es regnet

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By: Markus Pfeifer

Ich lese Texte vor. Meist aus meinem Blog. Ab und spiele ich etwas dazu. Anleitung: dieser Podcast ist ein literarisches Weberzeugnis. Oder wie jemand mal gesagt hat: “Das ist ein semi-literarisches Tagebuch.” Kann ich auch mit leben. Weniger mag ich Leute, die sagen: “Mensch, kannst du nicht mal ein bisschen witzig sein?”. Doch das sagt ja niemand. Und sonstso mache ich derzeit mehr Langprosa. Ab und zu lese ich meine Sachen dem Publikum vor. Hin und wieder werde ich für einen Literaturpreis nominiert. Ich gewinne aber nie etwas. Und sonst so: Ich arbeite in einer Internetfirma. Dort leite ich ein gutes...

[Mi, 8.4.2026 – Vloggen, Popcornhafer, Submission, Karzinogene]
Today at 4:48 AM

Neulich wies mich Lu auf Sophie Passmans Vlog auf YouTube hin. Wir hatten uns zuvor über Blogformate unterhalten, vor allem über die subjektive Form des Tagebuchbloggens, und wir redeten darüber, mal ein anderes Medium zu probieren. Videos böten sich beispielweise an, aber Videos sind sehr aufwendig zu produzieren und setzen gewisses handwerkliches Geschick voraus. Dazu empfinde ich mich auch nicht als sonderlich screentauglich. Ich fühlte mich an der Tastatur immer sehr wohl, und ich finde es auch nicht schlimm, eine Nische zu bedienen, ich meine: TEXTE. Ich glaube, Texte waren immer schon eher nischig, aber seitdem Video...


[Mo, 6.4.2026 – Übers WE, Nashorn]
Last Tuesday at 6:25 AM

Am Samstag waren die beiden Teenager den ganzen Tag alleine unterwegs. Es beunruhigte mich nicht, ich glaube, die hatten die beste Zeit des Wochenendes zusammen. Entsprechend spät kamen sie auch nach Hause. Gestern begleitete ich sie zum Mauerpark, danach holte ich meine Frau vom Flughafen ab. Und heute gab ich ihnen Frühstückstipps. So verliefen meine beiden letzten Tage.

Da mir mein Arbeitszimmer nicht zur Verfügung steht, habe ich nur den Laptop, und ich merke, dass es mir wenig Freude bereitet, direkt an einem Laptop zu arbeiten bzw. daran zu sitzen. Ich mag meinen Schr...


[Fr, 3.4.2026 – Besuch, Essensvielfalt, Dadjokes]
Last Saturday at 9:40 AM

Bin gerade etwas eingespannt, weil mein Neffe und seine Freundin zu Besuch in Berlin sind. Zuvor suchte ich lange nach "was kann mit Teenagern in Berlin tun?". Am Ende spazierten wir einfach vom Alex bis zum Brandenburger Tor und Potsdamer Platz. Dabei hatten wir uns viel zu erzählen. Offenbar ist Essen bei jungen Leuten aus Südtirol ein riesen Thema. In Italien hat man lustigerweise weniger Essensvielfalt, vermutlich, weil es viele und gute Pizzerie sowie Trattorie gibt. Wobei natürlich überall auch Burger- und Sushiläden aus dem Boden sprießen. Aber danach hört es schon bald wieder...


[Mi, 1.4.2026 – Duett aus Opernsängerinnen]
04/02/2026

"You know what is more scary than being alone in the woods? To know that you're not alone in the woods."

Das ist vielleicht der einzig gute Satz, der mir aus der Horrorserie mit dem Namen blabla something very bad is going to happen übrig geblieben ist. Der Satz ist etwas plakativ, aber er kam doch überraschend bösartig und gleichermaßen belustigt aus dem Mund eines Mädchens, wodurch er uns dann doch kurz amüsierte. Am Sonntag wollten wir nämlich die Serie weiterschauen, nach dreißig Minuten schalteten wir aber wieder ab, weil sie so unfas...


[Di, 31.3.2026 – mit dem Geld, Derma]
04/01/2026

Gab Stress mit der Bank, weil 0,01 € fehlten.

Dann gab es auch Stress mit dem ehemaligen Arbeitgeber, weil sie mit 9,16 € zu viel überwiesen, was sie jetzt zurückhaben wollen. Außerdem gab es Stress mit der Hamburger Behörde für Inneres und Sport, weil ich in einer 30er-Zone um 6 km/h zu schnell fuhr. Ich kann mich an das Blitzlicht erinnern. Auf Blitzerfotos sehe ich immer unvorteilhaft aus. Das Foto will ich mir gar nicht ansehen. Heute beglich ich alle meine Schulden.

Es ist lange her, dass mir eine Arbeit so viel Freude bereitete, wie mein neue...


[So, 29.3.2026 – Kabaret, Baustelle]
03/30/2026

Am Samstagabend mit der Exkollegin zu Kabaret Kalashnikov gegangen. Das ist eine Berliner Artistinnentruppe, die so etwas wie Zirkus macht. Wobei ich gar nicht weiß, wie man eine solche Veranstaltung nennt. Ist das Varieté-Theater? Oder doch Zirkus? Es sind Leute, die wie Zirkusartisten aussehen, und auch ähnliche Sachen machen, aber ohne den Ernst und ohne die Tiere. Wir waren schon vor etwa zehn Jahren einmal auf einer Veranstaltung dieser Gruppe. Beeindruckt hatte mich damals vor allem eine Szene, die auf dem Mond spielte, wo sich alles ohne Schwerkraft abzuspielen schien. Einer der Artisten, ein drahtiger und unfassbar starker Man...


[Fr, 27.3.2026 – Dreissig Pflanzen]
03/28/2026

Seit Wochen habe ich den Vermerk "30 Pflanzen" auf meinem Notizzettel stehen, ich fand aber nie eine passende Form, mit der sich die Notiz in einen Text umwandeln ließ. Eigentlich ist das ja der Zweck dieses Weblogs, es ist eine Schreibübung, jeden Tag etwas aus dem Leben in eine Textform zu gießen. Die Sprache finden, die Form finden, den Sound finden.

Die "30 Pflanzen" erwähnte ich bereits letzten Oktober auf unserer Grönlandreise. Weil wir auch da versuchten, mindestens 30 Pflanzen pro Woche zu essen. Was dort aber außerordentlich schwierig war, wenn es zum Frühstück beisp...


[Do, 26.3.2026 – Horrormatinee, gute Lebensführung, gute Vorsorge]
03/27/2026

Die neue Serie mit dem Titel "Something very bad is going to happen". Das ist, als hieße ein Restaurant "We're cooking something really nice for you." Würden wir ja auch sofort hineingehen. Nach vierzig Minuten fing uns die Geschichte aber nicht richtig ein. Ich war auch noch etwas unkonzentriert wegen der letzten beiden Arbeitstage, die etwas anstrengend gewesen sind. Also vertagten wir es aufs Wochenende. Sonntagvormittags. Horrormatinee.

Inzwischen kam ein Brief vom Bundesamt für Justiz. Ein Umschlag mit diesem Absender sieht ungeöffnet ja sehr furchteinflößend aus. Es war aber nur das Führungsz...


[Di, 24.3.2026 – Höhö-Gelaber, Weisskrautpesto, Nationalbibliothek]
03/25/2026

Das Bedürfnis, mich von Männern distanzieren zu wollen. In der Bahn, im Supermarkt, auf der Straße. Ich meine: Ulmen saß zehn Jahre lang neben seiner Frau auf dem Sofa, während er mitbekam, wie sie sich von vermeintlich fremden Männern da draußen im Netz terrorisiert fühlte, und er davon sprach, ein Feminist zu sein. Er entschuldigte sich offenbar mit der Begründung, dass er da so einen Fetisch habe. Aber das ist halt kein "Fetisch".

Ich kenne dieses empathielose Höhö-Gelaber über Sex, wenn Männer unter sich sind. Es passiert nich...


[So, 22.3.2026 – Montana, Haus, Bekwäm]
03/23/2026

Wir schauten heute die ersten beiden Folgen von "The Madison", der neuen Serie von Taylor Sheridan, der mit seiner Darstellung Amerikas häufig den Eindruck erweckt, etwas berauscht von der konservativen Idee des Landes zu sein, wobei er bekräftigt, von keinem politischen Lager eingenommen werden zu wollen. Ich glaube, er verabscheut nur Menschen aus der Stadt. Er weiß es, wirklich große Geschichten zu erzählen, die zudem mit fantastischen Frauenfiguren in Hauptrollen besetzt sind.

Montana. Wieder einmal Montana. Michelle Pfeiffer. Diese Frau wird in zwei Jahren siebzig. Und sie wird mit jedem Jahr schöner. (Ja, kl...