es regnet
Ich lese Texte vor. Meist aus meinem Blog. Ab und spiele ich etwas dazu. Anleitung: dieser Podcast ist ein literarisches Weberzeugnis. Oder wie jemand mal gesagt hat: “Das ist ein semi-literarisches Tagebuch.” Kann ich auch mit leben. Weniger mag ich Leute, die sagen: “Mensch, kannst du nicht mal ein bisschen witzig sein?”. Doch das sagt ja niemand. Und sonstso mache ich derzeit mehr Langprosa. Ab und zu lese ich meine Sachen dem Publikum vor. Hin und wieder werde ich für einen Literaturpreis nominiert. Ich gewinne aber nie etwas. Und sonst so: Ich arbeite in einer Internetfirma. Dort leite ich ein gutes...
[Mo, 16.2.2026 – Blase, generative KI]
Ich stand um 4 Uhr auf, fuhr um 5 Uhr los nach Hamburg, reichte meine Kündigung ein, arbeitete den Rest des Tages, löste am Abend die Firmenwohnung auf und fuhr wieder zurück nach Berlin. Ich werde die letzten Wochen wieder vollständig in Berlin sein und von hier aus weiterarbeiten. Zurück in Berlin zu sein, kam jetzt etwas unerwartet, aber mir gefällt das gut.
Erstaunlich ist: Alle drei Male, an denen ich so früh nach Hamburg fuhr, musste ich jeweils 4 Mal anhalten, um eine Pinkelpause einzulegen. Wenn ich hingegen abends zurückfahre, kein einziges...
[Sa, 15.2.2026 – Blitzer, Utrecht]
Habe ich mich schon einmal über Blitzer beschwert? Nein, habe ich nicht, es kommt mir wesensfremd vor, wenn ich mich über Blitzer beschwere.
Aber von der Autobahn runter nach Prenzlauer Berg gibt es am großen Autobahnzubringer diese Kita, in deren Umfeld man vermutlich schon lange 30 km/h fahren muss, aber erst seitdem dieser Blitzer dort steht, halten sich die Menschen auch daran. Das Problem mit dieser Straße ist, dass sie überhaupt nicht wie eine 30er‑Straße aussieht, zumal man direkt von der Autobahn herunterkommt. 130 -> 100 -> 70 -> 50. Man ist es ja gewohnt, auf unfassbar langsame...
[Do, 12.2.2026 – ein Jäger aus der Pfalz. Goldfische]
Neulich wollte ich mich einmal lustig darüber machen, dass man den Namen "Rheinland-Pfalz" auf Englisch mit "Rhineland-Palatinate" übersetzt. Pfalz. Also, ich weiß nicht. Ich bin nicht in Deutschland aufgewachsen und habe keinen Bezug zu der Gegend bzw. ich habe keine Ahnung, was das ist. Auch nicht die Oberpfalz. In meinen Ohren klingt das wie auf der Walz sein, nach Wald und Federschmuck im Hut eines Jägers. Auch Kurt Beck kam aus der Oberpfalz, sein Bart, der hatte immer etwas Jägerhaftes, an den Backen meistens zu lang, und seine Anzüge wirkten auf mich oft wie Jägerlode...
[Mi, 11.2.2026 – Regen, Ubahn, Morgenstunden, Altern wieder]
Huch. Regen. Ein fast vergessenes Wetterphänomen. Es kam mir tatsächlich unwirklich vor.
Nach einer abendlichen Taxifahrt durch den Regen traf ich mich gestern mit LadyGrey, Kid37, Axel und Sakana im Variable an der Karolinenstraße. Als ich neulich nämlich mit Axel beim Griechen saß, dachten wir, wie schön es doch sei, wenn die drei auch dabei wären. Das war eine ganz frühe Bloggerrunde in Hamburg, wir müssten uns alle 2003 kennengelernt haben. Sakana fotografierte damals noch Schafe hinterm Deich. Die sind jetzt aber weg.
Sakana hat seinen alten Kreativjob an den Na...
[So, 8.2.2026 – Nextcloud, Rivva, Textarbeit]
Seit drei Wochen will ich eigentlich mein Arbeitszimmer aufräumen, aber jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, stelle ich es nur mit weiteren Gegenständen und Kabeln voll. Dieses Wochenende beschäftigte ich mich mit einem Raspberry Pi, den ich als interne NAS, also eine Cloud für Dateien, Fotos und Backups, verwenden werde. Das Ganze mache ich mit Nextcloud. Auch um von Big Tech wegzukommen, aber ich habe in Wahrheit nie Dropbox oder Googlecloud oder OneDrive und all die Dienste verwendet. Ich hostete das immer schon lokal, mit einem NAS aus dem Mediamarkt. Da ich das Open-Source-Projekt Next...
[Fr, 6.2.2026 – Eis, Cortina]
Am frühen Morgen war ich einer der ersten Kunden beim Baumarkt und der Parkplatz war noch leer. Er war mit einer Decke aus übereistem Schnee, aufgeworfenem Schneeeis und braunem, aufgetautem Matsch bedeckt. Weil ich so viel Platz hatte, hielt ich mich nicht an die vorgegebenen Wege, sondern fuhr quer hinüber zwischen den kleinen Bäumen und gab ein bisschen mehr Gas, wodurch ich ausscherte und mir vorkam, wie ein junger Wilder auf dem Land.
Zwar bin ich technisch immer noch ein Fahranfänger, aber hey, ich bin ein Mann, wäre doch gelacht, wenn ich meine...
[Do, 5.2.2026 – Eis, Funerals und ein Wedding]
Weil ich grundsätzlich keine Kontakte aus meinem Adressbuch lösche, tauchen in Signal und WhatsApp viele Leute auf, an die ich mich nur noch vage erinnern kann. Das lasse ich wegen der Apokalypse so. Sollte ich mal alleine auf diesem Planeten sein, wird dieser Tag kommen, an dem ich mein komplettes Adressbuch durchpingen werde. Hallo, bist du noch da? Wenn dann niemand antwortet, sieht es wirklich düster aus.
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Die Autofahrt nach Berlin dauerte heute wieder sehr lange. Die Straßen waren vereist. Es regnete fast die ganze Strecke bei –3 Grad. Einmal musste ich halten...
[Mi, 4.2.2026 – wohngemeinschaft]
Abends liege ich dann im Bett und schaue die Storys der Hundesitterin an. Das sind Videos, auf denen meine Hündin mit den anderen Hunden durch den Wald cruist und Spaß hat. An manchen Tagen warte ich regelrecht auf die Storys, refreshe das Account der Sitterin. Ich kriege dann Gefühle. Und vermisse sie. Ich wusste nicht, dass man so ein Tier vermissen kann.
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Als ich am Montag in die Firmenwohnung kam, war sie auffallend verdreckt. Schon im Treppenhaus lag Matsch auf dem Boden, er zog sich dann den ganzen Flur bis in die Küche...
[Di, 3.2.2026 – Silence]
Es wohnt zurzeit eine Amerikanerin bei mir in der Firmenwohnung. Sie hat vor drei Wochen bei uns angefangen und wird im Dreiwochenrhythmus zwischen Hamburg und Maryland pendeln. Es ist mir nicht ganz verständlich, warum sie sich die Pendelei antut. Schließlich hat sie einen Mann und zwei Kinder unter zehn Jahren zu Hause. Wir quatschen manchmal in der Mittagspause oder gehen zusammen bei Lidl einkaufen. Heute ging sie mit ihrem Team zum Italiener und lud mich dazu ein. Ich erfuhr dabei, dass ihr Großvater aus Nordfriesland kam und sie deswegen eine ideelle Verbindung zu der Gegend nördli...
[My own private digitale Souveränität – Teil 2]
Hier Teil 1.
Am Wochenende hatte ich keine Zeit, das Thema digitale Souveränität weiterzuführen. Aber jetzt. Weiter geht es mit Browsern.
Chrome. Wann fing das eigentlich an, dass plötzlich alle auf Chrome umstiegen, und vor allem: Warum? Als Firefox-Benutzer verstand ich nie so richtig, warum man einen Browser verwenden sollte, der vom größten Datensammler der Welt entwickelt wird. Auch wenn Chromes Unterbau namens Chromium Open Source ist, so verwenden doch alle das bunte Chrome-Produkt von Google, mit all seinen Tracking- und Targeting-Funktionen. Ich habe an Firefox nie etwas vermisst. Einzig empfinde ich es...