es regnet
Ich lese Texte vor. Meist aus meinem Blog. Ab und spiele ich etwas dazu. Anleitung: dieser Podcast ist ein literarisches Weberzeugnis. Oder wie jemand mal gesagt hat: “Das ist ein semi-literarisches Tagebuch.” Kann ich auch mit leben. Weniger mag ich Leute, die sagen: “Mensch, kannst du nicht mal ein bisschen witzig sein?”. Doch das sagt ja niemand. Und sonstso mache ich derzeit mehr Langprosa. Ab und zu lese ich meine Sachen dem Publikum vor. Hin und wieder werde ich für einen Literaturpreis nominiert. Ich gewinne aber nie etwas. Und sonst so: Ich arbeite in einer Internetfirma. Dort leite ich ein gutes...
[So, 8.2.2026 – Nextcloud, Rivva, Textarbeit]
Seit drei Wochen will ich eigentlich mein Arbeitszimmer aufräumen, aber jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, stelle ich es nur mit weiteren Gegenständen und Kabeln voll. Dieses Wochenende beschäftigte ich mich mit einem Raspberry Pi, den ich als interne NAS, also eine Cloud für Dateien, Fotos und Backups, verwenden werde. Das Ganze mache ich mit Nextcloud. Auch um von Big Tech wegzukommen, aber ich habe in Wahrheit nie Dropbox oder Googlecloud oder OneDrive und all die Dienste verwendet. Ich hostete das immer schon lokal, mit einem NAS aus dem Mediamarkt. Da ich das Open-Source-Projekt Next...
[Fr, 6.2.2026 – Eis, Cortina]
Am frühen Morgen war ich einer der ersten Kunden beim Baumarkt und der Parkplatz war noch leer. Er war mit einer Decke aus übereistem Schnee, aufgeworfenem Schneeeis und braunem, aufgetautem Matsch bedeckt. Weil ich so viel Platz hatte, hielt ich mich nicht an die vorgegebenen Wege, sondern fuhr quer hinüber zwischen den kleinen Bäumen und gab ein bisschen mehr Gas, wodurch ich ausscherte und mir vorkam, wie ein junger Wilder auf dem Land.
Zwar bin ich technisch immer noch ein Fahranfänger, aber hey, ich bin ein Mann, wäre doch gelacht, wenn ich meine...
[Do, 5.2.2026 – Eis, Funerals und ein Wedding]
Weil ich grundsätzlich keine Kontakte aus meinem Adressbuch lösche, tauchen in Signal und WhatsApp viele Leute auf, an die ich mich nur noch vage erinnern kann. Das lasse ich wegen der Apokalypse so. Sollte ich mal alleine auf diesem Planeten sein, wird dieser Tag kommen, an dem ich mein komplettes Adressbuch durchpingen werde. Hallo, bist du noch da? Wenn dann niemand antwortet, sieht es wirklich düster aus.
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Die Autofahrt nach Berlin dauerte heute wieder sehr lange. Die Straßen waren vereist. Es regnete fast die ganze Strecke bei –3 Grad. Einmal musste ich halten...
[Mi, 4.2.2026 – wohngemeinschaft]
Abends liege ich dann im Bett und schaue die Storys der Hundesitterin an. Das sind Videos, auf denen meine Hündin mit den anderen Hunden durch den Wald cruist und Spaß hat. An manchen Tagen warte ich regelrecht auf die Storys, refreshe das Account der Sitterin. Ich kriege dann Gefühle. Und vermisse sie. Ich wusste nicht, dass man so ein Tier vermissen kann.
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Als ich am Montag in die Firmenwohnung kam, war sie auffallend verdreckt. Schon im Treppenhaus lag Matsch auf dem Boden, er zog sich dann den ganzen Flur bis in die Küche...
[Di, 3.2.2026 – Silence]
Es wohnt zurzeit eine Amerikanerin bei mir in der Firmenwohnung. Sie hat vor drei Wochen bei uns angefangen und wird im Dreiwochenrhythmus zwischen Hamburg und Maryland pendeln. Es ist mir nicht ganz verständlich, warum sie sich die Pendelei antut. Schließlich hat sie einen Mann und zwei Kinder unter zehn Jahren zu Hause. Wir quatschen manchmal in der Mittagspause oder gehen zusammen bei Lidl einkaufen. Heute ging sie mit ihrem Team zum Italiener und lud mich dazu ein. Ich erfuhr dabei, dass ihr Großvater aus Nordfriesland kam und sie deswegen eine ideelle Verbindung zu der Gegend nördli...
[My own private digitale Souveränität – Teil 2]
Hier Teil 1.
Am Wochenende hatte ich keine Zeit, das Thema digitale Souveränität weiterzuführen. Aber jetzt. Weiter geht es mit Browsern.
Chrome. Wann fing das eigentlich an, dass plötzlich alle auf Chrome umstiegen, und vor allem: Warum? Als Firefox-Benutzer verstand ich nie so richtig, warum man einen Browser verwenden sollte, der vom größten Datensammler der Welt entwickelt wird. Auch wenn Chromes Unterbau namens Chromium Open Source ist, so verwenden doch alle das bunte Chrome-Produkt von Google, mit all seinen Tracking- und Targeting-Funktionen. Ich habe an Firefox nie etwas vermisst. Einzig empfinde ich es...
[So, 1.2.2026 – alleine sterben]
Diesmal probiere ich es wieder: früh ins Bett gehen und dann morgen um 5 Uhr losfahren. Ich gehe gerne früh ins Bett. Insbesondere in Schweden, wenn der Himmel noch nicht ganz dunkel ist. Ich lese noch ein wenig und schlafe dann ein. Nur mache ich das nie, keine Ahnung, warum.
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Heute war es richtig kalt. Ich ging mit meinem Freund E. und unseren Hündinnen spazieren. Seine Hündin ist läufig, also mieden wir den Park, in den wir sonst immer gehen, und liefen zum Velodrom. Zwar weht auf dem Dach des Velodroms immer...
[Sa, 31.1.2026 – Derry, Ikonen, Hündinnenfreundschaft]
Meine Hündin hat eine neue Freundin. Üblicherweise ist sie sich zu cool dafür, um mit anderen Hunden zu spielen. Spielaufforderungen geht sie aus dem Weg und wenn Hunde zu aufgeregt sind, verdreht sie nur die Augen. Auch im Rudel mit der Hundesitterin hat sie eher die Rolle der Aufpasserin inne. Sie schaut dem Treiben der anderen Hunde zu, wenn es ihr aber zu wild wird, geht sie dazwischen und maßregelt.
Die Sitterin hat jetzt aber eine neue Hündin. Sie ist ungefähr so groß wie meine Hündin auch und etwa im gleichen Alter. U...
[Fr, 30.1.2026 – am Pfefferberg]
Weil es ein paar Nachfragen gab: Kreuzkümmelkäse kann man in den Niederlanden ganz normal als Käsesorte kaufen und es gibt ihn praktisch überall, wo Käse verkauft wird, auch vorgeschnitten in Scheiben oder gewürfelt als Snack. Er heißt auf Niederländisch Komijnekaas und kann auch in diversen Onlineshops bezogen werden, z. B. hier. Empfehlen würde ich die mittelalte Variante, das heißt in Originalsprache "belegen". In der "oud" Variante, also alt, finde ich ihn zu intensiv.
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Gestern war ich mit Exkolleginnen in der Markthalle am Pfefferberg. Sie haben wieder einmal umg...
[Mi, 28.1.2026, Geburtstag, Kreuzkümmelkäse]
Ah, heute war übrigens mein Geburtstag. Normalerweise nehme ich mir an dem Tag immer frei, aber so weit weg von zu Hause wüsste ich ohnehin nicht, was ich tun sollte, also ging ich einfach arbeiten. Es war auch ein seltsam schönes Gefühl, ein inkognito Geburtstagskind zu sein. Bis die HR-Abteilung sich bei mir meldete und mit einer in Geschenkpapier verpackten Bluetooth-Box vorbeikam. Das rief weitere Kolleginnen herbei und plötzlich wussten alle Bescheid. Bin jetzt 51, und alle so: WHAT?, siehst viel jünger aus, und ich so: Dankeschön und reallife-Smileys verteilt.
Direkt nach der Arb...