es regnet

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By: Markus Pfeifer

Ich lese Texte vor. Meist aus meinem Blog. Ab und spiele ich etwas dazu. Anleitung: dieser Podcast ist ein literarisches Weberzeugnis. Oder wie jemand mal gesagt hat: “Das ist ein semi-literarisches Tagebuch.” Kann ich auch mit leben. Weniger mag ich Leute, die sagen: “Mensch, kannst du nicht mal ein bisschen witzig sein?”. Doch das sagt ja niemand. Und sonstso mache ich derzeit mehr Langprosa. Ab und zu lese ich meine Sachen dem Publikum vor. Hin und wieder werde ich für einen Literaturpreis nominiert. Ich gewinne aber nie etwas. Und sonst so: Ich arbeite in einer Internetfirma. Dort leite ich ein gutes...

[Mi, 1.4.2026 – Duett aus Opernsängerinnen]
Today at 6:02 AM

"You know what is more scary than being alone in the woods? To know that you're not alone in the woods."

Das ist vielleicht der einzig gute Satz, der mir aus der Horrorserie mit dem Namen blabla something very bad is going to happen übrig geblieben ist. Der Satz ist etwas plakativ, aber er kam doch überraschend bösartig und gleichermaßen belustigt aus dem Mund eines Mädchens, wodurch er uns dann doch kurz amüsierte. Am Sonntag wollten wir nämlich die Serie weiterschauen, nach dreißig Minuten schalteten wir aber wieder ab, weil sie so unfas...


[Di, 31.3.2026 – mit dem Geld, Derma]
Yesterday at 5:49 AM

Gab Stress mit der Bank, weil 0,01 € fehlten.

Dann gab es auch Stress mit dem ehemaligen Arbeitgeber, weil sie mit 9,16 € zu viel überwiesen, was sie jetzt zurückhaben wollen. Außerdem gab es Stress mit der Hamburger Behörde für Inneres und Sport, weil ich in einer 30er-Zone um 6 km/h zu schnell fuhr. Ich kann mich an das Blitzlicht erinnern. Auf Blitzerfotos sehe ich immer unvorteilhaft aus. Das Foto will ich mir gar nicht ansehen. Heute beglich ich alle meine Schulden.

Es ist lange her, dass mir eine Arbeit so viel Freude bereitete, wie mein neue...


[So, 29.3.2026 – Kabaret, Baustelle]
Last Monday at 5:30 AM

Am Samstagabend mit der Exkollegin zu Kabaret Kalashnikov gegangen. Das ist eine Berliner Artistinnentruppe, die so etwas wie Zirkus macht. Wobei ich gar nicht weiß, wie man eine solche Veranstaltung nennt. Ist das Varieté-Theater? Oder doch Zirkus? Es sind Leute, die wie Zirkusartisten aussehen, und auch ähnliche Sachen machen, aber ohne den Ernst und ohne die Tiere. Wir waren schon vor etwa zehn Jahren einmal auf einer Veranstaltung dieser Gruppe. Beeindruckt hatte mich damals vor allem eine Szene, die auf dem Mond spielte, wo sich alles ohne Schwerkraft abzuspielen schien. Einer der Artisten, ein drahtiger und unfassbar starker Man...


[Fr, 27.3.2026 – Dreissig Pflanzen]
Last Saturday at 9:23 AM

Seit Wochen habe ich den Vermerk "30 Pflanzen" auf meinem Notizzettel stehen, ich fand aber nie eine passende Form, mit der sich die Notiz in einen Text umwandeln ließ. Eigentlich ist das ja der Zweck dieses Weblogs, es ist eine Schreibübung, jeden Tag etwas aus dem Leben in eine Textform zu gießen. Die Sprache finden, die Form finden, den Sound finden.

Die "30 Pflanzen" erwähnte ich bereits letzten Oktober auf unserer Grönlandreise. Weil wir auch da versuchten, mindestens 30 Pflanzen pro Woche zu essen. Was dort aber außerordentlich schwierig war, wenn es zum Frühstück beisp...


[Do, 26.3.2026 – Horrormatinee, gute Lebensführung, gute Vorsorge]
Last Friday at 6:28 AM

Die neue Serie mit dem Titel "Something very bad is going to happen". Das ist, als hieße ein Restaurant "We're cooking something really nice for you." Würden wir ja auch sofort hineingehen. Nach vierzig Minuten fing uns die Geschichte aber nicht richtig ein. Ich war auch noch etwas unkonzentriert wegen der letzten beiden Arbeitstage, die etwas anstrengend gewesen sind. Also vertagten wir es aufs Wochenende. Sonntagvormittags. Horrormatinee.

Inzwischen kam ein Brief vom Bundesamt für Justiz. Ein Umschlag mit diesem Absender sieht ungeöffnet ja sehr furchteinflößend aus. Es war aber nur das Führungsz...


[Di, 24.3.2026 – Höhö-Gelaber, Weisskrautpesto, Nationalbibliothek]
03/25/2026

Das Bedürfnis, mich von Männern distanzieren zu wollen. In der Bahn, im Supermarkt, auf der Straße. Ich meine: Ulmen saß zehn Jahre lang neben seiner Frau auf dem Sofa, während er mitbekam, wie sie sich von vermeintlich fremden Männern da draußen im Netz terrorisiert fühlte, und er davon sprach, ein Feminist zu sein. Er entschuldigte sich offenbar mit der Begründung, dass er da so einen Fetisch habe. Aber das ist halt kein "Fetisch".

Ich kenne dieses empathielose Höhö-Gelaber über Sex, wenn Männer unter sich sind. Es passiert nich...


[So, 22.3.2026 – Montana, Haus, Bekwäm]
03/23/2026

Wir schauten heute die ersten beiden Folgen von "The Madison", der neuen Serie von Taylor Sheridan, der mit seiner Darstellung Amerikas häufig den Eindruck erweckt, etwas berauscht von der konservativen Idee des Landes zu sein, wobei er bekräftigt, von keinem politischen Lager eingenommen werden zu wollen. Ich glaube, er verabscheut nur Menschen aus der Stadt. Er weiß es, wirklich große Geschichten zu erzählen, die zudem mit fantastischen Frauenfiguren in Hauptrollen besetzt sind.

Montana. Wieder einmal Montana. Michelle Pfeiffer. Diese Frau wird in zwei Jahren siebzig. Und sie wird mit jedem Jahr schöner. (Ja, kl...


[Fr, 20.3.2026 – Moabit, Nachtgleiche, Männer]
03/21/2026

Moabit ist ein wirklich sehr schöner Stadtteil. Und wesentlich sauberer als Friedrichshain. Dabei sieht man, dass Moabit arm ist. Aber anders arm als Neukölln. Jemand sagte einmal, Neukölln sei aufregend arm, Moabit hingegen spießig arm. Das Bild ist etwas pietätlos, aber ich verstand schon den Gedanken dahinter.

Ein ehemaliger Mitarbeiter von mir ist in Moabit geboren und aufgewachsen. Die ersten vierzig Jahre seines Lebens wohnte er in der gleichen Straße. Zuerst mit der Mutter in der Nummer sieben. Mit achtzehn Jahren zog er mit seiner schwangeren Frau in die 26. Dort lebten sie me...


[Do, 19.3.2026 – Fahrscheine, Moabit, Sehschärfe]
03/20/2026

Als ich jung war, fuhr ich gerne schwarz. Als ich älter wurde, kaufte ich mir gelegentlich ein Ticket. Je älter ich wurde, desto öfter kaufte ich mir ein Ticket. Irgendwann hörte ich jemanden sagen, dass es vernünftiger sei, entweder immer schwarz zu fahren, oder immer ein Ticket zu kaufen. Wenn man beides ein bisschen tut, dann gibt man viel Geld für Tickets aus und wird trotzdem ab und zu erwischt. Das leuchtete mir ein. Weil ich mittlerweile etwas älter geworden war, fuhr ich also nicht mehr schwarz.

In Berlin kostet ein Fahrschein jetzt 4€. Vor noch weni...


[Di, 17.3.2026 – Notizen]
03/18/2026

Abends bin ich gerade etwas müde. In den ersten Tagen an einer neuen Arbeitsstelle saugt man sich immer mit riesigen Mengen an Informationen voll. Mit so viel Input, müsste ich jetzt eigentlich ungemeine Mengen an Output haben. Stattdessen: brummender Kopf (natürlich! Wenig Platz!) und Müdigkeit (physiologisch nicht ganz erklärbar).

Dafür habe ich noch einige Notizen der letzten Monate, die ich noch nicht verarbeitet habe. Da steht zB:

"Crowded house - tigether alone" – Typos lasse ich mal absichtlich stehen. Das war ein Song, den ich einmal in einer Instastory hörte, wo e...


[So, 15.3.2026 – Dinkelflakes, Arbeitshosen, Arbeitsweg]
03/16/2026

Diese fantastischen Dinkelflakes bei Edeka entdeckt. Sie schmecken wie Karton. Das mag ich. Der Erfinder der Cornflakes, ein gewisser JH Kellog, bewarb seine Flakes damit, dass sie den Appetit auf Alkohol und Geschlechtsverkehr lindern würden. Seine Idee war, dass sie dermaßen geschmacklos zu sein hatten, damit der Geist es verlerne, nach Gelüsten zu zehren. Ganz nachvollziehen kann ich das nicht. Ich könnte ewig auf diesen kartonigen Flocken herumkauen. Sie schmecken so schön nach nichts, dass mir ganz wohlig wird.

Und sonst baue ich gerade an den Oberschränken weiter. Jetzt im Schlafzimmer meiner...