Österreich - die ganze Geschichte

40 Episodes
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By: ORF III

Der Podcast zur großen History-Dokureihe von ORF III. Eine Spurensuche nach den großen Themen von heute in unserer Geschichte. Die namhaftesten Historikerinnen und Historiker des Landes stehen Mariella Gittler Rede und Antwort über gegenwartsrelevante Themenkomplexe wie „Klima und Umwelt“, „Gesellschaft und Frauen“, „Ernährung und Gesundheit“, „Migration und Minderheiten“, „Demokratie und Menschenrechte“ u.v.m.

Rom erobert alles…auch Österreich
Last Friday at 4:00 AM

„753 – Rom schlüpft aus dem Ei“ heißt es, aber stimmt das eigentlich? Wie wurde aus einer kleinen Siedlung am Tiber ein Weltreich – und was hat das mit dem heutigen Österreich zu tun? In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariella Gittler mit der Althistorikerin Franziska Beutler über Aufstieg, Macht und Organisation des Römischen Reiches – von der sagenhaften Gründung durch Aeneas bis zur größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan – und darüber, wie Rom den Donauraum militärisch, kulturell und sprachlich nachhaltig prägte.


Die Kelten zwischen Realität und Mythos
02/27/2026

Die Kelten bildeten eine äußerst heterogene Bevölkerungsgruppe der Eisenzeit, deren Identität stark von stereotypen Fremdzuschreibungen griechischer und römischer Autoren geprägt ist. Ihre monarchisch geprägten Herrschaftsstrukturen sind etwa anhand von Grabfunden einst mächtiger Hallstattfürsten oder eindrucksvoller Grabhügel, wie jenem im niederösterreichischen Großmugl, bis heute nachvollziehbar. Thematisiert wird außerdem die rätselhafte Klasse der Druiden, über die unter anderem Cäsar berichtet, sowie Aspekte der keltischen Religiosität. Abschließend geht es um das Königreich Noricum, das erste nachweisbare Staatswesen auf heute österreichischem Gebiet und die Verdrängungsprozesse durch Römer und germa...


Hotspots der Jungsteinzeit
02/20/2026

Die Neolithische Revolution nimmt im Nahen Osten ihren Anfang und breitet sich später bis nach Mitteleuropa aus. Schafe, Ziegen und Rinder werden domestiziert und unsere Vorfahren sesshaft. Mit der Linearbandkeramik, sowie dem Einsatz neuer Werkzeuge wie Sternbeilen, findet eine tiefgreifende kulturelle Veränderung statt. Dabei geht es auch um die ersten Metallfunde und die frühe soziale Ungleichheit, die in dieser Epoche erstmals archäologisch greifbar wird. Der Archäologe und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler spannt im Gespräch mit Mariella Gittler den Bogen von wichtigen Fundorten dieser Übergangszeit, wie den Pfahlbauten, Hallstatt oder den monumentalen Kalenderbauten und Grabanl...


Die ersten Österreicher
02/13/2026

Die ersten Menschen, die in der Steinzeit im Gebiet des heutigen Österreich lebten, waren nomadische Jäger, deren hochmobiles Leben von Hunger, den wechselhaften Klimabedingungen der letzten Eiszeit und gefährlichen Begegnungen mit wilden Tieren geprägt war. Die Feuerstellen waren das Zentrum des sozialen Lebens in einer Zeit, über die wissenschaftliche Aussagen aufgrund der enormen historischen Distanz nur sehr schwer möglich sind. Der Archäologe und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler erklärt im Gespräch mit Mariella Gittler außerdem, wie Bären- und Mammutjagden abliefen, welche Rolle vermutlich schamanische Praktiken in diesen kleinen Gruppen hatten und wie man sic...


Das 1x1 der Steinzeitarchäologie
02/06/2026

Wer waren die ersten Bewohner des heutigen Österreich und mit welchen Herausforderungen hatten sie zu kämpfen? Mariella Gittler spricht mit dem Archäologen und Urgeschichtler Dr. Franz Pieler über seinen Beruf und die neuesten Erkenntnisse der prähistorischen Forschung. Wir erfahren, welche Methoden in der Archäologie heute zur Anwendung kommen und was uns alte Werkzeuge, Siedlungsspuren und Statuetten wie die weltberühmte Venus von Willendorf über das harte Leben unserer frühesten Vorfahren erzählen können. Während der letzten Eiszeit sind die Bedingungen in Mitteleuropa extrem. Der Permafrostboden kann die Menschen kaum ernähren und zwingt die al...


Vom Frieden und dem Wert des Menschen
01/30/2026

Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., spricht mit Mariella Gittler über die gegenwärtigen Herausforderungen und mögliche Zukunftsszenarien für Österreich. Fischer betont die Vorteile von Demokratie, Neutralität und Investitionen in Bildung und Forschung als stabile Grundlagen für die Zukunft und Sicherheit des Landes. Ein zentrales Thema ist sein lebenslanges Eintreten für den Frieden nach den traumatischen Kriegserfahrungen, die seine eigene Kindheit geprägt haben. Erfolgreiche Friedenspolitik ist heute angesichts neuer Waffentechnologien dringlicher denn je. Gleichzeitig spricht er über die Verantwortung der jungen Generation, aktiv an der Gestaltung einer sicheren und solidarischen Zukunft mitzuwirken. Abschließen...


Von der Ostöffnung zum EU-Beitritt
01/23/2026

Mariella Gittler spricht mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Österreichs, Dr. Heinz Fischer, über die historischen Umwälzungen rund um den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und über persönliche Familiengeschichte aus Besatzungszeit und Ost-West-Konflikt. Fischer erinnert an die Angst seiner Mutter vor dem Übertreten der sowjetischen Demarkationslinien, frühe Besuche im Ostblock und an die Mauertoten, die den Kalten Krieg prägten. Ein Schwerpunkt liegt auf den Ereignissen des Jahres 1989 und dem dramatischen Wandel, der Europa damals erfasste. Der Fall des Eisernen Vorhangs wird als entscheidender Moment dargestellt, der Österreich den Weg zum EU-Beitritt öffnete. Abschließend geht es um das österrei...


Vom Opfermythos zur Restitution
01/16/2026

Nur sehr schwerfällig und auch unter immer stärker werdendem internationalem Druck rückte die Zweite Republik letztlich von der bequemen Opferthese ab. Ausgangspunkt ist die internationale Kontroverse um Kurt Waldheim, die das Land zwang, sich mit seiner tatsächlichen Rolle in der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Dadurch gewann die Anerkennung der österreichischen Mitschuld erstmals breiteren politischen und gesellschaftlichen Rückhalt. Das Gespräch Mariella Gittlers mit Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., zeigt, welche moralischen, rechtlichen und diplomatischen Konsequenzen diese Neubewertung nach sich zog. Schließlich mündete der Prozess in konkrete Restitutionen und einen neuen Umgang mit der eigenen Ve...


Stunde 0 der 2. Republik
01/09/2026

Heinz Fischer spricht über seine Kindheit und Schulzeit während des Zweiten Weltkriegs sowie über die traumatischen Erfahrungen, die die unmittelbare Nachkriegszeit prägten. Er schildert die Unsicherheit, den Hunger und die Wohnungsnot jener Jahre und wie diese Bedingungen das Leben einer ganzen Generation bestimmten. Zugleich beschreibt er den Wiederaufbau des Landes, der jedoch oft um den Preis des kollektiven Verdrängens der eigenen Kriegsvergangenheit erfolgte. Die anfänglich konsequente Verurteilung von NS-Verbrechern geriet bald ins Stocken, als ein neuer nationaler Schulterschluss wichtiger erschien als die Aufarbeitung. In diesem Umfeld wurden auch Figuren wie Taras Borodajkewycz zu Symbolen für die u...


Koloniales Österreich?
01/02/2026

Der Mythos eines kolonial unbefleckten Österreichs bröckelt heute in Teilen der Geschichtsforschung. Neue Forschungsrichtungen untersuchen die Verstrickungen Österreichs in den Kolonialismus der vergangenen Jahrhunderte. Dabei geht es nicht nur um die vielfältige Involvierung in den überseeischen Kolonialismus anderer europäischer Mächte, sondern auch um Formen des Binnenkolonialismus in Europa – etwa in Bosnien. Sowohl in der Monarchie als auch in der Ersten Republik gab es Gruppierungen, die sich für die Schaffung eigener österreichischer Kolonien einsetzten, und während der Zeit des Austrofaschismus spielte Engelbert Dollfuß sogar konkret mit dem Gedanken, eine ehemals deutsche Kolonie zu übernehmen. Während der Be...


Aktiv neutral
12/26/2025

Am Anfang ist die Neutralität eine eher unbeliebte Bedingung zur Wiedererlangung der vollen Souveränität Österreichs im Jahr 1955. Doch bald freundet man sich mit dem Gedanken an, und die Neutralität wird sogar zu einem zentralen Identitätsbaustein der noch jungen Zweiten Republik. Militärisch neutral, aber politisch als liberale Demokratie Teil des Westens – so lautet lange das österreichische Erfolgsrezept. Besonders Bruno Kreisky steht für eine aktive, am internationalen Völkerrecht orientierte Außenpolitik – ein großer Spagat für ein neutrales Land. Die Nähe zur UNO führt auch zur Ansiedlung zahlreicher internationaler Organisationen in Österreich. Nach...


Kanzlerdiktatur oder doch Austrofaschismus?
12/19/2025

Nach 1945 läuft die Aufarbeitung der vergangenen Jahre schleppend, und die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und des NS-Terrors verstellen lange den Blick auf die Jahre der österreichischen Diktatur davor. Besonders die Frage, ob die Diktatur, die Österreich von 1933 bis 1938 prägte, als „faschistisch“ zu bezeichnen sei, löst in der Zweiten Republik eine kontroverse Debatte unter Fachleuten aus. Zeithistorikerin Lucile Dreidemy spricht sich im Gespräch mit Mariella Gittler für die Bezeichnung „Austrofaschismus“ aus und nennt ihre Gründe. Nach 1945 möchte man die Fehler der Ersten Republik nicht wiederholen und kehrt diese Zeit weitgehend unter den Teppich – noch bis...


Die andere Machtergreifung 1933
12/12/2025

Bereits seit Beginn der 1930er-Jahre radikalisiert sich das bürgerliche Lager angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage Österreichs zusehends. Es gibt der umfassenden Sozialgesetzgebung der sozialdemokratischen Vorgängerregierung unter Karl Renner die Schuld an der wirtschaftlichen Misere und möchte viele Errungenschaften wieder rückgängig machen. Auch aus Angst vor einer möglichen linken Revolution im Land strebt die Christlichsoziale Partei nun die Errichtung einer autoritären Diktatur in Österreich an. Am 4. März 1933 nutzt der damalige christlichsoziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß eine Geschäftsordnungskrise des Parlaments, um die Macht an sich zu reißen – es ist das vorläufige Ende der De...


Von der Opferthese zur Erinnerungskultur
12/05/2025

In der Moskauer Deklaration vom Oktober 1943 einigen sich die Alliierten darauf, dass Österreich als erstes Opfer Nazi-Deutschlands zu betrachten sei – eine Sichtweise, die sich die heimische Politik in der Folge gerne zu eigen macht. Doch bereits ab den 1960er Jahren gibt es einzelne Stimmen, die auf die verzerrte Sicht Österreichs auf diese Zeit aufmerksam machen. Trotzdem dauert es noch bis zum Jahr 1986, bis die Mitschuld vieler Österreicherinnen und Österreicher an den NS-Verbrechen im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfs Kurt Waldheims in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Heute gibt es hierzulande ein breites Spektrum der Erinnerungskultur, angefangen von der Errichtung von Mahnmalen bis zu o...


Simon Wiesenthal
11/28/2025

Als Überlebender des Holocaust liest Simon Wiesenthal nach dem Krieg in einer Werbeanzeige von einem "Elektrogeschäft Eichmann" - er wird hellhörig. Adolf Eichmann, der an einer Schaltstelle des Dritten Reichs für die Ermordung von rund sechs Millionen Menschen mitverantwortlich war, wird schließlich in Argentinien aufgespürt, in Israel verurteilt und hingerichtet. Die Ausforschung von NS-Tätern wird Wiesenthals Lebensprojekt. Mit seinem Motto "Recht, nicht Rache" polarisiert er damals in einem Land, dass einen Schlussstrich unter das dunkelste Kapitel seiner Geschichte ziehen will. Mariella Gittler spricht mit der Historikerin des DÖW, Claudia Kuretsidis-Haider.


Der Schwund des Willens – Die Ahndung von NS-Verbrechen
11/21/2025

Moderatorin Mariella Gittler spricht mit Historikerin Claudia Kuretsidis-Haider darüber, warum Österreich schon ab den späten 1940er-Jahren den Willen zur Ahndung von NS-Verbrechen zunehmend verlor. Der Kalte Krieg, politische Amnestien und die schnelle Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten bremsten die Justiz – bis die Volksgerichte 1955 endgültig abgeschafft wurden und nur noch wenige Verfahren folgten. Der Fall Franz Murer verdeutlicht exemplarisch, wie sehr politische und gesellschaftliche Strömungen die juristische Aufarbeitung untergruben.


Die Mühlen der Nachkriegsjustiz
11/14/2025

Am 8.Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht und am selben Tag erlässt die provisorische Regierung in Wien das Verbotsgesetz - das Kriegsverbrechergesetz folgt nur kurz darauf. Umgehend macht sich ein polizeilicher Hilfsdienst auf die Suche nach ehemaligen NS-Tätern und Volksgerichte nehmen ihre Arbeit auf. In den folgenden Jahren werden 23 000 Urteile gefällt und 30 Todesurteile vollstreckt. Doch es gibt auch rechtsstaatliche Bedenken gegen die Gerichte, die Alliierten etablieren jeweils eigene Strafverfolgungsbehörden und mit dem Abschluss des Staatsvertrags 1955, endet die Volksgerichtsbarkeit in Österreich. Mariella Gittler im Gespräch mit Claudia Kuretsidis-Haider, vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.


Der zerrissene Jörg Haider
11/07/2025

Eigentlich wollte er ja Schauspieler werden aber seine Bühne fand er stattdessen in der Politik. Zeithistoriker Prof. Oliver Rathkolb beschreibt im Gespräch mit Mariella Gittler die Hintergründe und die Gedankenwelt des Skandal-Politikers schlechthin – Jörg Haider.


Korruption made in Austria
10/31/2025

Mariela Gittler spricht mit Historiker Oliver Rathkolb über die größten Korruptionsaffären der Zweiten Republik – vom Missbrauch der Marshallplan-Gelder über den Gewerkschaftsskandal rund um Franz Olah bis zum berüchtigten Club 45 um Udo Proksch. Eine Folge über Machtmissbrauch, politische Verflechtungen und den langen Schatten der Korruption in Österreich.


Die Ära Kreisky
10/24/2025

Was macht Bruno Kreisky zum Mythos? Kreisky war in vielerlei Hinsicht ein Widerspruch in sich selbst - und genau das macht ihn in den Augen seiner Zeitgenossen so interessant. Ein Sozialist mit einer ausgeprägten Bewunderung für die k.u.k. Monarchie, ein Bürgersohn in den Reihen der Arbeiterjugend und ein Opfer des NS-Terrors, der ehemalige Nationalsozialisten öffentlich in Schutz nimmt? Historiker und Kreisky-Biograph Oliver Rathkolb im Gespräch mit Mariella Gittler über einen Reformer, der die Zweite Republik geprägt hat wie kaum ein anderer.


Die archivarische Katastrophe
10/20/2025

Was wird aus Geschichte, wenn alles digital ist – und vieles schon wieder verschwindet?
In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariela Gittler mit dem Historiker Oliver Rathkolb über die Zukunft der Zeitgeschichteforschung. Zwischen Fake News, KI-generierten Texten und einer drohenden „archivarischen Katastrophe“ stellt sich die Frage: Wie schreibt man Geschichte, wenn die Quellen der Gegenwart flüchtiger sind als je zuvor?
Rathkolb erzählt, warum ihn die „Hinterbühne“ der Ereignisse mehr fasziniert als die Schlagzeilen, welche Tabus er mit seiner Forschung gebrochen hat – und weshalb Österreich in Sachen Aufarbeitung noch Nachholbedarf hat. Ein Gespräch über Neugier, Verantwo...


Wie entsteht Geschichte?
10/10/2025

Mariella Gittler spricht mit Oliver Rathkolb, einem der bekanntesten Zeitgeschichtler Österreichs, über den langen Atem der Vergangenheit. Über Lehrer, die das Denken öffnen. Über die Freiheit im Forschen. Und über die Rückkehr der Angst in einer globalisierten Welt. Ein Gespräch über die Arbeit eines Historikers, den Wert von interaktivem Unterricht, die Verantwortung der Geschichtswissenschaft – und über die Frage, warum unsere Zeit vielleicht wieder zu einem „nervösen Zeitalter“ geworden ist.


Auf der Flucht – Migration in und aus Österreich
10/03/2025

Flucht, Vertreibung und Neubeginn: Diese Folge von "Österreich, die ganze Geschichte" erzählt von der Migration während und nach dem Zweiten Weltkrieg – vom „Brain Drain“ vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Zwangsarbeit und Displaced Persons bis zur Rückkehr jüdischer Emigrantinnen und Emigranten. Auch die Ungarnkrise von 1956 sowie die Ankunft der ersten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter prägen das Bild einer bewegten Migrationsgeschichte Österreichs. Mariella Gittler unterhält sich darüber mit Prof. Barbara Stelzl-Marx.


Schweigen, Streit, Stolpersteine
09/27/2025

Wie ging Österreich nach 1945 mit seiner NS-Vergangenheit um? Vom Mythos des „ersten Opfers“ über das lange Schweigen bis zur Waldheim-Affäre und den heutigen Formen der Erinnerungskultur. Prof. Dr. Barbara Stelzel-Marx erklärt im Gespräch mit Mariella Gittler, wie sich Österreichs Gedenken entwickelt hat – von Entnazifizierung, Familienerinnerungen und Schulunterricht bis zu Stolpersteinen, Straßennamen und staatlichen Initiativen.


Schicksal Besatzungskind
09/19/2025

Nach dem Krieg müssen Kinder oft große Anpassungsfähigkeit beweisen. Tausende sind das Produkt einer freiwilligen, häufig aber auch unfreiwilligen Verbindung einer Österreicherin, mit einem Besatzungssoldaten. Diese Besatzungskinder sind in vielen Fällen Opfer von Diskriminierung und oft ein Leben lang auf der Suche nach den eigenen Wurzeln. Mariella Gittler im Gespräch mit Professorin Barbara Stelzl-Marx. Wie fühlt es sich an, das Kind eines ehemaligen Feindes zu sein?


Kinder des Krieges
09/12/2025

Im Zweiten Weltkrieg wächst eine Generation heran, die früh auf den Willen Hitlers eingeschworen wird. Wer nicht zur Volksgemeinschaft gehört bleibt ausgeschlossen, oder wird verfolgt. Mariella Gittler im Gespräch mit der Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, Professorin Barbara Stelzl-Marx. Was bedeutet es im Krieg Kind zu sein?


Roter Bär trifft Alpenrepublik
09/05/2025

Vom Zarenreich über die Sowjetunion bis ins heutige Russland – die Beziehungen zwischen Wien und Moskau sind von Machtpolitik, Ideologie und pragmatischen Bündnissen geprägt. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über entscheidende Wendepunkte dieser langen Geschichte: vom Ersten Weltkrieg und der Revolution 1917 über die Rolle der Roten Armee in der Befreiung Wiens 1945 bis zu Neutralität, Handel und politischem Dialog im Kalten Krieg. Wie beeinflussten Misstrauen und gegenseitige Interessen das Verhältnis? Und warum ist das Erbe dieser Vergangenheit bis heute spürbar?


Der lange Weg zum Staatsvertrag
08/29/2025

1955 endet eine Ära der Besatzung: Mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags in Wien verlässt das Land den Brennpunkt der Supermächte und betritt die Bühne als neutrale Republik. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, die Rolle der Alliierten und die diplomatischen Manöver, die Österreichs Souveränität möglich machten. Wie gelang es, im geteilten Europa einen Konsens zwischen Ost und West zu finden? Und was ist überhaupt ein "Staatsvertrag"?


Gleichgewicht des Schreckens – Das Ende des Kalten Kriegs
08/22/2025

Die Welt lebt im Schatten atomarer Zerstörung – und doch verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen Ost und West. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die zweite Hälfte des Kalten Kriegs: von der Kuba-Krise und dem atomaren Gleichgewicht des Schreckens über Entspannungspolitik und neue Rüstungswettläufe bis zu den Konflikten in Afghanistan und Mittelamerika. Wie verschoben sich die globalen Machtblöcke? Welche Rolle spielten Protestbewegungen, Menschenrechtsfragen und wirtschaftlicher Druck? Und warum endete dieser jahrzehntelange Konflikt schließlich ohne einen großen Krieg?


Geteilte Welt – Die Anfänge des Kalten Kriegs
08/15/2025

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg formt sich eine neue Weltordnung – und mit ihr ein gefährlicher Machtkampf zwischen den USA und der Sowjetunion. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die globale Dimension des Kalten Kriegs: vom Korea-Krieg als erstem großen Stellvertreterkonflikt bis zu den Weichenstellungen, die später den Vietnamkrieg möglich machten. Wie prägten Blockbildung, Rüstungswettlauf und ideologische Fronten die internationale Politik? Und warum waren die frühen 1950er Jahre entscheidend für den Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts?


Hunger, Überfluss, Identität – Österreichs Ernährungsgeschichte
08/08/2025

Diese Episode zeichnet die Geschichte der Ernährung in Österreich nach: von der höfischen Überfülle bis zur Mangelwirtschaft der Weltkriege, von bäuerlichen Essgewohnheiten bis zur heutigen Überflussgesellschaft. Eine kulinarische Zeitreise durch soziale Unterschiede, historische Krisen – und kulturellen Wandel. Es sprechen Sabrina Peer und Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz.


Kriegsware und Superfood – Das doppelte Gesicht der Sojabohne
08/01/2025

Heute ist sie allgegenwärtig: im Tofu, im Tierfutter, im Bioladen. Doch die Sojabohne hat eine lange, überraschend politische Geschichte – auch in Österreich. Diese Folge verfolgt ihren Weg von der Weltausstellung in Wien 1873 über ihre strategische Rolle im Zweiten Weltkrieg bis zum globalen Siegeszug im 20. und 21. Jahrhundert. Wie wurde Soja vom Agrar-Experiment zur globalen Schlüsselressource? Und weshalb trug sie zeitweise den Beinamen „Nazibohne“? Darüber spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz.


Zwischen Schuld und Schilling – Die Wirtschaft nach 1945
07/25/2025

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt in Österreich der wirtschaftliche Wiederaufbau – doch unter der Oberfläche des sogenannten „Wirtschaftswunders“ wirken alte Strukturen weiter. Diese Folge beleuchtet, wie sehr die österreichische Wirtschaft der Zweiten Republik vom Erbe des Nationalsozialismus profitierte. Darüber spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz.


Land der Äcker – Bauern und Eigentum in Österreich
07/18/2025

In dieser Folge von „Österreich – Die ganze Geschichte“ spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz, über die bewegte Geschichte des österreichischen Bodens. Wann wurde Landbesitz überhaupt möglich? Welche Rolle spielte die Revolution von 1848? Und warum spiegelt sich die bäuerliche Identität sogar in der Bundeshymne und auf alten Schillingmünzen wider?


HIV in Österreich: Geschichte und Kampf
07/11/2025

In dieser Folge blicken wir zurück auf die Anfänge und den Verlauf der HIV-Epidemie in Österreich. Mariella Gittler spricht mit der Wissenschaftshistorikerin Dr. Daniela Angetta-Pfeiffer über die ersten Fälle in den 1980er Jahren, die damalige Angst und Stigmatisierung, die medizinischen Fortschritte bis hin zu modernen Therapien sowie den gesellschaftlichen Umgang mit der Krankheit. Von den großen Charity-Events wie dem Life Ball bis hin zur aktuellen Lage beleuchten wir, wie HIV Österreich geprägt hat und welche Lehren die Gesellschaft daraus zieht.


Hakenkreuz & Hypokrates – Medizin in der NS-Zeit
07/04/2025

Was passiert, wenn Medizin ihre Menschlichkeit verliert? In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die dunkle Geschichte der Wiener Medizin im Nationalsozialismus. Wir sprechen über Ärzte, die nicht mehr heilten, sondern ausgrenzten – und über eine Wissenschaft, die sich für Rassenwahn und Ideologie einspannen ließ. Warum machten so viele mit? Was geschah mit den Opfern – und was mit den Tätern nach 1945? Eine spannende, aufrüttelnde Reise durch einen der düstersten Abschnitte der Medizingeschichte – mitten im Herzen Wiens. Darüber unterhält sich Mariella Gittler mit Historikerin Dr. Daniela Angetter-Pfeiffer.


Nobelpreise: Glanz und Schatten in Österreich
06/27/2025

Der Nobelpreis ist wohl der renommierteste aller wissenschaftlichen Ehrungen. Von Alfred Nobels Testament, das die Auszeichnung ins Leben rief, bis zu den österreichischen Forschern, die den Preis knapp verpasst haben oder ihn zu Unrecht nie bekommen haben. Wir hören von berühmten Namen wie Adolf Lorenz, der mit seiner orthopädischen Arbeit vielen Kindern half, aber keinen Nobelpreis bekam – während sein Sohn Konrad Lorenz später mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Über Gewinner, Verlierer und Geschichten hinter dem Nobelpreis unterhält sich Mariella Gittler mit Historikerin Dr. Daniela Angetter-Pfeiffer.


Von Wunderheilern und Wissenschaftern – Medizin made in Austria
06/20/2025

In dieser Episode von „Österreich – Die ganze Geschichte“ tauchen wir ab in die medizinische Hochblüte Wiens im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Historikerin Dr. Daniela Angetter-Pfeiffer erzählt uns, wie Pioniere wie Karl Rokitansky, Josef Skoda oder Ignaz Semmelweis Wien zum „Mekka der Medizin“ machten – von Obduktionen und Hygienerevolution bis hin zur Geburtshygiene. Eine faszinierende Reise durch die Wiener Medizingeschichte!


„Das flimmerte Kastl“
06/13/2025

Dieses Jahr feiert das österreichische Fernsehen sein 70 jähriges Bestehen. Es war das Jahr 1955 – mit dem Staatsvertrag erhält Österreich seine volle Souveränität zurück, der erste Sissi Film mit Romy Schneider erstürmt die Kinos und das Fernsehen hält Einzug in die österreichischen Haushalte. Eine folgenschwere Entwicklung, denn damit beginnt der Aufstieg dieses, noch jungen Mediums, das bald das Radio verdrängen sollte. Der damalige Bundeskanzler Julius Raab schätzte in den 1950er Jahren noch dass "eh ka Mensch in die flimmernden Kastln hineinschaun wird". Mariella Gittler unterhält sich mit Medienhistorikerin Karin Moser über Kultiges und Kom...


Fantasiewelt und Märchenfilm nach 1945
06/06/2025

Märchenlandschaften, anständige Mäderl und herzige Lieder - der Nachkriegsfilm in Österreich ist bestimmt vom Eskapismus. Der heimische Film, kontrolliert und beeinflusst durch die alliierte Besatzung und die Flucht vor der eigenen Kriegsvergangenheit ist außerdem eines: vergleichsweise billig. Ein Umstand, der dazu führe, dass auch deutsche Produktionen vermehrt in Österreich gedreht werden. In den 1950er und 1960er Jahren dominieren romantische Heimatfilme und Geschichtsfilme über die Habsburger-Monarchie, die eine idealisierte Vergangenheit darstellen. Später kam es zu einer Erneuerung des österreichischen Kinos durch eine staatliche Filmförderung, die neue Themen und Formen ermöglicht. Was den Film von dam...