wow, welch Riesenpotenzial darin steckt! Dort steht unter anderem: „Wenn wir bitten nach seinem Willen, so hört er uns.“ Und auch: „Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten – so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.“ Ich liebe es, solch verheißungsvolle Bibelstellen zu lesen. Sie auch? Ich müsste jetzt nicht unbedingt den Text danach l...
Wer hat, der hat
Der Bibeltext 1. Johannes 5,6-12 – ausgelegt von Burkhard Heupel.
Besitz und die Frage nach dem Mehr
„Wer hat, der hat!“ Den Satz höre ich in meinem Alltag oft oberflächlich. Manchmal sogar egoistisch: meist im Sinne von materiellem Besitz, Stolz oder dem Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein.
„Wer hat, der hat!“ Oft geht es um materielle Werte, die aus beruflichem Erfolg, Erbe oder Ehrgeiz in den Besitz und Gebrauch einer Person gekommen sind. Ja, stolz kann man da sein. Und genießen. Vielleicht auch ein bisschen angeben.
„Wer hat, de...
Ein Mysterium
Der Bibeltext 1. Johannes 5,1-5 – ausgelegt von Daniela Dombrowski.
Der Apostel der Liebe
Für mich sticht das Thema Liebe hervor! Liebt – lieben – Liebe. Kein Wunder eigentlich, ist dieser Brief doch von Johannes geschrieben, der oft auch „der Apostel der Liebe“ genannt wird.
Wiedergeburt: Mehr als Fürwahrhalten
Das 5. Kapitel startet aber erst einmal mit dem Thema der Wiedergeburt. Johannes schreibt hier: Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren. Und bevor irgendein Zweifel aufkommen kann, ob ein bloßes Fürwahrhalten ausreicht, um ein Kind Gottes zu sein, spricht e...
Liebe als Auftrag Gottes
Der Bibeltext 1. Johannes 4,7-21 – ausgelegt von Peter Plack.
Liebe, die Gemeinde trägt
Mitten hinein in die Situation seiner kleinen und angefeindeten Gemeinde schreibt Johannes: „Ihr Lieben, lasst uns einander liebhaben.“ – Johannes geht es nicht um romantische Gefühle. Er ermutigt seine Gemeinde, solidarisch füreinander einzutreten, einander mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen und denjenigen praktisch zu helfen, die es brauchen. Unter anderem ging es darum, reisenden Glaubensgeschwistern eine Herberge zu geben und Unterschlupf zu gewähren, wenn sie verfolgt wurden.
Heute stelle ich es mir so vor: Wir begegnen einander in der Gemeinde...
Prüfungsauftrag
Der Bibeltext 1. Johannes 4,1-6 – ausgelegt von Roland Gebauer.
Glaube braucht Prüfung
Unser Bibelwort erteilt uns einen klaren Auftrag: „Glaubt nicht …, sondern prüft …!“ Die Aufforderung „Glaubt nicht“ im Glaubensbuch der Christen zu lesen, ist ja schon erstaunlich – aber berechtigt. Denn sie macht uns klar: Mit dem Glauben ist es nicht ganz so einfach, wie wir es vielleicht gerne hätten.
Denn es gibt Fehlformen des Glaubens – Glaubensinhalte und -vollzüge, die nicht dem entsprechen, was Glaube an Gott bzw. Jesus eigentlich bedeutet – nämlich ein Sich-fest-Machen in einer Wahrheit – ja, an der Wahrheit – für die es Kriterien gibt – u...
Ich brauche dich!
Der Bibeltext Psalm 119,81-88 – ausgelegt von Timna Schütz.
Die Not des Beters
Die acht Verse erzählen eine Geschichte vom Beter. Er wird von einer Gruppe arroganter Menschen verfolgt, die sich nicht an GottesGebote halten. Sie sprechen falsche Anschuldigungen über ihn aus, stellen ihm Fallen, verfolgen ihn und bringen ihn fast um. Deshalb ist der Psalmbeter am Ende. Er ist traurig, fühlt sich verloren und wie ausgetrocknet. Es wirkt, als befände er sich auf einer Durststrecke und warte auf Gottes Eingreifen.
Er beginnt damit, seine Sehnsucht und Herzenshaltung zu beschreiben. Ihn verlang...
Hoffentlich sieht das keiner …
Der Bibeltext 1. Johannes 3,19-24 – ausgelegt von Roy Rahn.
Das Gewissen vor Gott
Wenn uns das Herz verdammt – Gott ist größer als unser Herz, wir haben Zuversicht, wenn unser Herz uns nicht verurteilt …
Was Johannes hier beschreibt, heißt doch nichts anderes, als dass es sich um unser Gewissen handelt? Hatten Sie schon einmal ein schlechtes Gewissen? Wie hat sich das angefühlt?
Ich erlebe das so: Ich merke, ich habe etwas Schlechtes getan – und würde es am liebsten verstecken. Ich habe etwas zu verbergen. Das soll bloß keiner sehen. Lieber lenke ich davo...
Mutige, engagierte Linien
Der Bibeltext 1. Johannes 3,11-18 – ausgelegt von Holger Bauer.
Ein Bild mit klaren Linien
Es gibt künstlerisch begabte Menschen, die schaffen es, mit wenigen kräftigen Strichen ihres Stiftes oder Pinsels ein Bild voller Anmut und Dynamik zu schaffen. Eigentlich haben sie nur ein bisschen Pigment auf dem Papier verteilt. Streng genommen haben sie sogar die meisten Flächen weiß gelassen und dennoch weiß ich genau, was gemeint ist. Das Bild zeigt nur schwarz oder weiß, aber ich ergänze im Kopf die Grautöne, die Übergänge und so entsteht eine lebendige Szene.
Der 1. Johannesbrie...„Seht, welch eine Liebe!“
Der Bibeltext 1. Johannes 3,1-10 – ausgelegt von Simon Herr.
Eine unübertrefflich gute Nachricht
Der Text beginnt mit einer unübertrefflich guten Nachricht. Wir alle können Kinder Gottes werden und es bereits jetzt sein. Doch wie können wir uns Gottes Liebe vorstellen? Was bedeutet es, Kind Gottes zu sein?
Im Johannesevangelium Kapitel 3 Vers 16 steht: „16 So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Jeder Mensch – Sie, ich, wir alle – hat Fehler, Sünden und Verfehlunge...
Bei Jesus gemütlich machen
Der Bibeltext 1. Johannes 2,18-29 – ausgelegt von Joseph Drescher.
Streit um die Wahrheit
Mussten Sie schon mal einen Streit zwischen zwei Kindern schlichten? Beide kommen auf mich zugerannt. Das eine ist wütend, das andere weint. Die Geschichten, die sie mir erzählen, können unterschiedlicher nicht sein. Am Ende ist immer der andere schuld. Dann wird wild diskutiert und Vorwürfe fliegen durch den Raum. Wer sagt denn jetzt die Wahrheit? Meistens müssen sich am Ende beide beieinander entschuldigen. Und sie geben zu, dass der andere auch ein bisschen Recht hatte. Diskussionen durchziehen unseren Alltag. Auch im...
Die Welt ist nicht genug
Der Bibeltext 1. Johannes 2,12-17 – ausgelegt von Wilfried Schulte.
Gemeinschaft mit Gott und Wachstum im Glauben
„Die Welt ist nicht genug“ – dieser Satz ist mehr als nur der Titel eines James-Bond-Films. Es ist eine Wahrheit, die die Menschheit schon immer begleitet hat. In der Bibel lesen wir: „Himmel und Erde werden vergehen“ und „was sichtbar ist, das ist zeitlich“. Die Endlichkeit des Lebens ist jedem Menschen bewusst. Dem Apostel Johannes ist es ein Anliegen, dass die Nachfolger Jesu ihr Leben in Gemeinschaft mit dem lebendigen und ewigen Gott und ihre Berufung nicht aus den Augen verlieren.
Johannes liebt...
Liebe ist gefragt
Der Bibeltext 1. Johannes 2,7-11 – ausgelegt von Rahel Haller.
Das Gebot der Liebe ist alt
Nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das aber gleichzeitig auch ein neues Gebot ist … Ich denke, die Empfänger des Johannesbriefs im ersten Jahrhundert waren genauso verwirrt wie Sie und ich jetzt gerade. Was ist es denn nun und was bedeutet das für uns?
Lassen Sie uns den Textabschnitt etwas genauer betrachten: Der Apostel Johannes beschäftigt sich im 1. Johannesbrief öfters damit, wie das Leben eines Christen aussehen sollte und woran echter Glaube erkennbar wird. Der heutige Abschnit...
Geformt von Gottes Händen
Der Bibeltext Psalm 119,73-80 – ausgelegt von Jochen Schenk.
Von Gottes Hand gemacht
Mussten Sie schon einmal einen Psalm abschreiben? Als Strafarbeit? Ich schon. Aufgebrummt wurde mir Psalm 118. Mittellang, sehr schöner Psalm. Ich hatte aber eine andere Idee. Könnte ich vielleicht nicht auch den Psalm 117 …? Auch sehr schön und nur zwei Verse lang. Die Religionslehrerin war schlagfertig und drohte mir Psalm 119 an. 176 Verse. Prinzipiell finde ich es eher schwierig, Psalmen als Strafarbeit zu verhängen. Obwohl: Manche wirken vielleicht wie eine Art Strafarbeit, wenn ich sie bete. Da macht unser Textabschnitt keine Ausnahme.
Ausna...
Was würde Jesus tun?
Der Bibeltext 1. Johannes 2,1-6 – ausgelegt von Silke Mack-Rymatzki.
Jesus als Maßstab für unser Leben
Puhh, der letzte Satz klingt noch nach: „Wer behauptet, dass er zu Gott gehört, soll leben, wie Christus es vorgelebt hat.“ – Welch ein Anspruch! Dem kann ich auf gar keinen Fall genügen; ich kann nicht leben, wie Christus es vorgelebt hat.
Was sind die Eckpunkte für ein Leben, wie Christus es gelebt hat – mein Leben geben für die anderen, Liebe üben in allen Dingen, absolut gerecht und unfehlbar sein … in ganz enger Gemeinschaft mit dem Vater leben …<...
Das Leben im Licht
Der Bibeltext 1. Johannes 1,5-10 – ausgelegt von Lars Zimmermann.
Über dem Atlantik: Fehler erkennen und abfangen
Mehrere Jahre flog ich als Pilot über den Atlantik. Diesen queren täglich bis zu 4000 Flüge von Nordamerika nach Europa und umgekehrt. Es geht zu wie in einem Bienenschwarm. Alles aber schön geordnet auf Flugstraßen, die wie Autobahnen angeordnet sind. Es ist wichtig, dass jedes Flugzeug seine Wegpunkte einhält und zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Höhe und mit einer festgelegten Geschwindigkeit überfliegt. In den Weiten dieses Ozeans gibt es keine Bodenfunk- und Radarstellen. Noch vor fünf Ja...
Gehört, gesehen, betrachtet
Der Bibeltext 1. Johannes 1,1-4 – ausgelegt von Lothar Beaupain.
Augenzeugenschaft und Ursprung der Botschaft
Im Bibeltext unserer Tageslese ziehen die Verben sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. „Gehört, gesehen, betrachtet und betastet“, heißt es in Vers 1. In Vers 2: „Erschienen, gesehen, bezeugen und verkündigen.“ Und auch in Vers 3 und 4: „Gesehen, gehört, verkündigen und schreiben.“ Ich empfinde die Power, die Dynamik in der dichten Folge dieser Verben. Den Schreiber drängt es, von dem zu berichten, was er erlebt hat. Persönlich erlebt! Nicht über den Freund eines Freundes eines Freundes gehört. Nicht in gedanklichen Diskussion...
Die Lage spitzt sich zu
Der Bibeltext Johannes 10,31-42 – ausgelegt von Susanne Lin-Klitzing.
Im Tempel: Worte, Werke und Widerstand
Manchmal gibt es Momente, in denen sich das Leben anspannt wie ein Draht. Ich spüre: Jetzt kommt es darauf an. Worte treffen auf Widerworte, Überzeugungen auf Widerstand, und plötzlich stehe ich in einem Konflikt, den ich mir gar nicht ausgesucht habe. So ähnlich wirkt die Szene, die mir das Johannesevangelium heute vor Augen stellt. Sie ist dramatisch, sie ist zugespitzt – und gerade deshalb kann sie mir viel über meinen Glauben, meine Sehnsucht und meine Konflikte erzählen.
Jesus ist im Tem...